Die  Absicht  der  Päpste  war  also  lediglich  die,  die
Hohenstaufen  zu  ihren  hierarchischen  Zwecken  zu  benützen
  und  sie  in  solcher  Schwäche  zu  erhalten,  daß  sie
nichts  gegen  sie  ausrichten  konnten.  Das  wollte  sich
aber  Friedrich  nicht  gefallen  lassen,  und  so  geriet  auch
er  in  Kampf  mit  seinem  ehemaligen  Beschützer.  Um  die
Wahl  seines  Sohnes  Heinrich  zum  deutschen  König
durchzusetzen,  gewährte  er  den  geistlichen  Fürsten  eine
Menge  von  Rechten;  diese  sperrten  sich  aber  dessen»
ungeachtet  gegen  ihn,  und  als  er,  um  in  den  weltlichen
Fürsten  ein  Gegengewicht  zu  erhalten,  auch  diesen  viele
Rechte  abtrat,  so  löste  er  seine  deutsche  Macht  voll:
kommen  auf.

In  seinem  Streite  gegen  den  Papst  hat  dieser  Kaiser
drei  verschiedene  Direktionen  verfolgt:  1.  die  kaiserliche
  Würde  aufrechtzuerhalten,  2.  die  oberitalienischen
Städte  zu  zügeln,  3.  Neapel  und  Sizilien  zu  beherrschen.
In  letzterem  Lande  hatte  er  eine  sonderbare  Stellung,
denn  dort  wohnten  noch  Sarazenen,  die  ihm  ebenso
lieb  waren  wie  die  Christen,  weshalb  er  in  Verdacht
des  Unglaubens  geriet!).  In  Oberitalien,  wo  sich  die
Parteien  der  Guelfen  und  Ghibellinen  am  schroffsten
gegenüberstanden,  kämpfte  er  mit  vielem  Glück,  und  es
gelang  ihm,  die  lombardischen  Städte  1237  zu  besiegen.
Den  Papst  Innozenz  IV.  zwang  er,  aus  Italien  zu  ent
weichen,  worauf  ihn  derselbe  von  Lyon  aus  absetzte  und
exkommunizierte.  Die  Päpste  waren  überhaupt  seit
Anfang  des  13.  Jahrhunderts  noch  viel  mächtiger
geworden  durch  das  Institut  der  Bettelorden,  welche
allenthalben  für  sie  wirkten.  In  Deutschland  erhob  sich
in  Heinrich  Raspe,  dem  Landgrafen  von  Thüringen,  ein
Gegenkönig;  der  Kaiser  selbst  wurde  in  Italien  geschlas
gen  und  kam  inmitten  dieser  Tumulte  1250  um.

In  seinem  ganzen  Gebiete  wurde  der  Papst  Alleinherr.
  Der  Sohn  Friedrichs  II.,  Konrad  IV.,  vermochte

!)  Friedrich  II.  richtete  in  Neapel  eine  sehr  gute  Administration
  ein,  die  als  Muster  für  spätere  Zeiten  gilt.

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