sehr  wenig.  In  Neapel  hielt  sich  Manfred,  ein  unechter
Sohn  Friedrichs,  sehr  tapfer;  allein  der  Papst  rief  Karl
von  Anjou,  einen  Bruder  Ludwigs  des  Heiligen  von
Frankreich,  zu  Hilfe,  welcher  Manfred  schlug  und  Neapel
und  Sizilien  als  Lehen  aus  den  Händen  des  Papstes  ent:
gegennahm,  so  daß  diese  Länder  nunmehr  vom  Kaiser:
reiche  getrennt  wurden.  In  Oberitalien  war  Innozenz  IV.
durch  die  guelfische  Partei  mächtig;  in  Deutschland
stritten  die  Gegenkönige  sich  miteinander  herum;  der
französische  König  war  dem  Papste  ganz  ergeben,  und
so  konnte  sich  niemand  mehr  gegen  die  geistliche  Gewalt
  regen.  Nach  dem  Tode  Manfreds  faßte  FriedrichsII.
Enkel,  Herzog  Konradin  von  Schwaben,  den  Entschluß,
nach  Italien  zu  gehen  und  dort  den  Kampf  des  Erbrechtes
  gegen  die  päpstlichen  Ansprüche  auszufechten,  allein
er  wurde  geschlagen  und  unter  der  Form  Rechtens  hin:
gerichtet.  Sein  Tod  bezeichnet  das  Ende  des  alten  Kaisertums,
  denn  obwohl  er  selbst  nicht  Kaiser  war,  so  gehörte
er  doch  zu  dem  Geschlechte,  welches  die  Würde  des
Kaisertums  stets  aufrechtzuerhalten  suchte.

Nun  erübrigt  mir  noch,  ein  paar  Worte  über  den  all»
gemeinen  Zustand  nach  diesen  Kämpfen  der  geistlichen
mit  der  weltlichen  Macht  hinzuzufügen.  Die  Päpste  geboten
  in  Italien,  denn  da  hatten  sie  vermöge  ihres  Rechtes
  den  mächtigsten  König  aufgestellt,  und  diese  Könige
aus  dem  Hause  Anjou,  welche  in  Neapel  herrschten,
haben  stets  an  der  Spitze  der  guelfischen  Partei  gestanden
  und  die  Ansprüche  des  Papstes  in  Italien  unterstützt.
In  Deutschland  trat  ein  Interregnum  ein,  es  standen
mehrere  Prätendenten  einander  gegenüber,  bis  es  den
Päpsten  zu  arg  wurde  und  sie  den  deutschen  Fürsten
befahlen,  einen  König  zu  wählen.  Die  Kurfürsten  traten
zusammen  und  wählten,  vornehmlich  die  geistlichen,
Rudolf  von  Habsburg  (1273),  den  Stifter  des  Hauses
Österreich,  der,  mit  Hilfe  des  Papstes  gewählt,  sich  auf
die  innern  Angelegenheiten  Deutschlands  beschränkte
und  dem  Papste  die  Rechte  des  Reiches  in  Italien  überließ.

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