FÜNFZEHNTER  VORTRAG)
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Epoche  der  Reformation  und  der
Religionskriege

VomEnde  des15.bis  gegen  die  Mitte  des  17.Jahr:
hunderts

14.  und  15.  Jahrhundert  erfüllt,  gab  es  doch  immer

etwas,  was  über  dieselbe  hinausreichte,  eine  Tendenz,
dem  Unwesen,  das  mit  der  allgemeinen  Auflösung  verknüpft
  war,  ein  Ende  zu  machen.  Man  fand  allmählich
die  Mittel  dazu,  ohne  jedoch  ganz  auf  die  früheren  Gestaltungen
  zurückzukommen.  Das  Papsttum  hatte  sich
zwar  behauptet,  allein  auch  der  Gegensatz,  auf  den  es
gestoßen,  war  noch  nicht  aus  der  Welt  verschwunden,
und  wenn  man  die  Wahrheit  sagen  soll,  so  war  auch  die
aus  dem  Altertum  in  die  neue  Zeit  hereindringende  Kulturerneuerung,
  die  sogenannte  Renaissance,  dem  hierarchischen
  Prinzipe  nicht  homogen;  sie  beruht  auf  ganz
anderen  Ideen  und  Lebensverhältnissen.  Auch  die  Buchdruckerkunst,
  welche  jetzt  die  Schriften  der  neueren  und
alten  Zeit,  die  Ritterbücher,  die  religiösen  Schriften,
namentlich  die  Bibel,  unter  dem  Volke  verbreiten  halt,
war  recht  geeignet,  eine  Gärung  der  Geister  hervorzurufen;
  der  Horizont,  welchen  das  Papsttum  bisher  ein:
genommen  hatte,  wurde  plötzlich  erweitert.  Die  allgemeine
  Autonomie,  welche  in  politischer  Beziehung  eingetreten
  war,  beförderte  gleichfalls  ein  gewisses  Bestreben,
  sich  geistig  autonom  zu  stellen.  Dazu  gesellten  sich
indes  noch  andere  Momente,  welche  die  Zustände  der
neueren  Jahrhunderte  entwickeln  halfen:  es  sind  vornehmlich
  folgende:

T:  jener  allgemeinen  Dezentralisation,  die  das

1)  Vom  10.  Oktober  1854.
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