allein  herrschenden  hierarchischen  Prinzips?  Sie  führten
zu  einer  Stärkung  desselben;  denn  obgleich  Handel  und
Verkehr  dadurch  emporkamen.  so  geschah  doch  die  Besitzergreifung
  derneuentdeckten  Länderkraft  der  Autorität
  des  Papstes,  welcher  dieselben  den  Spaniern  schenkte,
und  diese  sowie  die  Portugiesen  suchten  in  erster  Reihe
ihre  kirchlichen  Begriffe  auszubreiten.  —

2.  Das  zweite,  wasin  jener  Zeitin  Europa  selbstempor:
kam,  war  eineVermehrung  der  inneren  Macht  des  Fürsten»
tums.  Die  Verwirrung  war  zu  groß  geworden,  und  es
waren  schon  Elemente  vorhanden,  umdie  fürstliche  Macht
zu  vergrößern.  Verschiedene  Umstände  trugen  dazu  bei,
daß  nunmehr  bedeutende  Reiche  entstanden.  Am  Ausgang
  des  15.  Jahrhunderts  konsolidierte  sich  England,
nachdem  die  blutigen  Bürgerkriege  der  weißen  und  roten
Rose  damit  geendet,  daß  Heinrich  Richmond  (Hein&gt;
rich  VII.)  die  beiden  Häuser  Lancaster  und  York  mit:
einander  vereinigte  und  eine  sehr  ansehnliche  Herrschaft
hinterlassen  konnte.  Es  bildete  sich  in  England  ein  kräftiges
  Königtum.

Noch  entschiedener  setzte  sich  dasselbe  Prinzip  in
Frankreich  durch,  nachdem  es  den  Franzosen  gelungen
war,  die  Engländer  auszustoßen.  Hier  gründete  Karl  VII.
das  Königtum  auf  jene  Elemente,  welche  stets  von  der
größten  Wichtigkeit  waren,  nämlich  erstens  auf  eine
stehende,  in  seinem  Solde  befindliche  Armee,  sodann
auf  eine  beständige  Auflage.  Dieser  Gründung  bediente
sich  sein  kluger  und  rücksichtsloser  Sohn  Ludwig  XI.,
um  allen  entgegengesetzten  Autoritäten  ein  Ende  zu
machen,  der  Herrschaft  Karls  des  Kühnen  von  Burgund
  zuerst,  später  der  aller  übrigen  Magnaten.  Was  er
nicht  selber  tat,  wurde  infolgedessen,  was  er  eingeführt
hatte,  unter  seinen  Nachfolgern  vollendet.  Das  ganze
südliche  Frankreich,  welches  bisher  aus  einzelnen  Her:
zogtümern  bestanden  hatte,  wurde  mit  der  Krone  ver:
einigt,  dazu  Burgund,  ein  Teil  der  Niederlande,  die
Bretagne  usw.

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