Sohn  Heinrich  hatte  an  der  Spitze  der  französischen
Hugenotten  gefochten.  Später  aber  wurde  er  gezwungen,
katholisch  zu  werden,  um  auf  den  französischen  Thron
zu  gelangen.  Die  eifrig  katholisch  Gesinnten  mochten
aber  dessenungeachtet  nichts  von  ihm  wissen  und  brachten
  eine  Ständeversammlung  zustande,  auf  welcher  sie
ziemlich  geneigt  waren,  eine  spanische  Prinzessin  zur
Königin  zu  ernennen.  Neben  dieser  streng  katholischen
Partei  und  den  Hugenotten  bestand  jedoch  auch  eine
gemäßigte  katholische  Partei.  Heinrich  IV.  trat,  wieschon
oben  erwähnt,  zum  Katholizismus  über,  war  aber  dabei
sehr  gemäßigt  und  stets  geneigt,  seinen  ehemaligen
Glaubensgenossen  Schutz  angedeihen  zu  lassen.  Sein
geborener  Gegner,  Philipp  II.  von  Spanien,  ward  durch
die  Engländer,  welche  Cadiz  wegnahmen,  genötigt,  auch
mit  Heinrich  Frieden  zu  schließen.  Zuletzt  mußte  sein
Nachfolger  die  Unabhängigkeit  der  Niederlande  anerkennen.


Der  zweitegroße  Krieg  war  der  deutsche  dreißigjährige.
In  Deutschland  war,  wie  wir  gesehen  haben,  der  Protestantismus
  weit  vorgedrungen;  nachdem  aber  das  Tri»
dentinische  Konzilium  abgehalten  worden  war  und  die
Spanier  in  den  Niederlanden  Erfolge  errungen  hatten,
so  faßten  besonders  die  geistlichen  Fürsten  in  Deutschland
  den  Entschluß,  den  Protestantismus  in  ihren  Gebieten
  zu  unterdrücken.  —  Darauf  drang  auch  der  Papst
Sixtus  V,,  und  überall  fingen  die  geistlichen  Herren  an,
die  Antireformation  durchzuführen.  Der  erste  Schritt
war,  daß  sie  keinen  Edelmann  von  protestantischem
Glauben  bei  sich  anstellten,  wodurch  viele  Protestanten
bewogen  wurden,  sich  dem  katholischen  Glauben  wie:
der  zuzuwenden  ;  ferner  duldeten  sie  keinen  Protestanten
in  dem  Rat  ihrer  Stadt.  Dieselben  antireformatorischen
Bestrebungen  zeigten  sich  in  Österreich,  welches  großenteils
  protestantisch  geworden  war,  und  wo  die  katholische
  Religion  jetzt  mit  der  größten  Energie  und  Gewalt:
samkeit  wieder  eingeführt  wurde.  Nun  stand  die  Reichs»

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