er  hat  die  Academie  frangaise  gestiftet,  welche  ursprünglich
  aus  Protestanten  und  Katholiken  bestand.  Einige
Privatleute  kamen  nämlich  zusammen,  beschäftigten  sich
in  ihren  Kreisen  mit  der  Literatur,  lasen  einander  ihre
Arbeiten  vor,  suchten  ihre  Sprache,  die  in  der  Bildung
begriffen  war,  korrekt  zu  schreiben  und  zu  sprechen  usw.
Richelieu,  der  selbst  vortrefflich  Französisch  schrieb,  hörte
davon  und  gestaltete  dasjenige,  was  bisher  bloß  zufälligen
  Bestand  gehabt  hatte,  zu  einem  nationalen  Institut.
Richelieu  versammelte  auch  Dichter  um  sich;  Corneille
sagt  in  einem  seiner  Stücke,  wenn  auch  mit  einiger  Über:
treibung,  er  verdanke  jenem  alles,  was  er  sei.  Dadurch,
daß  der  Kardinal  ein  eigenes  Theater  in  seinem  Palais
hielt,  zuwelchem  ein  erweitertes  Hofpublikum  zugelassen
wurde,  trug  er  zur  Ausbildung  der  französischen  Bühne
wesentlich  bei.

Die  Gewalt,  welche  Richelieu  in  Frankreich  geschaffen,
bildete  Mazarin  fort,  den  Richelieu  herangezogen  hatte,
ein  Mensch  von  hohen  diplomatischen  Talenten,  ein  Dogmatiker
  der  Gewalt,  der  durch  seine  Geschicklichkeit
Ludwig  XIV.  zum  wirklichen  König  von  Frankreich
machte.  Für  Deutschland  war  er  im  höchsten  Grade  gefährlich
  und  verderblich,  denn  er  brachte  den  Westfälischen
  Frieden  zustande,  durch  den  Deutschland  mehrere
Provinzen  verlor.  Auch  der  pyrenäische  Friede  ist  sein
Werk,  in  welchem  die  Spanier  ihre  feste  Stellung  am
Niederrhein  aufgeben  mußten.  Von  Richelieu  ist  zweifelhaft,
  ob  er  daran  dachte,  die  Grenzen  Frankreichs  auszudehnen,
  aber  daß  Mazarin  und  die  durch  ihn  geleitete
Königin  von  Frankreich  diesen  Gedanken  verfolgten,
wie  sie  ihn  denn  auch  ausführten,  ist  gewiß.

Durch  den  pyrenäischen  Frieden  wurde  außer  der  Erweiterung
  der  französischen  Macht  auch  noch  etwas  anderes
  bewirkt.  In  diesem  Frieden  verstand  sich  nämlich
Philipp  IV.,  König  von  Spanien,  dazu,  seine  Tochter
Therese  an  den  König  von  Frankreich  zu  verheiraten;
eine  welthistorische  Vermählung,  denn  er  selbst  hatte

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