Philipp  V.  war  mit  einer  italienischen  Dame  Elisabeth
Farnese  vermählt,  deren  Sohn  Herzog  von  Parma  und
später  Herr  von  Neapel  und  Sizilien  wurde.  In  derselben
Zeit  wurde  Lothringen  eine  Sekundogenitur  von  Öster:
reich,  später  aber  gegen  Toskana  ausgetauscht,  und  da
auch  Mailand  aus  der  spanischen  Erbschaft  an  Österreich
kam,  so  kann  man  sagen,  daß  sich  Österreich  und  die
Bourbonen  gewissermaßen  in  die  Herrschaft  Italiens
teilten.  Die  bourbonische  Herrschaft  in  Südeuropa  war
überhaupt  ein  mächtiges  Element  in  der  allgemeinen  Geschichte.
  Die  Bourbonen  suchten  die  spanische  Marine
in  Gang  zu  bringen,  und  die  spanischsfranzösische  Seemacht
  setzte  sich  im  18.  Jahrhundert  England  mit  Anstrengung
  entgegen.  Dies  war  in  jener  Periode  sogar  der
vorzüglichste  Gegenstand  des  universalen  Streites,  dessen
Ausgang  freilich  war,  daß  die  ganze  spanisch-französische
  Marine  zerstört  wurde.

Auf  die  geschilderte  Weise  ist  also  durch  Ludwig  XIV.
Frankreich  zu  einem  merkwürdigen  Ensemble  geworden;
es  ist  der  alte  romano-germanische  Staat,  aber  in  voll»
kommen  monarchischer  Form.

Aus  dem  anschließenden  Gespräch

Ludwig  XIV.  war  ein  ausgezeichneter  Geschäftsmann;
er  arbeitete  alle  Tage  in  seinen  Konseils,  deren  er  eines
für  die  Finanzen,  eines  für  die  kirchlichen  Angelegenheiten,
  eines  für  die  Justiz  usw.  hatte.  Hauptsächlich
waren  es  drei  Minister,  mit  denen  er  alle  Tage  zusammen
arbeitete:  Colbert,  Lyonne,  Letellier;  der  berühmte
Kriegsminister  Louvois  war  ein  Sohn  Letelliers.  Diese
alle  waren  dem  König  vollkommen  ergeben  und  über:
haupt  die  für  ihr  Fach  ausgesuchtesten  Männer.  Wenn
aber  der  König  in  irgendeiner  Branche,  z.B.  im  Justizoder
  im  Finanzfache  arbeitete,  so  wurden  häufig  andere
hohe  Staatsbeamte  beigezogen.  Anfangs  glaubte  man,
daß  er  nicht  gerne  arbeiten  werde;  aber  bald,  als  er  sah,

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