Monarchie!);  dagegen  war  in  England  das  Prinzip  der
Selbstregierung  von  jeher  viel  kräftiger  gewesen  als  auf
dem  Kontinente.  Das  parlamentarische  System  hatte  sich
im  13.  und  14.  Jahrhundert  viel  stärker  festgesetzt  als  in
irgendeinem  anderen  Lande.  Das  Parlament  konnte  zwar
in  den  verschiedenen  Streitigkeiten,  welche  über  die
Krone  zwischen  den  Prätendenten  und  den  ihnen  anhängenden
  Parteien  ausgebrochen,  nicht  entscheiden;
aber  es  schloß  sich  allezeit  der  siegreichen  Partei  an,  so
daß  z.B.  auch  Heinrich  VII.  aus  dem  Hause  Tudor  mit
Hilfe  des  Parlaments  sich  auf  dem  Throne  befestigte.
So  war  auch  die  Reform  der  Kirche  wesentlich  mit  zus
stande  gebracht  worden  durch  die  Aktion  des  Parlaments,
nicht  etwa  durch  Predigten  oder  durch  eine  universal
volkstümliche  Bewegung  wie  in  Deutschland.  Diese
wurde  vielmehr  in  England  geradezu  niedergedrückt,
und  es  wurde  den  Predigern  vorgeschrieben,  wie  sie  pres
digen  sollten,  weil  es  dem  Volke  nicht  zukomme,  von
einer  bestimmten  Religion  abzuweichen,  solange  der
König  und  das  Parlament  sie  behaupteten.  Diese  beiden
Faktoren  im  Verein  mit  der  konstituierten  Geistlichkeit
machten  schrittweise  die  Reform.  Das  Parlament  wollte
keine  außerhalb  Englands  befindliche,  auf  England  einwirkende
  Macht  mehr  anerkennen  und  erklärte  im  Einverständnis
  mit  dem  Klerus,  welcher  durch  die  Drohungen
und  Verheißungen  Heinrichs  VIII.  großenteils  auf  dessen
Seite  gebracht  worden  war,  den  König  für  das  Oberhaupt
der  Kirche.  So  ereignete  es  sich,  daß  im  übrigen  die
ganze  kirchliche  Ordnung  der  Dinge  trotz  dieser  Ver:
änderung  bestehen  blieb;  denn  anfangs  kam  es  nur  zu
einem  Schisma  und  später  zu  einer  Protestantisierung  der
anglikanischen  Kirche,  wobei  diese  alle  ihre  Einrich-)

  Ludwig  XIV.  hatte  ungefähr  dieselbe  Idee  von  der  Monar:-chie
  wie  Schelling,  wonach  der  Fürst  den  Staat  zu  führen  hat.
Er  ging  aber  bei  der  Ausführung  dieser  Idee  so  einseitig  zu
Werke,  daf  er  der  Sache  der  Monarchie  großen  Schaden  zu:
ügte.

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