lassen.  Auch  Jakob  II.  war  mit  Ludwig  XIV.  verbündet,
unter  der  höchsten  Mißbilligung  des  Parlaments.  Unter
allen  Gegnern  Ludwigs  XIV.  war  aber  keiner.  von  Bedeutung,
  als  Wilhelm  III.,  Statthalter  in  Holland.  Dieser
hatte  in  ganz  Europa  eine  Oppositionspartei  zusammengebracht,
  um  dem  König  von  Frankreich  zu  widerstehen.
Auch  in  England  besaß  er  einen  großen  Anhang,  der
nicht  bloß  aus  demokratischen  Elementen  bestand.  Alle
vernünftigen  Leute  in  England  befürchteten,  daß  der
König  durch  sein  Vorschreiten  dierevolutionären  Massen
wieder  emporbringen  möchte,  welche  die  Herrschaft
Cromwells  an  die  Oberfläche  gehoben  hatte;  darum  hatte
Jakob  II.  hauptsächlich  auch  die  Aristokratie  gegen  sich.
Was  man  in  Frankreich  und  England  die  Revolution
nennt,  sind  also  zwei  einander  entgegengesetzte  Dinge.
Die  französische  Revolution  war  durchaus  populär,  die
englische  war  ihrer  Natur  nach  aristokratisch;  sie  hatte
einen  von  den  Ideen  der  modernen  Revolution  grundverschiedenen
  Sinn,  indem  sie  die  Absicht  hatte,  eine  allgemeine
  Bewegung,  wie  sie  in  Frankreich  zutage  kam,
zu  verhindern.  Dies  ist  denn  auch  der  Hauptgrund,  wel:
cher  diese  Revolution  entschuldigt.

Zwischen  dem  Statthalter  von  Holland,  Prinz  Wil:
helm  III.  von  Oranien,  und  den  englischen  Magnaten
warenUnterhandlungen  angesponnen  worden,  welchedie
Absetzung  des  Königs  und  die  Berufung  dieses  Prinzen
zum  Zwecke  hatten  und  endlich  dahin  führten,  daß  Wil:
helm  IIl.eingeladen  wurde,  nach  England  zu  kommen.  Er
selbst  hatte  dort  keine  Ansprüche  zu  verfolgen,  aber  seine
Gemahlin  war  eine  Tochter  des  Königs  Jakobs1I.,  und  da
letzterer  keine  Söhne  hatte,  so  war  sie  nach  den  englischen
Gesetzen  zur  Ihronfolge  berechtigt.  Wilhelm  sah  also
ein,  daß  er,  wenn  er  nach  England  ginge  und  sich  mit
der  Aristokratie  in  Verbindung  setzte,  alle  Aussicht  habe,
König  zu  werden  und  dadurch  die  Macht  zu  bekommen,
sich  seinem  Hauptfeinde  Ludwig  XIV.  auf  das  kräftigste
zu  widersetzen.  Man  sieht  also,  daß  nicht  der  protestan-152

