rend  die  Tories  immer  mehr  sich  mit  der  jakobitischen
Sache  eingelassen  hatten.

Diesem  Umstande  ist  es  zuzuschreiben,  daß  unter
Georgl.  undll.,d.h.biszum  Jahre  1760,  diewhigistischen
Grundsätze  die  Oberhand  behielten.  Während  dieser
Epoche  war  es  eigentlich  eine  Oligarchie,  welche  in  Groß»
britannien,  Irland  und  Amerika  die  Regierung  führte,
unter  fortwährenden  Kämpfen  mit  dem  Anhang  der
Prätendenten.  Endlich  gelang  es  aber  der  Staatsregierung,
der  Jakobiten  völlig  Meister  zu  werden,  und  als  Georg  Ill.
an  die  Regierung  kam,  wurde  dann  auch  die  toryistische
Richtung  wieder  zur  Geltung  gebracht!).

Je  mehr  das  französische  Königtum  unter  der  Regent:
schaft  und  unter  Ludwig  XV.  geschwächt  wurde,  zu  desto
größerem  Ansehen  gelangten  die  parlamentarischen  Prin»
zipien,  die  in  England  herrschten,  in  der  Welt.

Gespräch

König  Max:  Kann  man  sagen,  daß  die  Stuarts  solche
Fehler  begangen  haben,  daß  man  ihr  Schicksal  als  ein
verschuldetes  ansehen  kann?

Ranke:  KarllI.  war  besser,  als  man  ihn  gewöhnlich  darstellt;
  er  hatte  wenigstens  noch  einen  Begriff  vom  Königtum;
  sein  Hauptfehler  war  aber  der,  daßerzuschwankend
war.  Von  Jakob  II.  hingegen  muß  man  sagen,  daß  er
seine  ganze  Stellung  verkännt  und  sein  Unglück  provoziert
  hat.  Hätte  er  den  Katholizismus  nicht  allgemein  in
England  einführen  wollen,  was  gar  nicht  seine  Aufgabe
war,  hätte  er  die  englischen  Gesetze  bestehen  lassen,  bis
die  rechte  Zeit  gekommen  wäre,  um  die  Testakte  abzuschaffen,
  so  hätte  er  sich  vielleicht  den  Thron  bewahrt.
Karl  II.  war  bei  weitem  weniger  moralisch  und  zuverlässig
  und  hatte  nicht  im  entferntesten  den  Begriff  vom

1)  Seine  Enkelin  ist  die  jetzige  Königin  Victoria  von  England,
auf  deren  Regierung  man  das  Wortspiel  machte,  schon  ihr  Name
deute  daraufhin,  daß  sie  beides  sein  wolle:  „Whig-Tory.“

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