Stellung  Österreichs,  die  sich  über  Italien,  Deutschland
und  den  Orient  erstreckt.  Seine  geographische  Position
hat  etwas  Ungeheures  an  sich,  und  Österreich  besteht
noch  dazu  aus  verschiedenen  Nationalitäten,  so  daß  nur
von  Macht,  nicht  aber  von  Nationalität  des  Ganzen  die
Rede  sein  kann.  Im  Jahre  1848  schien  Österreich  verloren
zu  sein,  aber  jetzt  steht  es  mächtiger  da  als  je.

Gespräch

König  Max:  Ich  habe  öfters  behaupten  hören,  daß  es
Rußland  keinen  Vorteil  brachte,  daß  Peter  der  Große
Rußland  als  europäische  Macht  gestaltet  hat;  manche
glauben,  es  hätte  mehr  im  Interesse  Rußlands  gelegen,  als
asiatische  Macht  dazustehen.

Ranke:Daes  daraufankam,  die  Kultur  nach  Rußland
zu  verpflanzen,  so  wäre  ein  solches  Bestreben  ein  Unsinn
gewesen.  Oder  hätte  sich  Peter  von  Karl  XII.  schlagen
lassen,  hätte  er  Polen  in  die  Hände  der  Schweden  gelangen
  lassen  sollen?  Ganz  Rußland,  wie  es  jetzt  besteht,
beruht  auf  den  oben  von  mir  angegebenen  Momenten.
Peter  der  Große  hatte  keine  andere  Wahl;  um  Rußland
sroß  zu  machen,  mußte  er  das  tun,  was  er  getan  hat.
Hätte  er  sein  Hauptaugenmerk  auf  Asien  gerichtet,  so
wäre  Rußland  eben  ein  Barbarenreich  geworden.

K.M.:  War  Peter  dieser  Konzeptionen  fähig?

R.:  Peter  war  ein  Barbar,  aber  zugleich  ein  Genie,  voll
von  Energie  und  von  großen  Gedanken,  wie  wir  zum  Teil
aus  seinem  Tagebuche  sehen.  Er  war  sich  seines  Zieles,
daß  Rußland  eine  Weltmacht  werden  müsse,  vollkommen
bewußt.  Die  Ostsee  gehörte  früher  Deutschland,  Holland
und  Schweden;  Rußland  war  davon  ausgeschlossen;
Peter  der  Große  setzte  es  mit  diesem  Meere  in  Verbin&gt;
dung.  Aber  auch  auf  das  Schwarze  und  Kaspische  Meer
und  auf  die  Bewältigung  Polens  und  der  Türkei  war  sein
Augenmerk  mit  voller  Berücksichtigung  der  künftigen
Stellung  Rußlands  gerichtet.  Der  jetzige  Kaiser  sorgt  da:
für,  Rußland  auf  seiner  gegenwärtigen  Höhe  zu  erhalten.

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