hatten,  auf  das  Brandenburg  alte  Ansprüche  hatte,  und
zwischen  den  Franzosen,  dem  Kaiser  und  den  übrigen
Reichsständen.  Er  war  aber  tapfer  und  geschickt  und
hatte  unter  anderem  den  Grundsatz,  nie  neutral  zu  sein,
sondern  sich  immer  auf  die  eine  oder  andere  Partei  zu
schlagen.  Er  wußte  sich,  freilich  unter  Abtretung  Vor:
pommerns  an  Schweden,  einige  große  Reichsbistümer
zu  erwerben,  nämlich  Magdeburg,  Minden  und  einige
andere  Bistümer,  so  daß  er  von  der  Markgrafschaft
Brandenburg  aus  sich  nach  dem  mittleren  Deutschland
ausdehnen  und  zugleich  Cleve  fester  halten  konnte.  Dadurch,
  daß  er  sich  mit  Pfalz-Neuburg,  welches  mit  ihm
zugleich  Ansprüche  auf  Cleve  hatte,  auseinandersetzte,
gelangte  er  zu  bedeutender  Macht  auch  in  Mitteldeutschland,
  und  Brandenburg  dehnte  sich  nunmehr  in  außer:
ordentlicher  Länge  aus,  indem  es  in  drei  Gruppen,  Ost:
preußen,  Brandenburg  mit  Magdeburg  usw.  und  Cleve
mit  einigen  Landstrichen  in  Westfalen,  von  der  Ostsee
bis  gegen  Frankreich  reichte.  Dies  gab  der  brandenburgischen
  Macht  eine  solche  Bedeutung,  daß  dieselbe
neben  Österreich  den  mächtigsten  Staat  in  Deutschland
darstellte.  Seinen  Einfluß  zeigte  der  große  Kurfürst  zunächst
  in  dem  Konflikt  im  Osten.  Dort  gab  es  unaufhörliche
  Streitigkeiten  zwischen  Polen  und  Schweden.
Karl  X.  Gustav  drang  im  Jahre  1656  erobernd  in  Polen
vor,  und  Friedrich  Wilhelm  erlangte  durch  jenen  Grund:
satz,  sich  bald  auf  die  eine,  bald  auf  die  andere  Seite  zu
schlagen,  erst  von  Schweden  und  hierauf  von  Polen  die
Anerkennung  der  Souveränität  seines  Herzogtums  Preus
Ben,  wo  er  eine  ansehnliche  Macht  aufgestellt  hatte.
Dieser  Umstand  war  von  größter  Bedeutung  für  einen
Fürsten  von  Brandenburg;  denn  alle  übrigen  deutschen
Fürsten  waren  nicht  souverän,  sondern  standen  unter
dem  Kaiser.  Später  schlug  er  die  Schweden  aus  Pommern
und  Preußen  hinaus  und  erfocht  mit  seiner  gut  organisierten
  brandenburgischen  Miliz  die  glänzendsten  Siege.
Freilich  mußte  er  das  den  Schweden  abgenommene  Land

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