im  Frieden  zu  Nimwegen  wieder  herausgeben,  was  er
dem  Kaiser,  auf  dessen  Veranlassung  es  geschehen,  nie
vergeben  konnte;  aber  sein  Ruhm  und  die  militärische
Bedeutung,  die  er  seiner  Armee  gegeben  hatte,  wogen
jene  Eroberung  bei  weitem  auf.

Aufden  großen  Kurfürsten  folgtesein  Sohn  Friedrichl.,
ein  Fürst,  der  mehr  das  Zeremonielle  liebte,  aber  doch
ein  geschickter  Politiker  war.  Sein  Ehrgeiz  ging  dahin,
nicht  bloß  Herzog  zu  sein,  sondern  unter  den  höchsten
Häuptern  Europas  als  König  zu  rangieren.  Dazu  bot
sich  ihm  bald  eine  Gelegenheit  dar,  die  er  geschickt  berützte.
  Der  Kaiser  Leopold  bedurfte,  um  seine  Ansprüche
auf  diespanische  Erbschaft  durchzusetzen,  einer  kräftigen
Unterstützung,  und  diese  gewährte  ihm,  noch  ehe  England
  oder  irgendeine  andere  Macht  sich  für  den  Kaiser
erklärt  hatte,  Friedrich  gegen  das  Zugeständnis,  sich  als
König  von  Preußen  krönen  lassen  zu  dürfen,  was  zwar
Brandenburg  in  keine  größere  Unabhängigkeit  versetzte
als  früher,  aber  doch  Preußen  in  den  Augen  des  gesamten
  Europas  eine  erhöhte  Bedeutung  verlieh.  Durch  seine
Teilnahme  an  dem  Spanischen  Erbfolgekriege  erwarb  er
auch  ein  Stück  aus  der  spanischen  Erbschaft,  nämlich
Obergeldern,  wodurch  er  seine  Macht  im  Westen  von
Deutschland  mehrkonsolidierte.  Die  Politik  der  brandenburgischen
  Fürsten  um  diese  Zeit  stand  nicht  in  absolutem
  Gegensatz  zu  Österreich,  sondern  zuweilen  benützten
  sie  die  kaiserliche  Autorität,  um  sich  etwas  gewähren
  zu  lassen,  zuweilen  setzten  sie  sich  ihr  entgegen.

Auf  Friedrich  folgte  Friedrich  Wilhelm  I.,  ein  Fürst,
dervonall  der  Bildung,  die  sein  Vater  hatte,  nichts  wissen
wollte,  sondern  mit  einer  gewissen  Roheit  die  Macht  als
Macht  ins  Auge  faßte,  unbekümmert  um  äußeres  Gepränge.
  Er  schaffte  alles  ab,  was  sein  Vater  eingerichtet,
und  wendete  jeden  Groschen  Geld  auf  die  Armee.  Um
diese  zu  vergrößern,  wurde  das  Hoflager  auf  ein  Minimum
  von  Kosten  reduziert  und  eine  Armee  ins  Feld
gebracht,  die  für  dieses  Land  eine  ungeheure  zu  nennen

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