von  Böhmen  an  und  bewirkte,  daß  er  zum  Deutschen
Kaiser  gewählt  wurde).

Sollte  er  nun  aber  zugeben,  daß  die  Bayern  ganz  Österreich
  eroberten?  Das  wollte  er  nicht,  sondern  verlangte
in  einer  Zusammenkunftmitdemösterreichischen  General
Neipperg,  daß  ihm  Schlesien  abgetreten  würde,  wogegen
erversprach,  die  Franzosen  in  Deutschland  ihrem  Schicksal
  zu  überlassen.  Dabei  wollte  er  aber  doch  Karl  Albrecht
nicht  fallen  lassen,  sondern  bewirken,  daß  er  Kaiser  blieb;
denn  Friedrichs  Plan  ging  dahinaus,  ein  deutsches  Kaiser:
tum  auf  die  Gemeinschaft  der  deutschen  Fürsten  zu  gründen,
  von  denen  der  Kaiser  gewissermaßen  abhängen
solle;  Österreich  sollte  dabei  so  viel  vermögen  wie  die
anderen  Fürsten,  aber  nicht  mehr.  Diese  Idee  konnte  er
aber  nicht  durchführen;  es  kam  sogleich  zu  neuen  Kriegen,
  als  sich  Österreich  wieder  stärker  fühlte,  und  Friedrich
  geriet  namentlich  durch  die  Kräfte,  welche  Maria
Theresia  aus  Ungarn  herbeizog,  und  durch  die  Fort:
schritte,  welche  die  englische,  sogenannte  pragmatische
Armee  unter  Georg  Il.  machte,  in  große  Bedrängnis.  Er
mußte  einwilligen,  daß  Franz  I.,  der  Gemahl  Maria  Theresias,
  Deutscher  Kaiser  wurde  und  Österreich  sein  altes
Übergewicht  wieder  erhielt.

Übrigens  hatte  Friedrich  durch  die  Erwerbung  Schlesiens
  seine  Länder  fast  um  ein  Drittel  vergrößert  und
konnte,  gestützt  auf  seine  tüchtige,  ruhmgekrönte  Armee,
als  ein  ganz  unabhängiger  Fürst  auftreten.  Das  ganze
übrige  Europa  wollte  dies  aber  nicht  dulden,  und  so  kam
es  zum  Siebenjährigen  Kriege,  in  welchem  Frankreich
sich  mit  Österreich  und  Rußland  gegen  Preußen  ver:
einigte.  Es  war  ein  verzweifelter,  aber  heroischer  Kampf,
in  welchem  Friedrich  ein  paarmal  nahe  daran  war,  sich
selbst  das  Leben  zu  nehmen.  Diese  mächtige  Koalition
gegen  Preußen  kam  auf  folgende  Weise  zustande:  Frankreich
  wollte  Preußen  wie  einen  Vasallen  behandeln  und

)  Bayern  litt  damals  unter  der  größten  Finanznot  und  war
gar  nicht  militärisch  organisiert.

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