Ausbildung  der  monarchischen  Tendenz;  2.  die  nord:
amerikanische  Revolution  ;  3.  diefranzösische  Revolution;
4.  die  Weltmacht  Napoleons;  5.  die  konstitutionelle  Zeit
nach  Napoleon.

1.  Die  Ausbildung  der  monarchischen
Tendenz

Man  kann  sagen,  daß  in  der  zweiten  Hälfte  des
18.  Jahrhunderts  die  monarchischen  Tendenzen  durchaus
  in  Europa  vorwalteten.  Es  bestand  ja  wesentlich  aus
den  genannten  Großmächten,  in  denen  an  sich  eine  beträchtliche
  monarchische  Kraft  lag;  je  entschiedener  sich
die  Monarchie  durchgesetzt  hatte,  um  so  größer  war  ihre
Autorität  und  Macht  geworden.  Namentlich  hatte  die
Aufstellung  der  Monarchie  Friedrichs  II.  den  Anstoß
gegeben  für  alle  anderen  Staaten,  sich  etwas  mehr  im
monarchischen  Sinne  zu  konsolidieren.  Die  monarchische
Tendenz,  die  in  Preußen  am  entschiedensten  zutage  gekommen
  war,  wirkte  alsbald  auch  auf  Österreich  zurück,
wo  Maria  Iheresia  ihre  administrativen  Einrichtungen
den  preußischen  nachbildete.  Ihr  folgte  Joseph  II.,  der
mit  der  größten  Energie  die  monarchischen  Prinzipien
durchzuführen  suchte  und  darüber  mit  all  seinen  Landschaften
  in  Hader  geriet.  Joseph  II.  hatte  nie  die  Geduld
  gehabt,  sich  gründlich  zu  unterrichten,  und  ohne
eine  feste  Grundlage  war  er  kopfüber  auf  die  Ideen  der
Philosophie  des  Jahrhunderts  eingegangen,  in  denen  er
das  Ideal  der  Welt  erblickte.  Die  Folge  davon  war,  daß}
sich  seine  Provinzen  nach  und  nach  gegen  ihn  empörten.

Dieselbe  monarchische  Tendenz  zeigte  sich  in  Dänemark,
  wo  sie  Struensee  durchführte,  in  Schweden,  wo
Gustav  III.  eine  Revolution  machte,  um  die  Aristokratie
zu  stürzen.  Die  nämliche  Tendenz  wirkte  im  südlichen
Europa.  Sie  war  zugleich  verbündet  mit  dem  Geiste  der
damaligen  Literatur.  Die  philosophische  Richtung  der
französischen  Literatur  hat  nämlich  verschiedene  Phasen

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