des  Jahrhunderts  teilte,  zuerst  den  Kampf  gegen  die
Jesuiten  eröffnete.  Die  bourbonischen  Höfe  in  Spanien,
Frankreich  und  Italien  folgten  nach,  und  endlich  sah  sich
sogar  der  Papst  Clemens  XIV.  mehr  oder  weniger  ge:
nötigt,  im  Jahre  1773  den  Jesuitenorden  aufzuheben.  Der
Orden  fiel  als  Opfer  des  in  ganz  Europa  sich  erhebenden
monarchischen  Geistes,  dem  auch  der  Papst  endlich  nachgeben
  mußte.

Gespräch

König  Max:  War  es  eigentlich  die  freigeisterische
Tendenz,  welcher  dieser  Orden  weichen  mußte,  abgesehen
  von  der  monarchischen  ?

Ranke:  Freigeisterisch  ist  zu  viel  gesagt;  es  war  die
philosophischeTendenz,  der  die  Jesuiten  zum  Opferfielen,
welche  sich  übrigens  der  Monarchie  anschloß.  Die  Monarchie
  hatte  aber  auch  ein  Interesse,  die  Macht  der  Jesuiten
zu  dämpfen,  denn  sie  waren  so  stark  geworden,  daß  sie
sich  zuweilen  sogar  der  Regierung  widersetzten;  z.B.  in
folgendem  Falle:  als  Portugal  und  Spanien  einen  Ver:
trag  über  den  Austausch  gewisser  Territorien  in  Süd&gt;
amerika  geschlossen  hatten,  widersetzten  sie  sich  gewissen
Männern,  welche  das  monarchische  Prinzip  repräsentierten.
  Als  Choiseul  alle  Kräfte  des  Landes  vereinigen
wollte,  um  sie  gegen  England  zu  führen,  so  opponierten
sie  sich.  Auch  die  Tendenz  der  Monarchie,  vollkommen
Herr  im  Lande  zu  sein  und  nicht  einen  General  in  Rom
sehen  zu  müssen,  von  welchem  eine  zahlreiche,  im
Lande  wohnende  Körperschaft  ihren  Impuls  gewinne,
wirkte  mit.

K.M.:  Widersetzten  sich  die  Jesuiten  auch  im  Inneren
des  Landes?

R.:  Auf  den  König  Joseph  von  Portugal  wurde  einst
geschossen,  und  Pombal  hat  mit  Recht  oder  Unrecht
dieses  Attentat  den  Jesuiten  in  die  Schuhe  geschoben.
Als  in  Spanien  eine  Verordnung  erschien,  welche  das
Tragen  breitkrämpiger  Hüte  und  der  sogenannten  spa=12

  Ranke,  Die  Epochen  der  neueren  Geschichte,  Nr.  290—292  177