Elsaß  einführen  wollten,  denen  sich  die  deutschen  Fürsten,
die  im  Elsaß  ihre  Berechtigungen  hatten,  unter  Berufung
an  das  Reich  widersetzten.  Anfangs  richteten  die  deut:
schen  Alliierten  mit  ihren  geringen  aufgebotenen  Kräften
nichts  aus  ;  später  aber  verstärkten  sie  sich  und  bedrohten
Frankreich  ernstlich,  und  es  entwickelte  sich  nun  dort
infolgedessen  die  Partei  des  Schreckens,  welche  alles
nivellierte  und  die  Religion  der  Vernunft  dekretierte.  Das
Abenteuerlichste  wurde  als  Gottheit  des  Tages  begrüßt;
wer  im  mindesten  den  herrschenden  Doktrinen  abhold
schien,  ward  verdächtig,  und  der  bloße  Verdacht  führte
zur  Guillotine.  Die  größten  Phantasten,  die  den  Staat
durch  den  Gang  dieser  Dinge  erobert  hatten,  diejenigen,
  welche  die  herrschenden  Ideen  am  stärksten
und  wildesten  repräsentierten,  wurden  die  Meister.
Der  Schrecken  aber  hatte  wenigstens  die  Folge,  daf}
alles,  was  der  Herrschaft  des  wilden  Haufens  ent:
fliehen  konnte,  an  die  Grenze  eilte  und  sich  dort  wüs
tend  mit  den  auswärtigen  Feinden  Frankreichs  herumschlug,
  so  daß  an  eine  Restauration  der  Bourbonen  nicht
zu  denken  war.

Gespräch

König  Max:  Worin  hat  wohl  Ludwig  XVI.  haupt:
sächlich  gefehlt?

Ranke:  Die  Fehler  Ludwigs  XVI.  waren  keine  Fehler
des  Herzens,  seine  Intention  war  rein,  er  wollte  keine
Freiheit  schwächen,  er  wollte  vielmehr  der  Nation  Rechte
geben.  Seine  politischen  Fehler  aber  waren  ungeheuer:
1.  daß  er  die  Parlamente  wiederherstellte:;  2.  daß  er  sich  in
den  amerikanischen  Krieg  stürzte;  3.  daß  er  seiner  Gemahlin
  einen  so  großen  Einfluß,  namentlich  auf  Besetzung
der  Ministerstellen,  ließ;  4.  daß  er  so  weit  ging,  den
dritten  Stand  zu  verdoppeln  und,  als  diese  Macht  da  war
und  ihn  über  den  Kopf  zu  wachsen  schien,  davor  erschrak
und  sich  gegen  sie  wendete.

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