gesunken  war.  Der  Eintracht  der  Alliierten  gelang  es
dann,  der  Napoleonischen  Herrschaft  ein  Ende  zu
machen!).  Dieser  Weltkampf  und  der  Sturz  Napoleons
bewirkten  nunmehr,  daß  die  europäischen  Mächte  sich
so  auseinandersetzten,  wie  es  —  im  ganzen  genommen  —
noch  heutzutage  geblieben  ist.  Auf  den  damals  1814  und
1815  geschlossenen  Verträgen  beruht  die  ganze  Gestaltung
  von  Europa.

5.Die  konstitutionelle  Zeit

Die  ganze  Aufmerksamkeit,  die  bisher  den  auswärtigen
Angelegenheiten  zugewendet  gewesen  war,  richtete  sich
nun  auf  die  inneren  Verhältnisse.  Da  war  kein  Land,  wo
nicht  die  beiden  Prinzipien  der  Monarchie  und  der  Volkssouveränität
  miteinander  in  Widerstreit  geraten  wären.

In  dem  südlichen  Europa,  in  Spanien,  im  römischen
und  in  einigen  anderen  italienischen  Staaten  versuchte
man  das  Königtum  pure  zu  restaurieren.  In  den  übrigen
Staaten  aber  war  man  nicht  dieser  Ansicht;  man  wollte
das  konstitutionelle  Wesen,  welches  in  dem  Napoleonischen
  Zeitalter,  wo  es  bestanden  hatte,  bloße  Formel
gewesen  war,  in  seiner  Wirklichkeit  herstellen.  Man
wollte  die  beiden  Prinzipien  —  Nationalsouveränität
und  Monarchie,  Erblichkeit  von  oben,  Selbstregierung
von  unten  —  miteinander  vereinigen.  Dies  war  das
Losungswort  in  Europa.  Sogar  der  Selbstherrscher  aller
Reußen,  Kaiser  Alexander,  glaubte,  durch  eine  Kon-»
stitution  in  Polen  regieren  zu  können;  und  die  Bourbonen
  gaben  eine  Konstitution,  die  gar  nicht  schlecht
war.  Auch  in  Deutschland,  welches  der  Lage  der  Dinge
gemäß  statt  zu  einem  Kaisertum  zu  einem  Staatenbunde
vereinigt  worden  war,  wurden  die  konstitutionellen  Prinzipien
  eingeführt,  ausgenommen  in  Preußen,  wo  die
Provinzialstände  blieben,  und  in  Österreich,  wo  man

!)  Bayern  war  so  glücklich,  noch  im  rechten  Augenblicke
sich  den  gegen  Napoleon  verbündeten  Mächten  anzuschließen.

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