NACHWORI  DES  HERAUSGEBERS

1795  zu  Wiehe  in  der  Provinz  Sachsen;  gest.  1886

zu  Berlin)  ist  vom  ersten,  frühen  Erwachen  des
historischen  Sinnes  an  auf  eine  Erfassung  des  Zusammen:
hanges  der  Weltperioden  bedacht  gewesen.  Wenn  auch
die  lange  Reihe  seiner  Arbeiten  vorwiegend  der  europäischen
  Geschichte  des  16.  und  17.  Jahrhunderts  galt,
deren  Wirklichkeit  er  auf  urkundlicher  Grundlage  er:
schloß,  so  trug  er  als  Lehrer  doch  auch  über  andere  Zeiten
vor  und  hat  jenen  Zusammenhang  so  sehr  als  letztes
Ziel  seines  langen  und  unermüdlichen  Wirkens  ange»
sehen,  daß  er  im  hohen  Greisenalter  den  Plan  einer
seine  Lebensarbeit  krönenden  Weltgeschichte  faßte.  Sie
war  schon  weit  bis  ins  Mittelalter  hinein  gediehen,  als
ihm,  bei  der  Schilderung  der  Zeit  Heinrichs  IlI.,  der  Tod
die  Feder  im  einundneunzigsten  Lebensjahre  aus  der
Hand  nahm.

Er  hat  selber  in  einem  Vorwort  zu  dieser  Weltgeschichte
  auf  die  hier  wiedergegebenen  Vorträge  hingewiesen,
  als  einen  lange  vorher  unternommenenVersuch,
„das  Ganze  in  einen  Rahmen  zusammenzufassen“.  Sie
wurden  im  September  und  Oktober  1854  zu  Berchtesgaden
  vor  dem  Könige  MaximilianII.  von  Bayern,  dem
Sohn  des  ersten  und  Vater  deszweiten  Ludwigs,  gehalten,
der  seinem  Oheim  Friedrich  Wilhelm  IV.  an  Genialität
nicht  gleichkam,  aber  wie  er  von  „idealer  Beweglichkeit“
war,  dabei  „ruhig  und  still‘,  von  ‚„innerlichem  Mitgefühl
für  die  Geheimnisse  des  Lebens“  und  auf  das  Allgemeine
einer  geistigen  Weltbetrachtung  gerichtet.  Nie  ist  Ranke
seiner  Historie  so  von  ganzem  Herzen  froh  gewesen  wie
damals  in  der  Stille  dieses  halbländlichen  Jagdaufenthalts

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N):  Geschichtschreiber  Leopold  von  Ranke  (geb.