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lung,  in  der  ich  bin,  auch  zu  meiner  Person  bedarf,  veranlaßt  mich,  eine  kurze  Aeußerung
zu  thun  über  die  Stellung,  die  ich  in  Erfurt  hatte,  und  über  die,  die  ich  jetzt  habe.  Ich
kam  nach  Erfurt  mit  denjenigen  politischen  Anschauungen,  die  ich,  ich  möchte  sagen,  aus
dem  Vaterhause  mitbrachte,  geschärft  in  jener  Zeit  durch  den  Kampf  gegen  die  Angriffe
der  Bewegung  von  1848  auf  Zustände,  die  mir  werth  waren.  Im  Jahre  darauf,  1851,
bin  ich  in  die  praktischen  Geschäfte  eingetreten  und  habe  seitdem  Gelegenheit  gehabt,  Erfahrungen
  in  der  praktischen  Politik,  sechszehn  Jahre  hindurch  in  Stellen,  wo  ich  ohne
Unterbrechung  mit  der  großen  Politik,  namentlich  aber  mit  der  Deutschen,  beschäftigt  war,
sammeln  zu  können.  Ich  habe  mich  dabei  überzeugt,  daß  aus  dem  Zuschauerraum  die
politische  Welt  —  nicht  bloß  die  auf  den  Brettern,  die  die  Welt  bedeuten  —  anders  aussieht,
  als  wenn  man  hinter  die  Coulissen  tritt,  und  daß  der  Unterschied  nicht  bloß  an  der
Beleuchtung  liegt.  Ich  habe  an  mir  selbst  wahrgenommen,  daß  man  die  Politik  anders
beurtheilt,  so  lange  man  als  Dilettant  ohne  das  Gefühl  schwerer  persönlicher  Verantwortlichkeit,
  etwa  in  den  Mußeskunden,  die  die  anderweitige  Berufsart  zuläßt,  an  ihr  mitwirkt,
als  wo  man  im  Gegentheil  sich  einer  vollen  Verantwortung  für  die  Folgen  jedes  Schrittes,
den  man  thut,  bewußt  ist.  Ich  habe  in  Frankfurt  im  Amte  erkannt,  daß  viele  der  Größen,
mit  denen  meine  Erfurter  Politik  gerechnet  hatte,  nicht  existirten,  daß  das  Zusammengehen
mit  Oesterreich,  wie  es  mir  denn  aus  den  Erinnerungen  an  die  heilige  Alliance,  die  durch
die  Tradition  der  früheren  Generation  mir  überkommen  waren,  vorschweote,  —  daß  dieses
nicht  möglich  war,  weil  das  Oesterreich,  mit  dem  wir  rechneten  —  es  war  die  Periode
des  Fürsten  Schwarzenberg  —  überhaupt  eben  nicht  existirte.  Ich  beschränke  mich  auf
diesen  kurzen  Rückblick,  indem  ich  hinzusetze,  daß  ich  mich  glücklich  schätze,  überhaupt  nicht
zu  den  Leuten  zu  gehören,  die  mit  den  Jahren  und  mit  den  Erfahrungen  nichts  lernen.
Wenn  der  Herr  Vorredner  eine  gewisse  Verwunderung  darüber  ausgesprochen  hat,  daß
ich  dem  Budgetrechte  meinerseits  die  besten  Jahre  meines  politischen  Lebens  vielleicht  gewidmet
  hätte,  um  es  zu  bekämpfen,  so  möchte  ich  an  die  eine  Thatsache  erinnern,  daß  es
nicht  ganz  sicher  ist,  ob  wir  die  Armee,  welche  die  Schlachten  des  vorigen  Jahres  geschlagen
  hat,  in  derselben  Verfassung  besessen  hätten,  welche  sie  zu  dieser  Zeit  hat,  wenn
im  Herbste  des  Jahres  1862  sich  Niemand  fand,  der  bereit  war,  die  Regierung  auf  Befehl
Sr.  Majestät  des  Königs  fortzuführen,  ohne  den  Beschluß  des  Abgeordnetenhauses  vom
23.  September  auszuführen.

Rede  über  die  nationalen  Ansprüche  der  Polen.
18.  März.

(Am  18.  März  begann  die  Specialberathung.  Nachdem  der  Abgeordnete  v.  Bockum-Dolffs
  beantragte,  Luxemburg,  weil  es  einen  Theil  Preußens  bilde,  nicht  besonders  aufzuführen,
  legte  der  Abgeordnete  Casimir  Kantak  im  Namen  der  Polen  Protest  ein  gegen  die
Aufnahme  der  Polnischen  Landestheile  Preußens  in  den  Norddeutschen  Bund,  und  motivirte
denselben  theils  durch  Berufung  auf  das  Recht  der  Nationalität,  theils  auf  die  Wiener-Verträge
  von  1815.  Gegen  seine  Ausführungen  ist  die  folgende  Rede  gerichtet.)

M.  H.!  Wir  Alle  sind  gewählt,  darüber  ist  kein  Zweifel,  um  die  Verfassung  des
Norddeutschen  Bundes  zu  Stande  zu  bringen;  auch  die  Abgeordneten  der  Provinz  Posen
sind  zu  keinem  andern  Zwecke  gewählt.  Die  Bewohner  der  Provinz  sind  auf  diesem  Fundament
  zu  den  Wahlen  aufgefordert,  und  die  Wahlverhandlungen  ergeben,  daß  sie  sich  mit
großem  und  ungewöhnlichem  Eifer,  beinahe  neunzig  Prozent  der  Bevölkerung,  daran  betheiligt
  haben.  Wenn  der  Herr  Abgeordnete  dennoch  einen  Protest  gegen  das  Zustandekommen
  dieses  Bundes  in  dem  beabsichtigten  Umfange  gerichtet  hat,  so  glaube  ich,  hat  er
uns  selbst  deutlich  genug  zu  erkennen  gegeben,  daß  dieser  Protest  eigentlich  sich  nicht  gegen
den  Bund,  sondern  gegen  die  Einheit  der  preußischen  Monarchie  richtet.  Diese  Einheit

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