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Agglomeration  mit  Klein-Polen,  in  der  Gegend  von  Krakau.  Das  Alles  überschreitet  noch
nicht  die  Grenzen  des  heutigen  West-Galiziens  und  Großherzogthums  Posen,  erfüllt  noch
nicht  einmal  die  des  Königreichs  Polen.  Als  sie  sich  mächtig  fühlten  durch  die  Heirath  mit
dem  litthauischen  Großfürsten,  die  ihnen  an  und  für  sich  sehr  erhebliche  eroberte  Länder  zubrachte,
  wandte  sich  dieser  Eroberungstrieb  gegen  den  deutschen  Orden.  Vorher  hatten  sie
ihm  genügt  nach  einer  anderen  Richtung  hin  auf  Kosten  Rußlands.  Nachdem  durch  die
Ansiedelungen  der  deutschen  Ritter  gegen  die  heidnischen  Preußen  auf  dieser  Seite  Ruhe
geschaffen  war,  etwa  vom  Jahre  1230  ab,  wandte  sich  der  Eroberungstrieb  gegen  die  da—
mals  von  tartarisch-mongolischen  Horden  bedrängten  Russen.  Polen  gewann  die  Gebiete,
die  heutzutage  Ost-Galizien  ausmachen,  von  denselben  Ruthenen  bewohnt,  welche  die  Provinzen
  Volhynien  und  Podolien,  welche  den  Südosten  des  Königreichs  Polen  bewohnen;
Polen  trug  sein  Schwert  weit  über  den  Dnieper  hinaus,  sie  gewannen  die  alte  russische
Residenz  Kiew  und  weit  darüber  hinaus  Tschernigow,  Smolensk  und  sehr  weite  Landstrecken,
  an  sich  von  größerer  Ausdehnung,  als  Dasjenige,  was  Rußland  bei  der  ersten
Theilung  Polens  gewann.  Zu  gleicher  Zeit  hatten  die  Litthauer  den  russischen  Volksstamm
in  Gestalt  der  Weißrussen,  die  die  Gegend  von  Witebsk  bewohnen,  stark  angeschnitten,  und
nachdem  sie  sich  auf  diese  Weise  dann  kräftig  genug  fühlten,  fielen  sie  mit  den  vereinten
Litthauern  den  deutschen  Orden  an  und  nahmen  ihm  das  wohlerworbene  blühende,  der
Wildniß  abgerungene  Westpreußen  ab,  um  es  zu  verheeren  und  den  freien  Bauernstand
derjenigen  Unterdrückung  preiszugeben,  welche  die  polnische  Herrschaft  immer  charakterisirte.
Der  Herr  Vorredner  hat  es  ziemlich  unumwunden  ausgesprochen,  was  er  mit  den  preußischen
  Landestheilen  anfangen  will,  wenn  er  sie  aus  ihrem  bisherigen  Verbande  gelöst  hätte,
wenn  er,  wo  wir  die  Nachtheile  der  Grenzen  wollen  verschwinden  lassen,  neue  Grenzen,
Zollgrenze  hätte  schaffen  können  zwischen  Westpreußen  und  Polen  einerseits,  dem  westlichen
Deutschland  hinauf  resp.  Ostpreußen  andererseits.  Er  hat  die  Theilung  Polens  ein  Verbrechen
  genannt.  M.  H.!  es  war  kein  größeres,  als  die  Theilung  Rußlands,  die  Sie  im
vierzehnten  Jahrhundert  vornahmen,  als  Sie  die  Gewalt  dazu  hatten.  Greifen  Sie  in
Ihren  eigenen  Busen  und  sagen  Sie  sich,  daß  Sie  das  Verbrechen  der  Eroberung  hundertfältig,
  als  Sie  mächtig  genug  dazu  waren,  begangen  haben.

Den  Gedanken  der  Wiederherstellung  der  Republik  Polen  in  den  Grenzen  von  1772
—  ich  will  nicht  weiter  zurückgreifen  —  braucht  man  nur  auszudenken,  um  sich  von  seiner
Unausführbarkeit  zu  überzeugen.  Es  ist  eine  Unmöglichkeit  aus  dem  einfachen  Grunde,
weil  es  dazu  nicht  Polen  genug  giebt;  es  giebt  sehr  viel  weniger  Polen  in  der  Welt,  als
man  gewöhnlich  glaubt,  man  spricht  von  16  Millionen  Polen.  Das  Gebiet  der  ehemaligen
  Republik  Polen  von  1772  ist  —  ich  abstrahire  ganz  von  dem  durch  die  Friedensschlüsse
  von  1660  an  Schweden  verlorenen,  früher  eroberten  Liefland,  und  von  dem  durch
den  Frieden  von  Andrussow  an  Rußland  jenseits  des  Dnieper  abgetretenen  Gebietes  mit
der  Stadt  Kiew  ohne  das  heutige  Gouvernement  gleiches  Namens  —  dennoch  ist  das
Gebiet,  was  übrig  bleibt,  heut  von  etwa  24  Millionen  Menschen  bewohnt,  unter  diesen
befinden  sich  7½  Millionen  Polen,  mehr  giebt  es  in  der  ganzen  Welt  nicht,  und  davon
sind  1½  Millionen  zerstreut  in  weiten  Gebieten,  welche  die  westlichen  Gouvernements  des
russischen  Reiches  ausmachen,  unter  Völkerschaften,  die  nicht  nur  keine  Polen  sind,  sondern
es  auch  gar  nicht  sein  wollen,  die  um  alles  in  der  Welt  nicht  unter  die  polnische  Herrschaft
zurück  wollen;  sehen  Sie  nur  in  Galizien  die  Feindschaft  der  Ruthenen  gegen  die  Polen,
denen  sie  früher  unterworfen  waren,  gleich  den  Westpreußen.  Ich  führe  gerade  dieses  Beispiel
  an,  weil  es  Allen  bekannt  ist,  und  Sie  werden  daran  den  Maßstab  haben,  welches
die  Gefühle  der  über  10  Mill.  Nicht-Polen  sind,  die  mit  1,200,000  Polen  den  Westen
des  russischen  Reiches  bewohnen.  In  den  westrussischen  Provinzen  stehen  gegenüber  den
10  pCt.  Polen,  die  in  ihnen  zerstreut  wohnen,  als  frühere  Herren,  die  mit  der  Eroberung
gekommen  sind  und  Land  an  sich  gebracht  haben  oder  als  Renegaten  ihres  Volkes  polnische
Sitte  und  Sprache  angenommen  haben,  90  péCt.  andere  Völker,  zum  größten  Theil  russischen
  Stammes,  Ruthenen  und  Weißrussen,  diese  sprechen  nur  russisch,  beten  russisch,