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Sehatum  auctoritas,  penes  nationem  libertas.“  Das  war  das  Einzige,  was  sie  für
liesglation  in  Anspruch  nahmen,  aber  sie  erschlugen  mit  dieser  Freiheit  eben  die  staatliche
Existenz.

Wenn  der  Herr  Vorredner  der  heutigen  Fortschrittspartei  in  Preußen  das  Lob
ertheilt,  daß  sie  sich  niemals  mit  fremden  Bestrebungen  eingelassen  habe,  so  rechnet  er
offenbar  die  polnischen  Bestrebungen  nicht  zu  den  fremden,  es  sind  einheimische.  Ich  erinnere
  mich  wenigstens,  daß  ich  s.  Z.,  vor  etwa  4  Jahren,  in  einem  sehr  bitteren  und
anstrengenden  Kampfe  der  verbündeten  polnischen  und  Fortschrittspartei  auf  einem  anderen
  Boden  gegenüber  gestanden  habe.

Erwiderung  auf  die  Rede  des  Abgeordneten  von  Carlowitz  in
Betreff  der  Luxemburger  Frage  und  den  Beziehungen  zu

Süddeutschland.
18.  März.

(Nachdem  der  Abgeordnete  Ahlmann  den  von  ihm  und  von  dem  Abgeordneten  Kryger
gestellten  Antrag  nochmals  vertheidigt,  sprach  der  Abgeordnete  v.  Carlowitz  für  seinen  Zufatzantrag,
  kam  aber  nochmals  auf  die  Luxemburger  Angelegenheit  und  die  Beziehung  des  Norddeutschen
  Bundes  zu  Süddeutschland  zurück.  Zur  Erwiderung  seiner  Bemerkungen  sagte  der
Vorsitzende  der  Bundescommissarien:)

Der  Herr  Redner  hat  ungeachtet  meiner  bündigen  Versicherung,  die  ich,  wie  ich
glaube  in  der  letzten  Sitzung  gegeben  habe  über  die  Beziehungen  Preußens  und  des  Norddeutschen
  Bundes  zu  Süddeutschland,  heute  von  Neuem  das  Schreckbild  aufgestellt  eines
Bündnisses  zwischen  den  süddeutschen  Staaten  und  dem  Auslande  gegen  Preußen.  Ich
glaubte  mich  neulich  deutlich  genug  ausgesprochen  zu  haben;  ich  sehe  aber  heut,  daß  ich
selbst  von  einem  so  einsichtigen  und  mit  den  Geschäften  vertrauten  Politiker,  wie  der  Herr
Vorredner  ist,  nicht  verstanden  bin.  Ich  freue  mich  daher,  hinzufügen  zu  können,  daß  diejenigen
  Beziehungen  zwischen  Norddeutschland  und  Süddeutschland,  die  ich  mir  neulich
nur  anzudeuten  erlaubte,  bereits  seit  dem  Friedensschluß  vertragsmäßig  verbürgt  sind.

Ich  hoffe,  dies  wird  den  Herrn  Vorredner  darüber  vollständig  beruhigen.  Der  Herr
Vorredner  hat  eine  eigenthümliche  Neigung  verrathen,  kitzliche  und  schwierige  Fragen  zu
berühren,  diese  und  eine,  die  mir  der  Mühe  in  der  That  noch  weniger  werth  schien,  die
Luxemburgische.  Ich  habe  mich  schon  vorher  über  diese  ausgesprochen,  soweit  wie  es  nöthig
war;  ich  glaube,  der  Herr  Vorredner  ist  mit  sich  selbst  darüber  in  Widerspruch  getreten,
indem  er  es  für  eine  der  schwächsten  Seiten  des  früheren  Bundes  hielt,  daß  solche  Souveraine,
  die  außerhalb  des  Bundes  ein  größeres  Gebiet  besäßen,  Mitglieder  geworden
wären.  Nichtsdestoweniger  schlägt  er  selbst  in  diesem  Augenblick  vor,  den  König  der  Niederlande
  als  Großherzog  von  Luxemburg  wieder  in  den  Bund  aufzunehmen  oder  dem
Großherzog  das  Großherzogthum,  daß  er  mit  vollem  Rechte  besitzt,  abzunehmen,  tertium
non  datur.  Der  Herr  Vorredner  sprach  eine  Art  von  Vorwurf  gegen  mich  aus  —  der
Vorwurf  trifft  mich  persönlich  —  daß  die  Siege  unserer  Truppen  in  Nikolsburg  nicht
hinreichend  ausgenutzt  wären.  Ich  bedaure,  daß  mir  sein  Rath  damals  nicht  zur  Seite
gestanden,  vielleicht  hätten  wir  dann  mehr  erlangt.  Die  Luxemburgische  Frage  aber,  meine
Herren,  kann  der  Herr  Vorredner  auch  heute  noch  auf  eigene  Hand  auf  sich  nehmen,  und
wenn  es  ihm  gelingt,  den  Großherzog  zu  disponiren,  daß  er  sich  dem  Norddeutschen  Bund
anschließt,  dann  wird  er  sich  vielleicht  sagen  können,  eine  europäische  Frage  geschaffen  zu
haben,  ob  etwas  Weiteres,  das  bliebe  abzuwarten.