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richtigen  Richtung  und  in  dem  richtigen  Maße  erfolgt,  haben  wir  der  Kaiserlichen  Regierung
unzählige  Male  gesagt,  sie  ist  aber  der  Meinung,  daß  sie  selbst  am  Besten  beurtheilen  könne,
was  ihren  Interessen  entspreche  oder  nicht,  und  wir  können  dagegen  völkerrechtlich  nichts
einwenden,  sondern  uns  nur  mit  dem  traurigen  Troste  begnügen,  daß  Rußlands  Interessen
unter  dieser  Grenzsperre  mehr  leiden,  als  unsere.

Wenn  der  Herr  Vorredner  in  seinen  bedauerlichen  Uebertreibungen  so  weit  gegangen
ist,  unsere  östlichen  Provinzen  als  ein  absterbendes  Glied  zu  betrachten,  welches  an  der  Pest
des  Pauperismus  zu  leiden  anfange,  so  will  ich  ihm  eine  ihm  vielleicht  selbst  bekannte  Thatsache
  citiren  und  ihn  aufmerksam  machen  auf  den  Preis  der  Grundstücke  diesseits  und  jenseits
  der  für  das  menschliche  Auge  nicht  weiter  kenntlichen  preußisch  =  russischen  Grenzlinie.
Ich  will  die  Zahlen,  die  mir  angegeben  sind,  nicht  verbürgen;  ich  will  nur  anführen  und
werde  gern  berichtigt  werden;  mir  ist  gesagt,  daß  ein  Morgen  guter  Boden  in  Kujawen
diesseits  der  Grenze  mit  durchschnittlich  80  Thlrn.,  jenseits  der  Grenze  mit  20  bis  25  Rubel
  bezahlt  wird,  und  zwar  Grundstücke,  die  neben  einander  grenzen  und  die  an  Beschaffenheit
  und  Klima  ganz  dieselben  Vortheile  und  Ertragsfähigkeit  gewähren.  Das  möge  den
Beweis  liefern,  wo  die  Folgen  der  Grenzsperre  am  fühlbarsten  sind  und  wo  der  Pauperismus
  als  Ergebniß  derselben  zu  Tage  tritt.

Ich  erlaube  mir  auf  einige  der  angeführten  Einzelnheiten  einzugehen,  über  die  ich  mir
aus  dem  Ministerium  Materialien  habe  geben  lassen,  namentlich  über  den  Ukas  vom  Jahre
1845,  den  der  Herr  Vorredner  ohne  Zweifel  —  ich  habe  ihm  nicht  genau  folgen  können  —
richtig  angeführt  haben  wird.  Die  Bemühungen  unserer  Gesandtschaft  und  unseres  General-Konsuls
  und  des  von  uns  für  die  Sache  des  Handelsvertrages  besonders  dahin  kommittirten
  Rathes  sind  leider  bisher  erfolglos  geblieben,  indem  die  Kaiserliche  Regierung  anführte,
  daß  sie  an  einer  seit  Kurzem  eingeführten  und  vom  Kaiser  selbst  genehmigten  gesetzlichen
  Bestimmung  nichts  ändern  könne.  In  anderen  Fällen,  wo  Erschwerungen  im  Reiseverkehr
  zur  diesseitigen  Kenntniß  gelangt  sind,  ist  zum  Theil  Abhülfe  erreicht  worden;  aber
hier  sind  schon  viel  spezielle  Fälle  angeführt;  ich  will  die  Zahl  nicht  vermehren,  und  erwähne
  nur  die  Arbeiter  im  Hüttenwerk  der  Herren  Grafen  von  Renard  und  von  Kramsta
und  diejenigen  im  Kreise  Lipno,  denen  russtscherseits  die  Pässe  abgenommen  waren.  Meine
Herren!  Wir  können  in  diesem  Ukas  sehr  rasch  eine  Abänderung  erzielen,  wenn  wir  uns
dazu  verstehen  wollten,  einen  Kartelvertrag  gegen  den  Schunggel  mit  Rußland  zu  schließen;
aber  ich  glaube,  wenn  die  Kaufmannschaften  für  Eines  der  preußischen  Regierung  dankbar
sind,  neben  den  vielen  unfruchtbaren  Bemühungen,  die  seit  50  Jahren  stattgefunden  haben,
so  ist  es  dafür,  daß  sie  sich  geweigert  hat,  diesen  Kartelvertrag  abzuschließen,  den  man,  wie
ich  glaube,  ziemlich  hoch  anrechnen  würde,  und  wenn  die  Andeutungen  begründet  wären,
welche  der  Herr  Interpellant  über  die  Motive  der  Regierung  angedeutet  hat,  so  wäre  dies
ein  Preis,  für  den  wir  vielleicht  auf  politischem  Gebiete  viel  erreichen  könnten.  Das  wird
aus  einigen  Ziffern  hervorgehen.  Die  Kaiserlich  russischen  Behörden  haben  in  ihren  vorjährigen
  Einnahmen,  ihrer  Meinung  nach,  in  Folge  der  neuen  Organisation,  an  Zöllen
einen  Mehrertrag  von  3½  Millionen  Rubeln  an  der  westlichen  Grenze  erzielt  und  sind
deshalb  durch  einen  besonderen  Kaiserlichen  Erlaß  wegen  ihrer  Thätigkeit  belobt  worden.
Es  ist  erklärlich,  daß  dieses  Resultat  auf  den  ersten  Anschein  in  Rußland  die  günstige  Meinung
  erweckt  hat,  die  neue  Einrichtung  sei,  finanziell  wenigstens,  eine  nützliche.  Ich  glaube
umgekehrt,  daß  sie  nur  eine  neue  Prämie  auf  den  Schunggel  setzt.  Nach  unsern  oberflächlichen
  Abschätzungen,  die  ja  nicht  ganz  genau  sein  können,  würden  die  russischen  Zollrevenüen,
  wenn  kein  Schmuggel  stattfände,  wie  er  durch  den  übermäßig  hohen  Tarif  ermuthigt
wird,  mindestens  das  Zehnfache  des  Plus  vom  vorigen  Jahre  betragen,  also  30  bis  40
Mill.  Rubel,  und  es  wäre  mir  lieb,  wenn  diese  Ziffern  und  diese  Verhältnisse  auf  dem
Wege  der  Oeffentlichkeit  möglichst  zur  Kenntniß  der  russischen  Behörden  kämen,  um  sie  zu
überzeugen,  daß  der  Kampf,  wie  er  bisher  geführt,  ein  unfruchtbarer  und  hoffnungsloser
ist.  Ich  erinnere  daran,  daß  im  Anfange  der  vierziger  Jahre  der  Plan  auftauchte  und  die
Ausführung  befohlen  war,  eine  halbe  Werst  Länge  von  der  Grenze  frei  von  Bäumen,  Gebüschen
  und  Häusern  herzustellen,  um  den  Schmuggel  besser  überwachen  zu  können.  Der
Plan  wurde  damals  aufgegeben  wegen  der  übermäßigen  Expropriationskosten,  die  man