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        <title>Reichs-Gesetzblatt. 1882.</title>
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        Reichs-Gesetzblatt.

1882.

 

Enthält

die  Gesetze,  Verordnungen  etc..  vom  4.  Januar  bis  23.  Dezember  1882,
nebst  einigen  Verträgen  vom  Jahre  1881.

(Von  Nr.  1455  bis  einschl.  Nr.  1482.)

Nr.  1  bis  einschl.  Nr.  20.

 

Nr. 1 bis einschl. Nr. 20.

 

Berlin,
zu  haben  im  Kaiserlichen  Post-Zeitungsamt.
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        Chronologische  Übersicht

der  im  Reichs- Gesetzblatt
vom  Jahre  1882

enthaltenen  Gesetze,  Verordnungen  u.  s.  w.

 

 

 

 

 

 

      
Datum  Ausgegeben  Nr.  Nr.
des     zu  Inhalt.  des des  Ge-  Seiten
Gesetzes  etc. Berlin  Stücks.  setzes  etc.
1881  1882
28.  Mai.  27.  Juni.  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte  für  die  Donau-  13.  1472.  61-65.
mündungen.
3.  Nov. 22.  Juli.  Internationale  Reblaus  -  Konvention.  18.  1479. 125-137.
26.  —  14.  —  Konsularvertrag  zwischen  dem  Deutschen  Reich  16.  1476. 101-121.
und  Griechenland.
1882.
4.  Jan. 10.  Jan. Gesetz,  betreffend  die  Kontrolle  des  Reichshaus-  1.  1455.  1.
halts  und  des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen
  für  das  Etatsjahr  1881/82.
8. —  10.  —  Bekanntmachung,  betreffend  die  Neubefestigung  2.  1456.  3.
von  Kiel.
10.  —  12.  Juli.  Konsularvertrag  zwischen  dem  Deutschen  15.  1475.  69-100.
Reich  und  Brasilien.
19.  —  23.  Jan.  Bekanntmachung,  betreffend  die  Übereinkunft  3  1457.  5.
mit  den  Niederlanden  wegen  gegenseitigen
Schutzes  der  Warenzeichen.
27.  —  31.  —  Bekanntmachung,  betreffend  die  Übereinkunft  4.  1458.  7.

mit  Rumänien wegen gegenseitigen    


Markenschutzes.



 

Reichs-Gesetzbl.    1882.
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        IV  Chronologische  Übersicht  des  Jahrgangs  1882.
Datum  Ausgegeben  Nr.  Nr.
des  zu  Inhalt.  des  des  Ge- Seiten.
Gesetzes  etc.  Berlin.  Stücks.  setzes  etc.
1882.  1882.

31.  Jan.  17. Febr.  Bekanntmachung,  betreffend  einer  Abänderung  5.  1460.  10.
des  Verzeichnisses  der  gewerblichen  Anlagen,
  welcher  einer  besonderen  Genehmigung
  bedürfen.

13.  Febr. 17  -- Gesetz,  betreffend  der  Erhebung  einer  Berufs-  5.  1459.  9-10.
statistik  im  Jahre  1882.

15.  —  23.  —  Gesetz,  betreffend  die  Feststellung  des  Reichs-  6.  1461.  11-37.
haushalts- Etats  für  das  Etatsjahr  1882/83.  (mit  Anl.)

15.  —23.  —  Gesetz,  betreffend  der  Aufnahme  einer  Anleihe  6.  1462.  38.
für  Zwecke  der  Verwaltungen  des  Reichsheeres,
  der  Marine  und  der  Reichseisenbahnen,
  sowie  zur  Erhöhung  der
Betriebsfonds  der  Reichskasse.

16. -- 27.   — Gesetz,  betreffend  der  Ausführung  des  Anschlußes  7.   1463.    39-40.
der  freien  und  Hansestadt  Hamburg  an
das  deutsche  Zollgebiet.

22.  —  27.  —  Allerhöchster  Erlaß,  betreffend  dem  Rang  der  7.  1465.  42.
Ober-  Postdirektoren.

24.  —  27.  —  Verordnung  über  das  gewerbsmäßige  Ver-  7.  1464   .40-41.
kaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum.

30.  März.  8.  April.  Verordnung  wegen  Abänderung  der  Verordnung  8.  1466.  43.
vom  16.  August  1876,  betreffend  der  Kautionen
der  bei  der  Militär-  und  der  Marineverwaltung
  angestellten  Beamten.

14.  April.  14.  —  Verordnung,  betreffend  der  Einberufung  des  9.  1467.  45.
Reichstags.

18.  —  30.  —  Verordnung,  betreffend  der  Form  der  Marsch-  10.  1468.  47-53.
routen  für  Kriegsverhältnisse.  (mit  Anl.)

1.  Mai.  6.  Mai.  Verordnung,  betreffend  der  Verwendung  gifti-  11.  1469.  55-56.
ger  Farben.

9.  —23.  —  Verordnung,  betreffend  der  Änderung  der  12.   1470   57.

Klasseneinteilung einzelner Orte.
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        Chronologiosche Übersicht des Jahrganges 1882.                                          V

Datum       Ausgegeben            Nr.  Nr.  

des     zu       Inhalt           des      des Ge-    Seiten

Gesetzes  ect.  Berlin  Stücks.    setzes ect.  

1882.     1882.

23. Juni   27. Juni    Gesetz, betreffend die Abänderung des Zoll-  13.   1471    59-60.

tarifgesetzes vom 15. Juli 1879.

26. ---       6. Juli.        Gesetz, betreffend die Feststellung eines Nachtrags   14.  1473.  67

        zum Reichshaushalts-Etat für das Staatsjahr 1882/83



  26. ---    6. Juli  Allerhöchster Erlaß, betreffend die Aufnahme einer   14    1474     68

Anleihe auf Grund des Gesetzes vom 15. Februar 1882.



7. Juli         22. Juli     Bekanntmachung, betreffend den Beitritt Bel-  18. 1480   138

  giens  zu der unterm 3. November 1881 ab- 
  geschlossenen internationalen Reblauskonvention 

10. juli        14. Juli  Bekanntmachung, betreffend die Ausgabe  neuer 16.  1477. 122 

gestempelter Wechselblankets.

12. ----     17. ----  Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung  17. 1478. 123.

des Verzeichnisses der gewerblichen An-
  lagen, welche einer besonderen Genehmigung bedürfen.

15. Sep.      30. Sep.  Bekanntmachung, betreffend den Beitritt Luxem-   19.  1482   139

burgs zu unterm 3.November 1881 ab-

  geschlossenen internationalen Reblauskonvention.

  23. Dez.   28. Dez.  Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung      20.  1482    141

des Verzeichnisses der gewerblichen An-


lagen, welche einer besonderen Genehmigung bedüfen.


  Herausgegeben im Reichsamt des Innern.

  Berlin,  gedruckt in der Reichsdruckerei







  

  

 

          
        

          
        
  

          
              
  

        
              
    


        
  

      
        
        
  

        
              
    


      
        
        
  

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.

 

Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

13.













 

 

















 















.
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        Reichs-Gesetzblatt.

Nr 1.

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  der  Kontrolle  des  Reichshaushalts  und  des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen
für  das  Etatsjahr  1881/82.  S.  1.

 

 



(Nr.  1455.)  Gesetz,  betreffend  die   Kontrolle  des  Reichshaushalts  und des    Landeshaushalts  von
Elsaß-Lothringen  für  das  Etatsjahr  1881/82.  Vom  4.  Januar  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  etc.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:

Die  Kontrolle  des  gesamten  Reichshaushalts  sowie  des  Landeshaushalts
von  Elsaß-Lothringen  für  das  Staatsjahr  1881/82  wird  von  der  preußischen  Oberrechnungskammer
  unter  der  Benennung  „Rechnungshof  des  Deutschen  Reichs“
nach  Maßgabe  der  im  Gesetze  vom  11.  Februar  1875  (Reichs-Gesetzbl.  S.  61),
betreffend  die  Kontrolle  des  Reichshaushalts  und  des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen

  für  das  Jahr  1874,  enthaltenen  Vorschriften  geführt.

Ebenso  hat  die  preußische  Ober-Rechnungskammer  in  Bezug  auf  die  Rechnungen
  der  Reichsbank  für  das  Jahr  1881  die  gemäß  §.  29  des  Bankgesetzes
vom  14.  März  1875  (Reichs-Gesetzbl.  S.  177)  dem  Rechnungshof  des  Deutschen
Reichs  obliegenden  Geschäfte  wahrzunehmen.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen   Unterschrift  und  beigedrucktem
kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Berlin,  den  4.  Januar.  1882.
(L.  S.)  Wilhelm.

Fürst  v.  Bismarck.

 



Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  
Ausgegeben  zu  Berlin  den  10.  Januar  1882.
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        Reichs-Gesetzblatt

Nr. 2  

Inhalt:  Bekanntmachung,  betreffend  die  Neubefestigung  von  Kiel.  S.  3.

 

 

 

 

(Nr.  1456.)  Bekanntmachung,  betreffend  der  Neubefestigung  von  Kiel.  Vom  8.  Januar  1882.

Auf  Grund  des  §.  35  des  Gesetzes,  betreffend  die  Beschränkungen  des  Grundeigentums
  in  der  Umgebung  von  Festungen,  vom  21.  Dezember  1871  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  467)  wird  bekannt  gemacht,  daß  die  Neubefestigung  von  Kiel  nach
der  Landseite  hin  in  Aussicht  genommen  ist.

Berlin,  den  8.  Januar  1882.

Der  Reichskanzler.

v.  Bismarck.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

Reichs-Gesetzbl.  1882.  

 

Ausgegeben  zu  Berlin  den  10.  Januar  1882.
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        Reichs-Gesetzblatt.

Nr. 3.

Inhalt:  Bekanntmachung,  betreffend  die  Übereinkunft  mit  den  Niederlanden  wegen  gegenseitigen  Schutzes
der  Warenzeichen.  S.  6.

 

 

 

(Nr.  1457.)  Bekanntmachung,  betreffend  die  Übereinkunft  mit  den  Niederlanden  wegen  gegenseitigen
  Schutzes  der  Warenzeichen.  Vom  19.  Januar  1882.

Zwischen  dem  Deutschen  Reich  und  den  Niederlanden  ist  durch  Auswechslung
von  Erklärungen  der  beiderseitigen  Regierungen  eine  Übereinkunft  dahin  getroffen
  worden,
daß  bezüglich  der  Warenzeichen  die  Angehörigen  des  Deutschen  Reichs
in  den  Niederlanden  sowie  in  deren  Kolonien  und  die  niederländischen
Staatsangehörigen  in  Deutschland  denselben  Schutz  wie  die  eigenen
Angehörigen  genießen  sollen,  daß  ferner  die  Angehörigen  des  einen
Landes,  um  in  dem  anderen  ihren  Warenzeichen  den  Schutz  zu
sichern,  die  in  diesem  Lande  durch  die  Gesetze  oder  Verordnungen  vorgeschriebenen
  Bedingungen  und  Förmlichkeiten  zu  erfüllen  haben.  Die
Übereinkunft  soll  vom  Tage  ihrer  Bekanntmachung  an  in  Anwendung
treten  und  bis  nach  erfolgter  Kündigung  durch  den  einen  oder  den
anderen  der  vertragschließenden  Teile  in  Kraft  bleiben.

Dies  wird  mit  Bezug  auf  §.  20  des  Gesetzes  über  Markenschutz  vom
30.  November  1874  hierdurch  veröffentlicht.

Berlin,  den  19.  Januar  1882.

Der  Reichskanzler.

In  Vertretung:
v.  Boetticher.

 

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  3

Ausgegeben  zu  Berlin  den  23.  Januar  1882.
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        -7-Reichs-Gesetzblatt.

  

                  Nr. 4
  Inhalt: Bekanntmachung, betreffend die Übereinkunft mit Rumänien wegen gegenseitigen

Markenschhutzes. S. 7





(Nr.  1458.)  Bekanntmachung,  betreffend  der  Übereinkunft  mit  Rumänien  wegen  gegenseitigen
Markenschutzes.  Vom  27.  Januar  1882.

Zwischen  dem  Deutschen  Reich  und  Rumänien  ist  durch  Auswechselung  von
Erklärungen  der beiderseitigen  Regierungen eine Übereinkunft dahin getroffen worden,              

daß  in  Bezug  auf  die  Bezeichnung  der  Waren  oder  der  Verpackung
der  letzteren,  sowie  bezüglich  der  Fabrik-  oder  Handelsmarken,  die  Angehörigen
  des  Deutschen  Reichs  in  Rumänien  und  die  rumänischen
Staatsangehörigen  in  Deutschland  denselben  Schutz  wie  die  eigenen
Angehörigen  genießen  sollen,  daß  ferner  die  Angehörigen  des  einen
Landes,  um  in  dem  anderen  ihren  Marken  den  Schutz  zu  sichern,  die
in  diesem  Lande  durch  die  Gesetze  oder  Verordnungen  vorgeschriebenen
Bedingungen  und  Förmlichkeiten  zu  erfüllen  haben.  Die  Übereinkunft
soll  vom  Tage  ihrer  Bekanntmachung  an  in  Anwendung  treten  und
bis  zum  Ablauf  eines  Jahres  nach  erfolgter  Kündigung  durch  den
einen  oder  den  anderen  der  vertragschließenden  Teile  in  Kraft  bleiben.

Berlin,  den  27.  Januar  1882.

Der  Reichskanzler.

In  Vertretung:
v.  Boetticher.

 



Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.     4

Ausgegeben  zu  Berlin  den  31.  Januar  1882.
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        Reichs-Gesetzblatt

  Nr. 5.

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  die  Erhebung  einer  Berufsstatistik  im  Jahre  1882.  S.  9  —  Bekanntmachung,
betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  gewerblichen  Anlagen,  welche  einer  besonderen
Genehmigung  bedürfen.  S.  10.  

 

 

 

 

 

(Nr.  1459.)  Gesetz,  betreffend  die  Erhebung  einer  Berufsstatistik  im  Jahre  1882.  vom
13.  Februar  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  etc.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:
§.  1.

Im  Jahre  1882  findet  die  Erhebung  einer  allgemeinen  Berufsstatistik  für
den  Umfang  des  Reichs  statt.
§  2.

Die  statistischen  Aufnahmen  werden  von  den  Landesregierungen  bewirkt.
Die  Lieferung  der  erforderlichen  Erhebungsformulare  und  die  Verarbeitung  des
Urmaterials  erfolgt,  soweit  dies  nicht  von  den  Landesregierungen  übernommen
wird,  von  Reichswegen.  Die  den  Landesregierungen  durch  die  Lieferung  der
erforderlichen  Erhebungsformulare  und  durch  die  Bearbeitung  des  Urmaterials
erwachsenden  Kosten  werden  vom  Reich  nach  einem  vom  Bundesrat  festzustellenden
  Satze  vergütet.

§.  3.

Die  vorzulegenden  Fragen  dürfen  sich,  abgesehen  von  dem  Personen-  und
Familienstande  und  der  Religion,  nur  auf  die  Berufsverhältnisse  und  sonstige
regelmäßige  Erwerbstätigkeit  beziehen.  Jedes  Eindringen  in  die  Vermögensund
  Einkommensverhältnisse  ist  ausgeschlossen.

§.  4.
Der  Bundesrat  bestimmt  den  Tag  der  statistischen  Aufnahmen  und  erläßt
die  zur  Ausführung  dieses  Gesetzes  erforderlichen  Vorschriften.
Reichs-Gesetzl.  1882.  5

Ausgegeben  zu  Berlin  den  17.  Februar  1882.
        <pb n="16" />
        —  10  —

§.  5.

Wer  die  auf  Grund  dieses  Gesetzes  an  ihn  gerichteten  Fragen  wissentlich
wahrheitswidrig  beantwortet  oder  diejenigen  Angaben  zu  machen  verweigert,
welche  ihm  nach  diesem  Gesetze  und  den  zur  Ausführung  desselben  erlassenen
und  bekannt  gemachten  Vorschriften  (§.  4)  obliegen,  ist  mit  Geldstrafe  bis  zu
dreißig  Mark  zu  bestrafen.

Urkundlich  unter  Unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  13.  Februar  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 

 

(Nr.  1460.)  Bekanntmachung,  betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  gewerblichen  Anlagen,
  welche  einer  besonderen  Genehmigung  bedürfen.  Vom  31.  Januar  1882.

Der  Reichstag  hat  in  seiner  Plenarsitzung  vom  12.  Januar  d.  J.  beschlossen,
dem  unter  dem  26.  Juli  v.  J.  durch  das  Reichs-Gesetzblatt  S.  251  bekannt
gemachten  Beschluß  des  Bundesrats,

betreffend  die  Aufnahme  der  Kalifabriken  und  Anstalten  zum  Imprägnieren
von  Holz  mit  erhitzten  Teerölen  in  das  in  dem  §.  16  der  Gewerbeordnung
vom  21.  Juni  1869  (Bundes-Gesetzbl.  S.  245)  enthaltene  Verzeichniß,

die  verfassungsmäßige  Genehmigung  zu  erteilen.
Berlin,  den  31.  Januar  1882.

Der  Reichskanzler.

In  Vertretung:
v.  Boetticher.

 

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="17" />
        —  11  —

Reichs-Gesetzblatt.

Nr.  6.

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  die  Feststellung  des  Reichshaushalts-Etats  für  das  Etatsjahr  1882/83.  S.  11.  —
Gesetz,  betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  für  Zwecke  der  Verwaltungen  des  Reichsheeres,  der  Marine
und  der  Reichseisenbahnen,  sowie  zur  Erhöhung  der  Betriebsfonds  der  Reichskasse.  S.  38.

 

 

 

 

 

(Nr.  1461.)  Gesetz,  betreffend  die  Feststellung  des  Reichshaushalts-Etats  für  das  Etatsjahr
1882/83.  Vom  15.  Februar  1882.  

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  etc.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:

§.  1.  
Der  diesem  Gesetze  als  Anlage  beigefügte  Reichshaushalts-Etat  für  das
Etatsjahr  1882/83  wird
in  Ausgabe

auf  610  632 707  Mark,  nämlich
auf  531  829  228  Mark  an  fortdauernden,  und
auf  78 803  479  Mark  an  einmaligen  Ausgaben,
und

in  Einnahme
auf  610  632  707  Mark
festgestellt.
§.  2.

Der  diesem  Gesetze  als  weitere  Anlage  beigefügte  Besoldungs-Etat  für  das
Reichsbank-Direktorium  für  die  Zeit  vom  1.  April  1882  bis  31.  März  1883
wird  auf  132  000  Mark  festgestellt.

§.  3.  
Der  Reichskanzler  wird  ermächtigt,  zur  vorübergehenden  Verstärkung  des
ordentlichen  Betriebsfonds  der  Reichs-Hauptkasse  nach  Bedarf,  jedoch  nicht  über
den  Betrag  von  siebzig  Millionen  Mark  hinaus,  Schatzanweisungen  auszugeben.
Reichs-Gesetzbl.  1882.  6

Ausgegeben  zu  Berlin  den  23.  Februar  1882.
        <pb n="18" />
        —  12  —

§.  4.

Die  Bestimmung  des  Zinssatzes  dieser  Schatzanweisungen,  deren  Ausfertigung
  der  preußischen  Hauptverwaltung  der  Staatsschulden  übertragen  wird,
und  der  Dauer  der  Umlaufzeit,  welche  den  30.  September  1883  nicht  überschreiten
  darf,  wird  dem  Reichskanzler  überlassen.  Innerhalb   dieses  Zeitraums
kann,  nach  Anordnung  des  Reichskanzlers,  der  Betrag  der  Schatzanweisungen
wiederholt,  jedoch  nur  zur  Deckung  der  in  Verkehr  gesetzten  Schatzanweisungen
ausgegeben  werden.

§.  5.

Die  zur  Verzinsung  und  Einlösung  der  Schatzanweisungen  erforderlichen
Beträge  müssen  der  Reichsschuldenverwaltung  aus  den  bereit gestellten  Einkünften  des
Reichs  zur  Verfallzeit  zur  Verfügung  gestellt  werden.

§.  6.
Die  Ausgabe  der  Schatzanweisungen  ist  durch  die  Reichskasse  zu  bewirken.
Die  Zinsen  der  Schatzanweisungen,  sofern  letztere  verzinslich  ausgefertigt
sind,  verjähren  binnen  vier  Jahren,  die  verschriebenen  Kapitalbeträge  binnen  dreißig
Jahren  nach  Eintritt  des  in  jeder  Schatzanweisung  auszudrückenden  Fälligkeitstermins.

§.  7.

  Die  Deckungsmittel  für  den  unter  den  einmaligen  Ausgaben  nachgewiesenen
Betrag:
zur  Erweiterung  der  Militär-Erziehungs-  und  Bildungsanstalten
  101  600  Mark,
sind  vorschußweise  aus  dem  Reichsfestungsbaufond  zu  entnehmen.
Die  Rückerstattung  dieses  Vorschusses  erfolgt:
aus  den  Verkaufserlösen  der  Grundstücke  des  alten  Berliner  Kadettenhauses
  und  der  Kriegsakademie  (Gesetz  vom  12.  Juni  1873,  Reichs-Gesetzbl.
  S.  127).

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  15.  Februar  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.
        <pb n="19" />
        Reichshaushalts-Etat

für  das  Etatsjahr

1882/83
        <pb n="20" />
        <pb n="21" />
        -15- 











Betrag   Darunter      
      für das   
      Ausgabe Etatsjahr  künftig
  1882/83  wegfallend
    
Mark.  Mark.
Fortdauernde  Ausgaben.
1.  I.  Bundesrat.
Die  erforderlichen  Ausgaben  werden  für  jetzt  aus  den
unter  Kapitel  7  ausgesetzten  Fonds  mitbestritten.
2.  1/13.  II.  Reichstatg .........................................       407  670  —
3.  1/10.  III.  Reichskanzler  und  Reichskanzlei      125  770  —
      
4.  1/11.  Auswärtiges  Amt....................................  1  133  610      1  800  
5.  1/91.  Gesandtschaften  und  Konsulate  ...    5  106  000      1  050
6.  1/7.   Allgemeine  Fonds................................            437  165      1  310
Summe  IV.                                                                    6   676  775      4  160  
V.  Reichsamt  des  Innern.
7.  1/11.  Reichsamt  des  Innern                                  625  660       2  950
7a. 1/!3. Allgemeine  Fonds                                            589  019       9  000
7b.  1/5.  Reichskommissariate  .  ...                             57  600         —
7c.  1/2.  Bundesamt  für  das  Heimatwesen           29  700         —
8.  Entscheidende  Disziplinarbehörden                          9  000          
9.  1/3.  Behörden  für  die  Untersuchung  von  Seeunfällen  39  000
10  .1/8.  Statistisches  Amt                                            548  110  –
11.  1/7.  Normal-Eichungskomisssion  ...                    82   303  –
12.  1/7   Gesundheitsamt.........                                     124    950  —
13.  1/8    Patentamt                                                         670    080  —
Summe  V.                                                                    2   775     422    11  950
        <pb n="22" />
        16

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ueberhaupt  Dar-Preußen
  Sachsen.  Würt-  für  das  unter
    Ausgabe. ect.    temberg.  Etatsjahr  künftig
                                                     1882/83    wegfallend    
Mark.  Mark.  Mark.  Mark.  Mark.
VI.  Verwaltung  des  Reichsheeres.

14.  1/11.  Kriegsministerium  ...  1  718  200  95  190  92 010  1  905  400  7 500
15. 1/4. Militär-Kassenwesen  227  488  23 265  13  350  264  108  —
16.  1/9.  Militär-Intendanturen  1  437  313 107 790  117  418  1  662  52—
17.  1/6. Militär-Geistlichkeit  597  510  32  920  10  620  641 050     —
18. 1/6. Militär-Justizverwaltung  560  297  54  910  66  400  681  607  150
19.  Höhere  Truppenbefehlshaber  2  224 644   156 684   139 770   2 521 098   --  
20.  1/3. Gouverneure,  Kommandanten
und  Platzmajore  610  425  18  312  15  600  644  337  18  033
21. 1/3. Adjutantur-Offiziere  und  Offiziere
  in  besonderen  Stellungen  851  412  57  900  52  800  962  112  —
22. 1/25. Generalstab  und  Landesvermes-  ·
sungswesen.........  1  456  691  95  880  57  550  1  610  121   21  600
23.  1/4.  Ingenieurkorps  1  478  988  66  132  39  504      1 584  624  —
24.  1/21. Geldverpflegung  der  Truppen...85 830 436  7 158 790  5 008 897  97 998 123   112 033                  
25.  1/6.  Naturalverpflegung.                 70 964 835  5 883 173  4 133 069  80 981 077  3 506              
26. 1/10. Bekleidung  und  Ausrüstung  der
Truppen  19  571  310  1 712  690    1 139  969  22  423  969  —
27.  1/17.  Garnisonsverwaltungs-  und  Serviswesen
  29  620  024    2 556 234   1 490 732   33 666 990   5 714     
28.  1/7. Garnisonsbauwesen  355  010  5  250  24  026  384  286    3 815
29.1 /17. Militär-Medizinalwesen  5 350 546   409 654   293 863   6 054 063   3 670          
30. 1/4.  Verwaltung  der  Traindepots
und  Instandhaltung  der  Feldgeräthe.......................
  422 040    31 480    27 803    481  323       —                
Seite..  223  277  169   18  466  254   12  723  381   254  466  804   176  021
        <pb n="23" />
        -17- 



            

                                  







Überhaupt  Dar-Preuß en  Sachsen  Würt -  für das
          unter    
Ausgabe   ect.               temberg             Etatsjahr  künftig                 
  1882/83                                                                                      wegfallend
Mark    Mark    Mark       Mark      Mark
Übertrag..     223 277 169  18 466 254      12 723 381  254 466 804      176 021
31.  1/2.  Verpflegung der Ersatz- und Re-        
servemannschaften ect.    2 677  726  164 997   97 451         2 940 174    —          
32.  1/5.  Ankauf  der  Remontepferde...  4 778 501      522 960  365 420  5 666 881   —
33.   1/7.  Verwaltung  der  Remontedepots    1 516 207   —  —  1 516 207    450        
34.  1/2.  Reisekosten  und  Tagegelder,  Vorspann-
  und  Transportkosten    4 688 177    263 682  282 685 5 234 544   10 000
35. 1/59.  Militär-Erziehungs-  und  Bildungswesen
  4  430 990    303  916  61  499  4 796  405  6 934
36. 1/7.  Militär-Gefängnißwesen....  761    490  88 615  46 723  896  828  825
37. 1/23.  Artillerie-und Waffenwesen      10 928 927  796 055  12 237 730  7 824                
38. 1/4.  Technische  Institute  der Artillerie    525 748        38 730          —  564 478   —  
39. 1/12.  Bau  und  Unterhaltung  der
Festungen...  2  669  430  31  865  14  350   2 715 645  —  
40.  Wohnungsgeldzuschüsse   6357 261  529 818        398 748  7 285 827   
41. 1/2.  Unterstützungen  für  aktive  Militärs
  und  Beamte,  für  welche
keine  besonderen  Unterstützungsfonds
  bestehen  73  375  3  390  4 550  81   315  —
42.  Zuschuß  zur  Militär-Witwenkasse................................
  627 648   150 00  83 000  861 248   —      
43.  1/3.  Verschiedene  Ausgaben.....      90 225  4 572    5 900    100 697     —
Summe  Kapitel 14  bis 43  263 402 874    21 365 454   14 596 455   299 364 783  204 814                        
Dazu:
44.  Militärverwaltung  von  Bayern.  —  —  —  43  128    542    —
Summe  VI.  .  .—  —  —  342   493 325   204 814
        <pb n="24" />
        -18- 



Betrag    Darunter

für das   künftig

Ausgabe Etatsjahr

1882/83   wegfallend

 

 

 

 

      
      
      
      
Mark.  Mark.
VII.  Marineverwaltung.
45.  1/8.  Admiralität ........................   477  810              —
46.  1/6. Hydrographisches  Amt.....  142  230              —
47. 1/7.   Deutsche  Seewarte  ............. 216  295            —
48.  1/6. Stations-Intendanturen  ..........176  310           —
49. 1/4.  Rechtspflege .............................  23  52 0          —
50. 1/4.   Seelsorge                                       39  582              600
51.  1/29.  Militärpersonal............    5  580  570         9  600
52.  1/4.  Innendiensthaltung  der  Schiffe  und  Fahrzeuge  3  042  000  —
53.  1/4.  Naturalverpflegung               2 123 072        —
54. 1/3.  Bekleidung..................  ...            108  087  —
55. 1/8.  Servis-  und  Garnisonsverwaltungswesen  700  215     8  280
56.  Wohnungsgeldzuschuß                                            509  000    8  814
57.  1/11.  Krankenpflege  ...                                          505  346          250
58. 1/3.  Reise-,  Marsch-  und  Frachtkosten.             326  000             —
59. 1/8.  Unterricht  .  .  .  .  .  .  .  ..                            118  473          600
60. 1/21. Werftbetrieb  ...                                             11  006  558    8  640
61.  1/9.  Artillerie  ...                                                    1  926  860            —
62. 1/3.  Torpedowesen                                                        323   703          —
63.  1/6.  Lootsen-,  Betonnungs  und  Leuchtfeuerwesen  142  725  —
64. 1/5.  Verschiedene  Ausgaben  ...                                   77  500     2 500
Summe  VII.  ................................................................27  565  856    39 284
VIII.  Reichs-Justizverwaltung.
65. 1/12.  Reichs-Justizamt:  ...                                            471  900       —
66.  1/13.  Reichsgericht  .............................................1  235  767  —
Summe  VIII............                                                            1  707   667  —
        <pb n="25" />
        -19- 



 

 

 

 

 

 

 

 

Betrag  Darunter
  für  das  künftig
  Ausgabe.  Etatsjahr 
  1882/83.  wegfallend.
Mark.  Mark.
IX.  Reichsschatzamt.
67.  1/11.  Reichsschatzamt.  496  430  —
68.  1/9.  Allgemeine  Fonds  .    85  412  286  —
69.  1/11.  Reichskommissariate  .  .  .    408  850  600
Summe  IX  .  .  86 317  566       600
70.  1/12.  X.  Reichs-Eisenbahn- Amt  ...  303  150  —
XI.  Reichsschuld.
71.  1/3.  Verwaltung..  .  .  .  .  .    52  500  —
72.  1/2.  Verzinsung....  . . . .    13  650  000  —
Summe  XI.        .                           13  702  500  —
73.  1/11.  XII.  Rechnungshof  ...  528  673  —
XIII.   Allgemeiner  Pensionsfonds
74.  1/6.  Verwaltung  des  Reichsheeres:
a)  Preußen ect. . . . . . . . . . . .         16 593 500        69 040
b)  Sachsen . . . . . . . . . . . . . . .              930  349  —
c)  Württemberg               .... . . . . . . .  742  980  —
=  18  266  829     69  040
75.  1/6.  Marineverwaltung    . . . . . . . .              449  733  —
76.  1/4.  Zivilverwaltung  . . . . . . . . . . . . .            378 725   -    
Summe  XIII..          19 095 287      69 040
  

Reichs-Gesetzbl. 1882                       7
        <pb n="26" />
        Betrag Darunter
  für  das  künftig
Kapitel.  Titel.  Ausgabe.  Etatsjahr  
1882/83.  wegfallend.
      
Mark.  Mark.
XIV.  Reichs-Invalidenfonds.
77.  1/9.  Verwaltung  des  Reichs-Invalidenfondds  66  260  —
78.  Zuschuß  zu  den  Kosten  der  Verwaltung  des  Reichsheeres:

1.  an  Preußen ...  34  830  —
2.  〃Sachsen  ...  4440  —
3.  〃Württemberg  4  440  —
4.  〃  Bayern ...  12  580  —
=  56  290  —
79.  Invalidenpensionen  ec.  in  Folge  des  Krieges  von
1870/71.
1/4.  A.  Verwaltung  des  Reichsheeres:
a)  Preußen ec.  ...  18  124  000  —
b)  Sachen ...  1  192  900  —
c)  Württemberg  ...          651390  —
d)  Bayern  ...        4  193  49  —
24161719  —
5/8. B.  Verwaltung  der  Kaiserlichen  Marine ...  20  351  —
= 24  182  070  —
80.  Invalidenpensionen  ec.  in  Folge  der  Kriege  vor  1870.
1/4.  A.  Verwaltung  des  Reichsheeres:  —
a)  Preußen  ec. ...    3139  000  —
b)  Sachsen ...  158  700  —
c)  Württemberg  ...  34  824  —
d)  an  Bayern ...  443  901  —
3  776  425  —
5/6. B.  Verwaltung  der  Kaiserlichen  Marine ...  1284  —
7.  C.  Sonstige  Pensionen ...  436  000  —









= 4213709 —
        <pb n="27" />
        -21- 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

    Betrag  Darunter
für     das  künftig 
  Ausgabe.  Etatsjahr  
        1882/ 83   wegfallend
    
  Mark.  Mark.
81.  Ehrenzulage  an  die  Inhaber  des  Eisernen  Kreuzes
von  1870/71  (Gesetz  vom  2.  Juni  1878):
a)  Preußen ect. . . . . . . . . . . . . . . .                    38 952       —
b)  Sachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                       1 944       —
e)  Württemberg . . . . . . . . . . . . . .                            216     —
d)  Bayern  . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                            504  —
=  41 616                                                                                   —
82.  Pensionen  für  ehemalige  französische  Militärpersonen.
1.  Pensionen  für  ehemalige  französische  Militärpersonen
und  deren  Angehörige . . . . . . . .   580  000  —
2.  An  Bayern. . . . . . . . . . . . . . . . . .  77  257    —
=  657  257  —
83.  Die  aus  dem  Dispositionsfonds  des  Kaisers  zu  Gnadenbewilligungen
  aller  Art  bisher  bewilligten  und
fernerhin  zu  bewilligenden  Unterstützungen  und  Erziehungsbeihilfen
  für  Witwen  und  Kinder  der  in
Folge  des  Krieges  von  1870/71  für  invalide  erklärten
  und  demnächst  verstorbenen  Militärpersonen
der  Ober=  und  Unterklassen  bis  zur  Höhe  von
350  000  ℳ.  jährlich . . . . . . . . . . .   350  000  —
84.  1/13.  Invaliden=Institute:
a)  Preußen  ec. . . . . . . . . . . . . . . . .  481  329  44  200
b)  Sachsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   —  —
c)  Württemberg  . . . . . . . . . . . . . . . . .             14  933  —
d)  an  Bayern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .              66  103  —
=  562  365     44  200
Summe  XIW..  30 129  567      44  200

 

 

 

 

7*
        <pb n="28" />
        -22- 



 

 

 

 

Betrag Darunter
für  das  
Ausgabe.  Etatsjahr  künftig
1882/83.  wegfallend.
Mark.  Mark.
Wiederholung  der  fortdauernden  Ausgaben.
Summe   I.  Bundesrat ..........................                                           —                  —
       〃      II.  Reichstag ...................                                             407  670             —
       〃     III.  Reichskanzler  und  Reichskanzlei.  .........        125  770            —
       〃     IV.  Auswärtiges  Amt  ..........                          6  676  775      4  160
       〃      V.  Reichsamt  des  Innern  .........                 2  775  422    11  950
       〃     VI.  Verwaltung  des  Reichsheeress ...  342  493  325         204  814
       〃    VII.  Marineverwaltung .......................  27  565  856       39  284
       〃   VIII.  Reichs-Justizverwaltung ........          1  707  667  —
       〃    IX.    Reichsschatzamt  .......                   86  317  566      600
       〃     X.   Reichs-Eisenbahn - Amt  ..........            303  150  —
       〃    XI.   Reichsschuld ..........  13  702  500  —
       〃    XII.  Rechnungshof ..........    528  673      —
       〃   XIII.  Allgemeiner  Pensionsfonds  ......         19  095  287    69  040
       〃   XIV.  Reichs-Invalidenfonds ..........................  30  129  567    44  200
Summe  der  fortdauernden  Ausgaben ...  531  829  228     374048
        <pb n="29" />
        -23- 



 

 

Betrag
  für  das
  Ausgabe.  Etatsjahr
  1882/83.
Mark.
Einmalige  Ausgaben.
1              I.   Reichstag  .  .  .    —
2.  1/2.  II.  Auswärtiges  Amt    ...  78  800
3.   1/9.  III.  Reichsamt  des  Innern  9 240  072

4.  1/23.  IV.  Post-  und  Telegraphenverwaltung     3  053  000
4a.  1.  V.  Reichsdruckerei  .  .  .  .  .  .  15  000
VI.  Verwaltung  des  Reichsheeres.
5.  Ordentlicher  Etat.
     1/39.  a)  Preußen ec.  . . . . . . . . . . . .  4  381  028
40/46.     b)  Sachen      . . . . . . . . . . . . . . . . .   972  361
47/52.     c)  Württembeg . . . . . . . . . . . . .  796  795
=  6  150  184
6.  Außerordentlicher  Etat.
1. Zur  Wiederherstellung,  Vervollständigung  und  Ausrüstung  der
Festungen  und  Garnisonen  in  Elsaß=Lothringen,  auf  Grund
der  Gesetze  vom  8.  Juli  1872  (Reichs=Gesetzbl.  S.  289)  und
vom  9.  Februar  1875  (Reichs-Gesetzbl.  S.  59)             4 265
Seite                                                                                               4265
        <pb n="30" />
        -24- 



 

 

 

Betrag
  für  das
  Ausgabe.  Etatsjahr
  1882/83.

Mark.

(6.)  Übertrag ..            4  265
2/5.  Zu  sonstigen  Garnisons-Einrichtungen  in  Elsaß-Lothringen               527  000
6/10.  Zur  Umgestaltung  und  Ausrüstung  von  deutschen  Festungen,

auf  Grund  des  Gesetzes  vom  30.  Mai  1873  Artikel  I  und  II
(Reichs-Gesetzbl.  S.  123  .......................  8  976  000

11. Für  Bauten,  zu  denen  die  Verkaufserlöse  für  disponible  Grundstücke

  zur  Verwendung  kommen  (Artikel  IV.  Absatz  1  des  Gesetzes
vom  30.  Mai  1873  ............        4  000  000

12/13. Zur  Erweiterung  der  Umwallung  von  Straßburg  auf  Grund
des  Gesetzes  vom  14.  Februar  1875  (Reichs-Gesetzbl.  S.  62)  5  892
14.  Zur  Erweiterung  der  Militär-Erziehungs-  und  Bildungsanstalten,  

auf  Grund  des  Gesetzes  vom  12.  Juni  1873  (Reichs-Gesetzbl.
S.  127)  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .    101  600

14a.  Zu  Erstattungen  an  Württemberg,  auf  Grund  des  Gesetzes
vom  25.  Mai  1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  113)  385

Zu  Kasernenbauten:

15/47.  a)  Preußen ec.  .............................................  5  837  605
48/50.  b)  Sachsen  ....................................................................                      1  370  000
51/53.  c)  Württemberg  .................................      685  000

54.  Zu  Erstattungen  auf  aus  Landesmitteln  aufgewendete  Kasernenbau-
  ec.   Kosten .......................................  376  000
=  21 883  747
Summe  VI ........  28  033  931
7.  1/26.    VII.  Marineverwaltug ..............................  8  728  800
8.  VIII.  Reichs-Justizverwaltaunng ..........................  200  000
 9.  1/5.  IX.  Reichsschatzamt .......................      3  595  825
9a.  X.  Reichsschuld .......................................  227  300
        <pb n="31" />
        -25- 



 

 

 

Betrag

für das
  Ausgabe. Etatsjahr  
                     1882/83  
                      Mark
XI.  Eisenbahnverwaltung.
10.  Ordentlicher  Etat  .  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .          —
11.  Außerordentlicher  Etat.
1/2.  Auf  Grund  des  Gesetzes  vom  18.  Juni  1873  (Reichs-Gesetzbl.
S.143)    ........................................................  2  400  000
3.  Auf  Grund  des  Gesetzes  vom  9.  Juli  1879  (Reichs-Gesetzbl.
S.  195)    ....................................................  1  000  000
4.  Zur  Herstellung  eines  Verwaltungsgebäudes  für  die  Generaldirektion
  der  Eisenbahnen  in  Straßburg  und  eines  Dienstgebäudes
  für  die  Betriebs-  und  Güter-Inspektion  daselbst .......  1  000  000
=  4  400  000
Summe  XII..  4  400  000
XII.  Ausgaben  in  Folge  des  Krieges  gegen  Frankreich.
A.  Ausgaben  für  Rechnung  des  vormaligen  Norddeutschen  Bundes.
12.  Kriegsausgaben  bei  der  Landarmee,  auf  Grund  der  Gesetze  vom
2.  Juli  1873  Artikel  2  (Reichs-Gesetzbl.  S.  185)  und  vom
17.  Februar  1876  §.  3  (Reichs-Gesetzbl.  S.  21),  und  zwar:
zu  den  Kosten  für  die  Abwickelung  des  Liquidations=  und
Rechnungswesens  aus  der  Kriegszeit,  sowie  zur  Deckung
verspätet  zur  Verrechnung  kommender  Ausgaben  aus  der
Kriegszeit,  welche  sich  der  Veranschlagung  entziehen .............
(Bedarf  vom  1.  April  1881  ab  393  330, 22  ℳ.)
Summe  A.  Ausgaben  für  Rechnung  des  vormaligen
Norddeutschen  Bundes  für  sich.
B.  Ausgaben  für  Rechnung  der  ganzen  Kriegsgemeinschaft.
13.  zum  Ersatz  von  Kriegsschäden  (sowie  der  Kriegsleistungen  in
Elsaß-Lothringen),  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  14.  Juni
1871  (Reichs-Gesetzbl.  S.  247  ..................      18  283

 

 

(Bedarf  vom  1.  April  1881  ab  30  283,23  ℳ.)

Summe  B.  Ausgaben  für  Rechnung  der  ganzen
Kriegsgemeinschaft  für  sich.
        <pb n="32" />
        -26- 



 

 

Kapitel.

Titel.

Betrag

für das
Ausgabe.            Etatsjahr  

1882/83.

Mark.

 



 

 

C.  Ausgaben  für  Rechnung  des  vormaligen  Norddeutschen  Bundes,
Badens  und  Südhessens.

14.   Für  das  Retablissement  der  Landarmee,  auf  Grund  der  Gesetze
vom  2.  Juli  1873  Artikel  2  §.  5  (Reichs-Gesetzbl.  S.  185)
und  vom  16.  Februar  1876  §.  2  (Reichs-Gesetzbl.  S.  20).

 1.  Zu  den  Kosten  für  die  in  Folge  der  Einführung  neuer  weittragender
  Handfeuerwaffen  und  Geschütze  gebotene  Erwerbung
und  Erweiterung  von  Infanterie-  und  Artillerie-Schießplätzen            __

(Bedarf  vom  1.  April  1881  ab                                       100  515, 47  ℳ.

2.  Zum  Retablissement  und  zum  Ersatz  der  Handfeuerwaffen,  des
Artilleriematerials  und  der  Muniton.......................                                    __
(Bedarf  vom  1.  April  1881  ab                                      3  180  318, 02  ℳ

Summe  C.  Ausgaben  für  Rechnung  des  vormaligen
Norddeutschen  Bundes,  Badens  und

Südhessens  für  sich.
Summe  XII ..                                                                                   18 283

Anmerkung  zu  Abschnitt  XII.  Die  von  den  nach
den  Feststellungen  dieses  Etats  für  das  Etatsjahr  1881/82  vorgesehenen
  Bedarfssummen  bis  zum  Ablauf  desselben  etwa  nicht
zur  Verwendung  kommenden  Beträge  treten  dem  Etatssoll  für
1882/83  hinzu.

Soweit  die  vorstehend  festgestellten  Ausgabebeträge  nicht
bis  zum  Ablauf  des  Etatsjahres  1882/83  zur  Verausgabung
gelangen,  sind  dieselben  in  Abgang  zu  stellen.

Für  die  in  Abgang  gestellten  Beträge  sind  die  aus  der
Kriegskosten-Entschädigung  reservierten  Deckungsmittel  als  Einnahmen
  in  den  nächsten  Etat  aufzunehmen  und  den  Staaten,
aus  deren  Anteil  die  Deckungsmittel  entnommen  sind,  auf  ihre
sonstigen  Beiträge  für  Reichszwecke  zu  Gute  zu  rechnen.
        <pb n="33" />
        -27- 



 

 

 

Betrag  Darunter
für  das  
  Ausgabe.  Etatsjahr  künftig
    1882/83.  wegfallend.

Mark.  Mark.
15.  XIII.  Fehlbetrag  des  Haushalts  des  Etatsjahres
1880/81,  vorbehaltlich  der  Berichtigung  in  Folge
der  Revision  der  Rechnungen  12  062  468  —
16.  XIV.  Betriebsfonds.
1.  Zur  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der  Reichs-Postund
  Telegraphenverwaltung  .  .....  .  .  .  ..            8  750  000  —
2.  Betriebsfonds  der  Reichsdruckerei.  .  .  ...  .  ...  400  000  —
Summe  XIV. ......                                                               9  150  000  —
Wiederholung  der  einmaligen  Ausgaben.
Summe  I.  Reichstag   .................................................                —  —
〃  II.  Auswärtiges  Amt .............................  78  800  —
〃  III.  Reichsamt  des  Innern ................................        9240  072  —
〃  IV.  Post=  und  Telegraphenverwaltung ................  3053  000  —
〃   V.  Reichsdruckerei .....................................................  15  000  — 
〃  VI.  Verwaltung  des  Reichsheeres       .......            28033  931  —
〃   VII.   Marineverwaltug ..............................................  8  728  800  —
〃  VIII.  Reichs-Justizverwaltung ....................................  200  000  —
〃    IX.  Reichsschatzamt  ..............................        3  595  825  —
〃     X.  Reichsschuld ...................................  227  300  —
〃  XI.  Eisenbahnverwaltung ................................  4  400  000
〃  XII.  Ausgaben  in  Folge  des  Krieges  gegen
Frankreich  .....................................  18  283  —
〃  XIII.  Fehlbetrag  des  Haushalts  des  Etatsjahres
  1880/81 ...........................................  12  062  468  —
〃  XIV.  Betriebsfonds ..................................  9  150  000  —
Summe  der  einmaligen  Ausgaben ............  78 803  479  —
Summe  der  fortdauernden  Ausgaben ........  531 829 228   374 048
Summe  der  Ausgabe ..  610  632707  374  048
Reichs-  Gesetzbl.  1882.  8
        <pb n="34" />
        Betrag
  für  das
  Einnahme.  Etatsjahr
  1882/83.
Mark.
1  I.  Zölle  und  Verbrauchssteuern.
Aus  dem  Zollgebiet.
a)  Einnahmen,  an  welchen  sämtliche  Bundesstaaten
teilnehmen  
 1.  Zölle .......................................................................                 186  466  150
2.  Tabacksteuer .........................................................  11   029    240
3.  Rübenzuckersteuer ...............................................  47   421   460
4.  Salzsteuer ..............................................................      36  709   570
b)  Einnahmen,  an  welchen  Bayern,  Württemberg  und
Baden  keinen  Anteil  haben.
5.  Branntweinsteuer  und  Übergangsabgabe  von   Branntwein . . 35 517  630
c)  Einnahmen,  an  welchen  Bayern,  Württemberg,
Baden  und  Elsaß-Lothringen  keinen  Anteil  haben.
6.  Brausteuer  und  Übergangsabgabe  von  Bier  ....................  15  111  170
Von  den  außerhalb  der  Zollgrenze  liegenden  Bundesgebieten.
Aversa  für  Zölle  und  Verbrauchssteuern,
7.  an  welchen  sämtliche  Bundesstaaten  teilnehmen  ..........  5  578  610
8.  an  welchen  Bayern,  Württemberg  und  Baden  keinen  Anteil 
haben  (Branntweinsteuer)  .  .  .  .  .  .  .  .  .  874 610
9.  an  welchen  Bayern,  Württemberg,  Baden  und  Elsaß-Lothringen
keinen  Anteil  haben  (Brausteuer)  .  .  .  .  .  .  .  389  840
Summe  I ........  339  098  280
        <pb n="35" />
        -29- 



 

 

 

Betrag

für das

Einnahme.  Etatsjahr

1882/83





      
    
Mark.
1a.    Ia. Rübenzuckersteuer  aus  1881/82  
Aus  der  Einnahme  des  Etatsjahres  1881/82  an  Rübenzuckersteuer
  zur  Deckung  des  Fehlbetrags  des  Etatsjahres  1880/81.
2.  II.  Reichsstempelabgaben.
1.Spielkartenstempel,
abzüglich  der  den  Bundesstaaten  nach  §.  23  des  Gesetzes  vom
3.  Juli  1878  an  Erhebungs=  und  Verwaltungskosten  zu  vergütenden
  fünf  Prozent                                                             1  037  120
Davon  ab:
Kosten  der  Kontrolle  und  sonstige  dem  Reich  unmittelbar  erwachsende
  Verwaltungskosten                                                                        820
bleiben  (Titel  1)                                                                          1  036  300
2. Wechselstempelsteuer                                                             6  312  000
Davon  ab:
a)  gemäß  §  27  des  Gesetzes  über  die  Wechselstempelsteuer
vom  10.  Juni  1869  zwei  Prozent  oder  126  240  ℳ.
b)  die  dem  Reich  erwachsenden  Erhebungsund
  Verwaltungskosten                                                                   175  960
zusammen                                                                                           302  200
bleiben  (Titel  2)                                                                          6  009  800
3.  Stempelabgabe  für  Wertpapiere,  Schlußnoten,  Rechnungen
  und  Lotterielose.
A.  für  Aktien,  Renten-  und  Schuldverschreibungen,
abzüglich  der  den  Bundesstaaten  nach  §.  31  des
Gesetzes  vom  1.  Juli  1881  zu  vergütenden  zwei
Prozent  Erhebungs-  und  Verwaltungskosten.                      2  156  000
B.  für  Schlußnoten  und  Rechnungen,
abzüglich  zwei  Prozent  für  die  Bundesstaaten                 3  822  000
Seite ...                                                                                               5  978  000

 

 

8*
        <pb n="36" />
        -30- 



 

 

 

 

 

Betrag
  für  das
    Einnahme.  Etatsjahr
1882/83.
  
Mark.
(2.)   (3.)         Übertrag                       5 978  000
C.  für  Lotterielose:  
a) von Staatslotterien ...............          5 500 000
b)  von  Privatlotterien, 
abzüglich  zwei  Prozent  für  die  Bundesstaaten       588  000
zusammen  (Titel  3) ...................................................12  066  000
Statistische  Gebühr.
Brutto-Einnahme  .................................................        500  000  ℳ
Davon  ab:  Zurückzahlungen ..................................  6  000 〃
bleiben ..........................................................................  494  000
Davon  ab:
a)  die  Kosten  der  Anfertigung  der  Stempel
und  Stempelmarken,  sowie  sonstige  dem
Reich  unmittelbar  erwachsende  Verwaltungskosten,
  auf  welche  der  Erlös  für
verkaufte  Formulare  in  Rückeinnahme
kommt  .................................................................  20  000  ℳ
b)  die  Entschädigungen  der  Postverwaltungen
des  Reichs,  Bayerns  und  Württembergs
für  den  Verkauf  der  Stempelmaterialien
(2½  Prozent  der  Brutto-Einnahme) ..................  12  500 〃
c)  gemäß  §.  14  des  Gesetzes,  betreffend  die
Statistik  des  Warenverkehrs  des  deutschen
Zollgebietes  mit  dem  Auslande,  vom
20.  Juli  1879  die  den  Bundesstaaten  zu
vergütenden  Verwaltungskosten ..........................  15  000 〃
zusammen .................................................................  47  500
bleiben .......................................................................  446  500
Hierzu  treten:  Herauszahlungen  von  Luxemburg,  abzüglich
der  Herauszahlungen  an  Österreich  (für  Jungholz)  17  500
zusammen  (Titel  4) .................................................  464  000
Summe II .......  19 576  100
        <pb n="37" />
        -31- 



 

 

 

 

 

 

 

 

Betrag   Darunter
    für  das  künftig
  Einnahme.  Etatsjahr  
      1882/83   wegfallend.
    
Mark.  Mark.
3.  III.  Post-  und  Telegraphenverwaltung.
1/10.  Einnahme .........................................        145  128  000  —
1/63.  Fortdauernde  Ausgabe  ...............        123  864  000   506  877
Mithin  ist  Ueberschuß  (Summe  IIIl) ...  21   264  000          —
3a.  IV.  Reichsdrucherei.
1/3.  Einnahme  .................................              3 255  120  —
1/12.  Fortdauernde  Ausgabe ..................  2  203  880     15 720
Mithin  ist  Überschuß  (Summe  IV) ......   1   051 240  —
4.  V.  Eisenbahnverwaltung.
Einnahme:
1.  A.  Zentralverwaltung ............................  1  700  —
1/7.  B.  Betriebsverwaltung  .....................      40  082  000  —
Summe  der  Einnahmen  .  .  40 083 700  —
Fortdauernde  Ausgabe:
1/11.  A.  Zentralverwaltung  ...................  84  300  1  200
1/13.  B.  Betriebsverwaltung ....................  27  313  000  129  563
Summe  der  Ausgaben ......   27  397  300  130  763
Die  Einnahmen  betragen ........  40    083  700  —
Mithin  ist  Ueberschuß  (Summe V)  ............. 12 686  400  —
5.  VI.  Bankwesen.
1.  Anteil  des  Reichs  an  dem  Reingewinn  der  Reichsbank
  (§.  24  des  Bankgesetzes  vom  14.  März  1875,
Reichs-Gesetzbl.  S.  177)  .  .  .  .  .  .  .  .  1  500  000  —
2. Steuer  von  den  durch  entsprechenden  Barvorrat
nicht  gedeckten  Banknoten  nach  §.  9  des  Bankgesetzes ..................................
    6  425  —
Summe  VI ......  1 506 425  —
        <pb n="38" />
        -32- 



 

 

 

 

Betrag
  für  das
Einnahme.  Etatsjahr
    1882/83.
Mark.
VII.  Verschiedene  Verwaltungs-Einnahmen.
6. 1/2.Reichstag ...........................................................................................   2  419
6a.      Reichskanzler  und  Reichskanzlei: ..............................................  1  189
7.  1/5.  Auswärtiges  Amt .......................................................................  524  650
8.  1/9.  Reichsamt  des  Innern ........................................................  1  125  391
9.  1/4.  Einnahmen  der  Militärverwaltung  für  Rechnung  der  Bundesstaaten
  mit  Ausschluß  von  Bayern:  
Preußen ec. ........................  2  845  389
Sachsen ...............................  195  184
Württemberg ......................  136  438
9a.1/4.  Einnahmen  der  Militärverwaltung  für  Rechnung  der  Gesamtheit
  aller  Bundesstaaten:
Preußen ec.  .................................................................................................  188  309
Sachsen .........................................................................................................  nichts
Württemberg  ..............................................................................................    nichts
10.  1/9.  Marineverwaltung ....................................................................      410  645
11. 1/4.  Reichs-Justizverwaltung ............................................................  333  831
12. 1/6.  Reichsschazamt .........................................................................  158  755
13.  1/3.  Reichs-Eisenbahn-Amt  ..........................................................  8  851
14.  1/2. Rechnungshof  ..........................................................................  13  285
15.  1/2.  Allgemeiner  Pensionsfonds  ................................................    16  876
16.  Verwaltung  des  Reichs-Invalidenfond ..........................................  892
17.  Besonderer  Beitrag  von  Elsaß-Lothringen  zu  den  Ausgaben
für  das  Reichsschatzamt ..................................................  3  150  ℳ.
    für den Rechnungshof   ....................................................  42 013 〃
        45 163  
Summe  VII  ...........................................................................................  6  007 267
18.  1/2  VIII.  Aus  dem  Reichs-Invalidenfonds .............................  30  129  567
18a  1.  VIII  a.  Aus  dem  Überschuß  des  Jahres  1881/82 ............ 10  558  350
        <pb n="39" />
        Betrag
  für  das
 Einnahme           Etatsjahr    
  1882/83.
Mark.
19.  IX.  Zinsen  aus  belegten  Reichsgeldern.
1.  Vom  Reichsfestungsbaufonds ....................    1  750  000
2.  Vom  Reichseisenbahnbaufonds  ...............    250  000
3.   Vom  Reichstagsgebäudefonds  ...................  1  062  953
Summe  IX ................................................  3  062  953
X.    Außerordentliche  Zuschüsse.
20.  Aus  der  französischen  Kriegskosten-  Entschädigung  und  den  von
 derselben  aufgekommenen  Zinsen.
1. Zu  den  Ausgaben  in  Folge  des  Krieges  gegen  Frankreich  für
Rechnung  des  vormaligen  Norddeutschen  Bundes  aus  dem
Anteil  des  letzteren .......................................  —
2.  Zu  den  Ausgaben  in  Folge  des  Krieges  gegen  Frankreich  für
Rechnung  der  ganzen  Kriegsgemeinschst .........  18  283
3.  Zu  den  Ausgaben  für  das  Retablissement  bei  der  Landarmee,
auf  Grund  des  Artikels  2  §.  5  des  Gesetzes  vom  2.  Juli  1873
(Reichs-Gesetzbl.  S.  185)  und  des  §.  2  des  Gesetzes  vom
16.  Februar  1876  (Reichs-Gesetzbl.  S.  20)  aus  dem  Antheile
  des  vormaligen  Norddeutschen  Bundes,  Badens  und
Südhesessens ........................................................  —
=  18  283
21.  Aus  dem  Reichsfestungsbaufonds.
1. Zu  den  Ausgaben  auf  Grund  der  Artikel  1  und  II  des  Gesetzes
vom  30.  Mai  1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  123)  für  Rechnung
des  Reichsfestungsbaufonds  ..............................  8  976  000
2.  Zu  den  Ausgaben  für  die  Erweiterung  der  Militär-Erziehungsund
  Bildungsanstalten,  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  12.  Juni
1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  127),  vorbehaltlich  der  Rückerstattung
  aus  dem  Verkaufserlöse  für  die  Grundstücke  des  alten
Berliner  Kadettenhauses  und  der  Kriegsakademie ........  101600













= 9  077  600
        <pb n="40" />
        -34- 



 

 

 

 

Betrag
  für  das
  Einnahme.  Etatsjahr
    1882/83.
Mark.
22.  Aus  dem  Reichseisenbahnbaufonds.
1.  Zu  den  Ausgaben  auf  Grund  des  Gesetzes  vom  18.  Juni  1873  
(Reichs-Gesetzbl. S.143) ..................  2 400 000
22a.  Aus  dem  Reichstagsgebäudefonds.
1.  Zu  den  Ausgaben  zum Zwecke der  Errichtung  des  Reichstagsgebäudes
(Kapitel  3  Titel  9  der  einmaligen  Ausgaben) ..............................  7  775  000
23.  Aus  der  Anleihe.
1.  Zu  einmaligen  Ausgaben  der  Verwaltung  des  Reichsheeres,
und  zwar:
a)  für  Rechnung  der  Gesamtheit  aller  Bundesstaaten ........................................................
  4 527  000  ℳ.
b)  für  Rechnung  der  Bundesstaaten  mit
Ausschluß  von  Bayern .........................  8  268  605  〃  12  795  605
2.  Zu  einmaligen  Ausgaben  der  Marineverwaltung ...................  6  728  800
3.  Zu  einmaligen  Ausgaben  der  Eisenbahnverwaltung  ...........  2  000  000
4.  Zur  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der  Reichs-Post  und  Telegraphenverwaltung
  ..............................................................................    8  750  000
5.  Zur  Beschaffung  eines  Betriebsfonds  für  die  Reichsdruckerei ..  400  000
Anmerkung.  Diese  Einnahmen  übertragen  sich  innerhalb
  der  einzelnen  Titel  mit  den  noch  offenen  Krediten  aus
früheren,  für  dieselben  Zwecke  erfolgten  Anleihe-Bewilligungen.
Die  dahingehend  für  diese  einzelnen  Zwecke  sich  ergebenden
Gesamtkredite  werden  um  den  Betrag  der  bei  den  entsprechenden
  Ausgabefonds  etwa  eintretenden  Ersparnisse  gekürzt.
=  30  674  405
Summe X  ...  49  945  288
        <pb n="41" />
        Betrag
  für  das
  Einnahme.  Etatsjahr
  1882/83  
Mark.
24.  XI.  Matrikularbeiträge.
1.  Preußen.......................................................................................  52  249  733
2.  Bayern  .  .  .  .......................................................................    20  278  807
3. Sachsen  .  .  .  ..........................................................................      5  598  007
4. Württemberg ..................................................................................  7  670  015
5.  Baden ............................................................................................  5  359  876
6.  Hessen ..........................................................................................  1  794  671
7   Mecklenburg-Schwerin .......................................................  .  ...  1  124  024
8.  Sachsen-Weimar  ..............................................................................  594  570
9.  Mecklenburg-Strelitz .........................................................................  194  189
10.  Oldenburg  .  ...................................................................................  648  117
11.  Braunschweig  ..................................................................................  664    101
12   Sachsen-Meiningen ...........................................................................  394    767
13.  Sachsen-Altenburg  ......................................................................      296   021
14.  Sachsen-Coburg-Gotha .....................................................................  370  624
15. Anhalt .....................................................................................................  433  477
16. Schwarzburg-Sondershausen  ............................................................. 136  964
17.  Schwarzburg-Rudolfstadt  .................................................                  155  629
18.  Waldeck ................................................................................................  111  112
19.  Reuß  älterer  Linie  .  .  .  .  .............................................................  95  365
20.  Reuß  jüngerer  Linie  .  .  ...............................................................  187  495
21. Schaumburg-Lippe .............................................................................      67  252
22. Lippe ........................................................................................................  228 247
23. Lübeck .....................................................................................................  115 515
24. Bremen ....................................................................................................  288 627
 25. Hamburg ................................................................................................  788 783   
26. Elsaß-Lothringen  .............................................................................  3  838  381
Summe  XI ............................................................................................... 103 684  369





Die  Vertheilung  dieser  Summe  auf  die  einzelnen  Bundesstaaten
  unterliegt  noch  der  Berichtigung  nach  Maßgabe  der
Ergebnisse  der  Volkszählung  vom  1.  Dezember  1880.

 

Reichs-Gesetzblatt 1882.  9
        <pb n="42" />
        -36- 



 

 

Betrag   Darunter

für das

Einnahmen    Etatsjahr  künftig

1882/83       wegfallend

 

  

      
    

  

Mark.  Mark.
Wiederholung  der  Einnahme.

Summe  I.  Zölle  und  Verbrauchssteuern .......................................   339  098  280  —
〃  Ia.  Rübenzuckersteuer  aus  1881/82 .........................................  12  062  468  —
〃  II.  Reichsstempelabgaben .............................................................  19  576  100   —
〃  III.   Post-und Telegraphenverwaltung .........................................  21  264  000  —
〃   IV.  Reichsdruckerei  ..  ...  ..........................................................  1. 051  240  —
〃   V.  Eisenbahnverwaltung  ........  .  .............................................  12  686  400  —
〃  VI.  Bankwesen ..............................................................................  1  506  425  —
〃  VII.  Verschiedene  Verwaltungs-Einnahmen .............................  6  007  267  —
〃 VIII.  Aus dem Reichs-Invalidenfonds ............................................  30  129  567  —
〃 VIII.a.  Aus  dem  Überschuß  des  Jahres  1881/82 ...............  10 558  350  —
〃  IX.  Zinsen  aus  belegten  Reichsgeldern ...............................  3  062  953  —
〃   X.  Außerordentliche  Zuschüsse .............................................  49   945  288  —
〃   XI.  Matrikularbeiträge ................................................................  103  684  369  —
Summe  der  Einnahme  .................................................................  610  632  707  —

Die  Ausgabe  beträgt  .................................................................  .  610  632  707       374  048

Balanzirt.
Berlin,  den  15.  Februar  1882.
(L.  S.)  Wilhelm.

Fürst  v.  Bismarck.
        <pb n="43" />
        Besoldungs-  Etat

für  das

Reichsbank-Direktorium  auf  das  Jahr  vom  1.  April  1882  bis  Ende  März  1883

 

 

 

 

Betrag
für  die  Zeit
vom  1.  April
Titel.  Ausgabe.  1882
bis  31.    März
1883.
Mark.
1.  Der  Präsdent................................................................................................................  24  000
(Außerdem  freie  Wohnung  im  Bankgebäude,  Licht  und
Heizung.)
2.  8 Mitglieder  mit  9  000  ℳ.  bis  15  000 ℳ.,    durchschnittlich  12  000  ℳ.  96  000
3.  Mietsentschädigung  (Wohnungsgeldzuschüsse)  1  500  ℳ.  für  jede  Stelle,
überberhaupt      .................................................................................................................... 12  000
Summe  ................................................................................................................................. 132  000
        <pb n="44" />
        —  38  —

(Nr.  1462.)  Gesetz,  betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  für  Zwecke  der  Verwaltungen  des
Reichsheeres,  der  Marine  und  der  Reichseisenbahnen,  sowie  zur  Erhöhung
der  Betriebsfonds  der  Reichskasse.  Vom  15.  Februar  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ec..

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt: §.1.

Der  Reichskanzler  wird  ermächtigt,  die  außerordentlichen  Geldmittel,  welche
in  dem  Reichshaushalts-Etat  für  das  Etatsjahr  1882/83

zur  Bestreitung  einmaliger  Ausgaben:
a)  der  Verwaltung  des  Reichsheeres  im  Betrage  von                 12  795  605  Mark,

 

b)  der  Marineverwaltung  im  Betrage  von  .........................             6  728  800        〃
c)  der  Eisenbahnverwaltung  im  Betrage  von ................................  1  000  000       〃
zur  Verstärkung  der  Betriebsmittel  der  Post  und  Telegraphenverwaltung
  im  Betrage  von ...................................................  8  750  000      〃
und  zur  Beschaffung  eines  Betriebsfonds  für  die  Reichsdruckerei
  im  Betrage  von  ...................................................................  400  000     〃
im  Ganzen  bis  zur  Höhe  von ............................................................  29  674  405  Mark

vorgesehen  sind,  im  Wege  des  Kredits  flüssig  zu  machen  und  zu  diesem  Zweck
in  dem  Nominalbetrage,  wie  er  zur  Beschaffung  jener  Summe  erforderlich  sein
wird,  eine  verzinsliche,  nach  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  vom  19.  Juni  1868
(Bundes-Gesetzbl.  S.  339)  zu  verwaltende  Anleihe  aufzunehmen  und  Schatzanweisungen
  auszugeben.

§.  2.

Die  Bestimmungen  in  den  §§.  2  bis  5  des  Gesetzes  vom  27.  Januar  1875,
betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  für  Zwecke  der  Marine-  und  Telegraphenverwaltung
  (Reichs-Gesetzbl.  S.  18),  finden  auch  auf  die  nach  dem  gegenwärtigen
Gesetz  aufzunehmende  Anleihe  und  auszugebenden  Schatzanweisungen  Anwendung.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  15.  Februar  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 



Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="45" />
        -39-Reichs-Gesetzblatt



Nr.7  

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  die  Ausführung  des  Anschlusses  der  freien  und  Hansestadt  Hamburg  an  das  deutsche
Zollgebiet.  S.  39  —  Verordnung  über  das  gewerbsmäßige  Verkaufen  und  Fielhalten  von
Petroleum.  S.  40.  —  Allerhöchster  Erlaß,  betreffend  den  Rang  der  Ober-Postdirektoren.  S.  42.











(Nr.  1463.)  Gesetz,  betreffend  die  Ausführung  des  Anschlusses  der  freien  und  Hansestadt
Hamburg  an  das  deutsche  Zollgebiet.  Vom  16.  Februar  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:

§.  1.

Auf  das  Freihafengebiet  der  Hansestadt  Hamburg,  welches  durch  den  Antrag
  derselben  auf  Einschluß  in  die  gemeinschaftliche  Zollgrenze  nicht  berührt  wird,
findet  Artikel  34  der  Reichsverfassung  fortdauernd  Anwendung.

§.  2.

Der  Reichskanzler  wird  ermächtigt,  der  freien  und  Hansestadt  Hamburg
zu  den  Kosten  der  Bauten,  Anlagen,  Einrichtungen  und  Erpropriationen,  welche
durch  den  Zollanschluß  Hamburgs  und  die  mit  demselben  verbundene  Umgestaltung
  der  bestehenden  Handels=  und  Verkehrsanlagen  veranlaßt  werden,
aus  der  Reichskasse  einen  Beitrag  in  Höhe  der  Hälfte  des  hamburgischerseits
für   die  bezeichneten  Zwecke  festzustellenden  Kostenbedarfs,  jedoch  höchstens  in  Höhe
von  40  000  000  Mark  zu  leisten.

§.  3.

Der  Reichskanzler  ist  befugt,  die  Mittel  zur  Deckung  dieser  Summe  im
Wege  des  Kredits  flüssig  zu  machen  und  zu  dem  Zwecke  in  demjenigen  Nominalbetrage,
  welcher  zur  Beschaffung  des  bezeichneten  Betrages  erforderlich  sein  wird,
eine  verzinsliche,  nach  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  vom  19.  Juni  1868

Reichs-Gesetzbl.  1882.  10

Ausgegeben  zu  Berlin  den  27.  Februar  1882.
        <pb n="46" />
        —  40  —

(Bundes-Gesetzbl.  S.  339)  zu  verwaltende  Anleihe  aufzunehmen  und  Schatzanweisungen
  auszugeben.

Die  auf  Grund  dieses  Gesetzes  jährlich  zu  verwendenden  Beträge  sind  in
den  Reichshaushalts-Etat  des  betreffenden  Jahres  aufzunehmen.

  §.4.

Die  Bestimmungen  in  den  §§.  2  bis  5  des  Gesetzes  vom  27.  Januar  1875,
betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  für  Zwecke  der  Marine-  und  Telegraphenverwaltung
  (Reichs-Gesetzbl.  S.  18),  finden  auch  auf  die  nach  dem  gegenwärtigen
Gesetz  aufzunehmende  Anleihe  und  auszugebenden  Schatzanweisungen  Anwendung.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  16.  Februar  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 

 

Nr.  1464.)  Verordnung  über  das  gewerbsmäßige  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum.
Vom  24.  Februar  1882.

Wir  Wilhelm)  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  auf  Grund  des  §.  5  des  Gesetzes  vom  14.  Mai  1879,
betreffend  den  Verkehr  mit  Nahrungsmitteln,  Genußmitteln  und  Gebrauchsgegenständen,
  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats,  was  folgt:

§.  1.

Das  gewerbsmäßige  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum,  welches,  unter
einem  Barometerstande  von  760  Millimetern,  schon  bei  einer  Erwärmung  auf
weniger  als  21  Grade  des  hundertteiligen  Thermometers  entflammbare  Dämpfe
entweichen  läßt,  ist  nur  in  solchen  Gefäßen  gestattet,  welche  an  in  die  Augen
fallender  Stelle,  auf  rotem  Grunde  in  deutlichen  Buchstaben,  die  nicht  verwischbare
Inschrift  „Feuergefährlich“  tragen.
        <pb n="47" />
        —  41  —

Wird  derartiges  Petroleum  gewerbsmäßig  zur  Abgabe  in  Mengen  von  weniger
als  50  Kilogramm  feilgehalten  oder  in  solchen  geringeren  Mengen  verkauft,  so
muß  die  Inschrift  in  gleicher  Weise  noch  die  Worte:  „Nur  mit  besonderen
Vorsichtsmaßregeln  zu  Brennzwecken  verwendbar“  enthalten.

§  2.

Die  Untersuchung  des  Petroleums  auf  seine  Entflammbarkeit  im  Sinne  des
§.  1  hat  mittels  des  Abelschen  Petroleumprobers  unter  Beachtung  der  von  dem
Reichskanzler  wegen  Handhabung  des  Probers  zu  erlassenden  näheren  Vorschriften
zu  erfolgen.

Wird  die  Untersuchung  unter  einem  anderen  Barometerstand  als  760  Millimeter
  vorgenommen,  so  ist  derjenige  Wärmegrad  maßgebend,  welcher  nach  einer
vom  Reichskanzler  zu  veröffentlichenden  Umrechnungstabelle  unter  dem  jeweiligen
Barometerstand  dem  im  §.  1  bezeichneten  Wärmegrade  entspricht.

§.  3.

Diese  Verordnung  findet  auf  das  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum
in  den  Apotheken  zu  Heilzwecken  nicht  Anwendung.

§.  4.

Als  Petroleum  im  Sinne  dieser  Verordnung  gelten  das  Rohpetroleum  und
dessen  Destillationsprodukte.
§.  5.

Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  Januar  1883  in  Kraft.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  24.  Februar  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
v.  Boetticher.
        <pb n="48" />
        —  42  —

(Nr.  1465.)  Allerhöchster  Erlaß,  betreffend  den  Rang  der  Ober-Postdirektoren.  Vom
22.  Februar  1882.

Auf  Ihren  Bericht  vom  19.  Februar  d.  J.  will  ich  den  Ober-Postdirektoren
den  Rang  der  Räte  dritter  Klasse  hiermit  beilegen.

Berlin,  den  22.  Februar  1882.
Wilhelm.

Fürst  v.  Bismarck.
An  den  Reichskanzler.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="49" />
        Reichs-Gesetzblatt

Nr.8.  

Inhalt:  Verordnung  wegen  Abänderung  der  Verordnung  vom  16.  August  1876,  betreffend  die  Kautionen
der  bei  der  Militär-  und  der  Marineverwaltung  angestellten  Beamten.  S.  43.

 

 

 

(Nr.  1466.)  Verordnung  wegen  Abänderung  der  Verordnung  vom  16.  August  1876,  betreffend
die  Kautionen  der  bei  der  Militär-  und  der  Marineverwaltung  angestellten
Beamten.  Vom  30.  März  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  auf  Grund  des  §.  3  des  Gesetzes  vom  2.  Juni  1869,  betreffend  die
Kautionen  der  Bundesbeamten  (Bundes-Gesetzbl.  S.  161),  nach  Einvernehmen
mit  dem  Bundesrat,  im  Namen  des  Reichs,  was  folgt:
§.  1.  
Den  in  §.  1  der  Verordnung,  betreffend  die  Kautionen  der  bei  der  Militärund
  der  Marineverwaltung  angestellten  Beamten,  vom  16.  August  1876  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  179),  unter  Abschnitt  1  Abteilung  A  Ziffer  1  lit.  a  bezeichneten
Beamten  treten  hinzu
die  Hilfskassierer  bei  der  General-Militärkasse.
§.  2.
Der  §.  2  derselben  Verordnung  erhält  unter  Abschnitt  I.  Abteilung  A  Ziffer  1
lit.  a,  cc  nachstehenden  Zusatz:
für  die  Hilfskassier  ...  2  800  Mark.

Urkundlich  unter  Unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Berlin,  den  30.  März  1882.
(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 



Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

Reichs-Gesetzbl.  1882.  11

 

Ausgegeben  zu  Berlin  den  8.  April  1882.
        <pb n="50" />
        <pb n="51" />
        Reichs-Gesetzblatt

9.

Inhalt:  Verordnung,  betreffend  die  Einberufung  des  Reichstags.  S.  45.

 

 

 

(Nr.  1467.)  Verordnung,  betreffend  die  Einberufung  des  Reichstags.  Vom  14.  April  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  auf  Grund  des  Artikels  12  der  Verfassung,  im  Namen  des  Reichs,
was  folgt:

Der  Reichstag  wird  berufen,  am  27.  April  dieses  Jahres  in  Berlin
zusammenzutreten,  und  beauftragen  wir  den  Reichskanzler  mit  den  zu  diesem
Zwecke  nötigen  Vorbereitungen.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  14.  April  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
Fürst  v.  Bismarck.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-  Gesetzbl.  1882.  12
Ausgegeben  zu  Berlin  den  14.  April  1882.
        <pb n="52" />
        <pb n="53" />
        Reichs-Gesetzblatt

Nr.  10.

Inhalt:  Verordnung,  betreffend  die  Form  der  Marschrouten  für  Kriegsverhältnisse.  S.  47.

 

 

 

 

(Nr.  1468.)  Verordnung,  betreffend  die  Form  der  Marschrouten  für  Kriegsverhältnisse.  Vom
18.  April  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  zur  Ausführung  des  Gesetzes  über  die  Kriegsleistungen  vom  13.  Juni
1873  (Reichs-Gesetzbl.  S.  129)  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung
des  Bundesrats,  was  folgt:

Die  Ausstellung  der  Marschrouten  hat  vom  Tage  der  Mobilmachung  ab  bis
zum  Wiedereintritt  des  Friedenszustandes  nach  Maßgabe  des  anliegenden  Formulars
einer  „Marschroute  für  Kriegsverhältnisse“  zu  geschehen.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  18.  April  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
v.  Boetticher.

Reichs-Gesetzbl.  1882.  13
Ausgegeben  zu  Berlin  den  30.  April  1882.
        <pb n="54" />
        –  48  —

Marschroute  für  Kriegsverhältnisse.

 

(Zahl)
Generale,*)  (Angabe  der  Truppen-Stabsoffiziere,
  teile,  welchen  die  Marschi-
  Hauptleute,  Rittmeister,  Lieutenants  und  Feldwebel-  renden  angehören  und  ob
Lieutenants,  dieselben  auf  dem  Marsche
Ärzte  im  Offiziersrang,  das  Quartier  mit  oder  ohne Verpflegung zu empfangen
Feldwebel,  Wachtmeister)    haben.  

 

 

Portepeefähnriche,  Vize-Feldwebel,  Vize-Wachtmeister  und
Unterärzte,
Zahlmeister-Aspiranten,
W  Unteroffiziere,

 

 

 

..........................  Spielleute,
..........................  Gemeine,

  ...........................Offizierburschen  und  Diener,

........................... .Einjährig  Freiwillige,

............................ Rekruten
..........................  Reservisten,
...........................  Trainsoldaten,
..............................Roßärzte  und  Unter-Roßärzte.

Obere  Beamte.
...........................  Zahlmeister,
...........................  Korps-Roßärzte  und  Korps--Stabs-Veterinäre,
..............................Ober-Roßärzte,  Stabs-Veterinäre,  Veterinäre  1.  und  2.  Klasse.

 

 

 

Unterbeamte.
..............................Büchsenmacher,
.........................    Sattler,

 

 

 

...........................  Marketender,
...............................Vorspänner,

 

...........................  Offizierpferde ...............  Dienstpferde,
...............................Remontepferde,

 

*)  Anmerkung:  Gehören  die  Marschierenden  der  Marine  an,  so  sind  die  hier  vor-

              gedruckten Heereschargen einzuklammernund dahinter die betreffenden Marinechargen anzugeben.
        <pb n="55" />
        —  49  —

gehen  unter  dem  Kommando  des  (Namen,  Charge  und  Truppenteil  des  Führers),  wie  umstehend näher angegeben ist, von

          über---------------------------------------nach---------------------------, wobei auf der Strecke von -------------------------------





        Für die Marschierenden ist erforderlich und unter Beachtung der umstehend abgedruckten

Bestimmungen prompt zu verabreichen:

1. Quartier nach Maßgabe des §.3 Nr. 1 und des §. 9 des Kriegsleistungsgesetz

vom 13.Juni 1873 (Reichs-Gesetzblatt S. 129).

              

2. Mundverpflegung, sofern dieselbe (nach der obigen Angabe) überhaupt zu ge-

                    währen ist.
      3. An Verpflegung für die Pferde

nach Gewicht             (Zahl)                           

      Zahl                                                       Gramm Hafer,

                          Rationen a`                            &amp;gt;&amp;gt;    Heu
                                                 __________        &amp;gt;&amp;gt;    Stroh.

                                                 __________        &amp;gt;&amp;gt;     Hafer,
  _____________Rationen a`  __________        &amp;gt;&amp;gt;      Heu,

                                                __________        &amp;gt;&amp;gt;      Stroh.

 

                                                                         &amp;gt;&amp;gt;      Hafer,

    ___________Rationen a`                             &amp;gt;&amp;gt;      Heu,

                                                                         &amp;gt;&amp;gt;       Stroh.

        
    
        4. Feuerungsmaterial und Lagerstroh für Lager und Bivaks, soweit diese


    Gegenstände im Gemeindebezirk vorhanden sind.
      5. An Transportmitteln zur Fortschaffung _______________________________________
  

        _________________________________________________________________________________
  

                  (Zahl)
      angeschirrte Vorlegepferde,

einspännige                Vorspannwerke         

zweispännige              Vorspannwerke                                         

vierspännige               Vorspannwerke
  
  6. Geschäfts-, Arrest- und Wachtlokale.



____________________, den ______ten_______________________________18
  .

      

        

(Firma  der  ausstellenden  Behörde.)

(Unterschrift.)

 

13 *
        <pb n="56" />
        Bestimmungen.

A.  Ouartier.

Der  Einquartierte  muß  sich  mit  demjenigen  begnügen,  was  nach  Maßgabe  der
obwaltenden  Verhältnisse  angewiesen  werden  kann.  Die  auf  Requisition  der  Militärbehörden
  gemachten  Auslagen  sind  dem  Ouartiergeber  zu  ersetzen.

B.  Mundverpflegung.

Die  Verpflegung  der  Truppen  (einschließlich  des  Heergefolges)  auf  dem
Marsche,  und  zwar  sowohl  für  die  Marsch-  und  Ruhetage  als  auch  für  die  auf
dem  Marsche  eintretenden  Aufenthaltstage,  sowie  in  Kantonierungen  liegt  nach
Maßgabe  des  Gesetzes  über  die  Kriegsleistungen  vom  13.  Juni  1873  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  129)  den  Gemeinden  und  den  Ouartiergebern  ob.

Der  mit  Verpflegung  Einquartierte  —  sowohl  der  Offizier,  Arzt  und
Beamte,  als  auch  der  Soldat  —  hat  sich  in  der  Regel  mit  der  Kost  des
Quartiergebers  zu  begnügen  §.  10  a.  a.  O.).

Die  tägliche  Feldmundportion,  auf  welche  der  Einquartierte  Anspruch  hat
und  welche  ihm  in  gehöriger  Zubereitung  und  in  guter  Qualität  gewährt  werden
muß,  besteht  in:

a)     750  Gramm  Brot,
b)     375        〃        frisches  oder  gesalzenes  Fleisch  —  Gewicht  des  rohen
                                    Fleisches  —,  oder

250                  〃        geräuchertes  Rind-  oder  Hammelfleisch,  oder
170                   〃         Sepeck  ferner
c)  125            〃          Reis  oder  ordinäre  Graupe  oder  Grütze,  oder
      250            〃          Hülsenfrüchte  oder  Mehl,  oder
1  500             〃           Kartoffeln,  sowie
d)  25              〃           Salz  und
e)  25              〃            Kaffee  in  gebrannten  Bohnen,  oder
      30              〃            Kaffee  in  ungebrannten  Bohnen.

Außer  der  Kaffeeportion  hat  der  Einquartierte  Getränke  nicht  zu  beanspruchen.

Die  Brotportion  verteilt  sich  gleichmäßig  auf  Morgen-,  Mittags-  und
Abendkost.  Als  Morgenkost  ist  Kaffee  oder  eine  Suppe,  als  Mittagskost  Fleisch
und  Gemüse,  als  Abendkost  Gemüse  zu  verabreichen.
        <pb n="57" />
        Erfolgt  das  Eintreffen  im  Quartier  erst  zur  Abendzeit,  so  ist,  sofern  nicht
laut  der  Marschroute,  nur  Abendkost  zu  verabreichen  ist,  die  volle  Tageskost  —
mit  Ausnahme  der  Frühstücksportion  —  in  einer  Mahlzeit  zu  gewähren.

Falls  den  Truppen  Brotgeld  gewährt  oder  das  Brot  aus  den  Magazinen
geliefert  wird,  hat  der  Quartiergeber  solches  nicht  zu  verabreichen.

C.  Verpflegung  der  Pferde.

Die  Fourage  ist  in  guter  Qualität  und  nach  Gewicht  zu  verabreichen.  Ist
dieselbe  im  Gemeindebezirk  nicht  vorhanden,  so  muß  der  Bedarf  von  der  Gemeinde
durch  Ankauf  herbeigeschafft  werden  (§§.  3  und  11  a.  a.  O.  und  Ziffer  4  der
Ausführungsverordnung  vom  1.  April  1876  —  Reichs-Gesetzbl.  S.  137  —).

D.  Gestellung  von  Vorspann,  Wegweisern  und  Boten.

Die  Gemeinden  sind  zur  Überlassung  der  im  Gemeindebezirk  vorhandenen
Transportmittel  und  Gespanne  für  militärische  Zwecke  und  Stellung  der  in  der
Gemeinde  anwesenden  Mannschaften  zum  Dienst  als  Gespannführer,  Wegweiser
und  Boten  verpflichtet  (§.  3  Nr.  3  des  Gesetzes  vom  13.  Juni  1873).

Die  Belastung  der  Fuhrwerke  hat  unter  Berücksichtigung  der  Beschaffenheit
der  zurückzulegenden  Wege  und  der  Gespanne  stattzufinden.  Sofern  nicht  außergewöhnliche
  Verhältnisse  ausnahmsweise  etwas  anderes  bedingen  und  sofern  die
Beschaffenheit  der  Gespanne  und  die  Beschaffenheit  der  zurückzulegenden  Wege  eine
größere  Belastung  nicht  zulassen,  hat:

ein  einspänniges  Fuhrwerk  bis. ............................  600  Kilogramm,

ein  zweispänniges  Fuhrwerk   ...............................    600  bis  1  000  Kilogramm,
ein  dreispänniges   Fuhrwerk...........................      1  000  bis  1  400  Kilogramm,
ein  vierspänniges  Fuhrwerk................................  1  400  bis  1  800  Kilogramm

zu  laden.

Fuhrwerk  mit  anderer  als  Pferdebespannung  darf  nur  da  gestellt  beziehungsweise
  in  Anspruch  genommen  werden,  wo  Pferdegespanne  nicht  in  genügender  Anzahl
  vorhanden  sind.

Fuhren,  die  länger  als  48  Stunden  von  ihrer  Heimat  fern  gehalten
werden,  haben  auf  der  ihnen  vorzuschreibenden  Etappenstraße  neben  freiem  Quartier
für  Führer  und  Zugpferde  freie  Verpflegung  zu  beanspruchen.

Ist  der  Kommandoführer  genötigt,  Vorspann  und  Spanndienste  auf  eine
voraussichtlich  48  Stunden  übersteigende  Zeitdauer  oder  auf  unbestimmte  Zeit  in
Anspruch  zu  nehmen,  so  ist  die  Absicht  einer  solchen  Inanspruchnahme  in  der
Requisition  auszusprechen;  auch  sind  derartige  Requisitionen,  wenn  irgend  möglich,
so  zeitig  zu  erlassen,  daß  die  vor  dem  Abgange  vorzunehmende  Abschätzung  von
Zugtieren,  Wagen  und  Geschirren  ordnungsmäßig  ausgeführt  werden  kann.

Ist  eine  solche  Abschätzung  nicht  möglich,  so  hat  —  wenn  die  obwaltenden
Verhältnisse  es  gestatten  —  das  Marschkommando  durch  eine  seinerseits  zu  bildende
        <pb n="58" />
        —  52  —

Kommission  eine  Taxe  und  Beschreibung  der  requirieten  Zugtiere,  Wagen  und
Geschirre  aufzunehmen,  welche  bei  der  nachträglichen  Wertfeststellung  im  vor—
geschriebenen  Verfahren  der  Abschätzungskommission  mit  vorzulegen  sind.

Werden  Fuhrwerke,  welche  auf  länger  als  48  Stunden  von  ihrer  Heimat
fern  gehalten  worden  sind,  in  solcher  Entfernung  von  letzterer  entlassen,  daß  sie
nicht  an  einem  Tage  heimzukehren  vermögen,  so  ist  ihnen  eine  Bescheinigung  zu
erteilen,  auf  Grund  deren  sie  von  den  Etappenbehörden  freies  Quartier  und
freie  Verpflegung  zu  beanspruchen  haben  (Ziffer  5  der  Ausführungsverordnung
vom  1.  April  1876).

E.  Quittungsleistung  und  Liquidirung.

Über  die  seitens  der  Gemeinden  ect.  erfolgte  Gewährung  von  Mundver—
pflegung,  Fourage  und  Vorspann,  sowie  an  sonstigen  Transportmitteln,  an
Wegweiser-  und  Botendiensten,  Feuerungsmaterial  und  Lagerstroh  werden  von
dem  Kommandoführer  Bescheinigungen  erteilt.  Die  Beilagen  A1  bis  3  und  5
der  Ausführungsverordnung  vom  1.  April  1876  finden  hierbei  hinsichtlich  der  verabreichten
  Mundverpflegung  und  Fourage,  des  gestellten  Vorspanns,  sowie  des
gelieferten  Feuerungsmaterials  und  Lagerstrohs  Anwendung.  Eine  Barzahlung
zur  Stelle  findet  bezüglich  dieser  Leistungen  nicht  statt.

Die  Liquidirung  der  Vergütungsansprüche  und  die  Realisierung  hat  nach  Maßgabe
  der  §§.  20  bis  22  des  Gesetzes  über  die  Kriegsleistungen  vom  13.  Juni  1873
und  der  bezüglichen  Vorschriften  der  Ausführungsverordnung  vom  1.  April  1876
zu  erfolgen.
        <pb n="59" />
        -53  —

 

 

 

 

Marsch-  /  Ruhe-                    Bezeichnung    
und  von  bis  Kilo-  der  Kreise,  Bemerkungen.
  meter  Amtsbezirke 
Kantonierungstage                      u.s.w.    
  

 

 

 

 

 

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="60" />
        <pb n="61" />
        Reichs-Gesetzblatt.

Nr. II.

Inhalt:  Verordnung,  betreffend  die  Verwendung  giftiger  Farben.  S.  55.

 

 

 

 

(Nr.  1469.)  Verordnung,  betreffend  die  Verwendung  giftiger  Farben.  Vom  1.  Mai  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König
von  Preußen  ec.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  auf  Grund  des  §.  5  des  Gesetzes  vom  14.  Mai
1879,  betreffend  den  Verkehr  mit  Nahrungsmitteln,  Genußmitteln  und  Gebrauchsgegenständen,
    nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats,  was  folgt:

§  1.

Giftige  Farben  dürfen  zur  Herstellung  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln,
welche  zum  Verkaufe  bestimmt  sind,  nicht  verwendet  werden.
Giftge  Farben  im  Sinne  dieser  Verordnung  sind  alle  diejenigen  Farbstoffe
und  Zubereitungen,  welche
Antimon  (Spießglanz),
Arsenik,
Barium,  ausgenommen  Schwerspat  (schwefelsauren  Barit),
Blei,
Chrom,  ausgenommen  reines  Chromoxyd,
Cadmium,
Kupfer,
Quecksilber,  ausgenommen  Zinnober,
Zink,
Zinn,
Gummigutti,
Pikrinsäure
enthalten.
§.  2.
Die  Aufbewahrung  und  Verpackung  von  zum  Verkaufe  bestimmten  Nahrungsund
  Genußmitteln  in  Umhüllungen,  welche  mit  giftiger  Farbe  (§.  1)  gefärbt  sind.
Reichs-  Gesetzbl.  1882.         14

Ausgegeben  zu  Berlin  den  6.  Mai  1882.
        <pb n="62" />
        —  56  —

sowie  in  Gefäßen,  welche  unter  Verwendung  giftiger  Farbe  (§.  1.)  derart  hergestellt
sind,  daß  ein  Übergang  des  Giftstoffes  in  den  Inhalt  des  Gefäßes  stattfinden
kann,  ist  verboten.

§.  3.

Die  Verwendung  der  im  §.  1  bezeichneten  giftigen  Farben,  mit  Ausnahme
von  Zinkweiß  und  Chromgelb  (chromsaures  Blei)  in  Firniß  oder  Ölfarbe,  zur
Herstellung  von  Spielwaren  ist  verboten.

§.  4.

Die  Verwendung  der  mit  Arsenik  hergestellten  Farben  zur  Herstellung  von
Tapeten,  imgleichen  der  mit  Arsenik  dargestellten  Kupferfarben  und  der  solche  Farben
enthaltenden  Stoffe  zur  Herstellung  von  Bekleidungsgegenständen  ist  verboten.

§.  5.

Das  gewerbsmäßige  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln,
  welche  den  Vorschriften  der  §§.  1,  2  zuwider  hergestellt,  aufbewahrt  oder
verpackt  sind,  sowie  von  Spielwaren,  Tapeten  und  Bekleidungsgegenständen,
welche  den  Vorschriften  der  §§  3,  4  zuwider  hergestellt  sind,  ist  verboten.

§.  6.
Diese  Verordnung  tritt  mit  dem  1.  April  1883  in  Kraft.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  1.  Mai  1882.

L.S.    Wilhelm.
v.  Boetticher.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.

 

Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="63" />
        —  57  —

Reichs-Gesetzblatt.

Nr.  I2.

Inhalt:  Verordnung,  betreffend  die  Änderung  der  Klasseneinteilung  einzelner  Orte.  S.  57.

 



 

 

(Nr.  1470.)  Verordnung,  betreffend  die  Änderung  der  Klasseneinteilung  einzelner  Orte.
Vom  9.  Mai  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  auf  Grund  der  Bestimmung  in  §.  19  des
Gesetzes  vom  25.  Juni  1868,  betreffend  die  Ouartierleistung  für  die  bewaffnete
Macht  während  des  Friedenszustandes,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats,
  was  folgt:
Die  Ortschaften  Stadt  Kehl  (Nr.  687  der  Klasseneinteilung  vom
3.  August  1878),  Dorf  Kehl  und  Sundheim  gehören  vom  1.  April
1882  ab  der  zweiten  Servisklasse  an.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.

Gegeben  Berlin,  den  9.  Mai  1882.

(L.S.)    Wilhelm.

v.  Boetticher.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  15
Ausgegeben  zu  Berlin  den  23.  Mai  1882.
        <pb n="64" />
        <pb n="65" />
        —  59  —

Reichs-Gesetzblatt

Nr.  13.

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  die  Abänderung  des  Zolltarifgesetzes  vom  15.  Juli  1879.  S.  59.  —  Zusatzakte
zur  Schifffahrtsakte  für  die  Donaumündungen.  S.  61.

 

 

 

 

(Nr.  1471.)  Gesetz,  betreffend  die  Abänderung  des  Zolltarifgesetzes  vom  15.  Juli  1879.
Vom  23.  Juni  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:

§.  1.

An  die  Stelle  des  §.  7  Ziffer  3  des  Gesetzes  vom  15.  Juli  1879,  betreffend
den  Zolltarif  des  Deutschen  Zollgebiets  ect.  (Reichs-Gesetzbl.  S.  207),  tritt  folgende
  Bestimmung:

Den  Inhabern  von  Mühlen  wird  für  die  Ausfuhr  der  von  ihnen
hergestellten  Mühlenfabrikate  eine  Erleichterung  dahin  gewährt,  daß  ihnen
der  Eingangszoll  für  eine  der  Ausfuhr  entsprechende  Menge  des  zur
Mühle  gebrachten  ausländischen  Getreides  nachgelassen  wird.  Der
Ausfuhr  der  Mühlenfabrikate  steht  die  Niederlegung  derselben  in  eine
Zollniederlage  unter  amtlichem  Verschluß  gleich.  Über  das  hierbei  in
Rechnung  zu  stellende  Ausbeuteverhältniß  trifft  der  Bundesrat  Bestimmung.
  Das  zur  Mühle  zollamtlich  abgefertigte  ausländische,  sowie
auch  sonstiges  Getreide,  welches  in  die  der  Steuerbehörde  zur  Lagerung
des  erstbezeichneten  Getreides  angemeldeten  Räume  eingebracht  ist,  darf
in  unverarbeitetem  Zustande  nur  mit  Genehmigung  der  Steuerbehörde
veräußert  werden.  Zuwiderhandlungen  hiergegen  werden  mit  einer
Geldstrafe  bis  zu  eintausend  Mark  geahndet.

§.  2.
Der  Zolltarif  zu  dem  im  §.  1  bezeichneten  Gesetze  wird  in  nachstehender
Weise  abgeändert:
Reichs-  Gesetzbl.  1882.  16

Ausgegeben  zu  Berlin  den  27.  Juni  1882.
        <pb n="66" />
        —  60  —
1.  Die  Anmerkung  Nr.  2  zu  6  b  ist  zu  streichen  und  hinter  6  d  zu  setzen:

Anmerkung  zu  b  und  d:

Schmiedbares  Eisen  in  Form  von  Stäben  oder
Walzdraht  zur  Kratzendrahtfabrikation  auf  Erlaubnißschein
  unter  Kontroll.  0,50  Mark

für  100  Kilogramm.

2.  Die  Anmerkung  zu  Nr.   20 b  1  erhält  folgende  Fassung:
Elfenbein-  und  Perlmutterstücke,  vorgearbeitet  für
Gegenstände  der  Nr.  20  b 1..........................  30  Mark

für  100  Kilogramm.

§.  3.
Dieses  Gesetz  tritt  mit  dem  1.  Juli  1882  in  Kraft.
Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem

Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Bad  Ems,  den  23.  Juni  1882.
(L.S.)    Wilhelm.

Fürst  v.  Bismarck.
        <pb n="67" />
        —  61  —
(Nr.  1472.)  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte  für  die  Donaumündungen.  Vom  28.  Mai  1881.

Les  Puissances  représentées  au  sein  de  la  Commission  Européenne  du
Danube,  en  vertu  du  Traite  de  Paris  du  30  Mars  1856,  et  la  Roumanie,
qdui  a  été  appelée  à  en  faire  partie  par  Tarticle  53  du  Traité  de  Berlin
du  13  Juillet  1878.

Désirant  mettre  I  Acte-public  du  2  Novembre  1865,  relatif  à  la  navigation
  des  embouchures  du  Danube,  en  harmonie  avec  les  stipulations  du
Traité  de  Berlin  portant  que  la  dite  Commission  Européenne  derxercera
dorénavant  ses  fonctions  jusqu'à  Galatz,  dans  une  compleéète  indépendance
de  I’autorité  territoriale,  et  due  tous  les  Traitées,  arrangements,  actes  et
décisions  relatifs  à  ses  droits,  priviléges,  prérogatives  et  obligations  sont
confirmés;:

Ont  nommé  pour  leurs  plénipotentiaires,  Savoir:

Sa  Majesté  I'Empereur  d’Allemagne,  Roi  de  Prusse:

Le  Sieur  Johannes  Arendt,  Son  Consul  à  Galatz,  Commandeur
  de  lOrdre  de  François  Joseph,  Officier  des  Ordres
Imperiauxf  de  TOsmanié  et  du  Medjidié  de  quatrième
classe;

Sa  Majesté  I'Empereur  d'Autriche,  Roi  de  Bohéme  etc.
et  Roi  Apostolique  de  Hongrie:

Le  Sieur  Ernest  Baron  de  Haan,  Son  Consul  à  Galatz,
Chevalier  de  TOrdre  de  François  Joseph,  Commandeur

de  TEtoile  de  Roumanie,  déecoré  de  Ordre  Impérial  du
Medjidié  de  troisièeme  classe,  etc.  etc.;

Le  Président  de  la  Republique  Française:
Le  Sieur  Camille  Eugeèene  Pierre  Barrère,  Son  Secrétaire
  d  Ambassade  de  premiere  classe;
Sa  Majesté  la  Reine  du  Royaume-Uni  de  la  Grande-Bretagne
  et  d’Ilrlande,  Impératrice  des  Indes:
Le  Sieur  Herbert  Taylor  Siborne,  Colonel  dans  Son
Armée;
Sa  Majesté  de  Roi  d’lItalie:
Le  Sieur  Nicola  Revest,  Son  Consul  à  Galatz,  Chevalier
des  Ordres  de  la  Couronne  dl'ltalie  et  de  Sainte  Anne;
Sa  Majesté  le  Roi  de  Roumanie:

Le  Sieur  Eustache  Pencovici,  Colonel  doétat  major.
Oflcier  de  POrdre  National  de  IEtoile  de  Roumanie;
16*
        <pb n="68" />
        —  62  —

Sa  Majesté  l'Empereur  de  toutes  les  Russies:

Le  Sieur  Alexandre  Romanenko,  Conseiller  d’Etat,  Son
Consul  à  Galatz,  Chevalier  des  Ordres  de  Saint  Vladimir
de  troisieme  classe,  de  Sainte  Anne  et  de  Saint  Stanislas
de  deuxièeme  classe  etc.;

Sa  Majesté  I'Empereur  des  Ottomans:

Constantin  Effendi  Etienne  Carathéodori,  Son  Con-Seiller
  d’Etat,  fonctionnaire  de  premier  rang,  deuxième
classe,  décoré  de  UTOrdre  Impérial  de  Medjidié  de  troisieème
  classe;

Lesquels,  après  avoir  produit  leurs  pleins-pouvoirs  trouvés  en  bonne
et  due  forme  et  dont  une  copie  certifiéce  est  restée  déposée  dans  les  archives
  de  la  Commission  Européenne,  sont  convenus  des  dispositions  additionnelles
  suivantes  au  susdit  Acte-Public  du  2  Novembre  1865:

An-irE  1ͤ ͬ.

Les  droits,  attributions  et  immunités  de  la  Commission  Européenne
du  Danube,  tels  qu’ils  résultent  des  Traites  de  Paris  du  30  Mars  1856
et  de  Londres  du  13  Mars  1871,  de  TActe-public  du  2  Novembre  1865,
ainsi  due  des  actes  et  décisions  antérieurs  au  Traité  de  Berlin  du  13  Juillet
18,  continueront  à  régir  ses  rapports  avec  les  nouveaux  Etats  riverains,
et  leur  effet  s'étendra  jusqu’a  Galatz,  sauf  les  modifications  ci-apres  specifiées.


ARTICLE  2.

IAgent  spécialement  préposé  à  la  police  du  fleuve,  en  aval  de
Galatz  et  à  Texclusion  du  port  de  Soulina,  portera  dorénavant  le  titre
d’'Inspecteur  de  la  navigation  du  Bas-Danube,  et  sera,  comme  par  le
Passé,  assiste  d’un  chancelier  et  de  surveillants  répartis  sur  les  différentes
Sections  fluviales  de  son  ressort,  et  tous  placés  sous  ses  ordres.

L'Inspecteur  de  la  navigation,  le  chancelier  de  l'Inspection,  ainsi
due  les  surveillants  des  sections  fluviales,  le  Capitaine  du  port  de  Soulina
  et  tout  le  personnel  placé  sous  les  ordres  de  ce  dernier,  sont  nommés
ar  la  Commission  à  la  simple  majorité  des  voix  et  sans  distinction  de
nationalité.  IIs  peuvent  également  étre  révoqués  par  elle.

LInspecteur  de  la  navigation  et  le  Capitaine  du  port  de  Soulina
remplissent  leurs  fonctions  sous  l’autorite  directe  de  la  Commission,  qui
les  rétribue,  et  entre  les  mains  de  laquelle  ils  prétent,  ainsi  due  leurs
subordonnés,  le  serment  Toftice.

IIs  prononcent,  en  qualitée  de  juges  de  premieère  instance,  sur  les
contraventions  commises  dans  I’étendue  de  leurs  ressorts  respectifs,  en
        <pb n="69" />
        —  63  —

matière  de  police  de  la  navigation,  et  leurs  jugements  sont  rendus  au
nom  de  la  Commission  Européenne  du  Danube.

ARTICLE  3.

Le  contrôle  des  opérations  de  la  caisse  de  navigation  de  Soulina
ne  sera  plus  confié  à  un  agent  spéecial;  il  sera  exclusivement  exercé  par
la  Commission  Européenne  ou  par  ’autorité  qui  lui  succédera,  et  ce,  dans
la  forme  qui  est  ou  sera  déterminée  par  la  dite  Commission  ou  autorité.

Le  mode  de  perception  des  taxes  et  Hadministration  de  la  caisse
de  navigation  de  Soulina  pourront  étre  modifics  par  décision  prise  à
T’unanimité  des  voix  en  séance  pléniere.

ARTICLE  4.

La  disposition  finale  de  Tarticle  14  de  IActe-public  de  1865  est
modifiée  en  ce  sens,  due  Pinterdiction  demployer  aucune  partie  des  sommes
Produites  par  les  taxes  prélevées  sur  les  bätiments  de  mer  ou  des  em-Prunts
  réalisés  au  moyen  de  T’affectation  de  ces  taxes,  pour  couvrir  les
frais  de  travaux  ou  des  dépenses  administratives  se  rapportant  à  une
Section  fluviale  situsce  en  amont  d’lsaktcha,  est  restreinte  à  la  partie  du
fleuve  situce  en  amont  de  Galatz.

ARTICLE  5.

La  Commission  Européenne  est  chargée  de  l'entretien  et  de  l'administration
  de  tous  les  phares  Ccomposant  le  Systeme  d’éclairage  des  embouchures
  du  Danube:  par  suite,  la  quotepart,  représentant  les  droits
de  phare  dans  le  montant  des  taxes  percues  à  Soulina  restera  intégrale--ment
  acquise  à  la  caisse  de  navigation.

ARTICLE  6.

Les  réglements  sanitaires  applicables  aux  embouchures  du  Danube,
compris  les  tarifs  des  taxes  Sanitaires,  seront  élaborés  et  modifiés,  de
concert  avec  la  Commission  Européenne,  par  le  Conseil  international  qui
Sera  instituéc  à  Bucarest.

Les  réglements  actuels  resteront  en  vigueur  jusqu'à  nouvel  ordre,
sous  la  réserve  du  droit  de  la  Commission  Européenne  de  demander
Tabrogation  immédiate  de  ceux  qui  seraient  en  opposition  avec  les  intéréts
  de  la  navigation  et  avec  les  principes  énoncés  dans  les  articles  18,
19  et  20  de  I'Acte-public  du  2  Novembre  1865.  Dans  le  but  de  deéterminer
  plus  exactement  la  portée  des  stipulations  du  dit  article  20,  relatives
  aufx  mesures  de  qduarantaime  proprement  dites,  mises  en  vigueur  en
        <pb n="70" />
        —  64  —

temps  d’épidémie,  il  est  expressément  entendu  et  convenu  dque  ces  mesures
  sont  exclusivement  applicables  auxK  navires  et  aux  voyageurs  de
Provenance  brute  et  dans  les  ports  non-contaminés,  et  qdue  toute  mesure
exceptionnelle  et  restrictive  doit  étre  supprimée,  pour  Tintercourse  entre
les  ports  du  fleuve,  dées  due  Tépidémie  est  devenue  générale  sur  ces  rives.

Et  afin  de  faciliter,  en  temps  d’épidémie,  le  maintien  de  la  police
fluviale,  i  est  convenn,  de  plus,  due  TInspecteur  de  la  navigation,  le
chancelier  de  IInspection  et  les  surveillants  des  sections  continueront
comme  par  le  passé,  à  circuler  librement  sur  le  fleuve,  sous  la  seule  condition
  de  se  Soumettre,  en  cas  de  compromission,  aux  mesures  réglementaires
  auxquelles  Ssont  soumis  les  agents  de  la  sante.  Les  mémes  immunités
  seraient,  en  cas  de  besoin,  accordées  aux  Ingénieurs,  employés  et
ouvriers  de  la  Commission  Européenne.

ARTICLE  7.

En  ce  qui  concerne  spéecialement  Padministration  du  service  sanitaire
à  Soulina,  le  Conseil  international  de  Bucarest  sentendra  avec  la  Commission
  sur  la  nomination  et  la  rétribution  du  personnel  de  la  santé,  sur
Tinstallation  et  le  fonctionnement  des  bureaux,  sur  I’établissement  et  Tentretien
  d’un  lazaret,  sur  le  mode  de  perception  des  taxes  Sanitaires  et
sur  la  destination  de  leur  produit,  lequel  formera  un  fonds  Spécial.

ARTICLE  8.

Pour  assurer,  en  tout  temps,  au  personnel  ainsi  dqu’aux  propriétés
et  ouvrages  de  la  Commission  Européenne  le  bénébfice  de  la  neutralité
qui  leur  est  garantie  par  les  articles  21  de  IActe-public  du  2  Novembre
1865  et  7  du  Traite  de  Londres,  du  13  Mars  1871,  les  Ingénieurs,  employés
  et  ouvriers  de  la  Commission  Européenne  pourront  étre  munis  d’un
brassard  portant,  sur  fond  bleu,  les  lettres  blanches  C.  E.  D.  De  plus,
elle  ne  sera  pas  tenue  ’arborer  sur  ses  établissements  de  toute  nature  et
sur  ses  embarcations  d’autre  pavillon  que  le  sien,  lequel  est  composé  de
cind  bandes  paralléles,  perpendiculaires  à  la  hampe,  disposées  dans  Tordre
suivant  de  leurs  couleurs:  rouge,  blanc,  bleu,  blanc  et  rouge,  la  bande
bleue  ayant  une  hauteur  double  de  celle  de  chacune  des  autres  bandes,
et  portant  en  blanc  les  lettres  C.  E.  D.

ARTICLE  9.

Toutes  les  dispositions  de  DActe-public  du  2  Novembre  1865,
auxquelles  il  West  pas  expressément  dérogé  par  le  présent  acte  additionnel,
conservent  toute  leur  force  et  valeur.
        <pb n="71" />
        —  65  —

Le  réglement  de  navigation  et  de  police  et  le  tarif  des  droits  de
navigation  seront  révisés  ultérieurement  par  la  Commission  Européenne,
pour  étre  mis  d’acSord  avec  Tétat  de  choses  créé  par  le  Traité  de  Berlin.

ARTICLE  10.

Le  présent  acte  sera  ratifé.

Chacune  des  Hautes  Parties  contractantes  ratifiera  en  un  seul  exemplaire.
  Les  instruments  de  ratification  seront  déposés,  dans  le  delai  ’une
année,  ou  plus  töt  si  faire  se  peut,  dans  les  archives  de  la  Commission
Européenne  du  Danube.

En  foi  de  quci,  les  Déléegués  Plénipotentiaires  respectifs  ont  signe
le  présent  acte  additionnel  et  y  ont  apposé  leur  sceau.

Fait  à  Galatz,  le  vingt-huitieme  jour  du  mois  de  Mai  de  Tan  mil
huit  cent  qduatrevingt-  un  (n.  st.).

(L.  S.)  J.  Arenfdet.

(L.  S.)  de  Haan.

(L.  S.)  Camille  Barrere.

(L.  S.)  H.  Siborne.

(L.  S.)  Revest.

(L.  S.)  Pencovici.

(L.  S.)  Romanenko.

(L.  S.)  Const.  Et.  Carathéodori.

 

Der  Vertrag  ist  ratifizirt  und  die  Ratifikations-Urkunden  sind  ausgetauscht
worden.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="72" />
        <pb n="73" />
        Reichs-  Gesetzblatt.

Nr.14.

Inhalt:  Gesetz,  betreffend  die  Feststellung  eines  Nachtrags  zum  Reichshaushalts-Etat  für  1882/83.  S.  67.  —
Allerhöchster  Erlaß,  betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  auf  Grund  des  Gesetzes  vom
15.  Februar  1882.  S.  68.

 

 

 

(Nr.  1473.)  Gesetz,  betreffend  die  Feststellung  eines  Nachtrags  zum  Reichshaushalts-Etat  für
das  Etatsjahr  1882/83.  Vom  26.  Juni  1882.

Wir  Wilhelm,  von  Gottes  Gnaden  Deutscher  Kaiser,  König

von  Preußen  ect.

verordnen  im  Namen  des  Reichs,  nach  erfolgter  Zustimmung  des  Bundesrats
und  des  Reichstags,  was  folgt:
§.  1.

In  den  Reichshaushalts-Etat  für  das  Etatsjahr  1882/83  ist  unter  Kapitel  2
der  einmaligen  Ausgaben  als  Titel  3  einzustellen:
Zur  baulichen  Herrichtung  des  in  der  Wilhelmstraße  75  belegenen
ehemals  v.  Deckerschen  Grundstücks  Behelfsunterbringung    von  Geschäftslokalen
  des  Auswärtigen  Amts,  sowie  zur  Bestreitung  der  durch  den
Umzug  entstehenden  weiteren  Kosten...............  105  000  Mark.

§.  2.

Die  Mittel  zur  Bestreitung  dieses  Mehrbedarfs  sind,  soweit  dieselben  nicht
durch  Mehrerträge  bei  den  außer  den  Matrikularbeiträgen  zur  Reichskasse  fließenden
regelmäßigen  Einnahmen  ihre  Deckung  finden,  durch  Beiträge  der  einzelnen  Bundesstaaten
  nach  Maßgabe  ihrer  Bevölkerung  aufzubringen.

Urkundlich  unter  unserer  höchsteigenhändigen  Unterschrift  und  beigedrucktem
Kaiserlichen  Insiegel.
Gegeben  Bad  Ems,  den  26.  Juni  1882.

(L.  S.)  Wilhelm.
In  Vertretung  des  Reichskanzlers:
Scholz.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  17
Ausgegeben  zu  Berlin  den  6.  Juli  1882.
        <pb n="74" />
        —  68  —

(Nr.  1474.)  Allerhöchster  Erlaß,  betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  auf  Grund  des  Gesetzes
vom  15.  Februar  1882.  vom  26.  Juni  1882.

Auf  ihren  Bericht  vom  24.  Juni  d.  J.  genehmige  ich,  daß  auf  Grund  des
Gesetzes  vom  15.  Februar  1882,  betreffend  die  Aufnahme  einer  Anleihe  für  Zwecke
der  Verwaltungen  des  Reichsheeres,  der  Marine  und  der  Reichseisenbahnen,  sowie
zur  Erhöhung  der  Betriebsfonds  der  Reichskasse  (Reichs-Gesetzbl.  S.  38),  ein  Betrag
  von  29  674  405  Mark  durch  eine  nach  den  Bestimmungen  des  Gesetzes  vom
19.  Juni  1868  (Bundes-Gesetzbl.  S.  339)  zu  verwaltende  Anleihe  beschafft  und
zu  diesem  Zwecke  ein  entsprechender  Betrag  von  Schuldverschreibungen,  und  zwar
über  zweihundert  Mark,  fünfhundert  Mark,  eintausend  Mark,  zweitausend  Mark
und  fünftausend  Mark  ausgegeben  werde.

Die  Anleihe  ist  mit  jährlich  vier  vom  Hundert  am  1.  April  und  1.  Oktober
zu  verzinsen.

Die  Tilgung  des  Schuldkapitals  erfolgt  in  der  Art,  daß  die  durch  den
Reichshaushalts-Etat  dazu  bestimmten  Mittel  zum  Ankauf  einer  entsprechenden
Anzahl  von  Schuldverschreibungen  verwendet  werden.  Dem  Reich  bleibt  das
Recht  vorbehalten,  die  im  Umlauf  befindlichen  Schuldverschreibungen  zur  Einlösung
  gegen  Barzahlung  des  Kapitalbetrages  binnen  einer  gesetzlich  festzustellenden
Frist  zu  kündigen.  Den  Inhabern  der  Schuldverschreibungen  steht  ein  Kündigungsrecht
  gegen  das  Reich  nicht  zu.

Ich  ermächtige  Sie,  hiernach  die  weiteren  Anordnungen  zu  treffen  und  die
Reichsschuldenverwaltung  mit  näherer  Anweisung  zu  versehen.

Dieser,  mein  Erlaß,  ist  durch  das  Reichs-Gesetzblatt  zur  öffentlichen  Kenntniß
zu  bringen.
Bad  Ems,  den  26.  Juni  1882.

 

Wilhelm.
In  Vertretung  des  Reichskanzlers:

Scholz.
An  den  Reichskanzler.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.

 

Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="75" />
        —  69

 

Reichs-Gesetzblatt.

Nr.  15.

 

 

 

Inhalt: Konsularvertrag mit Brasilien S. 69

(Nr.  1475.)  Konsularvertrag  zwischen  dem
Deutschen  Reich  und  Brasilien.

Vom  10.  Januar  1882.

Seine  Majestät  der  Deutsche  Kaiser,
König  von  Preußen,  im  Namen  des
Deutschen  Reichs  einerseits,  und  seine
Majestät  der  Kaiser  von  Brasilien  andererseits,
  von  dem  Wunsche  geleitet,  die
Befugnisse,  Vorrechte  und  Befreiungen,
welche  die  Konsularbeamten  in  den  beiderseitigen
  Ländern  bei  Ausübung  ihrer
Amtsverrichtungen  genießen  sollen,  klar
und  genau  festzustellen,  haben  beschlossen,
einen  Vertrag  abzuschließen,  und  zu  diesem
Zwecke  zu  ihren  Bevollmächtigten  ernannt:


Seine  Majestät  der  Deutsche
Kaiser,  König  von  Preußen:

den  Geheimen  Legationsrat  Herrn
Rudolph  Le  Maistre,  Inhaber
  des  Königlich  preußischen
Roten  Adler-Ordens  zweiter
Klasse  mit  Eichenlaub,  Komtur
des  Königlich  bayerischen  Verdienst-
  Ordens  vom  heiligen
Michael,  Komtur  zweiter  Klasse
des  Königlich  württembergischen
Friedrichs-Ordens,  Komtur erster
Klasse  des  sachsen-ernestinischen.

Reichs-Gesetzbl.  1882.

Ausgegeben  zu  Berlin  den  12.  Juli  1882. 18

        

(No.  1475.)  Convençäb  Consular  entre  o
Imperio  Allemä#bö  e  o  Brasil.

De  10.  de  Janeiro  de  1882.

Sua  Magestade  o  Imperador  Alle—
maòo  e  Rei  da  Prussia  em  nome  do
Imperio  Allemac  por  uma  parte  e
Sua  Magestade  o  Imperador  do
Brasil  por  outra  parte,  animados
do  desejo  de  determinar  e  flxar  de
maneira  clara  e  precisa  as  attribuicöès,
  prerogativas  e  immunidades
de  due  deverä0  gezar  os  agentes
consulares  em  cada  um  dos  dois
Paizes  no  exercicio  de  suas  füncc6éès,
resolveräob  celebrar  uma  convencab,
e  Para  este  fim  nomeäräb  seus
plenipotenciarios  a  saber:

Sua  Magestade  o  Imperador
Allemäb  e  Rei  da  Prussia:

ao  Sr.  Rodolpho  Le  Maistre,
Conselheiro  intimo  de  Legaęaòo,
  condecorado  com  a  Real
Ordem  Prussiana  da  Aguia
Vermelha,  segunda  classe
com  folhas  de  carvalho,
Commendador  da  Real  Ordem
Bavara  de  merito  de  Säo
Miguel,  Commendador  de
segunda  classe  da  Real
Ordem  Wurtembergueza  de
18
        <pb n="76" />
        —  70—

Hausordens,  Offizier  des  Königlich
  belgischen  Leopold-Ordens,
Komthur  zweiter  Klasse  des
Kaiserlich  russischen  St.  Annen-Ordens,
  Großoffizier  des  Königlich
  italienischen  Kronen-Ordens,
Seinen  außerordentlichen  Gesandten
  und  bevollmächtigten
Minister  bei  Seiner  Majestät
dem  Kaiser  von  Brasilien,
und

Seine  Majestät  der  Kaiser  von
Brasilien:

den  Herrn  Franklin  Americo
de  Menezes  Doria,  von
Seinem  Rate,  Komthur  des
Rosen-Ordens,  Kriegsminister
und  interimistischer  Minister  der
Auswärtigen  Angelegenheiten,

welche,  nach  Austausch  ihrer  beiderseitigen
in  guter  und  gehöriger  Form  befundenen
Vollmachten,  über  folgende  Artikel  übereingekommen
  sind:

Artikel  1.

Jeder  der  Hohen  vertragschließenden
Teile  soll  die  Befugniß  haben,  Generalkonsuln,
  Konsuln,  Vizekonsuln  und  Konsularagenten
  in  denjenigen  Häfen,
Städten  und  Plätzen  des  Gebiets  des
andern  Teiles,  in  welchen  solche  zur
Förderung  des  Handels  und  des  Schutzes
der  Rechte  und  Interessen  der  bezüglichen
Staatsangehörigen  notwendig  sind,  zu
bestellen  und  zu  unterhalten.  Doch
bleibt  beiden  Teilen  das  Recht  vorbehalten.

Frederico,  Commendador  de
Primeira  classe  da  Ordem  da
Casa  Ernestina  da  Sakconia,
Official  da  Real  Ordem  Belga
de  Leopoldo,  Commendador
de  segunda  classe  da  Ordem
Imperial  da  Russia  de  Santa
Anna  e  Grande  Ollcial  da
Real  Ordem  da  Corh  de
Italia,  Seu  Enviade  Extraordinario
  e  Ministro  Pleni-Potenciario
  junto  à  Sua  Magestare
  o  Imperador  do
Brasil,

E  Sua  Magestade  o  lmpera--dor
  do  Brasil:

dào  Sr.  Franklin  Ame  rico

de  Menezes  Doria,  do  seu
Conselho,  Commendador  da
Ordem  da  Rosa,  Ministro  e
Secretario  de  Estado  dos  Negocios
  da  Guerra  e  interino
dos  Negocios  Estrangeiros;

#  duaes,  depois  de  trocarem
Seus  plenos  poderes,  que  fordob  achados
  em  bea  e  devida  förma,  convierdb
  nos  artigos  seguintes.

ARTOGO  1°

Cada  uma  das  altas  partes  contractantes
  terä  a  faculdade  de  estabelecer
  e  manter  Consules  Geraes,
Consules,  Vice-Consules  e  Agentes
Consulares,  nos  portos,  cidades  ou
ogares  do  territorio  da  outra,  oude
forem  precisos  para  o  desenwoloimento
  de  commercio  e  proteccab
dos  direitos  e  interesses  de  seus
respectivos  subditos,  reservando  se
exceptuar  dualquer  localidade  onde
        <pb n="77" />
        behalten,  jede  Örtlichkeit  auszunehmen,
für  welche  die  Zulassung  solcher  Beamten
nicht  als  angemessen  erscheint.

Dieser  Vorbehalt  soll  indessen  gegen
keinen  der  hohen  vertragschließenden
Teile  in  Anwendung  gebracht  werden,
ohne  gleichmäßig  gegen  jede  andere  Macht
zur  Anwendung  zu  kommen.

Artikel  2.
Die  für  das  Deutsche  Reich  und
Brasilien  ernannten  Generalkonsuln,

Konsuln,  Vizekonsuln  und  Konsularagenten
  sollen  ihre  amtliche  Tätigkeit
nicht  beginnen  können,  ohne  zuvor  für
ihre  Ernennung  das  Exequatur  in  der
Form  nachgesucht  zu  haben,  die  in  dem
Lande,  in  welchem  sie  ihren  Amtssitz
haben,  vorgeschrieben  ist.

Die  richterlichen  und  Verwaltungsbehörden

  der  Bezirke,  für  welche  die
gedachten  Konsularbeamten  ernannt
worden  sind,  sollen  diese  Beamten  angesichts
  des  Exequatur,  das  ihnen  unentgeltlich
  erteilt  werden  wird,  in  der
Ausübung  ihres  Amtes,  sowie  im  Genusse
  der  Befugnisse  und  Befreiungen,
welche  der  gegenwärtige  Vertrag  ihnen
zugesteht,  sofort  anerkennen.

Die  Anstellungsurkunde  des  Konsularbeamten
  wird  immer  zugleich  die  Bestimmungen
  über  den  Amtssitz  und  den
Amtsbezirk  desselben  enthalten.  Jede
Veränderung  in  Betreff  des  Amtsbezirkes
des  Ernannten  soll  zur  Kenntniß  der
Regierung  gebracht  werden,  welche  das
Exequatur  erteilt  hat.

Die  letztere  bleibt  befugt,  das  Exequatur
  unter  Darlegung  der  Gründe
ihrer  Entschließung  wieder  zurückzuziehen.

 —   71  —  



nao  seja  conveniente  o  estabelecimento
  de  taes  agentes.

Esta  reserva  porém  ndd  Serad
applicada  a  uma  das  altas  partes
contractantes  Sem  o  ser  egualmente
à  qualquer  outra  potencia.

ARTIGO  2°

Os  Consules  Geraes,  Consules,
Vice-Consules  e  Agentes  Consulares,
nomeados  para  o  Imperio  Allemado
e  o  Brasil  naob  poderde  entrar  no
desempenho  de  suas  attribuicées
sem  due  submettabö  as  respectivas
nomeacéès  ao  Exequatur  segundo  a
forma  adoptada  no  paiz  emgque  tiverem
  de  residir.

As  autoridades  administrativas  e
Judiciarias  dos  districtos  para  onde
forem  nomeados  taes  agentes,  à
vista  do  Exequatur,  due  lhes  sera
expedido  gratis,  os  reconhecerao
immediatamente  no  ercreicio  de
Sseus  cargos  e  gozo  das  prerogativas
e  immunidades  due  lhes  concede  a
Presente  convençad.

A  carta  patente  de  nomeacao  deverä
  declarar  a  sede  e  o  districto
consular.  Qualdquer  alteraca0  due
ccorrer  no  districto  consular  Seraák
levada  ao  conhecimento  do  Governo
que  tiver  concedido  o  Exequatur.

Este  ultimo  terd  a  faculdade  de
retirar  o  Exequatur  manitestando
os  motivos  due  à  issc  o  determinarem.


18“
        <pb n="78" />
        Artikel  3.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten,  welche
Angehörige  des  vertragschließenden  Teiles
sind,  der  sie  ernannt  hat,  sollen  von  der
Militäreinquartierung  und  von  sonstigen
Militärlasten,  von  dem  Dienste  im
stehenden  Heere  und  in  der  Flotte,  sowie
  in  der  Nationalgarde,  Bürgerwehr
oder  Miliz  befreit  sein.  Ebenso  sind  sie
von  allen  persönlichen  Steuern  und
allen  anderen  öffentlichen  Leistungen
befreit,  welche  die  Natur  direkter  oder
persönlicher  Auflagen  haben,  mögen  dieselben
  zu  Gunsten  des  Staates,  der  Provinzen
  oder  der  Gemeinden  erhoben
werden.  Diese  Befreiung  soll  sich  dagegen
  nicht  auf  Zölle,  Verbrauchssteuern,
örtliche  Verzehrungsabgaben  (Oktroi)
sowie  auf  indirekte  Steuern  überhaupt
erstrecken.

Sofern  die  im  vorhergehenden  Absatze
bezeichneten  Beamten  in  dem  Lande,  in
welchem  sich  ihr  Amtssitz  befindet,
Grundstücke  besitzen,  oder  Handel  oder
Gewerbe  treiben,  sind  sie  in  Bezug  auf
ihre  Grundstücke,  ihren  Handel  oder  ihr
Gewerbe  den  gleichen  Lasten  und  Abgaben
  unterworfen,  wie  die  Landesangehörigen.


Artikel  4.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonfuln
  oder  Konsularagenten,  welche
Angehörige  desjenigen  vertragschließenden
Teiles  sind,  welcher  sie  ernannt  hat,
genießen  die  persönliche  Immunität,
ausgenommen  wegen  schwerer  strafbarer 

ARTIGO  3°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares,
quando  forem  subditos  da  alta  parte
contractante  due  os  houver  nomeado,
serao  isentos  do  alojamento  militar
e  de  outras  imposicoès  militares,  e
do  servico  tanto  no  exereito  regular
de  terra  ou  de  mar,  como  na  guarda
  nacional  ou  civica,  ou  na  milicia.
  No  mesmo  caso  seradb  egualmente
  isentos  de  imposto  pessoal,  e
de  quaesquer  outras  contribuiçoés
üblicas,  arrecadadas  por  conta  do
Estado,  das  provincias,  communas
Ou  municipalidades,  e  due  tenhab  o
caracter  de  directas  ou  pessoaes,
sem  due  todavia  possa  esta  immunidade
  estender-se  aos  direitos
de  alfandega,  sizas  ou  direitos  de
entrada  sobre  os  generos  da  terra
(octroth)  ou  äs  contribuiçoés  indirectas.


Quando  porém  os  funccionarios
mencionados  na  primeira  Parte  deste
artigo  possuirem  no  paiz  de  sua
residencia  propriedades  territoriaes
Ou  exercerem  algum  commercio  ou
alguma  industria,  serd0  Sjeitos,
quanto  às  suas  propriedades,  seu
commercio  ou  industria,  As  mesmas
contribuigços  e  impostos  qdue  os  nacionaes.


ARTIGO  4°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares,  subditos
  da  alta  parte  contractante  due
os  honver  nomeado,  gozarä  da  immunidade
  pessoal,  excepto  por  graves
actos  puniveis.  Como  taes  seradb
        <pb n="79" />
        Handlungen.  Als  solche  Handlungen
sind  in  Deutschland  Verbrechen  im  Sime
der  deutschen  Strafgesetze,  in  Brasilien
Verbrechen  anzusehen,  welche  nach  der
dortigen  Gesetzgebung  keine  Sicherheitsleistung
  zulassen  (inaffiangaveis).  Sind
die  genannten  Beamten  Kaufleute,  so
kann  wegen  Handlungen,  welche  ihr  Geschäft
  betreffen,  Schuldhaft  gegen  sie
verhängt  werden.

Die  im  Eingange  bezeichneten  Beamten
  sollen  auch  nicht  gezwungen  werden
  können,  als  Zeuge  vor  den  Gerichten
zu  erscheinen.  Bedarf  die  Ortsbehörde
einer  Erklärung  oder  Auskunft  von
Seiten  der  gedachten  Konsularbeamten,
so  wird  sie  sich  solche  schriftlich  erbitten,
oder  sich  selbst  in  deren  Wohnung  begeben,
  um  diese  Auskunft  persönlich  entgegenzunehmen.


Artikel  5.

Sollte  der  eine  der  hohen  vertragschließenden
  Teile  zu  seinem  Konsularbeamten
  in  dem  Gebiete  des  anderen
Teiles  einen  Angehörigen  des  letzteren
ernennen,  so  wird  dieser  Konsularbeamte
fortdauernd  als  Bürger  des  Staates,
dem  er  angehört,  angesehen  werden  und
den  Gesetzen  und  Verordnungen  unterworfen
  bleiben,  welche  für  die  Landesangehörigen
  an  dem  Orte  seines  Amtssitzes
  gelten,  soweit  damit  der  Ausübung
seiner  Amtsbefugnisse  nichts  in  den  Weg
gelegt  wird.

Artikel  6.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  können  an
der  Außenseite  des  Konsulatsgebäudes
das  Nationalwappen  mit  der  Umschrift:

—73  —

considerados  na  Allemanha  os  que
as  leis  penaes  Allemans  qualificao
de  crimes,  e  no  Brasil  os  due  à
legislaca0  Brasileira  qualifica  de
crimes  inaffiançaveis.  Sendo  negociantes,
  lhes  poderä  ser  applicada  a
pena  de  prizab  (contrainte  par  corps)
por  factos  relativos  ao  seu  commercio.


Os  funccionarios  mencionados  na
Primeira  parte  deste  artigo  nao  poderd4o
  ser  obrigados  a  comparecer
como  testemunhas  perante  os  tribunaes.
  Necessitando  a  autoridade
local  obter  delles  alguma  declaracao
Ou  informaçdb,  deverä  requisital-a
Por  escrito,  ou  dirigir  se  ao  sen  domicilio
  para  recebel-a  pesscalmente.

ARTIGO  5°

Quando  uma  das  altas  partes  contractantes
  nomear  para  seu  agente
consular  no  territorio  da  outra  um
subdito  desta,  esse  agente  continuard
à  Ser  considerado  como  subdito  da
nacäb  a  due  pertencer,  e  flcaraá
Sujeito  ás  leis  e  regulamentos  que
regerem  os  nacionaes  no  logar  de
sua  residencia,  Sem  due  entretanto
semelhante  obrigaco  possa  por
förma  alguma  coarctar  o  erxercicio
de  suas  func6es.

ARTIGO  6°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares  poderäb
  collocar  na  parte  exterior  da
casa  do  Consulado  o  escudo  das
        <pb n="80" />
        »Generalkonsulat,  Konsulat,  Vizekonsulat
oder  Konsularagentur ..........................  anbringen,
  sowie  die  Nationalflagge  an
Tagen  öffentlicher  Festlichkeiten,  je  nach
dem  Landesbrauch,  von  ihren  Häusern
wehen  lassen.

Auch  ist  es  ihnen  gestattet,  ihre  Natio—
nalflagge  auf  dem  Boote  zu  führen,  dessen
sie  sich  bei  dienstlichen  Fahrten  im  Hafen
bedienen.

Artikel  7.

Die  Konsulatsarchive  sind  unverletzlich,
und  die  Landesbehörden  können  unter
keinem  Vorwand  dieselben  einsehen  oder
mit  Beschlag  belegen.  Die  zu  den  Archiven
  gehörigen  Dienstpapiere  sind  daher
auch  stets  von  den  Büchern  und  Papieren,
  welche  das  kaufmännische  Geschäft
  oder  das  Gewerbe  des  Konsularbeamten
  betreffen,  gesondert  zu  halten.

Sollte  der  Vorstand  eines  Konsulats
sterben,  ohne  einen  Stellvertreter  zu
hinterlassen,  so  wird  die  Ortsbehörde  die
Archive  sofort  versiegeln  und  zwar,  wenn
möglich,  in  Gegenwart  eines  in  dem
Konsularbezirke  wohnhaften  Konsularbeamten
  einer  befreundeten  anderen  Nation,
sowie  in  Gegenwart  zweier  Angehörigen
desjenigen  vertragschließenden  Teiles,
welcher  den  verstorbenen  Konsularbeamten
ernannt  hatte,  oder,  in  deren  Ermangelung,
  zweier  der  angesehensten  Eimvohner
des  Orts.

Über  diese  Verhandlung  soll  ein  Protokoll
  in  doppelter  Ausfertigung  aufgenommen
  und  die  eine  Ausfertigung  dem
Gesandten  oder  dem  Konsularbeamten
übermittelt  werden,  welchem  die  erledigte
Konsulatsstelle  untergeordnet  war.

Bei  der  Übernahme  der  Archive  durch
den  neuen  Konsularbeamten  soll  die  Ent-—74

  —

armas  de  Sua  naca0  com  a  seguinte
inscripcdb:  „Consulado  Geral,  Consulado,
  Vice-Consulado  ou  Agencia
Consular  de  .  .  ...  «,  e  arvorar  a
respectiva  bandeira  nos  dias  festivos,
segundo  o  uso  de  cada  paiz.

Poderdd0  egualmente  arvorar  à
bandeira  nos  escaleres  em  due  embarcarem
  para  exercer  füncees
consulares  no  porto.

ARTIGO  7°

Os  archivos  consulares  sib0  inviolaweis,
  e  as  autoridades  locaes
näb  poderäo  em  nenhum  caso  de-Vassalos
  nem  embargalos,  devendo
Dara  esse  fim  estar  sempre  separados
  dos  livros  e  papeis  relativos  ao
commercio  ou  industria,  que  possd0
exercer  os  respectivos  agentes  con-Sulares.


Si  fallecer  o  Chefe  de  algum
consulado  sem  substituto  designado,
à  autoridade  local  procederä  immediatamente
  à  apposicao0  dos  Sellos
nos  archivos,  devendo  assistir  à
esse  acto  um  agente  consular  de
Outra  nac&amp;amp;0  amiga,  residente  no
districto,  si  for  possivel,  e  duas
Pessoas  subditas  da  alta  parte  contractante
  due  houver  nomeado  o
fallecido  funccionario  consular,  ou
na  falta  destas  duas  das  mais  notaveis
  do  logar.

Deste  acto  lavrar  se-ha  termo  em
duplicata,  remettendo-se  um  dos
exemplares  à  Legacado,  ou  ao  Con-Sulado
  a  due  estiver  subordinada  a
agencia  consular  vaga.

Quando  a  novo  funccionario  houver
de  tomar  posse  dos  archivos,  o  le-
        <pb n="81" />
        siegelung  in  Gegenwart  der  Ortsbehörde
und  derselben  Personen  erfolgen,  welche
bei  der  Versiegelung  gegenwärtig  waren,
soweit  sie  noch  am  Orte  anwesend  sind.

Artikel  8.

In  Fällen  der  Verhinderung  oder
Abwesenheit,  desgleichen  wenn  ein  Generalkonsul,
  Konsul,  Vizekonsul  oder  Konsularagent
  stirbt,  sind  die  Konsulareleven,
Kanzler  oder  Sekretäre,  sofern  sie  als
solche  dem  anderen  vertragschließenden
Teile  bekannt  gegeben  sind,  ohne  weiteres
  zur  einstweiligen  Ausübung  der
betreffenden  konsularischen  Amtsbefugnisse
befugt.

Die  Vorsteher  der  einzelnen  Konsulate
haben  demgemäß  bei  der  Amtsübernahme
der  betreffenden  Regierung  eine  Liste  des
Personals  des  Konsulats  zu  übermitteln
und  dieselbe  von  den  etwa  eintretenden
Veränderungen  in  laufender  Kenntniß
zu  erhalten.

Die  Ortsbehörden  haben  den  einstweiligen
  Verwesern  der  Konsulate  Beistand
  und  Schutz  zu  gewähren,  und
ihnen  während  ihrer  amtlichen  Tätigkeit
  den  Genuß  aller  Begünstigungen,
Befugnisse,  Befreiungen  und  Vorrechte
zuteil    werden  zu  lassen,  welche  in
dem  gegenwärtigen  Vertrage  den  beiderseitigen

  Konsularbeamten  eingeräumt
sind.
Artikel  9.
Die  Generalkonsuln  und  Konsuln

können,  soweit  sie  nach  den  Gesetzen.

des  vertragschließenden  Teiles,  der  sie
ernannt  hat,  dazu  befugt  sind,  und  vorbehaltlich
  der  Zustimmung  der  Regierung,
  welche  ihnen  das  Exequatur  erteilt
  hat,  Vizekonsuln  und  Konsular-75

  —

Vantamento  dos  sellos  seráä  feito  na
Presença  da  autoridade  local  e  das
mesmas  Pessoas  due  tiverem  assistido
à  Sud  apposicd0,  e  se  acharem  no
ogar.

ARTIGO  8°

Em  caso  de  impedimento,  ausencia
ou  morte  dos  Consules  Geraes,  Consules,
  Vice-Consules  e  Agentes  Consulares,
  os  alumnos  consulares,  Chancelleres
  ou  Secretarios,  depois  de
notiflicado  o  Seu  caracter  official  à
outra  alta  parte  contractante,  serab
de  pleno  direito  admittidos  a  exercer
interinamente  as  respectivas  funcces
consulares.

Para  esse  fim  o  chefe  de  cada  consulado
  duando  tomar  posse  do  sen
logar  fornecerä  ao  Governo  territorial
  uma  relaçao  do  pessoal  do  Consulado,
  e  levaráä  depois  ao  seu  conhecimento
  as  alteracObs  due  occorrerem.


As  autoridades  locacs  deveräb  prestar
  a  estes  funccionarios  interinos
todo  O  auxilio  e  proteccôo0,  e  admittil-os
  durante  essa  gestäb  temporaria
  ao  gozo  de  todas  as  liberdades,
direitos,  immunidades  e  privilegios,
due  pela  presente  convençadob  säob  concedidos
  aos  agentes  consulares  de
ambas  as  altas  partes  contractantes.

ARTIGO  9°

Os  Consules  Geracs  e  Consules  poderäb
  nomear  Vice-Consules  e  Agentes
  Consulares  em  todas  as  cidades,
Portos  e  logares  comprehendidos  nos
seus  districtos,  Si  as  leis  da  alta
Parte  contractante  due  os  houver
nomeado  lhes  derem  essa  faculdade,
        <pb n="82" />
        agenten  in  allen  Städten,  Häfen  und
Plätzen  ihres  Amtsbezirks  ernennen.
Diese  Agenten  können  ohne  Unter—
schied  aus  der  Mitte  der  Angehörigen
beider  Teile  oder  aus  der  Mitte  der
Angehörigen  anderer  Nationen  gewählt
werden.  Sie  erhalten  eine  Anstellungsurkunde
  von  Seiten  des  Konsularbeamten,
  welcher  sie  ernannt  hat  und
nach  dessen  Weisung  sie  ihre  Amtsverrichtungen
  auszuüben  haben.

Es  stehen  ihnen  die  in  dem  gegenwärtigen
  Vertrage  verabredeten  Vorrechte
  und  Befreiungen  ebenfalls  zu,  mit
Ausnahme  derjenigen,  von  denen  die
Artikel  3  und  4  handeln.

Artikel  10.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  oder  deren
Vertreter  können  sich  an  die  Behörden
ihres  Amtsbezirks  wenden,  um  wegen
Zuwiderhandlung  gegen  die  zwischen
beiden  Teilen  bestehenden  Verträge  oder
Vereinbarungen  oder  wegen  irgend  einer
den  Angehörigen  desjenigen  Teiles,
von  welchem  sie  ernannt  sind,  zur  Beschwerde
  gereichenden  Beeinträchtigung
Einspruch  zu  erheben.

Wenn  die  Behörden  ihres  Amtsbezirks
  auf  diese  Vorstellungen  nicht  eingehen,
  so  können  sie  sich,  falls  ein
diplomatischer  Vertreter  des  genannten
vertragschließenden  Teiles  nicht  vorhanden
  sein  sollte,  an  die  Zentralregierung
  des  Landes  wenden,  in
welchem  sie  ihren  Amtssitz  haben.

 

 

Artikel  11.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  oder  Konsularagenten  der  beiden

76  —

e  0  Governo  que  tiver  concedido  o
Exequatur  consentir.

Os  Agentes  assim  nomeados  poderab
  ser  escolhidos  indistinctamente
’entre  os  subditos  de  ambas  as  altas
Partes  contractantes  ou  T’entre  os
cidadábs  de  outras  nacoèés.  Serab
munidos  de  cartas  patentes  passadas
pPelo  Consul  due  os  nomear,  e  exerceráb
  Suas  fünccdéès  segundo  as  instruccoès
  due  por  elle  lhes  forem
dadas.

Gozaräáäb  dos  privilegios  e  immunidades
  estipulados  nesta  convencab,
com  excepecäöb  dos  mencionados  nos
artigos  3°  et  4°.

ARTIGO  10°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares,  ou
aqduelles  que  suas  vezes  fizerem,  poderdb
  dirigir-se  äs  autoridades  dos
seus  districtos  para  reclamar  contra
dualquer  infraccab  dos  tratados  ou
convençees  existentes  entre  as  duas
altas  partes  contractantes,  ou  contra
duaesquer  abusos  de  due  se  dqueixem
Os  Sub  ditos  da  alta  parte  contractante
due  os  houver  nomeado.

Si  as  Suas  reclamaçes  nad0  forem
acolhidas  pelas  autoridades  dos  seus
districtos,  poderáb  recorrer,  na  falta
de  agente  diplomatico  da  alta  parte
contractante  mencionada  ao  governo
central  do  paiz  em  que  residirem.

ARTIGO  11°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  ou  Agentes  Consulares  de
        <pb n="83" />
        —  77

hohen  vertragschließenden  Teile  oder
deren  Vertreter  können,  soweit  es  ihnen
die  Gesetze  desjenigen  vertragschließenden
Teiles,  welcher  sie  ernannt  hat,  ge—
statten:

1.  in  ihren  Kanzleien,  in  ihren  Privatwohnungen,
  in  den  Wohnungen
der  Beteiligten  und  an  Bord  der
Nationalschiffe  die  Erklärungen  der
Schiffsführer,  der  Schiffsmannschaft,
  der  Schiffspassagiere  oder
sonstiger  Angehöriger  des  erwähnten
  vertragschließenden  Teiles  entgegennehmen;


2.  bei  Rechtsstreitigkeiten  dieser  Angehörigen
  unter  sich  oder  mit  Angehörigen
  des  anderen  Teiles  oder
eines  dritten  Staates  auf  Antrag
der  Parteien  nicht  allein  den  Abschluß
  von  Vergleichen  vermitteln,
sondern  auch  das  Schiedsrichteramt
übernehmen.

Artikel  12.

Die  Konsularbeamten  sind  unter  der
im  Artikel  11  bezeichneten  Voraussetzung
ferner  befugt,  als  Notare  alle  Rechtsgeschäfte
  der  Angehörigen  des  vertragschließenden
  Teiles,  von  welchem  sie
ernannt  sind,  insbesondere  Testamente
oder  andere  letztwillige  Verfügungen,  sowie,
  falls  sämtliche  Erben  volljährig
und  gegenwärtig  sind,  gütliche  Erbteilungen
  aufzunehmen  und  zu  beurkunden,
  auch  alle  sonstigen  Handlungen
der  freiwilligen  Gerichtsbarkeit  vorzunehmen,
  soweit  solche  nicht  durch  die  in
dem  Gebiete,  in  welchem  die  Konsularbeamten
  ihren  Amtssitz  haben,  geltenden

Reichs-Gesetzbl.  1882.

ambas  as  altas  Partes  contractantes,
Ou  duem  suas  vezes  flzer,  podera#0
de  conformidade  com  as  leis  da  alta
Parte  contractante  due  os  houver
nomeado:

1.  Receber  nas  suas  chancellarias,
nmas  Suas  casas  Particulares,  nas
das  Partes  e  a  bordo  das  embarcacoès
  da  respectiva  nacionalidade
  as  declarac0ès  dos  ca-Pitaes
  e  tripolantes  dos  navios,
dos  passageiros  due  se  acharem
à  bordo  ou  de  qualquer  outro
subdito  da  mencionada  alta
Parte  contractante;

2.  Promover  nos  litigios  que  estes
subditos  tiverem  entre  8si,  ou
Ccom  subditos  da  outra  alta  parte
contractante  ou  de  terceiro
Estado,  a  pedido  das  partes,
composicoes  amigaveis,  e  aceitar
a  nomeacäb  de  arbitros.

ARTIGO  12°

Os  funccionarios  consulares  terao
tambem,  na  hypothese  do  artigo  11e,
a  faculdade  de  intervir  como  notarios
  ou  escrivaes  publicos  nos  negocios
  dos  subditos  da  alta  parte  contractante
  que  os  houver  nomeado,
Podendo  lavrar  testamentos  ou  outras
disposicoès  de  ultima  vontade,  partilhas
  amigaveis  quando  os  herdeiros
forem  todos  maiores  e  estiverem  pre-Sentes,
  e  praticar  todos  os  demais
actos  da  jurisdicca0  voluntaria,  si
estes,  pelas  leis  vigentes  no  territorio
eem  due  os  funccionarios  consulares
residirem,  nao  competirem  eclusi-19
        <pb n="84" />
        Gesetze  den  Gerichten  oder  anderen  Behörden
  dieses  Gebietes  ausschließlich  zugewiesen
  sind.

Betrifft  die  Rechtshandlung  einen  in
diesem  Gebiete  gelegenen  unbeweglichen
Gegenstand,  und  ist  nach  dem  dort  geltenden
  Rechte  zur  Gültigkeit  der  Handlung
  die  Aufnahme  einer  notariellen
Urkunde  erforderlich,  so  ist  von  dem
Konsularbeamten  ein  zuständiger  Notar
oder  öffentlicher  Schreiber  des  Orts  beizuziehen,
  welcher  die  Urkunde,  bei  Vermeidung
  der  Nichtigkeit,  gemeinschaftlich
mit  dem  Konsularbeamten  zu  unterzeichnen
  hat.

Artikel  13.

Die  Bestimmungen  des  Artikels  12
finden  auch  Anwendung  auf  Rechtsgeschäfte,
  welche  von  Angehörigen  desjenigen
  vertragschließenden  Teiles,  der
den  Konsularbeamten  ernannt  hat,  mit
Angehörigen  oder  sonstigen  Einwohnern
des  Gebietes,  in  welchem  sich  der  Sitz
des  Beamten  befindet,  geschlossen  werden.
Zur  Aufnahme  von  Rechtsgeschäften,  an
welchen  ausschließlich  Angehörige  dieses
letzteren  Gebietes  oder  eines  dritten  Staates
beteiligt  sind,  ist  der  Konsularbeamte
dann  befugt,  wenn  die  Geschäfte  sich  auf
bewegliche  oder  unbewegliche  Gegenstände
beziehen,  welche  in  dem  Gebiete  desjenigen
  Teiles,  der  ihn  ernannt  hat,  sich
befinden,  oder  wenn  sie  Angelegenheiten
betreffen,  welche  dort  zur  Erledigung
kommen  sollen.

Artikel  14.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  haben,  soweit
sie  nach  den  Gesetzen  des  vertragschließenden
Teiles,  der  sie  ernannt  hat,  dazu  befugt

vamente  Aos  tribunaes  ou  outras
autoridades  desse  mesmo  territorio.

Quando  estes  actos  se  referirem
àa  bens  immocveis  situados  neste  territorio,
  si  o  direito  neste  adoptado
exigir  para  a  validade  do  acto  uma
escriptura  publica,  o  funccionario
consular  chamaráä  um  notario  ou
escrivao  publico  competente  do  logar
  due  à  assignara  com  elle  sob
Dena  de  nullidade.

ARTIGO  13°

As  disposicoès  do  artigo  12°  sera0
tämbem  applicaveis  a  todos  os  actos
Cconvencionaces  entre  subditos  da  alta-Parte
  contractante  due  houver  nomeado
  o  agente  consular  e  subditos
Ou  outros  habitantes  do  territorio
em  qdue  residir  o  dito  agente.  Quanto
a  Qutros  actos  de  identica  natureza,
due  interessem  unicamente  a  subditos
  deste  ultimo  territorio,  ou  de
terceiro  Estado,  o  agente  consular
Poderá  intervir  quando  esses  actos
se  refirdd  a  bens  moveis  ou  immcveis
due  se  achem  no  territorio  da  alta.
Parte  contractante  due  o  houver  nomeado
  ou  a  negocios  qdue  nelle  tenhad
  de  ser  tratados.

ARTIGO  14°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares  ter0
0  direito  de  conformidade  com  as
leis  da  alta  parte  contractante  due
        <pb n="85" />
        sind,  das  Recht,  Eheschließungen  von
Angehörigen  dieses  Theiles  vorzunehmen,
und  die  Geburten,  Heirathen  und  Sterbefälle
  solcher  Angehörigen  zu  beurkunden.
Selbstverständlich  kann  eine  Eheschließung
vor  dem  Konsularbeamten  mit  Rechtswirksamkeit
  für  das  Gebiet,  in  welchem
derselbe  seinen  Sitz  hat,  nicht  erfolgen,
wenn  einer  der  Verlobten  Angehöriger
des  vertragschließenden  Theiles,  in  dessen
Gebiete  die  Eheschließung  erfolgt,  oder
eines  dritten  Staates  ist.

Artikel  15.

Die  von  den  Konsularbeamten  in
Gemäßheit  der  Artikel  11  bis  14  aufgenommenen
  Urkunden,  ingleichen  die
Auszüge  oder  Abschriften  solcher  Urkunden
  sollen,  wenn  sie  durch  die  gedachten
  Beamten  vorschriftsmäßig  beglaubigt
  und  mit  ihrem  Amsssiegel  versehen
  sind,  vor  jeder  Gerichts=  oder
Verwaltungsbehörde  in  Deutschland  wie
in  Brasilien  dieselbe  Kraft  und  Gültigkeit
haben,  als  wenn  sie  von  einem  Notar
oder  einem  sonst  zuständigen  öffentlichen
Beamten  des  einen  oder  des  anderen
vertragschließenden  Theiles  aufgenommen
  wären,  vorausgesetzt,  daß  diese  Urkunden
  in  derjenigen  Form  aufgenommen
worden  sind,  welche  die  Gesetze  desjenigen
  Theiles,  von  dem  der  Konsul
ernannt  ist,  vorschreiben,  und  vorausgesetzt,
  daß  demnächst  auch,  wenn  es
die  Angelegenheit  erfordert,  bezüglich  des
Stempels,  der  Registrirung,  der  Einschreibung
  und  aller  anderen  Formvorschriften
  die  bezüglichen  Bestimmungen  des
Rechtsgebietes,  in  welchem  der  Akt  zur
Ausführung  kommen  soll,  erfüllt  sind.

79

s  houver  nomeado,  de  celebrar  casamentos
  de  subditos  dessa  alta
Parte,  e  de  receber  os  termos  de
nascimento,  casamento  e  obito  dos
mesmos  subditos.  Fica  entendido
due  perante  o  funccionario  consular
nenhum  casamento  se  poderä  celebrar
  due  tenha  effeitos  legaes  no
territorio  em  due  o  mesmo  funccionario
  residir,  qguando  um  dos  nubentes
  for  subdito  da  alta  parte
contractante  em  cufjo  territorio  se
effeituar,  ou  pertencer  a  terceiro
Estado.

ARTIGO  15°

Os  actos  assim  feitos  pelos  funccionarios
  consulares  de  conformidade
com  os  artigos  11°  a  14°,  e  os  extractos
  ou  traslados  dos  mesmos  devidamente
  legalisados  pelos  mencionados
  fünccionarios  e  sellados  como
respectivo  sello  official,  fardb  fü  perante
  qdualquer  autoridade  judiciaria
ou  administrativa  da  Allemanha  ou
do  Brasil  e  teraäb  respectivamente  aà
mesma  forçca  e  validade  como  sSie
fossem  passados  por  nothrios  ou
outros  officiaes  publicos  Ccompetentes
de  uma  ou  outra  das  altas  partes
contractantes,  uma  vez  que  sejad
lavrados  conforme  as  leis  da  alta
Parte  contractante  due  houver  nomeado
  o  funccionario  consular,  e,
duando  o  assumpto  o  exigir,  tenhad
sido  previamente  submettidos  ao
sello,registro,  insinnaca#o  e  à  qduaesduer
  outras  formalidades  que  rejao
àa  materia  no  paiz  em  que  tiverem
de  ser  cumpridos.

19*
        <pb n="86" />
        Artikel  16.

Die  genannten  Beamten  dürfen  vor
den  Gerichten  als  Dolmetscher  auftreten,
dieselben  sind  auch  berechtigt,  Schriftstücke
jeder  Art,  welche  in  der  Sprache  des
vertragschließenden  Theiles,  welcher  sie
ernannt  hat,  abgefaßt  sind,  zu  über—
setzen  und  zu  beglaubigen.

Diese  Uebersetzungen  sollen,  in  Deutschland
  wie  in  Brasilien,  dieselbe  Beweiskraft
  haben,  wie  wenn  sie  von  vereidigten
Uebersetzern  oder  Dolmetschern  angefertigt
  worden  wären.

Artikel  17.

Stirbt  ein  Angehöriger  eines  der
vertragschließenden  Theile  in  dem  Gebiete
des  anderen  Theiles,  so  soll  die  zuständige
  Ortsbehörde  dem  betreffenden  Generalkonsul,
  Konsul,  Vizekonsul  oder  Konsularagenten
  von  dem  Todesfall  sofort
Nachricht  geben.  Ihrerseits  sollen  die
letzteren  Beamten,  wenn  der  Todesfall
zuerst  zu  ihrer  Kenntniß  kommt,  ebenmäßig
  die  gedachte  Behörde  davon
benachrichtigen.

Artikel  18.

In  folgenden  Fällen  kommt  es  dem
Konsularbeamten  des  vertragschließenden
Theiles,  welchem  der  Verstorbene  angehörte,
  zu,  alle  Handlungen  vorzunehmen,
welche  zur  Einziehung,  Aufbewahrung,
Sicherstellung,  Verwaltung,  Liquidation
und  Aushändigung  des  Nachlasses  an
die  Erben  oder  deren  gehörig  beglaubigte
Bevollmächtigte  erforderlich  sind:

1.  wenn  die  Erben  unbekannt,

80

ARTIGO  16°

Os  mesmos  funccionarios  poderd40
Servir  de  interpretes  em  juizo  e  traduzir
  e  legalisar  documentos  de
dualdquer  especie,  escritos  na  lingua
da  alta  parte  contractante  qdue  os
houver  nomeado.

Estas  traduecoões  farão  prova,  na
Allemanha  e  no  Brasil,  como  si  tivessem
  sido  feitas  pelos  respectivos
interpretes  juramentados  ou  traductores
  publicos.

ARTIGO  17°

No  caso  de  morte  de  subdito  de
uma  das  altas  partes  contractantes  no
territorio  da  outra,  a  autoridade  local
  competente  deverâ  communical-a
sem  demora  ao  Consul  Geral,  Consul,
  Vice-Consul  ou  Agente  Consular
respectivo,  e  estes  por  sua  parte  a
communicard5  egualmente  quella
autoridade,  si  antes  tiverem  conhecimento.


ARTIGO  18°

Aos  Jfunccionarios  consulares  da
alta  parte  contractante,  de  quem  o
fallecido  tiver  sido  subdito,  pertence
exercer  todos  os  actos  necessarios
Para  a  arrecadacd0,  guarda,  conser-Vacäb,
  administracdo  e  liquidacdo  da
herança,  assim  como  para  à  Suas
entrega  aos  herdeiros,  ou  seus  mandatarios
  devidamente  autorisados,
nos  casos  Sseguintes:

1%  Quando  os  herdeiros  sao  desconhecidos,
        <pb n="87" />
        —

2.  wenn  die  Erben  der  Nationalität
des  Verstorbenen  angehören  und
abwesend  oder  minderjährig  oder
handlungsunfähig  sind,

3.  wenn  der  Testamentsvollstrecker  abwesend
  ist  oder  das  Amt  nicht
annimmt.

Artikel  19.

Den  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  steht  ausschließlich
  die  Inventarisirung,  Sicherstellung,
  Verwaltung,  Liquidation  und
Aushändigung  der  Verlassenschaft  zu,
wenn  es  sich  um  den  Nachlaß  von
Schiffsleuten,  Schiffspassagieren  oder
sonstigen  Reisenden  handelt,  welche  dem
vertragschließenden  Theile,  der  die  gedachten
  Beamten  ernannt  hat,  angehören,
mag  der  Todesfall  am  Lande  oder  an

Bord  eines  Schiffes  seiner  Nationalität

während  der  Reise  oder  im  Bestimmungshafen
  erfolgt  sein.

Artikel  20.

Außer  den  in  den  Artikeln  18  und
19  bezeichneten  Fällen  kommt  die  Aufnahme
  des  Inventars  und  die  Verwaltung
  und  Liquidation  des  Nachlasses  der
Landesbehörde  nach  Maßgabe  der  für
diese  geltenden  Gesetze  zu.

Artikel  21.

Befindet  sich  in  einem  der  Fälle,  in
welchen  die  Landesbehörden  zuständig
sind  (Artikel  20),  unter  den  Erben  ein
Abwesender,  Minderjähriger  oder  Handlungsunfähiger,
  welcher  der  Nationalität
des  Verstorbenen  angehört,  so  kann  der

81

2°  Quando  os  herdeiros  pertencem
à  nacionalidade  de  flnade  e
s#40  menocres,  ausentes  ou  incapazes,


3°  Quando  o  exeecutor  testamentarrio
  estä  ausente  ou  nado  aceita
o  encargo.

ARTIGO  19°

Competem  exclusivamente  aos  Consules
  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares  todos  os
actos  necessarios  para  a  inventariacaòo,

  guarda,  administraçaò,  liquidacdb

  e  entrega  da  herança  quando
se  trata  de  espolio  de  marinheiros,
assageiros  ou  outros  viajantes,  que
Pertencao  à4  alta  parte  contractante
Por  quem  houver  sido  nomeado  o
funccionario  consular,  e  due  fallecerem
  em  terra  ou  a  bordo  de  navio
  de  Sua  nacäb  durante  a  viagem
Ou  no  porto  do  destino.

Arico  20°

Em  todos  os  casos,  ndö  comprehendidos
  nos  artigos  18°  e  19,  o
inventario,  a  administraçáb  e  a  liquidacd0
  do  espolio  competem  ao
Juizo  territorial,  de  conformidade
com  as  leis  due  os  regem.

ARTIGO  21°

Si  em  qualquer  dos  casos  da  com-Petencia
  da  autoridade  territorial
(artigo  20°%  concorrer  herdeiro  ausente,
  menor  ou  incapaz  qdue  Seja
da  nacionalidade  do  finado,  o  Consul
  Geral,  Consul,  Vice-Consul  ou
        <pb n="88" />
        Generalkonsul,  Konsul,  Vizekonsul  oder
Konsularagent  bei  der  zuständigen  Ortsbehörde
  über  alle  auf  die  Einziehung,
Verwaltung  und  Liquidation  des  Nachlasses
  bezüglichen  Maßregeln  jederzeit
Auskunft  verlangen,  und  die  ihm  geeignet
scheinenden  Anträge  stellen.

Für  den  minderjährigen  oder  handlungsunfähigen
  Erben  kann  der  Konsular
beamte  bei  der  Ortsbehörde  die  Ernennung
eines  Vormundes  oder  Kurators  bean
tragen,  und  die  genannte  Behörde  wird
ihre  Wahl  auf  den  Konsularbeamten  selbst
richten,  sofern  er  dies  vorgeschlagen  hat,
und  gesetzliche  oder  sonst  triftige  Gründe
nicht  entgegenstehen.

Steht  die  Vormundschaft  über  den
Minderjährigen  kraft  Gesetzes  oder  letzten
Willens  einer  anderen  Person  zu,  so
wird  der  Konsularbeamte,  so  weit  dies
nach  dem  Landesrechte  zulässig  ist,  zum
Gegenvormund  (curador)  ernannt  wer
den.  Stirbt  der  gedachte  Vormund  oder
wird  er  seines  Amtes  enthoben,  so  findet
die  Bestimmung  des  vorhergehenden  Absatzes
  Anwendung.

Artikel  22.

Nachdem  die  Theilung  durch  die  Lokalbehörde
  vollzogen  worden,  soll  der  Konsularbeamte
  in  den  Fällen  des  vorhergehenden
  Artikels  den  Erbantheil,  der  dem
von  ihm  vertretenen  Erben  gebührt,  in
Besitz  nehmen,  und  fortfahren,  das  fragliche
  Vermögen  zu  verwalten,  sowie  über
die  Person  des  Erben,  falls  derselbe
minderjährig  oder  handlungsunfähig  ist,
zu  wachen.

Artikel  23.

Soweit  es  sich  um  die  Anwendung
des  gegenwärtigen  Vertrages  handelt,

82

Agente  Consular  terä  o  direito  de
se  informar  junto  da  autoridade
local  de  todos  os  actos  de  arrecadacao,
  administracäb  e  liquidaca#o
da  heranca  e  de  fazer  as  reclamacoes
  due  lhe  parecerem  fundadas.

O  agente  consular  poderá  requerer
à  competente  autoridade  local  a  nomeaçao
  de  tutor  ou  curador  para
0  herdeiro  menor,  ausente  ou  inca-Paz,
  e  à  dita  autoridade  podera
nomear  0  mesmo  agente  8i  elle  o
Solicitar,  e  a  isso  se  nadb  oOpposerem
motivos  legaes  ou  outros  due  lhe
Parecäo  attendiveis.

Si  a  tutela  dos  menores  competir
Por  lei  ou  disposicäb  testamentaria
à  dualquer  outra  pessoa,  o  funccionario
  consular  poderä  ser  investido
mas  attribuiçoes  de  curador  dos  ditos
menores,  si  à  isto  se  nao  opposer
o  direito  territorial.  Si  o  tutor  declarado
  fallecer  ou  for  removido,
observar-se-ha  o  due  dispée  a  parte
anterior  deste  artigo.

ARTIGO  22°

Feita  a  partilha  pela  autoridade
Iocal,  arrecadará  o  funccionario  consular
  nos  casos  do  artigo  anterior
a  duota  hereditaria  due  couber  aos
Seus  representados,  e  continuard  na
administraca0  dos  bens  assim  como
das  pessoas  dos  menores  e  incapazes.

ARTIGO  23°

Aos  filhos  de  subdito  allemäb,
nascidos  no  Brasil,  serd  applicado
        <pb n="89" />
        sollen  die  in  Brasilien  geborenen  Kinder
eines  Deutschen  in  Gemäßheit  des  brasilianischen
  Gesetzes  vom  10.  September
1860  bis  zu  ihrer  Volljährigkeit  der
Staatsangehörigkeit  des  Vaters  folgen.
Ebenso  sollen  die  in  Deutschland  geborenen
  Kinder  eines  Brasilianers  in
Gemäßheit  der  deutschen  Gesetze  der
Staatsangehörigkeit  des  Vaters  folgen.

Auf  die  Vormundschaft  oder  Kuratel
über  die  bezeichneten  Kinder  erstreckt  sich
die  Wirkung  der  vorstehenden  Bestimmung
nicht;  vielmehr  kann  dieses  Amt  nur
nach  Maßgabe  der  Landesgesetze  geführt
und  von  den  Landesbehörden  übertragen
werden.  

Artikel  24.

Als  Erben  im  Sinne  dieses  Vertrages
sind  auch  die  Universalvermächtnißnehmer
anzusehen.

Artikel  25.

Sind  alle  Erben  volljährig,  so  steht
es  ihnen  frei,  durch  gegenseitige  Uebereinkunft
  die  Inventarisirung,  Verwaltung
und  Liquidation  der  Erbschaft  dem  Konsularbeamten
  zu  übertragen.

Artikel  26.

In  den  Fällen,  in  welchen  nach  Artikel
  18  dem  Konsularbeamten  die  ausschließliche
  Befugniß  zusteht,  den  Nachlaß
  einzuziehen,  zu  inventarisiren,  aufzubewahren,
  zu  verwalten  und  zu  liquidiren,
  wird  derselbe  folgende  Vorschriften
beobachten:

1.  Kann  das  Inventar  aller  nachgelassenen
  Vermögensgegenstände  in  einem

83

o  estado  civil  de  seu  pae  até  4  sua
maioridade  nos  termos  da  lei  de
10  de  setembro  de  1860,  e  para  os
effeitos  do  due  6  estipulado  na  presente
  convencç0.  Do  mesmo  modo,
e  para  os  mesmos  etffeitos,  sera
applicado  aos  fllhos  de  Brasileiro,
nascidos  na  Allemanha,  o  estado
civil  de  seu  pae.

Nos  effeitos  de  due  trata  este
artigo  nao  se  comprehendem  as  tutelas
  e  curatelas,  as  duaes  8s5  podem
ser  conferidas  pela  autoridade  local
e  reguladas  pelas  leis  do  paiz.



ARTIGO  24°

Os  legatarios  universaes  840  equi-Parados
  aos  herdeiros,  no  sentido
desta  convencçad.

ARTIGO  25°

Quando  todos  os  herdeiros  forem
maiores  poderäo,  de  livre  vontade
ee  por  mutuo  accordo,  incumbir  ao
funccionario  consular  do  inventario,
administracdo  e  liquidacao  da  respectiva

  herança.

ARTIGO  26°

O  funccionario  consular  nos  casos
eem  que  pelo  artigo  18°  lhe  compete
exclusivamente  a  arrecadaç#,  inventario,
  guarda,  administraçar  e  liquidacaO
  da  herança,  deverá  observar
as  Seguintes  disposicoes:

%  Si  o  arrolamento  de  todos  os
bens  for  possivel  em  um  dia,  prati-
        <pb n="90" />
        Tage  angefertigt  werden,  so  wird  der
Konsularbeamte  gleich  nach  dem  Todesfalle
  zur  Vornahme  dieser  Amtshandlung
schreiten,  und  die  betreffenden  Gegenstände
in  seine  Verwahrung  und  Verwaltung
nehmen.

2.  Kann  das  Inventar  nicht  in  der
genannten  Zeit  angefertigt  werden,  so
wird  er  sofort  alle  beweglichen  Sachen
und  Papiere  des  Verstorbenen  versiegeln,
und  später  das  ganze  Vermögen  inventarisiren
  und  damit  in  der  zuvor  bezeichneten
  Weise  verfahren.

3.  Die  in  den  beiden  vorhergehenden
Nummern  erwähnten  Handlungen  werden
in  Gegenwart  der  Ortsbehörde  erfolgen,
wenn  die  letztere  nach  vorgängiger  Benachrichtigung
  durch  den  Konsularbeamten
ihre  Anwesenheit  für  angemessen  erachtet,
sowie  in  Gegenwart  zweier  einwandsfreier
  Zeugen.

4.  Wenn  in  Folge  des  Todesfalls
nach  Beobachtung  der  Vorschrift  des  Artikels
  17  die  Ortsbehörde  in  der  Wohnung
des  Verstorbenen  erscheint,  ohne  den
Konsularbeamten  daselbst  anzutreffen,  so
soll  sie  sich  darauf  beschränken,  ihre
eigenen  Siegel  anzulegen.

Erscheint  der  Konsularbeamte,  während
die  Ortsbehörde  noch  anwesend  ist,  so
werden  die  Siegel  wieder  abgenommen
werden,  und  es  wird  der  erstere  in  Gegenwart
  der  Ortsbehörde,  falls  diese  ihre
Anwesenheit  für  angemessen  erachtet,  zur
Inventarisirung  des  Nachlasses  schreiten.

Ist  dagegen  die  Ortsbehörde  nicht
mehr  anwesend,  so  wird  der  Konsularbeamte
  sich  schriftlich  an  sie  wenden  und
sie  auffordern,  innerhalb  eines  auf  nicht
weniger  als  drei  und  nicht  mehr  als
acht  Tage  zu  bestimmenden  Zeitraumes
sich  einzufinden,  damit  die  Abnahme  der

84

Carä  esta  diligencia  logo  depois  do
fallecimento,  tomando  os  ditos  bens
sob  sua  guarda  e  administracadc.

2°  Quando  o  arrolamento  nadb
puder  ser  feito  dentro  desse  prazo,
Pora  incontinenti  os  sellos  nos  bens
moveis  e  Papeis  do  fallecido,  fazendo
  depois  o  rol  de  todos  os
bens  existentes,  aos  quaes  darä  o
destino  declarado.

3°  Os  actos  referidos  nos  dois
numeros  antecedentes  ser40  praticados
  na  presenca  da  autoridade
Tocal,  si  esta,  depois  de  prevenida
pelo  funccionario  consular,  entender
qdue  deve  assistir,  e  de  duas  testemunhas
  idoneas.

4  Si,  depois  do  fallecimento,  observado
  o  disposto  no  artigo  17e°,
a  Autoridade  local,  comparecendo
na  residencia  do  flnado,  ahi  nado
encontrar  o  funccionario  consular,
limitar-Se-ha  à  appor  os  seus  sellos.

Chegando  o  funccionario  consular,
si  estiver  presente  a  autoridade  local,
  seräo  levantados  os  sellos,  eo
dito  funccionario  procederá  na  presenca
  da  mesma  autoridade  ao  arrolamento
  dos  bens,  qduerendo  ellaassistir.


Si  näb  estiver  presente  a  mencionada
  autoridade,  o  fünccionario  consular
  a  ella  se  dirigirä  por  escrito,
convidando-a  a  comparecer  i'um
prazo  hunca  menor  de  tres  dias,
nem  maior  de  vito,  para  que  tenha
logar  o  levantamento  dos  sellos  e
        <pb n="91" />
        Siegel  und  die  übrigen  oben  aufgeführten
  Handlungen  erfolgen  können.
Findet  sich  die  Ortsbehörde  alsdann  nicht
ein,  so  hat  der  Konsularbeamte  allein
vorzugehen.

5.  Findet  sich  während  der  Vornahme
dieser  Handlungen  unter  den  Papieren
des  Verstorbenen  ein  Testament  vor,  oder
ist  ein  solches  an  irgend  einem  anderen
Orte  vorhanden,  so  wird  dasselbe  unter
Beobachtung  der  gesetzlichen  Formen
durch  die  Ortsbehörde  eröffnet  werden,
welche  binnen  vier  Tagen  dem  Konsularbeamten
  eine  beglaubigte  Abschrift  des
Testaments  zu  übersenden  hat.

6.  Der  Konsularbeamte  hat  binnen
vier  Tagen  das  Protokoll  über  die  Anlegung
  und  Abnahme  der  Siegel,  sowie
das  Nachlaßinventar  in  beglaubigter
Abschrift  der  Ortsbehörde  zu  übermitteln.


7.  Der  Konsularbeamte  hat  das  Ableben
  des  Erblassers  binnen  einer  Frist
von  zwei  Wochen  öffentlich  bekannt  zu
machen.  Die  Frist  beginnt  mit  dem
Tage,  an  welchem  der  Konsularbeamte
die  Nachricht  von  dem  Todesfall  erhalten
  hat.

Artikel  27.

Streitigkeiten  über  die  Gültigkeit  der
Testamente  sind  vor  den  zuständigen
Richter  zu  bringen.

Artikel  28.

Der  Konsularbeamte  wird,  nachdem
er  die  im  Artikel  26  erwähnten  Amtshandlungen
  vorgenommen  hat,  bei  der
Verwaltung  und  Liquidation  der  Erbschaft
noch  folgende  Vorschriften  beobachten:

1.  Er  wird  zunächst  die  Beerdigungskosten
  bezahlen,  soweit  solche  dem  Stande

Reichs-Gesetzbl.  1882.

85

demais  actos  enumerados.  Nao
comparecende  a  autoridade  local,
o  funccionario  consular  procederá
por  si  só.

5°  Si  durante  as  supracitadas  operacoes
  apparecer  testamento  entre
os  papeis  do  defuncto,  ou  si  existir
testamento  em  qualquer  outra  parte,
a  sua  abertura  será  feita,  segundo
as  formalidades  legaes,  pelo  juiz
territorial,  o  qual  remetterá  copia
authentica  delle  dentro  do  prazo
de  quatro  dias  ao  funccionario  consular.


6°  Dentro  do  prazo  de  quatro
dias  o  funcciomario  consular  remetterá
  á  autoridade  local  copia  authentica
  dos  termos  tanto  da  appoasicao
  e  levantamento  dos  sellos,
como  do  arrolamento  dos  bens.

7°  O  funccionario  consular  annunciará
  o  fallecimento  do  autor  da
heranca  dentro  de  quinze  dias  da
data  em  que  tiver  recebido  a  noticia.

ARTIGO  27°

As  questoes  de  validade  de  testamento
  serao  submettidas  aos  juizes
Competentes.

ARTIGO  28°

O  funccionario  consular,  depois
de  praticar  as  operacoes  que  ficao
mencionadas  no  artigo  26°,  observará
  na  aadministraço  e  liquidaçao
da  herança  estes  preceitos:

1%  Pagará  antes  de  tudo  as  despezas
  do  funeral,  que  tiverem  sido

20
        <pb n="92" />
        und  Vermögen  des  Verstorbenen  gemäß
aufgewendet  sind.

2.  Er  wird  sofort  in  öffentlicher  Versteigerung,
  in  der  durch  die  bestehenden
Gesetze  und  Gebräuche  vorgeschriebenen
Form  alle  Nachlaßgegenstände,  welche
dem  Verderben  ausgesetzt  sind  oder  deren
Aufbewahrung  schwierig  oder  kostspielig
ist,  verkaufen.

Zu  dem  Verkauf  der  Immobilien
wird  der  Konsularbeamte  die  Ermächtigung
  der  Lokalbehörde  nachsuchen,  damit
  derselbe  in  den  von  den  Landesgesetzen
  vorgeschriebenen  Formen  erfolge.

3.  Er  wird,  auf  außergerichtlichem
oder  gerichtlichem  Wege,  die  Forderungen,
  Renten,  Dividenden  aus  Aktien,
Zinsen  von  Staatsschuldverschreibungen
und  sonstigen  Staatspapieren,  sowie  alle
anderen  Einkünfte  und  Beträge,  welche
der  Verlassenschaft  zustehen,  einziehen,
unter  Ertheilung  von  Quittungen  an  die
betreffenden  Schuldner.

4.  Er  wird  aus  den  zum  Nachlasse
gehörenden  Geldern  oder  aus  dem  Erlös
für  die  verkauften  beweglichen  oder
unbeweglichen  Gegenstände  alle  Lasten
und  Schulden  der  Erbschaft  tilgen,  sowie
die  Vermächtnisse,  mit  welchen  die  Erbschaft
  belastet  ist,  nach  den  letztwilligen  Bestimmungen
  des  Erblassers  auszahlen.

5.  Falls  der  Konsularbeamte  die
Bezahlung  der  gehörig  bescheinigten  Nachlaßschulden
  unter  Berufung  auf  die  Unzulänglichkeit
  des  Nachlasses  ganz  oder
theilweise  verweigert,  so  sind  die  Gläubiger,
  wenn  sie  es  für  angemessen  erachten,
  befugt,  bei  der  zuständigen  Landesbehörde
  die  Eröffnung  des  Konkursverfahrens
  zu  beantragen.

86

feitas  conforme  a  posicao  e  fortuna
do  fallecido.

2°  Venderä  immediatamente,  em
Publico  leildd0  na  forma  das  leis  e
Usos  estabelecildos,  os  bens  que  se
Possäo  deteriorar  ou  que  sejab  de
diffcil  ou  dispendiosa  guarda.

Para  a  venda  dos  immoveis,  e
afim  de  due  ella  se  faga  com  as
formalidades  prescritas  pelas  leis
territoriaes,  requererä  o  funccionario
consular  a  permissao  da  autoridade
local.

3°  Cobrarä,  amigavel  ou  judicialmente,
  as  dividas  activas,  rendas,
dividendos  de  accoes,  juros  de  inscripçoes
  da  divida  publica  ou  apolices,
  e  quaesqduer  outros  rendimentos
  e  duantias  devidas  d  herança,
ee  Passarä  quitacoes  aos  devedores.

4°  Pagarä  com  as  qduantias  pertencentes
  à  herança,  ou  com  o  producto
da  venda  dos  bens,  tanto  moveis
como  immoveis,  todos  os  encargos
e  dwidas  da  herança,  cumprindo
os  legados  de  qdue  ella  esteja  onerada,
  conforme  as  disposices  testamentarias.


5°  Si  allegando  a  insufficiencia
dos  valores  da  herançca,  o  funccionario
  consular  se  recusar  ao  pPpagamento
  de  todos,  ou  de  parte  dos
creditos  devidamente  comprovados,
s  credores  teraO  o  direito  de  reduerer
  d  autoridade  competente,  si
0  julgarem  conveniente  a  seus  interesses,
  à  faculdade  de  se  constituir
  em  concurso.
        <pb n="93" />
        Sobald  das  Konkursverfahren  in  Gemäßheit
  der  Landesgesetze  eröffnet  ist,  hat
der  Konsularbeamte  alle  zum  Nachlasse
gehörigen  Urkunden,  Effekten  und  Werthe
unverzüglich  dem  Gerichte,  oder  falls
deren  Uebernahme  dem  Konkursverwalter
zusteht,  dem  letzteren  auszufolgen;  der
Konsularbeamte  bleibt  in  diesem  Falle
mit  der  Wahrnehmung  der  Rechte  der
abwesenden,  minderjährigen  oder  handlungsunfähigen
  Erben  betraut.

Artikel  29.

Die  nachträgliche  Geltendmachung
von  Erbansprüchen  durch  Personen,
welche  einer  anderen  Nationalität  als
derjenigen  des  Verstorbenen  angehören,
steht  der  Einziehung  und  Verwaltung
des  Nachlasses  durch  den  Konsularbeamten
  nicht  entgegen,  falls  dessen  Zuständigkeit
  einmal  in  Gemäßheit  des
Artikels  18  begründet  war.  Jedoch  ist
in  einem  solchen  Falle  die  Ortsbehörde
befugt,  die  Hinterlegung  eines  entsprechenden
  Theiles  des  Nachlasses  zur  Sicherstellung
  der  Rechte  der  neu  hinzutretenden
  Erben  anzuordnen.

Artikel  30.

Sollte  der  Todesfall  sich  an  einem
Orte  ereignen,  an  welchem  kein  Konsularbeamter
  vorhanden  ist,  so  hat  die
Ortsbehörde  sofort  unter  Darlegung
aller  ihr  bekannt  gewordenen  Umstände
des  Falles  den  nächsten  Konsularbeamten
zu  benachrichtigen,  und  die  Siegelung,
Inventarisirung  sowie  die  sonstigen  auf
die  Verwaltung  des  Nachlasses  bezüglichen
  Maßregeln  vorzunehmen.  Der

87

Obtida  esta  faculdade  nos  termos
e  pelos  meios  estabelecidos  na  legislacao
  de  cada  um  dos  dois  paizes,
0  funccionario  consular  deverá  immediatamente
  remetter  à  autoridade
judicial,  ou  aos  syndicos  da  fallencia,
segundo  competir,  todos  os  documentos,
  effeitos  ou  valores  pertencentes
  á  herança,  ficando  o  referido
funccionario  encarregado  de  representar
  os  herdeiros  ausentes,  os  menores
  e  os  incapazes.

ARTIGO  29°

A  superveniencia  de  herdeiros  de
nacionalidade  diversa  da  do  fallecido
  nao  fará  cessar  a  oarrecadacao
e  aadministraçao  da  herança,  que  se
effleituar  nas  hypotheses  em  que  esses
actos  crompetem  ac  funccionario  consular
  segundo  o  artigo  18°.  Terá
sem  embargo  a  autoridade  local  a
faculdade  de  ordenar  em  tal  caso
o  deposito  de  uma  parte  adequada
da  herança  Para  garantir  os  direitos
dos  herdeiros  supervenientes.

ARTIGO  30°

Si  o  fallecimento  se  der  em  localidade
  onde  onde  haja  funccionario
consular,  a  autoridade  local  o  communicará
  immediatamente  ao  funccionario
  consular  mais  proximo,  incluindo
  na  sua  participacçao  todos  os
esclarecimentos  que  houver  obtido
sobre  o  caso  e  suas  circumstancias,
e  Procederá  á  apposicao  dos  sellos,
arrolamento  dos  bens  e  actos  sub-20*
        <pb n="94" />
        —  88

Konsularbeamte,  welcher  entweder  per—
sönlich  sich  nach  dem  Orte  begeben  oder
unter  seiner  Verantwortlichkeit  einen  Vertreter
  bestellen  kann,  ist  ebenso  wie  sein
Vertreter  nach  Maßgabe  der  vorhergehenden
  Artikel  befugt,  den  Nachlaß
zu  übernehmen,  und  die  Liquidation  fortzuführen,
  soweit  dieselbe  noch  nicht  beendet
  sein  sollte.

Artikel  31.

Gehörte  der  Verstorbene  einer  Handelsgesellschaft
  an,  so  erfolgt  die  Auseinandersetzung
  mit  derselben  in  Gemäßheit
  der  Handelsgesetze  des  Orts,  an
welchem  die  Gesellschaft  ihren  Sitz  hat.
Die  in  Folge  der  Auseinandersetzung
für  die  Erbschaft  flüssig  werdenden
Gelder  sind  in  den  Fällen,  in  welchen
die  Verwaltung  der  Verlassenschaft  dem
Konsul  zusteht,  an  diesen  abzuliefern.

Artikel  32.

Falls  zur  Zeit  des  Todesfalls  die
Gesammtheit  oder  einzelne  Bestandtheile
eines  Nachlasses,  dessen  Liquidation  und
Verwaltung  durch  den  gegenwärtigen
Vertrag  dem  Konsularbeamten  übertragen
  ist,  mit  Beschlag  belegt,  gepfändet
oder  sequestrirt  sind,  so  kann  der  Konsularbeamte
  von  den  bezeichneten  Gegenständen
  insolange  nicht  Besitz  ergreifen,
als  nicht  die  Beschlagnahme,  Pfändung
oder  Segquestration  aufgehoben  ist.

Wird  während  der  Liquidation  eine
Beschlagnahme,  Pfändung  oder  Segquestration
  von  Nachlaßgegenständen  vorgenommen,
  so  sind  die  mit  Beschlag
belegten,  gepfändeten  oder  sequestrirten
Gegenstände  in  dem  Gewahrsam  des
Konsularbeamten  zu  belassen.

sequentes  da  administracac  da  heranca.
  O  mencionadeo  funccionario
consular  poderá  comparecer  no  logar,
  ou  nomear  sob  sua  responsabilidade
  quem  o  represente,  e  elle,
ou  o  seu  representante,  receberá  a
herança,  proseguindo  na  liquidaçao,
si  nao  estiver  terminada.

ARTIGO  31°

   Si  o  fallecido  tiver  pertencido  a
alguma  sociedade  commercial,  proceder-se-ha
  na  fórma  das  leis  commerciaes
  do  logar  em  que  a  sociedade
  tiver  a  sua  sede.  As  quantias
que  pela  liquidacao  resultarem  para
a  herança  serao  entregues  ao  agente
consular  nos  casos  em  que  a  administracao
  do  espolio  a  elle  competir.

ARTIGO  32°

   Si  ao  tempo  do  fallecimento  os
bens,  ou  parte  dos  bens  de  uma
heranca,  cuja  administracao  e  liquidacao
  competem  ao  funccionario
consular  em  conformidade  com  o
estipulado  nesta  convencao,  se  acharem
  embargados,  penhorados  ou
sequestrados,  o  dito  funccionario
nao  poderá  tomar  posse  delles  antes
  do  levantamento  de  mesmo  embargo,
  penhora  ou  sequestro.

   Si  durante  a  liquidacao  sobrevier
embargo,  penhora  ou  sequestro  dos
bens  de  uma  herança,  o  funccionario
  consular  será  depositario  dos
mesmos  bens  penhorados,  embargados
  ou  sequestrados.
        <pb n="95" />
        Die  Beträge,  welche  aus  dem  Erlöse
gepfändeter  Gegenstände  übrig  bleiben,
sind  an  den  Konsularbeamten  abzuliefern.

Artikel  33.

Dem  Konsularbeamten  bleibt  in  den
Fällen  der  Artikel  31  und  32  stets  das
Recht,  gehört  zu  werden,  und  die  Beobachtung
  der  vom  Gesetze  vorgeschriebenen
Formen  zu  überwachen;  er  ist  jederzeit
befugt,  die  nach  seinem  Ermessen  zur
Wahrung  der  Rechte  des  Nachlasses
erforderlichen  Anträge  zu  stellen.

Artikel  34.

Ist  die  Liquidation  des  Nachlasses
beendigt,  so  wird  der  Konsularbeamte
auf  Grund  der  betreffenden  Akten  ein
Verzeichniß  über  den  Bestand  der  zu
vertheilenden  Masse  aufstellen  und  dasselbe
zugleich  mit  einem  Nachweis  über  die  Verwaltung
  und  Liquidation  des  Nachlasses
der  zuständigen  Ortsbehörde  übersenden.

Diese  beiden  Urkunden  können,  falls
es  die  Ortsbehörde  verlangt,  von  ihr
mit  den  Urschriften  verglichen  werden,
welche  zu  diesem  Zwecke  in  dem  Archive
des  Konsulats  zur  Verfügung  zu  halten
sind.

Die  Ortsbehörde  hat  das  Verzeichniß
und  den  Nachweis  den  beglaubigten
Abschriften  der  Protokolle  über  die
Siegelung  und  Entsiegelung  sowie  des
Nachlaßinventars  beizufügen,  und  soweit
ihr  dies  nach  den  für  sie  maßgebenden
Gesetzen  obliegt,  die  Erbtheilung  vorzunehmen,
  indem  sie  die  einzelnen  Erbtheile
und  die  zum  Zwecke  der  Ausgleichung
etwa  erforderlichen  Leistungen  festsetzt.

89

As  quantias,  que  sobrarem  do
preco  alcancado  com  a  venda  de
objectos  penhorados  serao  entregues
ao  fünccionario  consular.

ARTIGO  33°

Nos  casos  dos  artigos  31°  e  32°  o
funccionario  consular  conserva  sempre
  o  direito  de  ser  ouvido,  e  de
velar  na  observancia  das  formalidades
  exigidas  pelas  leis,  podendoem
  todos  os  casos  requerer  o  que
julgar  necessario  para  resguardar
os  interesses  da  herança.

ARTIGO  34°

Liquidada  a  herança,  o  funccionario
  consular  extrahirá  dos  respectivos
  documentos  um  mappa  do  monte
partivel,  e  remettel-o-ha  á  autoridade
  local  competente,  acompanhado
de  uma  demonstraçao  da  administracao
  e  liquidacao.

Estes  dois  documentos  poderao,
si  a  autoridade  local  assim  o  requisitar,
  ser  conferidos  com  os  originaes
que  para  tal  fim  serao  franqueados
no  archivo  consular.

A  autoridade  local mandará  juntar
o mappa  e  demonstracao  ás  copias
authenticas  dos  termos  de  apposicao
e  levantamento  dos  sellos  e  arrolamento
  dos  bens,  e,  si  lhe  competir
de  conformidade  com  as  leis  que
regem  a  materia,  farà  a  partilha,
formando  os  quinhoes  e  designando
as  tornas,  si  houver  logar.
        <pb n="96" />
        In  keinem  Falle  steht  den  Konsularbeamten
  die  Entscheidung  von  Streitigkeiten
  über  die  Rechte  der  Erben,  die
Ausgleichung  des  Vorempfangenen,  den
Pflichttheil  oder  den  der  freien  Verfügung
des  Erblassers  unterworfenen  Vermögenstheil
  zu;  diese  Streitigkeiten  gehören  vor
die  zuständigen  Gerichte.

Soweit  die  Erbtheilung  der  Ortsbehörde
  obliegt,  hat  dieselbe  nach  Beendigung
  des  Verfahrens  das  Theilungsergebniß
  und  die  zu  Grunde  liegende
Berechnung  dem  Konsularbeamten  in
Abschrift  zu  übersenden.

Artikel  35.

Der  Nachlaß  jedes  Angehörigen  eines
der  Hohen  vertragschließenden  Theile,
welcher  in  dem  Gebiete  des  anderen
Theiles  stirbt,  soll,  was  das  Recht  der
Erbfolge  und  die  Erbtheilung  betrifft,
nach  den  Gesetzen  des  Landes  geordnet
werden,  dem  der  Verstorbene  angehörte,
gleichviel  welcher  Art  die  nachgelassenen
Güter  sind,  jedoch  bezüglich  der  Gegenstände
  des  unbeweglichen  Vermögens
unter  Beobachtung  der  besonderen
Bestimmungen  der  Ortsgesetze.

Wenn  indessen  ein  Angehöriger  desjenigen
  vertragschließenden  Theiles,  in
dessen  Gebiete  der  Nachlaß  eröffnet  ist,
neben  Erben,  welche  diesem  Theile  nicht
angehören,  Ansprüche  auf  die  Erbschaft
hat,  so  kann  der  erstere  verlangen,  daß
sein  Erbantheil  nach  den  in  dem  bezeichneten
  Gebiete  geltenden  Gesetzen  bestimmt
wird.

Artikel  36.

Der  Konsularbeamte  darf  den  Nachlaß
  weder  ganz  noch  theilweise  den

90

Em  nenhum  caso  os  consules  serao
juizes  das  contestacoes  relativas  aos
direitos  dos  herdeiros,  collacoes  á
heranca,  legitima,  e  parte  sujeita  á
livre  disposicao  do  fallecido.  Estas
contestacoes  serao  submettidas  aos
tribunaes  competentes.

Quando  a  partilha  competir  á
autoridade  local,  esta,  depois  de  a
concluir,  remetterá  ao  funccionario
consular  um  traslado  do  respectivo
documento  e  do  calculo  feito.

ARTIGO  35°

Si  algum  subdito  de  uma  das
altas  partes  contractantes  fallecer
no  territorio  da  outra,  a  sua  successao
  no  qdue  respeita  á  ordem
hereditaria  e  á  partilha  será  reguladasegundo
  a  lei  do  paiz  á  que  elle
pertencer,  qualquer  que  seja  a  natureza
  dos  bens,  observadas  todavia
as  disposicoes  especiaes  da  lei  local
que  regerem  os  immoveis.

Quando  porem  acontecer  que  um
subdito  da  alta  parte  contractante,
em  cujo  territorio  se  abrir  a  heranca,
  concorra  com  herdeiros  que
nao  pertençao  a  essa  alta  parte
contractante,  terä  o  dito  subdito  o
direito  de  preferir  que  o  seu  quinhao
  hereditario  seja  regulado  nos
termos  das  leis  do  reterido  territorio.


ARTIGO  36°

O  funccionario  consular  nado  poderá
  fazer  remessa  ou  entrega  da
        <pb n="97" />
        —  91

gesetzlichen  Erben  oder  deren  Vertretern
aushändigen,  wenn  nicht  zuvor  alle  in
dem  Gebiete,  in  welchem  der  Nachlaß
eröffnet  ist,  zu  erfüllenden  Verbindlichkeiten
  der  Erbschaft  getilgt  sind,  oder
wenn  nicht  seit  dem  Todestage  ein  Jahr
verflossen  ist,  ohne  daß  ein  Anspruch  an
den  Nachlaß  erhoben  worden  wäre.

Artikel  37.

Vor  Vertheilung  der  Erbmasse  an
die  Erben  müssen  die  der  Staatskasse
des  Landes,  in  welchem  die  Erbschaft
eröffnet  ist,  zustehenden  Abgaben  berichtigt
werden.

Der  Betrag  dieser  Abgaben  soll  derselbe
  sein,  welchen  die  Angehörigen  des
Landes  bei  gleichen  Anlässen  zu  entrichten
haben  oder  künftig  zu  entrichten  haben
werden.

Der  Konsularbeamte  wird  zuvörderst
den  fiskalischen  Behörden  die  Namen
der  Erben  und  den  Grad  ihrer  Verwandtschaft
  mit  dem  Erblasser  anzeigen.  Ist
die  Zahlung  der  Abgaben  erfolgt,  so
werden  die  genannten  Behörden  nach
Maßgabe  jener  Anzeige  die  Einweisung
der  Erben  in  das  Eigenthum  und  den
Besitz  der  Erbschaft  bewirken,  soweit  eine
solche  nach  den  Landesgesetzen  erforderlich

  ist.
Artikel  38.

Soweit  die  Erbschaft  oder  ein  Theil
derselben  nicht  unter  der  Obhut  und
Verwaltung  des  Konsuls  steht,  sollen
ihm  Auslagen,  welche  er  für  die  Erbschaft
  oder  den  betreffenden  Theil  in
Folge  der  Bestimmungen  dieses  Vertrages
  zu  machen  hatte,  durch  die  zuheranca,

  ou  de  parte  della,  aos
legitimos  herdeiros,  ou  a  seus  procuradores
  senao  depois  de  satisteitas
todos  as  obrigaçoès  a  que  à  herança
  estiver  sujeita  no  paiz  em
que  for  regulada,  ou  depois  de
haver  decorrido  um  anno,  a  contar
do  fallecimento,  sem  que  se  tenha
apresentado  reclamacao  alguma  contra
  a  herança.

ARTIGO  37°

Antes  de  qualquer  distribuicao
do  producto  da  herança  aos  herdeiros,
  deverao  ser  pagos  os  direitos
  fiscaes  do  paiz  onde  se  abrir  à
successao.

Estes  direitos  serao  os  mesmos
que  pagao  ou  vierem  a  pagar  os
subditos  do  paiz  em  casos  analogos.

O  funccionario  consular  declarará
préviamente  ás  autoridades  flscaes
os  nomes  dos  herdeiros  e  o  seu
gráo  de  parentesco,  e,  pagos  os
direitos,  farao  as  mesmas  autoridades
a  transferencia  do  dominio  e  posse
da  herança  para  o  nome  dos  herdeiros,
  nos  termos  dessa  declaraçao,
si  assim  o  exigirem  as  leis  territoraes.


ARTIGO  38°

As  despezas  que  o  funccionario
consular  for  obrigado  a  fazer  em
bem  da  herança  ou  de  parte  della
due  nao  estiver  Sob  sua  guarda  e
administraçao,  nos  termos  desta  convencao,
  serao  abonadas  pela  autoridade
  local  competente,  e  pagas
        <pb n="98" />
        ständige  Ortsbehörde  zugebilligt  und  als
Vormundschafts-  oder  Kuratelkosten
aus  den  Mitteln  der  Erbschaft  erstattet

werden.

Artikel  39.

Falls  der  Nachlaß  eines  Angehörigen
eines  der  Hohen  vertragschließenden
Theile,  welcher  in  dem  Gebiete  des
anderen  Theiles  gestorben  ist,  herrenlos
bleibt,  das  heißt,  falls  kein  überlebender
  Ehegatte  oder  keine  sonst  zur  Erbfolge
  berufene  Person  vorhanden  ist,  so
soll  das  bezeichnete  Vermögen  dem  Fiskus
  desjenigen  Landes  zufallen,  in
welchem  der  Todesfall  stattgefunden  hat.
Sofern  jedoch  Nachlaßgegenstände  in
dem  Gebiete  desjenigen  vertragschließenden
  Theiles,  welchem  der  Verstorbene
angehörte,  vorhanden  sind,  verbleiben
dieselben  dem  Fiskus  des  Landes,  in
welchem  sie  sich  befinden.

Die  erforderlichen  Bekanntmachungen
bezüglich  der  Person  des  Verstorbenen,
sowie  des  Tages  und  des  Orts  seines

Ablebens,  sind  durch  die  zuständige

Ortsbehörde  in  Gemäßheit  der  Gesetze
und  Gebräuche  des  betreffenden  Landes
in  den  Zeitungen  zu  erlassen.

Hat  nach  Ablauf  von  zwei  Jahren,
vom  Todestage  an  gerechnet,  sich  weder
ein  überlebender  Gatte  noch  ein  anderer
Erbe  persönlich  oder  durch  einen  Vertreter
  gemeldet,  so  wird  die  Ortsbehörde
die  Ueberweisung  des  Nachlasses  an
den  Staat  anordnen;  die  Entscheidung
der  Behörde  ist  dem  Konsularbeamten
zuzustellen.  Der  Fiskus  wird  hierauf
den  Nachlaß  übernehmen,  jedoch  verpflichtet
  bleiben,  den  Erben,  welche  sich
später  innerhalb  der  Frist  melden
sollten,  in  welcher  die  Erbschaft  unter
gleichen  Umständen  von  Landesange-92



como  despezas  de  tutoria  ou  curadoria
  pelas  forcas  da  mesma  herança.


ARTIGO  39°

Si  a  heranca  de  subdito  de  uma
das  altas  partes  contractantes,  fallecido
  no  territorio  da  outra,  se  tornar
vaga,  isto  é,  si  nao  houver  conjuge
sobrevivente  nem  herdeiro  em  gráo
successivel,  será  devolvida  á  fazenda
pública  do  paiz  em  que  se  houver
dado  o  fallecimento.  Quando  porém.
se  encontrarem  bens  pertencentes
á  heranca  no  territorio  da  alta  parte
contractante  de  quem  o  fallecido
houver  sido  subdito,  serao  estes  entregues
  ao  fisco  do  paiz  em  que  se
acharem.

Por  diligencia  da  autoridade  local
competente  serao  publicados  nos
jornaes,  de  conformidade  com  as
leis  e  usos  locaes,  os  annuncios  necessarios
  relativamente  á  pessoa  do
defuncto,  bem  como  á  data  e  logar
do  fallecimento.

Si,  decorridos  dois  annos  á  contar
  do  fallecimento,  nao  se  tiver
apresentado  conjuge  sobrevivente  ou
herdeiro,  quer  pessoalmente,  quer
por  procurador,  a  autoridade  local
ordenará  a  entrega  da  herança  ao
Estado,  sendo  essa  resoluçao  intimada
  aco  funccionario  consular.  A
administracao  da  Fazenda  pública
tomará  entao  posse  da  mesma  heranca,
  ficando  obrigada  a  prestar
contas  aos  herdeiros  que  se  apresentarem
  dentro  dos  prazos  em  que
o  directo  de  peticao  de  herança  se
        <pb n="99" />
        hörigen  noch  beansprucht  werden  kann,
Rechnung  abzulegen.

Artikel  40.

Nach  Erfolg  der  polizeilichen  und
gesundheitspolizeilichen  Abfertigung  können
  die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  sich  in
Person  an  Bord  der  Schiffe  des  Hohen
vertragschließenden  Theiles  begeben,  der
sie  ernannt  hat,  oder  einen  Bevollmächtigten
  an  Bord  senden,  um  die
Offiziere  und  Mannschaften  zu  vernehmen,
die  Schiffspapiere  einzusehen,  die  Erklärungen
  über  die  Reise  und  deren
Zwischenfälle,  sowie  über  den  Bestimmungshafen
  entgegenzunehmen,  Ladungsverzeichnisse
  (Manifeste)  aufzunehmen,
den  Eingang  und  die  Klarirung  der
Schiffe  zu  fördern,  endlich  die  gedachten
Offiziere  und  Mannschaften  vor  die
Gerichts=  und  Verwaltungsbehörden  des
Landes  zu  begleiten,  wenn  sie  vor  denselben
  zu  erscheinen  haben  sollten,  um
ihnen  ohne  Beeinträchtigung  des  Rechts
und  der  Lokalgesetze  als  Dolmetscher
beizustehen.  Ausgemacht  bleibt  jedoch
dabei,  daß  die  Konsularbeamten  von
dieser  Befugniß  nicht  Gebrauch  machen
sollen,  ohne  vorher  die  Zollbehörde  davon
in  Kenntniß  zu  setzen,  damit  diese,  wenn
sie  es  für  angemessen  hält,  ihnen  einen
Beamten  des  Fiskus  beiordnen  könne.

Die  Gerichts=,  Polizei=  und  Zollbehörden
  dagegen  sollen,  wenn  sie  Amtshandlungen,
  die  ihnen  zustehen,  auf
Handelsschiffen  vorzunehmen  haben,  den
betreffenden  Konsularbeamten  einladen,
denselben  beizuwohnen,  wenn  er  dies  für
zweckmäßig  hält.

Ebenso  sollen,  wenn  die  Offiziere  oder
Mannschaften  vor  den  Gerichten  oder

Reichs-  Gesetzbl.  1882.

93

pôde  tornar  effectivo  a  favor  dos
subditos  nacionaes  em  identieas  cir-Cumstancias.


Alrico  40%

Depois  das  visitas  da  sande  e  da
policia  os  Consules  Geraes,  Consules,
Vice-Consules  e  Agentes  Consulares
poderáb  dirigir-se  pesscalmente  ou
mandar  representante  seu  a  bordo
dos  navios  da  alta  parte  contractante
due  os  houver  nomeado,  para  interrogar
  os  officiaes  e  pessoas  da  equi-Pagem,
  examinar  os  papeis  de  borde,
receber  declaraçOès  sobre  a  viagem
ee  Seus  incidentes  e  sobre  o  porto
do  destino,  lavrar  manifestos,  facilitar

  a  entrada  e  expedicdb  dos
mesmos  navios,  e  emfim,  acompanhar
os  ditos  officiaes  e  pessoas  da  equipagem
  quando  tiverem  de  apresentar-se
  perante  as  autoridades  judiciarias
  ou  administrativas  do  paiz
e  servir-Ihes  de  interpretes  sem  pre-Juizo
  da  justica  e  das  leis  locacs.
Fica  porém  entendido  due  os  fünccionarios
  consulares  nao  usaräo  desta
faculdade  sem  avisar  previamente  a
repartic30  da  Alfandega  para  que
Os  faca  acompanhar  de  um  empre--gado
  flscal,  si  o  julgar  conveniente.

As  autoridades  judiciarias,  policiaes
  ou  fiscaes,  quando  tiverem  de
Praticar  actos  de  sua  competencia
à  bordo  dos  navios  mercantes,  convidaräb
  o  respectivo  agente  consular
à  assistir  a  elles,  si  o  julgar  conveniente.


Demesmo  modo,  quando  os  otficiaes
ou  Pesscas  pertencentes  dà  equipagem

21
        <pb n="100" />
        Behörden  des  Orts  Aussagen  zu  machen
oder  Erklärungen  abzugeben  haben,  die
gedachten  Konsularbeamten  rechtzeitig  davon
  benachrichtigt  werden,  damit  sie  zu
erscheinen  und,  ohne  Beeinträchtigung
des  Rechts  und  der  Lokalgesetze,  als
Dolmetscher  jedes  Mißverständniß  zu
verhüten  im  Stande  seien,  das  den  erwähnten
  Personen  nachtheilig  werden
könnte.  Die  bezügliche  Mittheilung  an
die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
und  Konsularagenten  soll  die  für  das
Verfahren  bestimmte  Stunde  enthalten.
Beim  Nichterscheinen  der  gedachten  Beamten
  kann  in  ihrer  Abwesenheit  in  der
Sache  vorgegangen  werden.

Artikel  41.

Hinsichtlich  der  Hafenpolizei,  des  Ladens
und  Löschens  der  Schiffe,  sowie  hinsichtlich
  der  Sicherung  von  Waaren,  Gütern
und  Effekten  sind  die  beiderseitigen  Angehörigen
  den  örtlichen  Gesetzen  und
Verordnungen  unterworfen.

Den  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  steht  jedoch
  ausschließlich  die  Aufrechterhaltung
der  inneren  Ordnung  an  Bord  der  Schiffe
des  vertragschließenden  Theiles,  welcher
sie  ernannt  hat,  zu.  Sie  haben  allein
über  Streitigkeiten  jeder  Art  zwischen
Schiffsführer,  Schiffsoffizieren,  Mannschaften
  und  anderen  unter  irgend  welcher
  Bezeichnung  in  die  Musterrolle  aufgenommenen
  Personen  zu  befinden;  insbesondere
  über  Streitigkeiten,    welche  sich
auf  die  Heuer  und  die  Erfüllung  sonstiger
vertragsmäßiger  Verbindlichkeit  beziehen.

Die  Ortsbehörden  dürfen  nur  dann
einschreiten,  wenn  die  Unordnungen,

94

tiverem  de  fazer  algum  depoimento
Ou  declaracdo  perante  os  tribunaes
Ou  autoridades  do  logar  serdb  os
mencionados  fünccionarios  avisados
a  tempo  para  qdue  possdb  comparecer,
e,  sem  prejuizo  da  justica  e  das  leis
ocaes,  evitem  como  interpretes  qdual--qduer
  equivoco  que  seja  prejudicial
aos  mencionados  individuos.  O  aviso
dirigido  aos  Consules  Geraes,  Con-Sules,
  Vice-Consules  ou  Agentes  Consulares
  deverä  indicar  a  hora  marcada
  para  o  procedimento.  Nô0
comparecendo  os  ditos  fünccionarios,
poder-se-ha  proceder  em  sua  ausencia.


ARTIGO  41°

Em  relacd0  d  policia  do  porto,
5  carga  e  descarga  dos  nawvicos,
assim  como  d  seguranca  dos  generos,
das  mercadorias  e  bagagens  os  subditos
  das  altas  partes  contractantes
estaräb  sujeitos  ás  leis  e  aos  regulamentos
  locaes.

Serä  porém  da  erclusiva  competencia
  dos  Consules  Geraes,  Consules,
  Vice-Consules  e  Agentes  Consulares
  a  ordem  interna  a  bordo
dos  navios  da  alta  parte  contractante
due  os  houver  nomeado;  e  a  elles
pertence  tomar  conhecimento  das
desavencas  due  sobrevierem  entre  o
capitäb,  officiaes,  marinheiros  e
outros  individuos  incluidos  sob  qualduer
  titulo  na  matricula  da  equi-Pagem,
  comprehendido  tudo  o  qdue
for  relativo  à  soldadas  e  execucäb
de  contractos  mutuamente  celebrados.


As  autoridades  locaes  so  poderáb
intervir  no  caso  de  serem  as  de-
        <pb n="101" />
        welche  aus  solchen  Zwistigkeiten  entstehen,
geeignet  sind,  die  öffentliche  Ruhe  am
Lande  oder  im  Hafen  zu  stören,  oder
wenn  Landesangehörige  oder  nicht  zur
Schiffsbesatzung  gehörige  Personen  betheiligt
  sind.

In  allen  anderen  Fällen  haben  sich
die  Ortsbehörden  darauf  zu  beschränken,
den  Konsularbeamten  Beistand  zu  leisten,
wenn  letztere  solchen  in  Anspruch  nehmen,
um  eine  in  die  Musterrolle  eingetragene
Person  an  Bord  zurückführen  oder  verhaften
  zu  lassen.

Artikel  42.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  der  beiden
Hohen  vertragschließenden  Theile  sind  befugt,
  alle  Personen,  welche  zur  Mannschaft
  der  Kriegs=  und  Handelsschiffe
desjenigen  Theiles,  von  dem  sie  ernannt
find,  gehören,  sobald  dieselben  von  einem
der  gedachten  Schiffe  in  einem  Hafen
des  anderen  Theiles  entwichen  sind,  verhaften
  und  entweder  an  Bord  oder  in
ihre  Heimath  zurücksenden  zu  lassen.

Zu  diesem  Zwecke  haben  sie  sich
schriftlich  an  die  zuständige  Ortsbehörde
zu  wenden,  und  durch  Vorlegung  der
Schiffsregister  oder  der  Musterrolle  oder
einer  gehörig  beglaubigten  Abschrift
dieser  Urkunden  oder  durch  sonstige  amtliche
  Schriftstücke  nachzuweisen,  daß  die
verfolgten  Personen  wirklich  zur  Schiffsmannschaft
  gehören.

Findet  die  Entweichung  vom  Bord
eines  Kriegsschiffes  statt,  so  ist  dieselbe
durch  eine  förmliche  Erklärung  von
Seiten  des  Befehlshabers  des  Schiffs,
oder,  in  dessen  Abwesenheit,  von  Seiten
des  bezüglichen  Konsuls  darzuthun.

95

sordens,  due  dahi  resultarem,  de
natureza  tal  due  perturbem  a  tranquillidade
  e  ordem  püblica  em  terra
ou  no  porto,  e  de  se  achar  implicada
  alguma  pessoa  do  paiz  ou
estranha  dà  equipagem.

Em  todos  os  demais  casos  as  ditas
  autoridades  se  limitarao  a  dar
auxilio  efficaz  aos  agentes  consulares,
  duando  for  por  elles  requisitado,
ara  mandar  reconduzir  a  bordo  ou
Prender  algum  individuo  da  equi-Pagem.


ARTIGO  42°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  Vice-Consules
  e  Agentes  Consulares  das
duas  altas  partes  contractantes  poderäb
  respectivamente  fazer  prender,
e  reenviar,  duer  para  bordo,  qduer
ara  seus  Paizes,  todas  as  pessoas
Pertencentes  à  equipagem  dos  navios
mercantes  e  de  guerra  da  alta  parte
Contractante  due  os  houver  nomeado,
  due  tiverem  desertado  de
algum  desses  navios  em  porto  da
Outra.

Para  esse  fim  se  dirigiräb  por
escrito  äs  competentes  autoridades
locaes,  e  justificarab,  pela  exhibicao
em  original,  ou  por  copia  devidamente
  legalisada,  dos  registros  do
navio  ou  do  rol  da  equipagem,  ou
por  outros  documentos  otliciaes,  que
Os  individuos  qdue  reclamao  faziao
Parte  da  dita  equipagem.

Si  a  desercao  for  de  bordo  de  um
navio  de  guerra,  deverá  ser  provada
por  declaracao  formal  do  commandante
  do  dito  navio,  ou  do  consul
respectivo  na  sua  ausencia.

21*
        <pb n="102" />
        —  96

An  den  Orten,  an  welchen  sich  Konsularbeamte
  nicht  befinden,  sollen  die
bezeichneten  Anträge,  unter  Beobachtung
derselben  Formvorschriften,  von  dem
Schiffsführer  selbst  oder  von  den  Konsularbeamten
  des  nächstgelegenen  Bezirks
gestellt  werden  können.

Auf  das  in  vorstehender  Weise  begründete
  Ersuchen  soll  die  Auslieferung,
der  gedachten  Personen  nicht  verweigert
werden.  Auch  soll  die  Ortsbehörde  jede
Hülfe  und  jeden  Beistand  behufs  Aufsuchung,
  Verhaftung  und  Gefangenhaltung
  sowie  behufs  Zurückführung
solcher  Entwichenen  an  Bord  gewähren.
Letztere  sollen  auf  Antrag  und  auf  Kosten
der  gedachten  Konsularbeamten  in  den
Ortsgefängnissen  in  Gewahrsam  gehalten
werden,  bis  diese  Beamten  Gelegenheit
finden,  sie  heimzusenden.

Die  bezeichnete  Haft  darf  nicht  länger
als  drei  Monate  dauern.  Ist  diese  Frist
abgelaufen  und  hat  der  Konsularbeamte
drei  Tage  zuvor  entsprechende  Benachrichtigung
  erhalten,  so  wird  der  Verhaftete
  in  Freiheit  gesetzt,  ohne  aus  demselben
  Grunde  wieder  verhaftet  werden
zu  können.

Hat  der  Entwichene  am  Lande  eine
strafbare  Handlung  begangen,  so  soll
die  Auslieferung  ausgesetzt  werden,  bis
die  Entscheidung  des  zuständigen  Gerichts
ergangen  und  in  allen  Theilen  vollstreckt
  ist.

Auf  Schiffsleute  und  andere  Personen
der  Mannschaft,  welche  Angehörige  des
vertragschließenden  Theiles  sind,  in  dessen
Gebiete  die  Verhaftung  stattfinden  soll,
sind  die  Bestimmungen  dieses  Artikels
nicht  anwendbar.

Nas  localidades  cm  que  nab  houver
  agentes  consulares  essas  dili-Bencias
  serd0  requisitadas,  pelos  pro-Prios
  commandantes  dos  navios  ou
Pelo  agente  consular  do  districto
mais  proximo  observadas  as  mesmas
  formalidades.

vista  da  requisicäb  assim  justificada,
  ndöd  poderá  ser  recusada  a
entrega  de  taes  individuos;  e  à
autoridade  local  prestará  todo  o
auxilio  c  assistencia  necessarios  para
a  busca,  captura,  prisd6  e  reconduccäb

  à  bordo  dos  ditos  desertores,

Os  duaes  serd0  mantidos  nas  cadeias
do  paiz  4  pedido  e  K  eusta  dos  referidos
  agentes  até  due  estes  achem
occasiab  de  fazel-os  partir.

Esta  detencab#  ndb  poderä  durar
mais  de  tres  mezes,  decorridos  os
duaes,  mediante  previo  aviso  de  tres
dias  aoc  agente  consular,  será  co  encarcerado
  posto  cm  liberdade,  e  nde
poderá  ser  prezo  pelo  mesmo  motivo.

Si  o  desertor  tiver  commettido
algum  delicto  em  terra.  a  sua  entrega

  será  adiada  até  due  o  tribunal

competente  prolira  sentenca  e  esta.
tenha  plena  execucä.

Os  marinheiros  e  outros  individuos
da  equipagem,  sendo  subditos  da
alta  parte  contractante  em  cujo  territorio
  se  tivesse  de  elleituar  à  captura,
  sa0  exceptuados  das  estipulaces
  de  presente  artigo.
        <pb n="103" />
        Artikel  43.

Soweit  nicht  Verabredungen  zwischen
den  Rhedern,  Befrachtern  und  Versicherern
  entgegenstehen,  werden  die  Havereien,
  welche  die  Schiffe  des  einen  der
beiden  Hohen  vertragschließenden  Theile
auf  der  Fahrt  nach  einem  Hafen  des
anderen  erlitten  haben,  mögen  die  Schiffe
diesen  Hafen  freiwillig  oder  als  Nothhafen
  anlaufen,  von  den  Generalkonsuln,
Konsuln,  Vizekonsuln  oder  Konsularagenten
  des  erstgenannten  Theiles  geregelt
  werden.  Sollten  indessen  Angehörige
  des  vertragschließenden  Theiles,
in  dessen  Gebiete  die  genannten  Beamten
ihren  Sitz  haben,  oder  Angehörige  eines
dritten  Staates  bei  der  Haverei  betheiligt
sein,  so  muß  dieselbe,  in  Ermangelung
eines  zwischen  allen  Betheiligten  geschlossenen
  Schiedsvertrages  oder  gütlichen
Uebereinkommens,  von  der  zuständigen
Landesbehörde  geregelt  werden.

Artikel  44.

Falls  ein  Schiff,  welches  der  Regierung
  oder  dem  Angehörigen  eines  der
Hohen  vertragschließenden  Theile  gehört,
in  den  Küstengewässern  des  anderen
Theiles  Schiffbruch  leidet  oder  strandet,
so  sollen  die  Ortsbehörden  den  Konsularbeamten,
  der  dem  Orte  des  Unfalls  am
nächsten  ist,  von  dem  Unfall  sofort  benachrichtigen.


Alle  Rettungsmaßregeln  bezüglich  brasilianischer,
  in  den  deutschen  Küstengewässern
  gescheiterter  oder  gestrandeter
Schiffe  sollen  nach  Maßgabe  der  deutschen
  Gesetze  erfolgen,  und  umgekehrt
sollen  alle  Rettungsmaßregeln  in  Bezug
auf  deutsche,  in  den  brasilianischen  Küstengewässern
  gescheiterte  und  gestrandete

ARTIGO  43°

Todas  as  vezes  due  nab  houver
estipulacoes  Contrarias  entre  os  armadores,
  carregadores  e  seguradores
dos  navios  de  uma  das  altas  partes
contractantes,  due  se  dirigirem  aos
Portos  da  outra  voluntariamente  ou
Por  forca  maior,  as  avarias  serad
reguladas  pelos  respectivos  Consules
Geraes,  Consules,  Vice-Consules  ou
Agentes  Consulares,  salvo  8i  nellas
forem  interessados  indwiduos  pertencentes
  à  alta  parte  contractante
eem  cujo  territorio  residirem  os  ditos
funccionarios,  ou  de  terceira  potencia,
Por  duanto  neste  caso,  à  nab  haver

Ccompromisso  ou  accordo  entre  todos

s  interessados,  deverab  ser  reguladas
  pela  autoridade  local  com-Petente.


ARTIGO  44°

Quando  um  navio  pertencente  ao
Governo  ou  a  subditos  de  uma  das
altas  partes  contractantes  encalhar
ou  naufragar  nas  aguas  territoriaes
da  outra,  as  autoridades  locaes  de-Verä0
  prevenir  immediatamente  do
occorrido  ao  funccionario  consular
mais  proximo  do  logar  do  sinistro.

Todas  as  operacces  de  salvamento
concernentes  a  navios  Brasileiros
naufragados  ou  encalhados  nas
aguas  territoriaes  Allemades  seräb
feitas  de  conformidade  com  as  leis
Allemäáès;  e,  vice-Vversa,  todas  as
oPperacOS  de  salvamento  concernentes
  a  navios  Allemäès  naufragados
        <pb n="104" />
        Schiffe  in  Gemäßheit  der  brasilianischen
Gesetze  vorgenommen  werden.  Die  Konsularbeamten
  haben  nur  einzuschreiten,
um  die  auf  die  Ausbesserung  und  Neuverproviantirung
  oder  eintretenden  Falls
auf  den  Verkauf  des  an  der  Küste  gestrandeten
  oder  beschädigten  Schiffes  bezüglichen
  Maßregeln  zu  überwachen.

Für  die  Thätigkeit  der  Ortsbehörde
bei  der  Bergung  dürfen  nur  solche  Kosten
erhoben  werden,  welche  in  gleichen  Fällen
die  Nationalschiffe  zu  entrichten  haben.

Die  geborgenen  Waaren  und  sonstigen
  Gegenstände  sollen  keinerlei  Eingangsabgaben
  unterworfen  werden,  es
wäre  denn,  daß  sie  für  den  inländischen
Verbrauch  bestimmt  würden.

Ist  die  Nationalität  eines  verunglückten
  Schiffes  zweifelhaft,  so  sind  die
Ortsbehörden  ausschließlich  für  alle  in
dem  gegenwärtigen  Artikel  vorgesehenen
Maßregeln  zuständig.

Artikel  45.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  können
die  Rechte  und  Befugnisse,  welche  ihnen
nach  dem  gegenwärtigen  Vertrage  zustehen,
  ganz  oder  theilweise  auf  Andere
übertragen,  und  die  Agenten  oder  Delegirten,
  welche  sie  unter  ihrer  Verantwortung
  mit  ihrer  Vertretung  betrauen,
sollen  dann  befugt  sein,  innerhalb  der
Grenzen  der  ihnen  ertheilten  Vollmacht
handelnd  aufzutreten,  ohne  jedoch  eines
der  in  den  Artikeln  3  und  4  erwähnten
  persönlichen  Vorrechte  zu  genießen.

98

Ou  encalhados  nas  aguas  territoriaes
Brasileiras  sera0  feitas  de  conformidade
  com  as  leis  Brasileiras.  Os
funccionarios  consulares  sö  tera0  de
intervir  para  fiscalisar  as  medidas
due  forem  tomadas  em  relacd0  aos
concertos,  ao  novo  abastecimento,
Ou,  dado  o  caso,  d  venda  do  navio
naufragado  e  damnificado  na  costa.

Para  a  remuneracäb  da  actividade
das  autoridades  locaes  nas  0cperac6èS
  do  salvamento  näb  se  poderadd
cobrar  outros  emolumentos  sendd
os  due  forem  pagos  em  cCascos  identicos
  pelos  navios  nacionaes.

As  mercadorias  e  effeitos  salvados
nao  serao  sujeitos  à  nenhum  direito
de  Alfandega,  Salvo  si  torem  admittidos
  a  consumo  interno.  ·

No  caso  de  duürida  sobre  a  nacionalidade
  dos  navios,  as  attribuicos
  mencionadas  no  presente
artigo  serd0  da  erclusiva  competencia
  da  autoridada  local.

ARTIGO  45°

Os  Consules  Geraes,  Consules,
Vice-Consules  e  Agentes  Consulares
Poderao  delegar  todas  ou  parte  das
attribuicões  que  lhes  competem  nos
termos  da  presente  convençab;  eos
agentes  ou  delegados,  qdue  sob  sua
responsabilidade  nomearem  para
represental-os,  procederab  dentro
dos  limites  dos  poderes  due  lhes
forem  conferidos,  mas  ndod  gosarao
de  nenhum  dos  privilegios  concedidos
  nos  artigos  3°  e  4°.
        <pb n="105" />
        Artikel  46.

Die  Ortsbehörden  werden  sich  darauf
beschränken,  den  Konsularbeamten  auf
deren  Ersuchen  jeden  zur  Ausführung
der  Bestimmungen  des  gegenwärtigen
Vertrages  erforderlichen  Beistand  zu  gewähren,
  und  was  im  Widerspruche  mit
diesem  Vertrage  vorgenommen  wird,  soll
unwirksam  sein.

Artikel  47.

Die  Generalkonsuln  und  Konsuln,
sowie  ihre  Kanzler,  die  Vizekonsuln  und
Konsularagenten  sollen  unter  der  Bedingung
  der  Gegenseitigkeit  in  dem  Gebiete
eines  jeden  der  Hohen  vertragschließenden
Theile  aller  sonstigen  Befugnisse,  Vorrechte
  und  Befreiungen  theilhaftig  sein,
welche  den  im  gleichen  Range  stehenden
Beamten  der  meistbegünstigten  Nation
eingeräumt  sind  oder  in  Zukunft  eingeräumt
  werden  möchten.

Artikel  48.

Der  gegenwärtige  Vertrag  soll  von
den  beiden  Hohen  vertragschließenden
Theilen  genehmigt  und  ratifizirt  und  es
sollen  die  Ratifikations-Urkunden  in  Rio
de  Janeiro  sobald  als  thunlich  ausgetauscht
  werden.

Derselbe  soll  fünf  Jahre,  von  dem
Tage  der  Auswechselung  der  Ratifikationen
  an  gerechnet,  Gültigkeit  haben.
Falls  zwölf  Monate  vor  Ablauf  dieses
Zeitraums  keiner  der  Hohen  vertragschließenden
  Theile  dem  anderen  seine
Absicht,  die  Wirksamkeit  des  Vertrages
aufhören  zu  lassen,  kundgegeben  haben
sollte,  so  bleibt  derselbe  in  Geltung  bis
zum  Ablauf  eines  Jahres  von  dem  Tage
ab,  an  welchem  derselbe  gekündigt  worden
  ist.

99

ARTIGO  46°

As  autoridades  locaes  limitar-sehaAO
  a  prestar  aos  funccionarios  con-Sulares
  todo  o  auxilio  necessario,
due  elles  requisitarem  para  c  perfeito
  cumprimento  das  disposicoes
da  presente  convencdo;  e  Será  nullo
tudo  duanto  em  contrario  a  esta
for  praticado.

ARTIGO  47°

Os  Consules  Geraes,  Consules,  seus
Chancelleres  e  Vice-Consules,  bem
como  os  Agentes  Consulares,  gosarao
nos  dois  Ppaizes,  Sob  a  condicab  de
reciprocidade,  de  todas  ou  qugaesduer
  outras  attribuicoes,  prerogativas
e  immunidades  due  Jjä  tenhäb  sido,
Ou  venhäb  a  Sser  concedidas  aos
agentes  da  mesma  categoria  da  nacd0
mais  favorecida.

ARTIGO  48°

A  Ppresente  convençäb  será  appro-Vvada
  e  ratificada  pelas  duas  altas
Partes  contractantes,  e  as  ratificacöes
sercs#b  trocadas  no  Rio  de  Janeiro
no  mais  curto  prazo  Possivel.

Durará  por  einco  annos  contados
da  troca  das  ratificacobs.  Com  tudo,
si  doze  mezes  antes  de  fin  dar  esse
Pprazo,  nenhuma  das  altas  partes
Ccontractantes  notificar  a  intençab  de
a  fazer  cessar,  continuarä  a  convencab
  em  vigor  até  due  se  faca  a
devida  notificacä0;  de  modo  due  8s0
eNKPirarä  um  anno  depois  do  dia  em
que  houver  sido  denunciada.
        <pb n="106" />
        —  100

Zu  Urkund  dessen  haben  die  beiderseitigen
  Bevollmächtigten  diesen  Vertrag
in  zwei  Ausfertigungen  unterzeichnet  und
ihre  Siegel  beigedrückt.

So  geschehen  zu  Rio  de  Janeiro  am
zehnten  Januar  Eintausend  achthundertzweiundachtzig.


(I.  S.)  R.  Le  Maistre.
(L.  S.)  Franklin  A.  de  M.  Doria.

Em  fé  do  qdue  os  plenipotenciarios
respectivos  assignarao  em  duplicoata
à  Presente  convencd40  e  a  sellarde
com  os  seus  Sellos.

Feita  no  Rio  de  Janeiro  aos  dez
dias  do  mez  de  Janeiro  do  anno
de  Nosso  Senhor  Jesus-Christo  de
mil  oito  centos  oitenta  e  dous.

(L.  S.)  R.  Le  Maistre.
(L.  S.)  Franklin  A  de  M.  Doria

 

Der  vorstehende  Vertrag  ist  ratifizirt  worden  und  die  Auswechselung  der
Ratifikations-Urkunden  hat  am  6.  Juli  1882  zu  Rio  de  Janeiro  stattgefunden.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.

 

Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="107" />
        101

Reichs-Gesetzblatt

 

No



16.







Inhalt:  Konsularvertrag  mit  Griechenland.  S.  101.  —  Bekanntmachung,  betreffend  die  Ausgabe
neuer  gestempelter  Wechselblankets.  S.  122.
(Uebersetzung.)
(Nr.  1476.)  Convention  consulaire  entre  (Nr.  1476.)      

I  Empire  Allemand  et  la  Grece.
Du  26  Novembre  1881.

Sa  Majeste  Empereur  d’Allemagne,
Roi  de  Prusse,  et  Sa  Majesté  le  Roi
des  Hellenes  désirant  déterminer  les
droits,  privilèges  et  attributions  des
consuls-généraux,  consuls,  vice-con-Suls,
  agents  consulaires,  chanceliers
et  Secretaires  Allemands  et  Hellenes,
reciproquement  admis  à  réesider  dans
les  Etats  respectifs,  ont  résolu  de
conclure  dans  ce  but  une  convention
  consulaire  et  ont,  à  cet  eftfet,
nomme  pour  leurs  plénipotentiaires
Savoir:

Sa  Majesté  IIEmpereur  d’'Allemagne,
  Roi  de  Prusse:
Monsieur  le  Baron  Oswald

de  Richthofen,  Son  Conseiller
  Actuel  de  Légation,

Sa  Majesté  le  Roi  des  Hellenes:

Monsieur  Alexandre  Rizo
Rangabé,  Son  Envoyé  Extra-Ordmaire
  et  Ministre  Pleni-Reichs-Gesetzbl.

  1882.

Ausgegeben  zu  Berlin  den  14.  Juli  1882.

Konsularvertrag zwischen demDeutschen  Reich  und  Griechenland.
  Vom  26.  November
1881.

Seine  Majestät  der  Deutsche  Kaiser,
König  von  Preußen,  und  Seine  Majestät
der  König  der  Hellenen,  von  dem  Wunsche
geleitet,  die  Rechte,  Privilegien  und  Befugnisse
  der  wechselseitig  in  den  betreffenden
Staaten  zugelassenen  deutschen  und  hellenischen
  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln,
  Konsularagenten,  Kanzler  und
Sekretäre  zu  regeln,  haben  beschlossen,
einen  Konsularvertrag  abzuschließen,  und
zu  diesem  Behufe  zu  ihren  Bevollmächtigten
  ernannt:

Seine  Magjestät  der  Deutsche

Kaiser,  König  von  Preußen:
Allerhöchstihren  Wirklichen  Legationsrath
  Oswald  Freiherrn
von  Richthofen,

Seine  Majestät  der  König  der
Hellenen:

Allerhöchstihren  außerordentlichen

Gesandten  und  bevollmächtigten

Minister  bei  Seiner  Majestät
22
        <pb n="108" />
        potentiaire  près  Sa  Majesté
ITEmpereur  d'aAllemagne,  Roi
de  Prusse,

lesquels,  après  s’étre  communiqué
leurs  pleins-Douvoirs  respectifs,  trouvés
  en  bonne  et  due  forme,  sont
Cconvenus  des  articles  suivants:

ARTICILE  I.

Chacune  des  hautes  parties  contractahtes
  aura  la  faculte  d’'établir
des  consuls-généraux,  consuls,  viceconsuls
  odu  agents  consulaires  dans
les  ports  ou  places  de  commerce

du  territoire  de  Iautre  partie;  elles

se  réservent,  toutefois,  respectivement
  le  droit  de  désigner  les  localités
  dw’eelles  jugeraient  convenables
  Texcepter  pourw  due  cette
réserve  soit  également  appliquée  à
toutes  les  Puissances.

Les  consuls-géenéraux,  consuls,
vice-consuls  et  agents  consulaires
entreront  en  fonctions  après  Avoir
éGtéc  admis  et  reconnus  dans  les
formes  usitées  par  le  Gouvernement
du  pays  ou  ils  sont  appellés  à
résider.

T’exéquatur  leur  sera  delivré  sans
frais.

ARTICLE  II.

Les  consuls-généraux,  consuls  et
leurs  chanceliers  ou  secrétaires,  ainsi
due  les  vice-consuls  ou  agents  con-Sulaires,
  sujets  de  lEtat  qui  les
nomme,  jouiront  de  Texemption  des
logements  et  des  contributions  militaires,
  des  contributions  directes,
Personnelles,  mobilières  et  somptuaires,
  imposées  par  I’Etat  ou  par
les  communes,  à  moeins  quils  ne

102

dem  Deutschen  Kaiser,  König
von  Preußen,  Alexander  Rizo
Rangabé,

welche,  nach  Mittheilung  ihrer  in  guter
und  gehöriger  Form  befundenen  Vollmachten,
  über  nachstehende  Artikel  übereingekommen
  sind:

Artikel  I.

Jeder  der  Hohen  vertragschließenden
Theile  kann  in  den  Häfen  oder  Handelsplätzen
  des  Gebiets  des  anderen  Theiles
Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
oder  Konsularagenten  bestellen.  Beide
Theile  behalten  sich  jedoch  das  Recht
vor,  einzelne  Orte  zu  bezeichnen,  welche
auszunehmen  sie  für  angemessen  erachten,
wobei  vorausgesetzt  wird,  daß  dieser  Vorbehalt
  gleichmäßig  allen  Mächten  gegenüber
  Anwendung  findet.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  treten  ihre
Thätigkeit  an,  sobald  sie  von  der  Regierung
  des  Landes,  in  welchem  ihnen
ihr  amtlicher  Wohnort  angewiesen  ist,
in  den  dort  üblichen  Formen  zugelassen
und  anerkannt  worden  sind.

Das  Exequatur  soll  ihnen  kostenfrei
ertheilt  werden.

Artikel  II.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und
ihre  Kanzler  oder  Sekretäre,  sowie  die
Vizekonsuln  oder  Konsularagenten,  welche
Angehörige  des  Staates  sind,  der  sie
ernannt  hat,  sollen  von  der  Militäreinquartierung
  und  den  Millitärlasten
überhaupt,  von  den  direkten,  Personal-,
Mobiliar=  und  Luxussteuern  befreit  sein,
mögen  solche  vom  Staat  oder  von  den
Gemeinden  auferlegt  sein,  es  sei  denn,
        <pb n="109" />
        possèdent  des  biens  immeubles,  qu'ils
ne  fassent  le  commerce  ou  qu'ils
n’'exercent  quelque  industrie,  dans
lesquels  cas  ils  seront  soumis  aux
mémes  taxes,  charges  et  impositions
qdu'auront  à  payer  les  autres  habitants
  du  pays  comme  propriétaires
de  biens  fonds,  commercçants  ou  industriels.


IIS  ne  pourront  étre  ni  arrétés,
ni  conduits  en  prison,  exdxcepté  pour
les  faits  et  actes  que  la  Jégislation
Pénalc  du  pays  de  leur  résidence
dualitlie  de  crimes  et  punit  comme
tels.  Siils  sont  négociants,  la  contrainte
  par  corps  ne  pourra  leur
étre  appliquée  due  pour  les  seuls
faits  de  commerce  et  non  pour  causes
clviles.  En  cas  d’arrestation  d’un
Cconsul  ou  employé  consulaire  la  légation
  de  son  pays  en  doit  étre
immédiatement  avertie  par  le  Gou-Vernement
  du  pays,  ou  Tarrestation
à  eu  lieu.

ARTICLE  III.

Les  consuls-généraux,  consuls  et
leurs  chanceliers  ou  secrétaires  ainsi
due  les  vice-consuls  et  agents  con-Sulaires
  sont  tenus  de  fournir  leur
témoignage  en  justice,  lorsque  les
tribunaux  du  pays  le  jugeront  nécessaire.
  Mais  ’autorité  judiciaire
devra  dans  ce  cas  les  inviter  par
lettre  officichle  à  se  présenter  de-Vant
  elle.

En  cas  d’empéchement  des  dits
agents,  par  des  affaires  de  service
Ou  par  maladie,  mais  dans  les  causes
civiles  seulement,  Tautorité  judiciaire
so  transportera  à  leur  domicile  pour

103

daß  sie  Grundbesitz  haben,  Handel  oder
irgend  ein  Gewerbe  betreiben,  in  welchen
Fällen  sie  denselben  Taxen,  Lasten  und
Steuern  unterworfen  sein  sollen,  welche
die  sonstigen  Einwohner  des  Landes  als
Grundeigenthümer,  Kaufleute  oder  Gewerbetreibende
  zu  entrichten  haben.

Sie  dürfen  weder  verhaftet,  noch
gefänglich  eingezogen  werden,  ausgenommen
  für  solche  Handlungen,  welche
die  Strafgesetzgebung  des  Staates,  in
welchem  sie  ihren  Amtssitz  haben,  als
Verbrechen  bezeichnet  und  als  solche  bestraft.
  Sind  sie  Handeltreibende,  so  soll
die  Schuldhaft  gegen  sie  nur  wegen
Verbindlichkeiten  aus  Handelsgeschäften,
nicht  aber  wegen  sonstiger  Civilverbindlichkeiten
  verhängt  werden  dürfen.  Im
Falle  der  Verhaftung  eines  Konsuls
oder  Konsularbeamten  soll  die  Gesandtschaft
  seines  Landes  hiervon  sofort  durch
die  Regierung  desjenigen  Landes,  in
welchem  die  Verhaftung  stattgefunden
hat,  in  Kenntniß  gesetzt  werden.

Artikel  III.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und
ihre  Kanzler  oder  Sekretäre,  sowie  die
Vizekonsuln  und  Konsularagenten  sind
verbunden,  vor  Gericht  Zeugniß  abzulegen,
  wenn  die  Landesgerichte  solches  für
erforderlich  halten.  Doch  soll  die  Gerichtsbehörde
  in  diesem  Falle  sie  mittelst
amtlichen  Schreibens  ersuchen,  vor  ihr
zu  erscheinen.

Für  den  Fall  der  Behinderung  der
gedachten  Beamten  durch  Dienstgeschäfte
oder  Krankheit  soll,  jedoch  nur  in  bürgerlichen
  Rechtsstreitigkeiten,  die  Gerichtsbehörde
  sich  in  ihre  Wohnung  begeben,

22*
        <pb n="110" />
        — 104 —

demander  leur  témoignage  de  vive
Voix,  oule  leur  demandera  par  écrit,
suivant  les  formes  particulières  à
chacun  des  deux  Etats.  Les  dits
agents  devront  satisfaire  au  desir
de  l’autorite  dans  le  délai  qui  leur
sera  indique  et  lui  remettre  la  deé-Position
  écrite,  munie  de  leur  signature
  et  de  leur  cachet  officiel.

ARTICLE  IV.

Les  consuls-  genéraux,  consuls,
vice-consuls  et  agents  consulaires
Pourront  placer  sur  la  facade  de  la
maison  consulaire  IéGcusson  des  armes
de  leur  nation,  avec  cette  inscription:
  Consulat-Général,  Consulat,
Vice-Consulat  ou  Agence  consulaire
  de  .  ...

IIs  pourront  également  arborer
Le  pavillon  de  leur  pays  sur  la
maison  consulaire,  ainsi  dque  sur  le
bateau  quils  monteraient  dans  le
Port  pour  Texercice  de  leurs  fonctions.


I.  est  bien  entendu  que  Cces
marques  extérieures  ne  pourront
Jjamais  étre  interprétées  cromme  constituant
  un  droit  d’asile.

Anricz  V.

Les  archives  consulaires  sont  inviolables
  en  tout  temps,  et  les  autorités
  locales  ne  pourront  sous  aucun
Prétexte,  ni  dans  aucun  cas,  visiter
ni  Saisir  les  papiers  qui  en  feront
Partie.

Ces  papiers  devront  toujours  étre
complétement  séparés  des  livres  et
Papiers  relatifs  au  commerce  ou  à
Tindustrie  dque  pourraient  exercer
les  consuls,  vice-consuls  ou  agents
consulaires  respectifs.

104

um  sie  mündlich  zu  vernehmen  oder
unter  Beobachtung  der  einem  jeden  der
beiden  Staaten  eigenthümlichen  Förmlichkeiten
  ihr  schriftliches  Leugniß  verlangen.
  Die  gedachten  Beamten  haben
dem  Verlangen  der  Behörde  in  der
ihnen  bezeichneten  Frist  zu  entsprechen
und  derselben  ihre  Aussage  schriftlich,
mit  ihrer  Unterschrift  und  ihrem  amtlichen
  Siegel  versehen,  zuzustellen.

Artikel  IV.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  können  an
dem  Konsulatsgebäude  das  Nationalwappen
  mit  der  Umschrift:  „Generalkonsulat,
  Konsulat,  Vizekonsulat  oder
Konsularagentur  von.  .  .  .“  anbringen.

Auch  können  sie  ihre  Landesflagge
auf  dem  Konsulatsgebäude,  sowie  auf
dem  Boote  aufziehen,  dessen  sie  sich  bei
dienstlichen  Fahrten  im  Hafen  bedienen.

Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  diese
äußeren  Abzeichen  niemals  werden  so
aufgefaßt  werden  dürfen,  als  begründeten
  sie  ein  Asylrecht.

Artikel  V.

Die  Konsulatsarchive  sind  jederzeit
unverletzlich,  und  die  Landesbehörden
dürfen  unter  keinem  Vorwande  und  in
keinem  Falle  die  zu  den  Archiven  gehörigen
  Dienstpapiere  einsehen  oder  mit
Beschlag  belegen.

Die  Dienstpapiere  müssen  stets  von
den  das  etwaige  kaufmännische  Geschäft
oder  Gewerbe  der  Konsuln,  Vizekonsuln
  oder  Konsularagenten  betreffenden
Büchern  und  Papieren  vollständig  gesondert
  sein.
        <pb n="111" />
        ARTICLE  VI.

En  cas  dempéchement,  d’absence
ou  de  deces  des  consuls-généraux,
consuls,  Ou  vice-Cconsuls,  les  chanceliers
  et  secretaires  qui  auront  été
Présentes  antérieurement  en  leur
dite  qualite  aux  autorités  respectives,
  seront  admis  de  plein  droit
à  exercer,  par  intérim,  les  fonctions
Consulaires,  et  ils  jouiront,  pendant
ce  temps,  des  exemptions  et  privileges
  qui  y  Ssont  attachés  par  la
Présente  convention.

ARTICLE  VII.

Les  consuls-généraux  et  consuls,
lorsqu'ils  y  seront  autorisés  par  la
lẽgislation  de  leur  pays,  pourront
nommer  des  vice-consuls  et  des
agents  consulaires  dans  les  villes,
Ports  et  localites  de  leur  circonscription
  consulaire,  sauf  Tapprobation
du  Gouvernement  territorial.

Ces  agents  pourront  étre  indistinctement
  choisis  parmi  les  sujets  des
deux  pays  Ccomme  parmi  les  étrangers,
  et  seront  munis  d’un  brevet
déliyré  par  le  consul  qui  les  aura
nommés  et  sous  les  ordres  duquel
ils  devront  étre  placés.  IIs  jouiront
des  privileges  et  exemptions  stipu-16
  Ppar  la  présente  convention,  sauf
les  exceptions  consacrées  par  les
articles  II  et  III.

II  est  specialement  entendu,  en
effet,  que  lorsqufun  consul  ou  agent
consulaire  établi  dans  un  port  ou
dans  une  ville  de  l’un  des  deux
Pays,  sera  choisi  parmi  les  sujets
de  ce  pays,  ce  consul  ou  agent
continuera  à  étre  considéré  comme
sujet  de  la  nation  à  laquelle  il  ap-105



Artikel  VI.

In  Fällen  der  Behinderung,  Abwesenheit
  oder  des  Todes  von  Generalkonsuln,
Konsuln  oder  Vizekonsuln  sollen  die
Kanzler  und  Sekretäre,  sofern  sie  in
dieser  Eigenschaft  den  betreffenden  Behörden
  bereits  vorgestellt  sind,  von
Rechtswegen  befugt  sein,  interimistisch
die  konsularischen  Amtsbefugnisse  auszuüben,
  und  sie  sollen  während  dieser  Zeit
die  Freiheiten  und  Privilegien  genießen,
welche  nach  diesem  Vertrage  damit  verbunden
  sind.

Artikel  VII.

Die  Generalkonsuln  und  Konsuln
können,  sofern  sie  durch  die  Gesetzgebung
ihres  Landes  dazu  befugt  sind,  vorbehaltlich
  der  Zustimmung  der  Landesregierung,
  Vizekonsuln  oder  Konsularagenten
  in  den  Städten,  Häfen  und
Pätzen  ihres  Amtsbezirks  ernennen.

Diese  Agenten  können  ohne  Unterschied
aus  Angehörigen  beider  Länder  oder
dritter  Staaten  gewählt  werden.  Sie
erhalten  eine  Bestallung  von  dem  Konsul,
welcher  sie  ernannt  hat  und  dessen
Weisungen  sie  unterstellt  sind.  Die  in
diesem  Vertrage  verabredeten  Privilegien
und  Befreiungen  stehen  vorbehaltlich  der
in  den  Artikeln  II  und  III  vorgesehenen
Ausnahmen  auch  ihnen  zu.

Es  wird  besonders  bemerkt,  daß,  wenn
ein  in  einem  Hafen  oder  in  einer  Stadt
eines  der  beiden  Länder  bestellter  Konsul
oder  Konsularagent  aus  den  Angehörigen
dieses  Landes  erwählt  wird,  dieser  Konsul
oder  Agent,  nach  wie  vor,  als  Angehöriger
  der  Nation  betrachtet  wird,  der
er  angehört,  und  daß  er  folgeweise  den
        <pb n="112" />
        Partient,  et  qwil  sera,  par  conséqduent,
  Soumis  aux  lois  et  réèglements,
  qui  régissent  les  nationaux
dans  le  lieu  de  sa  résidence,  sans
due  cependant  cette  obligation  puisse
géner  en  rien  Texercice  de  ses  fonctions,
  ni  porter  atteinte  à  PTinwiolabilité
  des  archiwes  consulaires.

ARTICLE  VIII.

Les  consuls-généraux,  consuls  et
vice-Consuls  ou  agents  consulaires
des  deux  pays,  pourront,  dans
Texercice  des  pouvoirs  dui  leur  sont
attribués,  Sadresser  aux  autorités  de
leur  circonscription  consulaire  pour
réclamer  contre  toute  infraction  aux
traités  ou  conventions  existant  entre
les  deux  pays  et  contre  tous  abus
dont  leurs  nationaux  auraient  à  se
Plaindre.  Si  leurs  réclamations
n’étaient  pas  accueillies  par  Cces
autorites  ils  pourraient  avoir  recours,
à  défaut  Tun  agent  diplomatique
de  leur  pays,  au  Gouvernement  de
TIEtat  dans  lequel  ils  résideraient.

ARTICLE  IX.

Les  consuls-  gnéraux,  consuls  et
leurs  chanceliers,  ainsi  que  les  viceconsuls
  et  agents  consulaires  des
deux  pays  auront  le  droit  de  rece-Vvoir,
  Soit  dans  leur  chancellerie,
s  d0it  au  domicile  des  parties,  soit  à
bord  des  navires  de  leur  nation,
les  déeclarations  due  pourront  avoir
à  faire  les  capitaines,  les  gens  de
Téquipage,  les  passagers,  les  négociants
  et  tous  autres  sujets  de  leur
Pays.  IIS  seront  également  autorises

106

Gesetzen  und  Bestimmungen  unterworfen
bleibt,  welche  an  seinem  Amtssitze  für
die  Landesangehörigen  maßgebend  sind;
es  soll  jedoch  dadurch  die  Ausübung
seiner  Amtsbefugnisse  in  keiner  Weise
gehindert,  noch  die  Unverletzlichkeit  der
Konsulatsarchive  gefährdet  werden.

Artikel  VIII.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und
Vizekonsuln  oder  Konsularagenten  beider
Länder  können  in  Ausübung  der  ihnen
zuertheilten  Amtsbefugnisse  sich  an  die
Behörden  ihres  Amtsbezirks  wenden,  um
gegen  jede  Verletzung  der  zwischen  beiden
  Ländern  bestehenden  Verträge  oder
Vereinbarungen,  und  gegen  jede  ihren
Landesangehörigen  zur  Beschwerde  gereichende
  Beeinträchtigung  Einspruch  zu
erheben.  Wenn  ihre  Reklamationen
durch  diese  Behörden  nicht  berücksichtigt
werden,  so  können  sie,  in  Ermangelung
eines  diplomatischen  Vertreters  ihres  Landes,
  sich  an  die  Zentralregierung  des
Landes  wenden,  in  welchem  sie  ihren
Amtssitz  haben.

Artikel  IX.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und  ihre
Kanzler,  sowie  die  Vizekonsuln  und  Konsularagenten
  beider  Länder  haben  das
Recht,  in  ihrer  Kanzlei  sowohl  als  auch
in  der  Wohnung  der  Betheiligten  und
am  Bord  der  Schiffe  ihrer  Nation  diejenigen
  Erklärungen  aufzunehmen,  welche
die  Schiffsführer,  die  Schiffsmannschaft,
die  Passagiere,  Handeltreibende  und  alle
sonstigen  Angehörigen  ihres  Landes  abzugeben
  haben.  Sie  sind  in  gleicher
Weise  befugt,  als  Notare  die  letztwilligen
        <pb n="113" />
        à  recevoir,  comme  notaires,  les  dis-Positions
  testamentaires  de  leurs  nationaux.


Les  dits  Cconsuls  ou  agents  auront
le  droit  de  recevoir  tout  acte  notarié
destineé  à  étre  exécuté  dans  leur
Day’s,  et  qui  interviendra  soit  entre
leurs  nationaux  seulement,  soit  entre
un  ou  plusicurs  de  leurs  nationaux
et  des  personnes  du  pays  de  leur
résidence.  Ils  pourront  méme  rece-Voir
  les  actes  dans  lesduels  les  sujets
du  pays  ou  ils  résident  seront  seuls
Parties  lorsque  ces  actes  se  rap-Portent
  exclusivement  à  des  biens
Situcs  ou  à  des  affaires  à  traiter  sur
le  territoire  de  la  nation  à  laquelle
appartient  le  consul  ou  Tagent  de-Vant
  lequel  ces  actes  seront  passés.

QOuant  aux  actes  notariés  destinés
à  étre  exécutés  dans  le  pays  de  leur
résidence,  les  dits  Consuls  ou  agents
auront  le  droit  de  recevoir  tous  ceux
dans  lesquels  leurs  nationaux  seront
Seuls  Parties;  ils  pourront  reccvoir,
en  outre,  ceux  qui  interviendraient
entre  un  ou  plusieurs  de  leurs  nationaux
  et  des  personnes  du  pays
de  leur  résidence,  à  moins  qu’ils
#ne  Süagisse  d’actes  pour  lesquels,
J’apres  la  législation  du  pays,  le
ministere  de  juges  ou  (l'officiers
Dublics  déterminés  serait  indispen-Sable.


Lorsque  les  actes  mentionnés  dans
le  paragraphe  précédem  auront  rap-PDort
  à  des  biens  fonciers.  i1l  ne  seront
  valables  quautant  qdu’un  notaire

107

Verfügungen  ihrer  Landesangehörigen
aufzunehmen.

Die  erwähnten  Konsuln  und  Konsularbeamten
  sollen  das  Recht  haben,
jedes  notarielle  Rechtsgeschäft  aufzunehmen,
  welches  bestimmt  ist,  in  ihrem
Lande  ausgeführt  zu  werden,  und  welches
abgeschlossen  wird  entweder  lediglich
zwischen  ihren  Landesangehörigen  oder
zwischen  einem  oder  mehreren  ihrer  Landesangehörigen
  und  Bewohnern  des
Landes,  in  welchem  sie  ihren  Amtssitz
haben.  Sie  sollen  auch  Rechtsgeschäfte
aufnehmen  können,  bei  denen  lediglich
Angehörige  des  Landes,  in  welchem  sie
ihren  Amtssitz  haben,  die  Betheiligten
sind,  sofern  diese  Rechtsgeschäfte  sich  ausschließlich
  auf  Vermögensstücke,  welche
im  Gebiet  der  Nation,  welcher  der  instrumentirende
  Konsul  oder  Agent  angehört,
  belegen  sind,  oder  auf  Geschäfte,
welche  dort  zu  verhandeln  sind,  beziehen.

Notarielle  Rechtsgeschäfte,  welche  bestimmt
  sind,  in  dem  Lande  ihres  Amtssitzes
  ausgeführt  zu  werden,  sind  die  erwähnten
  Konsuln  und  Agenten  dann
aufzunehmen  berechtigt,  wenn  ihre  Landesangehörigen
  allein  betheiligt  sind;  sie
dürfen  außerdem  auch  solche  Rechtsgeschäfte
  aufnehmen,  welche  zwischen  einem
oder  mehreren  ihrer  Landesangehörigen
und  Bewohnern  des  Landes,  in  welchem
sie  ihren  Amtssitz  haben,  abgeschlossen
werden,  sofern  es  sich  nicht  um  Rechtsgeschäfte
  handelt,  bei  denen  nach  der
Gesetzgebung  des  Landes  die  Mitwirkung
eines  Richters  oder  bestimmter  öffentlicher
Beamten  unerläßlich  ist.

Wenn  die  in  dem  vorstehenden  Satze
erwähnten  Rechtsgeschäfte  sich  auf  Grundeigenthum
  beziehen,  so  sollen  sie  nicht
eher  rechtsgültig  sein,  als  bis  ein  Notar
        <pb n="114" />
        —  108  —

ou  autre  officier  public  du  pays  y
aura  concouru  et  les  aura  revétus
de  sa  signature.

Les  consuls  ou  agents  pourront
éCgalement  traduire  et  lgaliser  toute
espece  d’actes  et  de  documents
émanés  des  autorités  ou  fonctionnaires
  de  leur  pays.

Tous  les  actes  ci-dessus  mentionnés
düment  Ilégalisés  par  les  dits  agents
et  Scellés  du  sceau  officiel  des  con-Sulats
  et  vice-Consulats,  auront  dans
cChacun  des  deux  pays  la  méme  force
et  valeur,  que  ils  avaient  été6  passés
devant  un  notaire  ou  autre  officier
public  ou  ministériel  Compétent  dans
Tun  ou  lautre  des  deux  Etats,  pourv#u
qdue  ces  actes  aient  ét4é  scumis  aux
droits  de  timbre  d'’enregistrement  ou
à  toute  autre  taxe  ou  imposttion
établie  dans  le  pays  ou  ils  devront
recevoir  leur  exécution.  Cette  dis-Position
  s’applique  également  aux
Copies,  extraits  ou  traductions  de
Ces  actes;  il  y  a  opposition  contre
Texactitude  ou  ’authenticité  de  ces
Copies,  extraits  ou  traductions  les
tribunaux  respectifs  procéederont  conformément
  à  la  Iégislation  du  pays.

Anrierz  X.

Les  consuls-genéraux,  consuls  et
vice-consuls  ou  agents  consulaires
Dourront  aller  personnellement  ou
envoyer  des  délégués  à  bord  des
havires  de  leur  nation,  après  dwils
auront  été  admis  en  libre  pratique,
interroger  le  capitaine  et  I’équipage,
eNaminer  les  papiers  de  bord,  reoder

  anderer  öffentlicher  Beamter  des
Landes  dabei  mitgewirkt  und  sie  mit
seiner  Unterschrift  versehen  haben  wird.

Die  Konsuln  oder  Agenten  können
auch  jede  Art  von  Verhandlungen  und
Schriftstücken,  welche  von  Behörden  oder
Beamten  ihres  Landes  ausgegangen
sind,  übersetzen  und  beglaubigen.

Alle  vorerwähnten  Urkunden  sollen,
wenn  sie  durch  die  gedachten  Agenten
vorschriftsmäßig  beglaubigt  und  mit  dem
Amtssiegel  des  Konsulats  oder  Vizekonsulats
  versehen  sind,  in  jedem  der
beiden  Länder  dieselbe  Kraft  und  Geltung
  haben,  als  wenn  sie  vor  einem
Notar  oder  anderen  öffentlichen  oder
gerichtlichen,  in  dem  einen  oder  dem
anderen  der  beiden  Staaten  zuständigen
Beamten  aufgenommen  wären,  vorausgesetzt,
  daß  sie  dem  Stempel,  der  Registrirung
  oder  jeder  anderen  in  dem
Lande,  in  welchem  sie  zur  Ausführung
gelangen  sollen,  bestehenden  Taxe  oder
Auflage  unterworfen  worden  sind.
Diese  Bestimmung  bezieht  sich  in  gleicher
Weise  auf  Abschriften,  Auszüge  oder
Uebersetzungen  solcher  Urkunden;  wenn
gegen  die  Genauigkeit  oder  die  Echtheit
solcher  Abschriften,  Auszüge  oder  Uebersetzungen
  Einspruch  erhoben  wird,  sollen
die  betreffenden  Gerichtshöfe  nach  Maßgabe
  der  Gesetzgebung  ihres  Landes
verfahren.

Artikel  X.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und
Vizekonsuln  oder  Konsularagenten  können
sich  persönlich  an  Bord  der  Schiffe
ihres  Landes  begeben  oder  Vertreter  an
Bord  derselben  senden,  sobald  die  Schiffe
zum  freien  Verkehr  zugelassen  sind;  sie
können  den  Schiffsführer  und  die  Mannschaft
  vernehmen,  die  Schiffspapiere
        <pb n="115" />
        cevoir  les  déclarations  sur  leur
Voyage,  leur  destination  et  les  incidents
  de  la  traversée,  dresser  les
manitlestes  et  faciliter  Texpédition
de  leur  navire,  enfin  les  accomagner
  devant  les  tribunaux  et  dans
les  burehux  de  T’administration  du
Pays  pour  leur  servir  Tinterpretes
et  d’agents  dans  les  affaires  qu  ils
auront  à  suivre  ou  les  demandes
quils  auront  à  former,  sauf  dans
les  cas  prévus  par  les  lois  des  deux
Pays,  aux  dispositions  desquelles  la
Présente  clause  n’apporte  aucune
dérogation.

Les  fonctionnaires  publics  du  pays
ne  pourront,  dans  les  ports  ou
réside  un  consul  ou  un  agent  consulaire
  de  lun  des  deux  Etats
respectifs,  opérer  ni  recherches,  ni
Visites,  autres  qdue  les  visites  ordinmaires
  de  la  douane  ou  de  la  sante,
à  bord  des  navires  de  commerce,
sans  en  avoir  donné  préalablement
àavis  au  dit  consul  ou  agent,  alin
duil  puisse  assister  à  la  visite.

Linvitation  qui  sera  adresséee  à
cet  effet  aux  consuls,  vice-Consuls
u  agents  consulaires,  indiquera  une
heure  preéecise,  et  Fils  négligeaient
de  8y  rendre  en  personne  ou  de
s'y  faire  représenter  par  un  délégué,
i.  sera  procédé  en  leur  absence.

ARTICLE  XI.

En  tout  ce  qui  concerne  la  police
des  ports,  le  chargement  et  le  dechargement
  des  navires  et  la  süreté
des  marchandises,  biens  et  effets,

Reichs--Gesetzbl.  1882.

109

prüfen,  die  Aussagen  über  Reise,  Bestimmungsort
  und  Zwischenfälle  während
der  Reise  entgegennehmen,  die  Ladungsmanifeste
  aufstellen  und  die  Abfertigung
ihrer  Schiffe  fördern,  auch  mit  jenen
vor  den  Gerichten  und  Verwaltungsbehörden
  des  Landes  erscheinen,  um
ihnen  bei  den  Angelegenheiten,  welche
sie  betreiben,  oder  bei  den  Anträgen,
welche  sie  zu  stellen  haben,  als  Dolmetscher
  und  Agenten  zu  dienen,  ausgenommen
  in  den  von  den  Gesetzen
beider  Länder,  an  deren  Anordnungen
durch  die  gegenwärtige  Vertragsbestimmung
  nichts  geändert  wird,  vorgesehenen

Fällen.

Die  öffentlichen  Beamten  des  Landes
dürfen  in  den  Häfen,  wo  ein  Konsul
oder  Konsularagent  eines  der  beiden
Staaten  seinen  Amtssitz  hat,  an  Bord
von  Handelsschiffen  keine  anderen  Untersuchungen
  oder  Besichtigungen,  als  die
gewöhnlichen  zollamtlichen  oder  gesundheitspolizeilichen
  Besichtigungen  vornehmen,
  ohne  zuvor  dem  gedachten
Konsul  oder  Agenten  Nachricht  gegeben
zu  haben,  damit  derselbe  der  Besichtigung
beiwohnen  kann.

Die  Einladung,  welche  zu  diesem
Behufe  an  die  Konsuln,  Vizekonsuln
oder  Konsularagenten  zu  richten  ist,  muß
eine  genaue  Angabe  der  Stunde  enthalten,
  und  wenn  sie  es  unterlassen,
sich  persönlich  einzufinden  oder  sich  durch
einen  Delegirten  vertreten  zu  lassen,  so
soll  in  ihrer  Abwesenheit  vorgegangen
werden.

Artikel  XI.

Hinsichtlich  der  Hafenpolizei,  des
Ladens  und  Ausladens  der  Schiffe  und  der
Sicherung  von  Waaren,  Gütern  und
Effekten  kommen  die  Gesetze,  Verord-23
        <pb n="116" />
        on  observera  les  lois,  ordonnances
et  règlements  du  pays.

Les  consuls  et  vice-consuls  ou
agents  consulaires  seront  chargés
exclusivement  du  maintien  de  l'ordre
intérieur  à  bord  des  navires  de  leur
nation,  en  conséquence  ils  règleront
eux-mémes  les  contestations  de  toute
nature  qui  seraient  survenues  entre
le  capitaine,  les  ofliciers  du  navire
et  les  matelots,  et  specialement  celles
relatives  à  la  solde  et  à  Taccomplissement
  des  engagements  réci-Proquement
  contractés.

Les  autorites  locales  ne  pourront
intervenir  qdue  lorsque  les  désordres
survenus  à  bord  des  navires  seraient
de  nature  à  troubler  la  tranquillité
et  Tordre  public,  à  terre  ou  dans
le  port,  ou  dquand  une  personne  du
Pays  ou  ne  faisant  pas  partie  de
Téequipage  sy  trouvera  meéle.

Dans  tous  les  autres  cas,  les  autorites
  précitées  se  borneront  à  préter
tout  appui  aux  consuls  et  vice-Consuls
  ou  agents  consulaires,  Si  elles
een  sont  requises  par  eux,  pour
faire  arréter  et  renvoyer  à  bord  ou
maintenir  en  état  d’arrestation  tout
individu  inscrit  sur  le  röle  de  Téqui-Page,
  chaque  fois  due  les  dits  agents
le  jugeront  nécessaire.

Dans  le  cas  ou  Tarrestation  devrait
étre  maintenue,  les  dits  agents  en
donneront  avis  dans  le  plus  breif
délai  possible,  par  une  communication
  officielle,  aux  autorités  judiciaires
  Compétentes.

ARTICIE  XII.

Les  consuls-  généraux,  consuls,
vice-Consuls  ou  agents  Cconsulaires

110

nungen  und  Reglements  des  Landes  in  Anwendung.
  Den  Konsuln  und  Vizekonsuln
oder  Konsularagenten  steht  ausschließlich
die  Aufrechterhaltung  der  inneren  Ordnung
an  Bord  der  Schiffe  ihres  Landes  zu;
sie  haben  daher  allein  Streitigkeiten
jeder  Art  zwischen  dem  Schiffsführer,
den  Schiffsoffizieren  und  den  Matrosen
zu  schlichten,  insbesondere  solche,  welche
sich  auf  die  Heuer  und  die  Erfüllung
gegenseitiger  Verpflichtungen  beziehen.

Die  Lokalbehörden  dürfen  nur  dann
einschreiten,  wenn  die  am  Bord  der
Schiffe  vorkommenden  Unordnungen  derart
  sind,  daß  die  Ruhe  oder  öffentliche
Ordnung  am  Lande  oder  im  Hafen
dadurch  gestört  wird,  oder  wenn  ein
Bewohner  des  Landes  oder  eine  nicht
zur  Schiffsbesatzung  gehörige  Person
betheiligt  ist.

In  allen  anderen  Fällen  haben  die
gedachten  Behörden  sich  darauf  zu  beschränken,
  den  Konsuln  und  Vizekonsuln
oder  Konsularagenten  auf  Verlangen
Beistand  zu  gewähren,  um  eine  in  die
Musterrolle  eingetragene  Person  verhaften
und  an  Bord  zurückführen  oder  in  Haft
behalten  zu  lassen,  sobald  jene  Beamten
es  für  nothwendig  erachten.  Falls  die
Verhaftung  aufrecht  erhalten  werden  soll,
so  haben  die  gedachten  Beamten  in
möglichst  kurzer  Frist  davon  den  zuständigen
  Gerichtsbehörden  eine  amtliche
Mittheilung  zu  machen.

Artikel  XII.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  oder  Konsularagenten  können
        <pb n="117" />
        Pourront  faire  arréter  et  renvoyer,
soit  à  bord,  Ssoit  dans  leur  pays,
les  marins  et  toute  autre  personne
faisant,  à  duelque  titre  due  ce  socit,
Partie  des  équipages  des  navires  de
leur  nation,  dont  la  désertion  aurait
eu  lieu  sur  le  territoire  méme  de  lP’une
des  hautes  parties  contractantes.

A  cet  effet  ils  devront  Fadresser
Par  écrit  aux  fonctionnaires  com-Pétents
  et  justifter,  au  moyen  de  la
Présentation  des  régistres  des  bätiments
  ou  du  röle  de  Uéquipage,  soit
een  original  soit  en  extrait  düment
égalisc,  cu  d’autres  documents  officiels,
  ou  bien,  si  le  navire  est  parti,
en  Pproduisant  une  copie  ou  un  extrait
  authentique  de  ces  documents,
due  les  personnes  reclamées  faisaient
réellement  partie  de  IéGquipage.  Sur
cette  demande  ainsi  justifice  la  remise
  des  déserteurs  ne  pourra  étre
refusee.

On  donnmera,  en  outre,  aux  dites
autorites  Consulaires  tout  secours  et
toute  assistance  pour  la  recherche
et  Parrestation  de  ces  Géserteurs,
dui  seront  détenus,  sur  la  demande
Gerite  et  aux  frais  de  TPautorité  con-Sulaire,
  jusqu'au  moment  ou  ils  seront
  réintégrés  à  bord  du  bätiment
auquel  ils  appartiennent,  ou  jusdu’a
ce  quune  occasion  se  présente  de
les  rapatrier.

Si  toutefois  cette  occasion  ne  se
Présentait  pas  dans  le  délai  de  deux
mois,  à  compter  du  jour  de  Harrestation,
  ou  si  les  frais  de  leur  détention
  n’étaient  pas  régulièrement
acquittés,  les  dits  déserteurs  seront
remis  en  liberté,  sans  qu’ils  puissent
étre  arrétécs  de  nouveau  pour  la
méme  dause.

111



diejenigen  Seeleute  und  jede  andere,
irgendwie  zur  Besatzung  der  Schiffe  ihres
Landes  gehörige  Person,  deren  Desertion
auf  dem  Gebiete  des  einen  der  Hohen
vertragschließenden  Theile  selbst  stattgefunden
  hat,  verhaften  und  an  Bord
oder  in  ihre  Heimath  zurücksenden  lassen.

Zu  diesem  Zwecke  haben  sie  sich  schriftlich
  an  die  zuständigen  Beamten  zu
wenden  und  durch  Vorlegung  der  Schiffsregister
  oder  Musterrollen  im  Original
oder  in  vorschriftsmäßig  beglaubigtem
Auszuge  oder  anderer  amtlicher  Schriftstücke,
  oder,  wenn  das  Schiff  schon  abgegangen
  ist,  durch  Vorlegung  einer  beglaubigten
  Abschrift  oder  eines  beglaubigten
  Auszuges  dieser  Schriftstücke  nachzuweisen,
  daß  die  reklamirten  Personen
wirklich  zur  Schiffsmannschaft  gehörten.
Auf  einen  in  dieser  Art  begründeten
Antrag  darf  die  Auslieferung  der  Deserteure
  nicht  verweigert  werden.

Auch  soll  den  gedachten  Konsularbehörden
  jeder  Beistand  und  jede  Hülfe
behufs  Aufsuchung  und  Verhaftung
solcher  Deserteure  gewährt  werden  letztere
sollen  auf  schriftlichen  Antrag  und  auf
Kosten  der  Konsularbehörde  so  lange  in
Gewahrsam  gehalten  werden,  bis  sie  an
Bord  des  Schiffes,  zu  dem  sie  gehören,
zurückgebracht  werden,  oder  bis  sich  eine
Gelegenheit  findet,  sie  heimzusenden.

Sollte  jedoch  diese  Gelegenheit  innerhalb
  zweier  Monate,  vom  Tage  der  Verhaftung
  an  gerechnet,  sich  nicht  darbieten,
  oder  sollten  die  Kosten  der  Gefangenhaltung
  nicht  regelmäßig  berichtigt
  werden,  so  sollen  die  gedachten  Deserteure
  in  Freiheit  gesetzt  werden,  ohne
aus  demselben  Grunde  wieder  verhaftet
werden  zu  können.

23*
        <pb n="118" />
        Si  le  déserteur  avait  commis
quelque  crime  ou  délit  à  terre,
Tautorité  locale  pourrait  surseoir  à
Textradition  jusqu'à  ce  qdue  le  tribunal
  eüt  rendu  la  sentence  et  due
celle-ci  eüt  reçu  pleine  et  entiere
exécution.

Les  hautes  parties  contractantes
conviennent  que  les  marins  ou  autres
individus  de  léquipage  sujets  du
pays  dans  lequel  Fefflectuera  la  dé-Sertion
  sont  exgxceptes  des  stipulations
du  présent  article.

ARTICLE  XIII.

Toutes  les  fois  qu'il  ny  aura  pas
de  stipulations  contraires  entre  les
armateurs,  chargeurs  et  assureurs,
les  awaries  due  les  navires  des  deux
ays  auront  souffertes  en  mer,  scoit
du’ils  entrent  dans  les  ports  respectils
  volontairement  ou  par  reläche
forcéce,  seront  réglées  par  les  consuls-générauzx,
  consuls,  vice-Cconsuls
Ou  agents  consulaires  de  leur  nation,
à  moins  que  des  sujets  du  pays
dans  lequel  résident  les  dits  agents
Ou  des  Sujets  Tune  tierce  puissance
ne  soient  intéressés  dans  ces  avaries;
dans  ce  cas,  et  à  défaut  de  com-Promis
  amiables  entre  toutes  les
Parties  intéressées,  elles  devront  étre
réglées  par  Tautorité  locale.

ARTICLE  XIV.

Lorsqu'un  navire  appartenant  au
Gouvernement  ou  à  des  sujets  de
Tune  des  hautes  parties  contractantes
fera  naufrage  ou  échouera  sur  le  littoral
  de  T’autre,  les  autorités  locales
devrront,  dans  le  plus  brref  délai
Dossible,  porter  le  fait  à  la  connais-112



Sollte  der  Deserteur  am  Lande  ein
Verbrechen  oder  ein  Vergehen  begangen
haben,  so  kann  die  Lokalbehörde  die  Auslieferung
  aussetzen,  bis  das  Gericht  die
Entscheidung  gefällt  hat  und  diese  vollständig
  vollstreckt  worden  ist.

Die  Hohen  vertragschließenden  Theile
sind  darüber  einverstanden,  daß  Seeleute
  oder  andere  Personen  der  Schiffsbesatzung,
  welche  Angehörige  des  Landes
sind,  in  welchem  die  Desertion  stattfindet,
von  den  Bestimmungen  dieses  Artikels
ausgenommen  sind.

Artikel  XIII.

Falls  nicht  Verabredungen  zwischen
Rhedern,  Befrachtern  und  Versicherern
entgegenstehen,  werden  die  von  Schiffen
beider  Länder  in  See  erlittenen  Havereien,
sei  es,  daß  die  Schiffe  die  betreffenden
Häfen  freiwillig  oder  als  Nothhafen  aufsuchen,
  jederzeit  von  den  Generalkonsuln,
Konsuln,  Vizekonsuln  oder  Konsularagenten
  ihres  Landes  geregelt,  es  sei
denn,  daß  Angehörige  des  Landes,  in
welchem  die  gedachten  Beamten  ihren
Sitz  haben,  oder  Angehörige  einer  dritten
Macht  bei  den  Havareien  betheiligt  sind;
im  letzteren  Falle  sollen  sie  in  Ermangelung
  einer  gütlichen  Einigung  zwischen
allen  Betheiligten  von  der  Lokalbehörde
geregelt  werden.

Artikel  XIV.

Wenn  ein  Schiff,  welches  der  Regierung
  oder  den  Angehörigen  eines  der
Hohen  vertragschließenden  Theile  gehört,
an  den  Küsten  des  anderen  Theiles
Schiffbruch  leidet  oder  strandet,  so  sollen
die  Lokalbehörden  den  dem  Orte  des
Unfalls  nächsten  Generalkonsul,  Konsul,
        <pb n="119" />
        Sance  du  consul-général,  consul,  vice-Cconsul
  ou  agent  consulaire  le  plus
Vvoisin  du  lieu  de  Taccident.

Toutes  les  opérations  relatives  au
Sauvetage  des  navires  Allemands,
qui  naufrageraient  ou  échoueraient
dans  les  eaux  territoriales  de  la
Grece,  auront  lieu  conformement  aux
lois  du  pays,  et  réciproquement,
tontes  les  Opérations  relatives  au
Sauvetage  des  navires  Grees  qui  naufrageraient
  ou  échoueraient  dans  les
eausx  territoriales  de  l’Allemagne
auront  lieu  conformément  aux  lois
du  pays.

Lintervention  du  consul-genéral,
consul,  vice-consul  ou  agent  consulaire
  n’aura  lieu  dans  les  deux  pays,
que  pour  surveiller  les  opérations
relatives  à  la  réparation,  au  ravitaillement
  ou  à  la  vente,  §’il  y  a  lieu,
tant  des  navires  Cchoués  ou  naufragés
à  la  cöôte  dque  des  marchandises  ou
de  la  cargaison  sauvetées.

L  intervention  des  autorités  locales
dans  le  Ssauvetage  ne  donnera  lieu
à  la  perception  de  frais  d’aucune
espece  hors  ceux  que  nécessiteraient
les  opérations  de  sauvetage  et  la
conservation  des  objets  sauwés,  ainsi
due  ceux  auxquels  seraient  soumis,
en  Pareil  cas,  les  navires  nationaux.

En  cas  de  doute  sur  la  nationalité
d’'un  navire  naufragé  ou  échoué,

toutes  les  mesures  mentionneéees  cidessus

  relèVveront  exclusivement  des
autorites  locales.

Les  marchandises  et  effets  sauves
ne  seront  sujets  au  paiement  d’aucun
droit  de  doeuane  à  moins  qu'’ils
nentrent  dans  la  consommation  interieure.


113

Vizekonsul  oder  Konsularagenten  so
schleunig  als  möglich  davon  benachrichtigen.


Alle  Rettungsmaßregeln  bezüglich
deutscher,  in  den  griechischen  Territorialgewässern
  gescheiterter  oder  gestrandeter
Schiffe  sollen  nach  Maßgabe  der  Landesgesetze
  erfolgen,  und  entsprechend  sollen
alle  Rettungsmaßregeln  bezüglich  griechischer,
  in  den  deutschen  Territorialgewässern
  gescheiterter  oder  gestrandeter
Schiffe  nach  Maßgabe  der  Landesgesetze
erfolgen.

Der  Generalkonsul,  Konsul,  Vizekonsul
  oder  Konsularagent  hat  in  beiden
Ländern  nur  einzuschreiten,  um  die  auf
die  Ausbesserung  und  Wiederverproviantirung
  oder  eintretendenfalls  auf  den
Verkauf  der  an  der  Küste  gestrandeten
oder  gescheiterten  Schiffe,  sowie  der  geretteten
  Waaren  oder  sonstigen  Ladung
bezüglichen  Maßregeln  zu  überwachen.

Für  das  Einschreiten  der  Lokalbehörden
bei  der  Bergung  dürfen  keine  anderen
Kosten  erhoben  werden,  als  diejenigen,
welche  die  Vornahme  der  Bergung  und
die  Aufbewahrung  der  geretteten  Gegenstände
  erforderlich  gemacht  haben,  sowie
diejenigen,  welche  in  gleichem  Falle  die
nationalen  Schiffe  zu  entrichten  haben
würden.

Bestehen  Zweifel  über  die  Nationalität
  eines  gescheiterten  oder  gestrandeten
Schiffes,  so  sind  alle  vorstehend  erwähnten
  Maßregeln  ausschließlich  von
den  Lokalbehörden  zu  ergreifen.

Die  geborgenen  Waaren  und  Effekten
sollen  der  Entrichtung  irgend  einer  Zollabgabe
  nicht  unterworfen  sein,  sofern  sie
nicht  in  den  inneren  Verbrauch  übergehen.
        <pb n="120" />
        ARTICLE  XV.

En  cas  de  déeeès  d'un  Allemand
en  Grece  et  d’'un  Grec  en  Allemagne
dans  une  localité  ou  réside  un  consulgénéral,
  consul  ou  vice-consul  de  la
nation  du  défunt,  ou  bien  à  proximité
  de  cette  localité,  les  autorités
locales  devront  en  donner  immeédiatement
  avis  à  Tautorité  consulaire.

L’autorité  consulaire  devra  donner
le  méme  avis  aux  autorités  loecales,
Torsqu’elle  aura  été  informée  du
décès  la  premiere.

L’autorité  consulaire  aura  le  droit
d’apposer  les  scellés,  soit  T’oflice
soit  à  la  demande  des  parties  intéressées,
  sur  tous  les  effets,  meubles
et  papiers  du  defunt,  en  prévenant
de  cette  opération  Tautorité  locale
compétente  qui  pourra  y  assister  et
apposer  également  ses  scellés.

Les  scellées  doubles  ne  devront
as  étre  levés  sans  due  Fautorité
locale  assiste  à  cette  opération.

Toutefois,  si,  après  un  avertissement
  adressé  par  autorité  consulaire
à  Tautorité  locale,  pour  Tinviter  à
assister  à  la  levée  des  doubles
scellés,  celle-ci  ne  s'stait  pas  présentée
  dans  un  délai  de  quarantehuit
  heures  à  compter  de  la  #réception
  de  Tavis,  Tautorité  consulaire
Pourrait  procéder  seule  à  la  dite
opération.

L'autorité  consulaire  après  avoir
levé  les  scellés  formera  Tinventaire
de  tous  les  biens  et  effets  du  defunt,
en  présence  de  Tautorité  lecale,  Si,
Par  suite  de  la  notification  susindiqué,
  elle  avait  assistée  à  cet  acte.

114

Artikel  XV.

Verstirbt  ein  Deutscher  in  Griechenland
  oder  ein  Grieche  in  Deutschland
an  einem  Orte,  an  welchem  ein  Generalkonsul,
  Konsul  oder  Vizekonsul  der
Nation  des  Verstorbenen  seinen  Amtssitz
hat,  oder  wenigstens  in  der  Nähe  dieses
Ortes,  so  sollen  die  Lokalbehörden  der
Konsularbehörde  hiervon  unverzüglich
Nachricht  geben.

In  gleicher  Weise  soll  die  Konsularbehörde,
  wenn  sie  zuerst  von  dem  Todesfall
  Kenntniß  erhält,  die  Lokalbehörden
mit  Nachricht  versehen.

Die  Konsularbehörde  soll  das  Recht
haben,  von  Amtswegen  oder  auf  Antrag
der  betheiligten  Parteien  alle  Effekten,
Mobilien  und  Papiere  des  Verstorbenen
unter-  Siegel  zu  legen,  indem  sie  zuvor
von  dieser  Amtshandlung  die  zuständige
Lokalbehörde  benachrichtigt,  welche  derselben
  beiwohnen  und  ebenfalls  ihre  Siegel
  anlegen  kann.

Die  beiderseits  angelegten  Siegel
dürfen  ohne  Mitwirkung  der  Lokalbehörde
  nicht  abgenommen  werden.

Sollte  jedoch  die  Lokalbehörde  auf
eine  von  der  Konsularbehörde  an  sie  ergangene
  Einladung  der  Abnahme  der
beiderseits  angelegten  Siegel  beizuwohnen
innerhalb  achtundvierzig  Stunden,  vom
Empfange  der  Einladung  an  gerechnet,
sich  nicht  eingefunden  haben,  so  kann
die  Konsularbehörde  allein  zu  der  gedachten

  Amtshandlung  schreiten.

Die  Konsularbehörde  soll  nach  Abnahme
  der  Siegel  ein  Verzeichniß  aller
Habe  und  Effekten  des  Verstorbenen  aufnehmen
  und  zwar  in  Gegenwart  der
Lokalbehörde,  wenn  diese  in  Folge  der
vorerwähnten  Einladung  jener  Amtshandlung
  beigewohnt  hatte.
        <pb n="121" />
        —  115

L'autorité  locale  apposera  sa  signature
  sur  les  procès-verbaux  dressés
en  sa  présence,  sans  que,  pour  son
intervention  Toffice  dans  ces  actes,
elle  puisse  exiger  des  droits  ’aucune
  espece.

ARTICLE  XVI.

Les  autorités  compétentes  feront
les  publications  usitées  dans  le  pays
ou  prescrites  par  sa  législation  relativement
  à  Touverture  de  la  succession
  et  de  la  convocation  des  héritiers
  ou  crCanciers  et  elles  communiqueront
  ces  publications  à  Tautorité
consulaire,  Sans  préjudice  des  publications
  qui  pourront  également  étre
faites  par  celle-i.

ARTICLE  XVII.

L’autorité  consulaire  pourra  faire
vendre  aux  encheres  publiques  dans
les  formes  prescrites  par  les  lois  et
Uusages  du  pays  de  sa  résidence  tous
les  objets  mobiliers  de  la  succession
Susceptibles  de  se  détériorer  et  tous
ceux  dont  la  conservation  en  nature
entrainerait  des  frais  onéreux  pour
la  Succession.

ARTICLE  XVIII.

L'autorité  consulaire  devra  conserver,
  à  titre  de  dépôt,  demeurant
soumis  à  la  législation  du  pays,  les
effets  et  valeurs  inventoriés,  le  montant
  des  créances  due  Ton  réalisera
et  des  revenus  due  Ton  touchera,
alnsi  due  le  produit  de  la  vente  des
meubles,  si  elle  a  eu  lieu,  jusqu'a
Texpiration  du  terme  de  six  mois,
à  compter  du  jour  de  la  dernieère
des  publications  faites  par  Tautorité
locale  relativement  à  Touverture  de

Die  Lokalbehörde  soll  den  in  ihrer
Gegenwart  aufgenommenen  Protokollen
ihre  Unterschrift  beifügen,  ohne  daß  sie
für  ihre  amtliche  Mitwirkung  bei  diesen
Amtshandlungen  Gebühren  irgend  welcher
  Art  beanspruchen  kann.

Artikel  XVI.

Die  zuständigen  Behörden  sollen  die
in  dem  Lande  gebräuchlichen  oder  durch
die  Gesetze  desselben  vorgeschriebenen  Bekanntmachungen
  bezüglich  der  Eröffnung
des  Nachlasses  und  des  Aufrufs  der
Erben  oder  Gläubiger  erlassen  und  diese
Bekanntmachungen  der  Konsularbehörde
mittheilen,  unbeschadet  der  Bekanntmachungen,
  welche  in  gleicher  Weise  von
dieser  etwa  erlassen  werden.

Artikel  XVII.

Die  Konsularbehörde  kann  alle  beweglichen
  Nachlaßgegenstände,  welche  dem
Verderben  ausgesetzt  sind,  und  alle  diejenigen,
  deren  Aufbewahrung  in  natura
dem  Nachlaß  erhebliche  Kosten  verursachen
  würde,  unter  Beobachtung  der
durch  die  Gesetze  und  Gebräuche  des
Landes  ihres  Amtessitzes  vorgeschriebenen
Formen  öffentlich  versteigern  lassen.

Artikel  XVIII.

Die  Konsularbehörde  hat  die  inventarisirten
  Effekten  und  Werthgegenstände,
den  Betrag  der  eingezogenen  Forderungen
und  erhaltenen  Einkünfte,  sowie  den  Erlös
  aus  dem  etwa  stattgehabten  Verkauf
der  Mobilien  als  ein  Depositum,  welches
den  Landesgesetzen  unterworfen  bleibt,
bis  zum  Ablauf  einer  Frist  von  sechs
Monaten,  von  dem  Tage  der  letzten
Bekanntmachung,  welche  die  Lokalbehörde
hinsichtlich  der  Eröffnung  des  Nachlasses
erlassen  hat,  an  gerechnet,  oder,  falls
        <pb n="122" />
        la  succession  ou  du  terme  de  huit
mois,  à  compter  du  jour  du  deces,
'l  n’'a  pas  été  fait  de  publication
Par  Tautorité  locale.

Toutefois  autorité  consulaire  aura
la  faculté  de  préelever  immediatement
sur  le  produit  de  la  succession,  les
frais  de  dernière  maladie  et  Tenterrement
  du  défint,  les  gages  de
domestiques,  loyers,  frais  de  justice
et  de  consulat  et  autres  de  méme
nature,  ainsi  due  les  dépenses  d’entretien
  de  la  famille  du  defunt,  S'i
y  a  lieu.

ARTICLE  XIX.

Sous  la  réserve  des  dispositions
de  l'article  précédent,  le  consul  aura
le  droit  de  prendre,  à  l'égard  de
la  succession  mobilière  ou  immobiliere
  du  defunt,  toutes  les
mesures  conservatoires,  qw’il  jugera
utiles  dans  Tintérét  des  heritiers.
I1  pourra  Tadministrer,  soit  per-Sonnellement,
  soit  par  des  délegués
choisis  par  lui  et  agissant  en  son
nom,  et  il  aura  le  droit  de  se  faire
remettre  toutes  les  valeurs  appartenant
  au  défunt,  qui  pourraient  se
trouver  déposcées,  soit  dans  les  caisses
Publiques,  soit  chez  des  particuliers.

ARTICLE  XX.

Si  pendant  le  délai  mentionné  à
l'article  XVIII,  il  s'élève  quelque
contestation  à  Pégard  des  réclamations
  qui  pourraient  se  produire
contre  la  partie  mobilière  de  la  succession
  de  la  part  de  sujets  du  pays
ou  de  sujets  Tune  tierce  puissance,
la  déecision  concernant  ces  réclama-116



von  der  Lokalbehörde  keine  Bekanntmachung
  erlassen  worden  ist,  bis  zum
Ablauf  einer  Frist  von  acht  Monaten,
von  dem  Todestage  an  gerechnet,  zu
verwahren.

Die  Konsularbehörde  soll  jedoch  die
Befugniß  haben,  die  Kosten  der  letzten
Krankheit  und  der  Beerdigung  des  Verstorbenen,
  den  Lohn  der  Dienstboten,
Miethszins,  Gerichts=  und  Konsulatskosten
  und  Kosten  ähnlicher  Art,  sowie
etwaige  Ausgaben  für  den  Unterhalt  der
Familie  des  Verstorbenen  aus  dem  Erlös
  des  Nachlasses  sofort  vorweg  zu  entnehmen.


Artikel  XIX.

Vorbehaltlich  der  Bestimmungen  des
vorhergehenden  Artikels  soll  der  Konsul
das  Recht  haben,  hinsichtlich  des  beweglichen
  oder  unbeweglichen  Nachlasses  des
Verstorbenen  alle  Sicherungsmaßregeln
zu  treffen,  welche  er  im  Interesse  der
Erben  für  zweckmäßig  erachtet.  Er  kann
denselben  entweder  persönlich  oder  durch
von  ihm  erwählte  und  in  seinem  Namen
handelnde  Vertreter  verwalten,  und  er
soll  das  Recht  haben,  sich  alle  dem  Verstorbenen
  zugehörigen  Werthgegenstände,
die  sich  in  öffentlichen  Kassen  oder  bei
Privatpersonen  in  Verwahrung  befinden
sollten,  ausliefern  zu  lassen.

Artikel  XX.

Wenn  während  der  im  Artikel  XVIII
erwähnten  Frist  über  etwaige  Ansprüche
von  Landesangehörigen  oder  Unterthanen
einer  dritten  Macht  gegen  den  beweglichen
  Theil  des  Nachlasses  Streit  entstehen
  sollte,  so  steht  die  Entscheidung
über  diese  Ansprüche,  sofern  sie  nicht  auf
einem  Erbanspruche  oder  Vermächtniß
        <pb n="123" />
        tions  en  tant  qu'elles  ne  reposent
pas  sur  le  titre  d’hérédité  ou  de
legs,  appartiendra  exclusivement  aux
tribunaux  du  pays.

En  cas  ’insuffisance  des  valeurs
de  la  succession  pour  Satisfaire  au
Payement  integral  des  créances,  les
créanciers  pourront,  si  les  lois  du
ays  le  permettent,  demander  à
Tautorité  locale  Ccompétente  la  deéclaration
  de  faillite.  Cette  declaration
  obtenue  tous  les  documents,
effets  ou  valeurs  appartenant  à  la
succession  devront  étre  remis  à  Tautorite
  locale  Compétente  ou  aux  syndics
  de  la  faillite,  Tautorite  consulaire
  restant  chargee  de  représenter
les  intéréts  de  ses  nationaux.

Anricrz  XXI.

A  Texpiration  du  terme  fixé  par
article  XVIII,  s’il  n’existe  aucune
réclamation,  Tautoritée  consulaire,
après  avoir  acquitté,  d’apres  les
tarifs  en  vigueur  dans  le  pays,  tous
les  frais  et  comptes  à  la  charge  de
la  succession,  entrera  définitivement
en  Possession  de  la  dite  succession
quw’elle  liquidera  et  transmettra  aux
ayants-droit,  sans  avoir  d’autre
compte  à  rendre  qu'’à  son  propre
Gouvernement.

ARTICLE  XXII.

Dans  toutes  les  questions,  auxduelles
  pourront  donner  lieu  Touverture,
  Hadministration  et  la  liquidation
  des  successions  des  nationaux
Tun  des  deux  pays  dans  Tautre,
les  consuls  -  genéraux,  consuls  et
Vice-Consuls  respectifs  représenteront
de  plein  droit  les  héritiers  et  seront

Reichs-Gesetzb.  1882.

117

beruhen,  ausschließlich  den  Landesgerichten
  zu.

Falls  der  Bestand  des  Nachlasses  zur
unverkürzten  Bezahlung  der  Schulden
nicht  ausreichen  sollte,  sollen  die  Gläubiger,
  sofern  die  Gesetze  des  Landes
dieses  gestatten,  bei  der  zuständigen
Lokalbehörde  die  Eröffnung  des  Konkurses
  beantragen  können.  Nach  erfolgter
  Konkurseröffnung  sollen  alle
Schriftstücke,  Effekten  oder  Werthe  der
Nachlaßmasse  der  zuständigen  Lokalbehörde
  oder  den  Verwaltern  der  Konkursmasse
  überliefert  werden,  wobei  die
Konsularbehörde  mit  der  Wahrnehmung
der  Interessen  ihrer  Landesangehörigen
betraut  bleibt.

Artikel  XXI.

Mit  Ablauf  der  im  Artikel  XVIII
festgesetzten  Frist  soll,  wenn  keine  Forderung
  gegen  den  Nachlaß  vorliegt,  die
Konsularbehörde,  nachdem  alle  dem
Nachlasse  zur  Last  fallenden  Kosten  und
Rechnungen  nach  den  im  Lande  geltenden
  Tarifen  berichtigt  worden  sind,  endgültig
  in  den  Besitz  des  Nachlasses  gelangen,
  welchen  sie  liquidiren  und  den
Berechtigten  überweisen  soll,  ohne  daß
sie  anderweit,  als  ihrer  eigenen  Regierung
Rechnung  abzulegen  hat.

Artikel  XXlII.

In  allen  Fragen,  zu  denen  die  Eröffnung,
  die  Verwaltung  und  die  Liquidirung
  der  Nachlässe  von  Angehörigen
eines  der  beiden  Länder  in  dem  anderen
Lande  Anlaß  geben  können,  vertreten
die  betreffenden  Generalkonsuln,  Konfuln
und  Vizekonsuln  die  Erben  von  Rechtswegen
  und  sind  amtlich  als  die  Bevoll-24
        <pb n="124" />
        officiellement  reconnus  comme  leurs
fondẽs  de  pouvoir,  sans  qu'ils  soient
tenus  de  justifier  de  leur  mandat
par  un  titre  spécial.

IIs  pourront,  en  consequence,  Se
Présenter,  soit  en  personne,  soit  par
des  déelégues  choisis  parmi  les  personnes,
  qui  y  sont  autorisées  par
la  Egislation  du  pays,  par  devant
les  autoritécs  compétentes,  pour  y
Prendre,  dans  toute  affaire  se  rap-Portant
  à  la  succession  ouverte,  les
intéréts  des  héritiers,  en  poursuivant
leurs  droits  ou  en  répondant  aux
demandes  formées  contre  eux.

Ils  sont  néanmoins  tenus  de  porter
  à  la  connaissance  des  e  xécuteurs
testamentaires,  S’il  en  existe,  ou  des
héritiers  présents  ou  düment  repré-Sentés,
  toute  réclamation  qui  leur
Serait  présentée  contre  la  succession,
afin  qdue  les  exécuteurs  ou  les  héritiers
  puissent  opposer  leurs  exceptions,
  Sil  yF  a  lieu.

II&amp;amp;  pourront  organiser  tout  de
méme  la  tutelle  ou  curatelle  de
leurs  nationaux  pour  tout  ce  qui
concerne  la  succession,  conformeément
  aux  lois  de  leur  pays.

II  est  toutefois  bien  entendu  due
les  consuls-  gGenéraux,  consuls  et
vice-Consuls  étant  considérés  comme
fondés  de  pouvoirs  de  leurs  nationaux,
  ne  pourront  jamais  étre  persomnellement
  mis  en  cause  relativement
  à  toute  affaire  concernant  la
succession.

ARTICLE  XXIII.

Les  droits  de  succession,  ainsi  que
le  partage  des  biens  laissés  par  le
défunt,  seront  régis  par  les  lois  de
son  payxs.

118

mächtigten  derselben  anzuerkennen,  ohne
daß  sie  verpflichtet  wären,  ihren  Auftrag
  durch  eine  besondere  Urkunde  nachzuweisen.


Sie  sollen  demgemäß  in  Person  oder
durch  Vertreter,  welche  sie  aus  den
landesgesetzlich  dazu  befugten  Personen
erwählt  haben,  vor  den  zuständigen  Behörden
  auftreten  können,  um  in  jeder
sich  auf  den  Nachlaß  beziehenden  Angelegenheit
  die  Interessen  der  Erben  wahrzunehmen,
  indem  sie  deren  Rechte  geltend
machen  oder  sich  auf  die  gegen  dieselben
erhobenen  Ansprüche  einlassen.

Sie  sind  jedoch  verpflichtet,  zur  Kenntniß
  der  Testamentsvollstrecker,  wenn
solche  vorhanden  sind,  oder  der  gegenwärtigen
  oder  vorschriftsmäßig  vertretenen
Erben  jeden  Anspruch  zu  bringen,  welcher
  bei  ihnen  gegen  die  Nachlaßmasse
erhoben  sein  sollte,  damit  die  Vollstrecker
oder  die  Erben  ihre  etwaigen  Einreden
dagegen  erheben  können.

Sie  sollen  gleichfalls  die  Vormundschaft
  oder  Kuratel  über  ihre  Landesangehörigen
  für  alles  auf  die  Nachlaßregelung
  Bezügliche  in  Gemäßheit  der
Gesetze  ihres  Landes  einleiten  können.

Es  versteht  sich  jedoch  von  selbst,  daß
die  Generalkonsuln,  Konsuln  und  Vizekonsuln,
  da  sie  als  Bevollmächtigte  ihrer
Landesangehörigen  betrachtet  werden,
niemals  wegen  irgend  einer  die  Succession
betreffenden  Angelegenheit  persönlich  gerichtlich
  in  Anspruch  genommen  werden
dürfen.

Artikel  XXIII.

Das  Erbrecht,  sowie  die  Theilung
des  Nachlasses  des  Verstorbenen  richten
sich  nach  den  Gesetzen  seines  Landes.
        <pb n="125" />
        Toutes  les  réclamations  relatives
à  ces  droits  et  à  ce  partage  seront
jugées  par  les  tribunaux  ou  autorités
  compétentes  du  même  pays  et
conformément  aux  lois  de  ce  pays.

ARTICLE  XXIV.

Lorsqu'um  Allemand  en  Grèce  ou
un  Grec  en  Allemagne  sera  décédé
sur  un  point  ou  il  ne  se  trouve  pas
d’autorite  consulaire  de  sa  nation,
Tautorité  locale  compétente  procédera,
  conformement  auf  lois  du
Pays,  à  Tapposition  des  scellés  et
à  Tinventaire  de  la  succession.  Des
copies  authentiques  de  ces  actes
Seront  transmises,  dans  le  plus  bref
delai,  avec  acte  de  deceès  et  les
documents  constatant  la  nationalité
du  defunt,  à  ’autorité  Cconsulaire  la
plus  voisine  du  lieu  ou  8e  sera
Ouverte  la  succession.

L’autorité  locale  Compétente  prendra,
  à  Tégard  des  biens  laissés  par
le  déefünt  toutes  les  mesures  prescrites
  par  la  Egislation  du  pays,
et  le  produit  de  la  succession  sera
transmis  dans  le  plus  bref  döélai
Possible,  apres  I’expiration  du  deélai
fik  pa##Tarticle  XVIII,  aux  dits
agents  consulaires.

II  est  bien  entendu  que,  des  Tinstäht
  due  l’agent  consulaire  compétent
  se  sera  présenté  ou  aura  en-Voyé
  un  déléegue  sur  les  lieux,  lautorité
  locale  qui  serait  intervenu
devra  se  conformer  aux  prescriptions
contenues  dans  les  articles  précédents.


ARTICLE  XXV.
Les  dispositions  de  la  présente
convention  s’appliqueront  également

119

Alle  Ansprüche,  welche  sich  auf  Erbrecht
  und  Nachlaßtheilung  beziehen,
sollen  durch  die  Gerichtshöfe  oder  zuständigen
  Behörden  desselben  Landes
entschieden  werden  und  in  Gemäßheit
der  Gesetze  dieses  Landes.

Artikel  XXIV.

Wenn  ein  Deutscher  in  Griechenland
oder  ein  Grieche  in  Deutschland  an
einem  Orte  verstirbt,  wo  eine  Konsularbehörde
  seiner  Nation  nicht  vorhanden
ist,  so  hat  die  zuständige  Lokalbehörde
nach  Maßgabe  der  Landesgesetze  zur
Anlegung  der  Siegel  und  zur  Verzeichnung
  des  Nachlasses  zu  schreiten.
Beglaubigte  Abschriften  der  darüber
aufgenommenen  Verhandlungen  sind
nebst  der  Todesurkunde  und  den  die
Staatsangehörigkeit  des  Verstorbenen
darthuenden  Schriftstücken  binnen  kürzester
  Frist  der  dem  Nachlaßorte  nächsten
Konsularbehörde  zu  übersenden.

Die  zuständige  Lokalbehörde  soll  hinsichtlich
  des  Nachlasses  des  Verstorbenen
alle  durch  die  Landesgesetze  vorgeschriebenen
  Maßregeln  treffen,  und  der  Bestand
des  Nachlasses  ist  in  möglichst  kurzer
Frist  nach  Ablauf  der  im  Artikel  XVIII  
bestimmten  Frist  den  gedachten  Konsularbeamten
  zu  übermitteln.

Es  versteht  sich  von  selbst,  daß  von
dem  Augenblicke  an,  wo  der  zuständige
Konsularbeamte  erschienen  sein  oder  einen
Vertreter  an  Ort  und  Stelle  geschickt
haben  sollte,  die  Lokalbehörde,  welche
etwa  eingeschritten  ist,  sich  nach  den  in
den  vorstehenden  Artikeln  enthaltenen
Vorschriften  zu  richten  haben  wird.

Artikel  XXV.

Die  Bestimmungen  des  gegenwärtigen

Vertrages  sollen  in  gleicher  Weise  auf
        <pb n="126" />
        à  la  succession  d'un  sujet  de  l'un
des  deux  Etats  qui,  étant  decédeé
hors  du  territoire  de  Tautre  Etat,
yaurait  laissé  des  biens  mobiliers
u  immobiliers.

ARTICLE  XXVI.

Les  consuls-généraux,  consuls,
vice-consuls  ou  agents  consulaires
sont  exclusivement  chargés  des  actes
Tinventaire  et  des  autres  opérations

Pratiquées  pour  la  conservation  et

la  liquidation  des  biens  héreditaires
laissécs  par  les  gens  de  mer,  les
passagers  et  autres  voyageurs  de
leur  pays,  morts  dans  I’autre  pays
Soit  à  bord  d’un  navire,  soit  à  terre.

Anrich  XXVII.

Les  consuls-genéraux,  consuls  et
leurs  chanceliers  ou  secréetaires,  ainsi
due  les  vice-consuls  et  agents  con-Sulaires,
  jouiront  dans  les  deux  Etats
de  toutes  les  exemptions,  prérogatives,
  immunites  et  privileges  qui
seront  accordés  aux  agents  de  la
méme  classe  de  la  nation  la  plus
favorisée.

AricrE  XXVIII.

La  présente  convention  restera  en
vigueur  pendant  dix  années  à  compter
du  jour  de  léchange  des  ratifications.
Si,  un  an  avant  Texpiration  de  ce
terme,  aucune  des  deux  hautes
Parties  contractantes  M’annonce,  par
une  declaration  officielle,  son  intention
  d’en  faire  cesser  les  effets,  le
traite  demeurera  obligatoire  encore
une  année  et  ainsi  de  suite,  jusqu’a

120

den  Nachlaß  eines  Angehörigen  eines
der  beiden  Staaten  Anwendung  finden,
der,  außerhalb  des  Gebiets  des  anderen
Staates  verstorben,  dort  bewegliches
oder  unbewegliches  Vermögen  hinterlassen
  haben  sollte.

Artikel  XXVI.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln,  Vizekonsuln
  oder  Konsularagenten  sind  ausschließlich
  beauftragt  mit  der  Inventarisirung
  und  den  anderen  zur  Erhaltung
  und  Liquidirung  erforderlichen
Amtshandlungen  bei  Nachlässen  von
Seeleuten,  Passagieren  und  sonstigen
Reisenden  ihres  Landes,  welche  in  dem
anderen  Lande,  sei  es  am  Bord  eines
Schiffes,  sei  es  am  Lande,  gestorben

Artikel  XXVII.

Die  Generalkonsuln,  Konsuln  und  ihre
Kanzler  oder  Sekretäre,  sowie  die  Vizekonsuln
  und  Konsularagenten  sollen  in
beiden  Staaten  aller  Befreiungen,  Vorrechte,
  Immunitäten  und  Privilegien
theilhaftig  sein,  welche  den  Beamten
gleichen  Grades  der  meistbegünstigten
Nation  zustehen.

 

Artikel  XXVIII.

Der  gegenwärtige  Vertrag  soll  während
  zehn  Jahren,  vom  Tage  der  Auswechselung
  der  Ratifikationen  an  gerechnet,
  in  Kraft  bestehen.  Wenn  ein  Jahr
vor  Ablauf  dieses  Zeitraums  keiner  der
Hohen  vertragschließenden  Theile  dem
anderen  durch  eine  amtliche  Erklärung
seine  Absicht  kund  giebt,  die  Wirksamkeit

es  Vertrages  aufhören  zu  lassen,  so
soll  derselbe  noch  ein  Jahr  verbindlich
        <pb n="127" />
        ce  que  douze  mois  se  soient  écoulés
à  partir  de  la  dénonciation

ARTICLE  XXIX.

La  présente  convention  sera  ratiliéce
  et  les  ratifications  en  seront
éGchangées  à  Berlin  le  plus  töt  qdue
faire  se  pourra.

Elle  entrera  en  vigueur  un  mois
apres  Téchange  des  ratifications.

A  partir  de  ce  moment  les  dispo-Sitions
  relatives  aux  droits,  priviléges
et  attributions  des  consuls  contenues
dans  les  traitées  conclus  antérieurement
  entre  les  Etats  particuliers  de
IAllemagne  et  la  Grece  cessent
d’étre  en  vigueur.

En  foi  de  quoi  les  plénipotentiaires
  respectifs  ont  signe  la  pré-Sente
  convention  et  y  ont  apposé  le
cachet  de  leurs  armes.

Fait  à  Berlin,  le  26  Novembre  1881.

(L.  S.)  Richthofen.
(L.  S.)  A.  R.  Rangabé.

121

bleiben  und  ebenso  weiter,  bis  zwölf
Monate  von  der  Kündigung  ab  verflossen

  sind.

Artikel  XXIX.

Der  gegenwärtige  Vertrag  soll  ratifizirt
  und  die  Ratifikationen  sollen  in
Berlin  so  bald  als  möglich  ausgewechselt
werden.

Derselbe  soll  einen  Monat  nach  der
Auswechselung  der  Ratifikationen  in
Kraft  treten.

Von  diesem  Zeitpunkte  an  treten  die
auf  die  Rechte,  Privilegien  und  Befugnisse
  der  Konsuln  bezüglichen  Bestimmungen
  der  früher  zwischen  einzelnen
Staaten  des  Deutschen  Reichs  und  Griechenland
  abgeschlossenen  Verträge  außer
Kraft.

Zu  Urkund  dessen  haben  die  beiderseitigen
  Bevollmächtigten  den  gegenwärtigen
  Vertrag  unterzeichnet  und  ihre
Siegel  beigedrückt.

So  geschehen  zu  Berlin,  den  26.  November
  1881.

 

Der  vorstehende  Vertrag  ist  ratifizirt  worden  und  die  Auswechselung  der
Ratifikationen  hat  zu  Berlin  am  6.  Juli  1882  stattgefunden.

Reichs-Gesetzbl.  1882.

 

 

25
        <pb n="128" />
        —  122  —

(Nr.  1477.)  Bekanntmachung,  betreffend  die  Ausgabe  neuer  gestempelter  Wechselblankets.
Vom  10.  Juli  1882.

Nach  Aufräumung  der  Bestände  an  den  einzelnen  Sorten  der  nach  Maßgabe
der  Bekanntmachung  vom  13.  Juni  1879  (Reichs-Gesetzbl.  S.  153)  hergestellten
gestempelten  Wechselblankets  werden  neue  derartige  Blankets  debitirt  werden.  Dieselben
  lauten  über  die  gleichen  Steuerbeträge  wie  die  früheren  Blankets,  und
werden  bei  den  mit  dem  Debit  von  Wechselstempelmaterialien  betrauten  Postanstalten
  zu  dem  Preise  des  Stempelbetrages,  auf  welchen  sie  lauten,  zum  Verkauf
  gestellt  werden.

Der  mit  Arabesken  in  violetter  Farbe  umgebene  Stempelaufdruck  der  neuen
Blankets  entspricht,  abgesehen  von  dem  in  demselben  fehlenden  Vordruck  für  den
Kassationsvermerk,  dem  Muster  der  nach  der  Bekanntmachung  vom  22.  November
  1881  (Reichs-Gesetzbl.  S.  271)  hergestellten  Wechselstempelmarken.

Die  in  der  Bekanntmachung  vom  13.  Dezember  1869  (Bundes-Gesetzbl.
S.  695)  enthaltenen  Anordnungen  über  den  Debit  der  gestempelten  Wechselblankets
  sowie  über  das  Verfahren  bei  Erstattung  verdorbener  Blankets  finden  auf
die  neuen  gestempelten  Blankets  ebenmäßig  Anwendung.

Neben  den  neuen  dürfen  auch  die  nach  den  bisherigen  Vorschriften  hergestellten
  gestempelten  Wechselblankets  zur  Entrichtung  der  Wechselstempelsteuer
verwendet  werden.

Berlin,  den  10.  Juli  1882.

Der  Reichskanzler.
In  Vertretung:
Burchard.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="129" />
        —  123  —

Reichs-Gesetzblatt

No 17.

Inhalt:  Bekanntmachung,  betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  genehmigungspflichtigen  gewerblichen
  Anlagen.  S.  123.

 

 

 

(Nr.  1478.)  Bekanntmachung,  betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  gewerblichen
Anlagen,  welche  einer  besonderen  Genehmigung  bedürfen.  Vom  12.  Juli  1882.

Auf  Grund  des  §.  16  der  Gewerbeordnung  vom  21.  Juni  1869  (Bundes-Gesetzbl.
  S.  245)  hat  der  Bundesrath,  vorbehaltlich  der  Genehmigung  des  nächstfolgenden
  Reichstags,  beschlossen,  in  das  Verzeichniß  der  einer  besonderen  Genehmigung
  bedürfenden  Anlagen  (§.  16  cit.)

Kunstwollefabriken  und  Gewerbeanlagen  für  Herstellung  von  Celluloid
aufzunehmen.

Berlin,  den  12.  Juli  1882.

Der  Reichskanzler.

In  Vertretung:
Eck.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  26
Ausgegeben  zu  Berlin  den  17.  Juli  1882.
        <pb n="130" />
        <pb n="131" />
        125

Reichs-Gesetzblatt.

 

No 18.







Inhalt:  Internationale  Reblaus-Konvention.  S.  125.  —  Bekanntmachung,  betreffend  den  Beitritt
Belgiens  zu  der  unterm  3.  November  1881  abgeschlossenen  internationalen  Reblaus-Konvention.  S.  138.

 

(Nr.  1479.)  Convention  Phylloxérique  Internationale.
  Du  3  Novembre

1881.

Sa  Majesté  l'Empereur  d'Allemagne,
Roi  de  Prusse,  Sa  Majesté  l'Empe—
reur  d’Autriche,  Roi  Apostolique  de
Hongrie,  le  President  de  la  Republique
  Française,  Sa  Majestée  Tres
Fidele  le  Roi  de  Portugal,  la  Confédération
  Suisse,

Considérant  les  reéclamations  adressées
  au  Haut  Conseil  fédéral  Suisse
Par  plusieurs  des  Hauts  Etats  contractants,
  tendant  à  modifier  diverses
dispositions  de  la  Convention  du
dix-Sept  Septembre  mil  huit  cent
soifante  dix-uit;

conformément  aux  prescriptions
de  Tarticle  six;

Oont  réschlu  de  soumettre  la  dite
Conwention  à  une  rewision,  et  ont
nommé  dans  ce  but  pour  leurs
Plénipotentiaires,  savoir:

Sa  Majesté  IEmpereur  d’Allemagne,
  Roi  de  Prusse:

Le  Sieur  Henri  de  Roeder,
Genéral  dl'infanterie,  Son
Reichs-Gesetzbl.  1882.

(Uebersetzung.)
(Nr.  1479.)  Internationale  Reblaus-Konvention.
  Vom  3.  November  1881.

Seine  Majestät  der  Deutsche  Kaiser,
König  von  Preußen,  Seine  Majestät
der  Kaiser  von  Oesterreich,  Apostolischer
König  von  Ungarn,  der  Präsident  der
Französischen  Republik,  Seine  Allergetreueste
  Majestät  der  König  von  Portugal,
  die  Schweizerische  Eidgenossenschaft,
haben,  in  Berücksichtigung  der  an  den
Hohen  Schweizerischen  Bundesrath  seitens
  mehrerer  der  Hohen  vertragschließenden
  Staaten  gerichteten  Beschwerden,
welche  die  Abänderung  verschiedener  Bestimmungen
  der  Konvention  vom  siebenzehnten
  September  Eintausend  achthundertachtundsiebenzig
  bezwecken;
gemäß  den  Vorschriften  des  Artikels
sechs;
beschlossen,  die  gedachte  Konvention
einer  Revision  zu  unterziehen,  und  zu
diesem  Zwecke  zu  Ihren  Bevollmächtigten
ernannt:

Seine  Majestät  der  Deutsche
Kaiser,  König  von  Preußen:

Herrn  Heinrich  von  Roeder,
General  der  Infanterie,  Aller-27


Ausgegeben  zu  Berlin  den  22.  Juli  1882.
        <pb n="132" />
        —  126

Envoyé  Extraordinaire  et
Ministre  Plénipotentiaire  pres
la  Confedération  JSuisse,

Le  Sieur  Adolphe  Wenymann,
  Son  Conseiller  intime
de  Régence  et  Conseillerrapporteur
  à  TOffice  impérial
de  TlIntérieur;

Sa  Majesté  I’Empereur  d’Autriche,
  Roi  Apostolique  de
Hongrie:

Le  Sieur  Maurice  Baron
d'’Ottenfels-Gschwincd,
Son  Envoyé  Extraordinaire
et  Ministre  Plénipotentiaire
Près  la  Confédération  Suisse,

Le  Sieur  Antonio  de  Pretis-Cagnodo,
  Son  Conseiller  au
Ministere  de  IAgriculture
I.  et  R.  d’Autriche,

Le  Sieur  Gustave  Emich
d’Emoeke,  Ecuyer  de  Sa
Majeste  Impériale  et  Royale
Apostolique;

Le  President  de  la  République
Francaise:

Le  Sieur  Emmanuel  Arago,
Sénateur,  Ambassadeur  de
France  preès  la  Confédération
Suisse,

Le  Sieur  Maxime  Cornu,
Docteur  es-sciences;

Sa  Majesté  Tres  Fidele  le  Roi

de  Portugal:
Le  Sieur  Vincent  d’Ernst,
Son  Consul  général  en  Suisse,

Le  Sieur  Alfred  Vicomte  de
Villar  d’Allen,

Le  Sieur  Rodrigues  de
Moraes;

höchstihren  außerordentlichen  Gesandten
  und  bevollmächtigten
Minister  bei  der  Schweizerischen
Eidgenossenschaft,

Herrn  Adolf  Weymann,  Allerhöchstihren
  Geheimen  Regierungsrath
  und  vortragenden  Rath  im
Reichsamt  des  Innern;

Seine  Majestät  der  Kaiser  von
Oesterreich,  Apostolischer  König
von  Ungarn:

Herrn  Baron  Moritz  von  Ottenfels-Gschwind,
  Allerhöchstihren
außerordentlichen  Gesandten  und
bevollmächtigten  Minister  bei  der
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,

Herrn  Antonio  von  Pretis-Cagnodo,
  Allerhöchstihren  Rath
im  Kaeiserlich  Königlich  österreichischen
  Ackerbauministerium,

Herrn  Gustav  Emich  von
Emoeke,  Truchseß  Seiner  Kaiserlichen
  und  Königlichen  Apostolischen
  Majestät;

der  Präsident  der  Französischen
Republik:

Herrn  Emanuel  Arago,  Senator,
  französischen  Botschafter
bei  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,


Herrn  Maxime  Cornu,  Doktor
der  Wissenschaften;

Seine  Allergetreueste  Majestät
der  König  von  Portugal:
Herrn  Vincent  von  Ernst,
Allerhöchstihren  Generalkonsul  in
der  Schweiz,
Herrn  Vicomte  Alfred  von  Villar
d’  Allen,
Herrn  Rodriguez  de  Moraes;
        <pb n="133" />
        La  Confédération  Suisse:

Le  Sieur  Louis  Ruchonnet,
Conseiller  fedéral,  Chef  du
Département  du  Commerce
et  de  I/Agriculture,

Le  Sieur  Victor  Fatio,  Decteur
  en  Philosophie:  sciences
naturelles;

lesduels,  aprèes  s'’ötre  Ccommuniqué
leurs  pouvoirs,  trouvées  en  bonne  et
due  forme,  Sont  convenus  des  articles
  suivants:

ARTICLE  PREMIER.

Les  Etats  contractants,  sortant
de  la  Convention  internationale  du
17  septembre  1878,  pour  en  conclure
  une  nouvelle,  sengagent  à
compléter,  sils  ne  Tont  déja  fait,
leur  Iégislation  intérieure,  en  vue
d’assurer  une  action  commune  et
efficace  contre  Tintroduction  et  la
Propagation  du  phylloxéra.

Cette  Iégislation  devra  specialement
  viser:

1° la  surveillance  des  vignes,  des
Pépinières  de  toute  nature,  des
jardins  et  des  serres;  les  investigations
  et  constatations  nécessaires
  au  point  de  vue  de  la
recherche  du  phylloxéra  et  les
Opérations  ayant  pour  but  de
le  détruire  autant  qdue  possible;

2°  la  détermination  des  surfaces
infestébes  et  de  T’étendue  des
circonscriptions  rendues  suspectes
  par  le  voisinage  de  foyers
dG'’infection,  au  für  et  à  mesure
due  le  fléau  Fintroduit  ou  progresse
  à  Tintéerieur  des  Etats;

127

die  Schweizerische  Eidgenossenschaft:

Herrn  Louis  Ruchonnet,  Bundesrath,
  Vorstand  des  Eidgenössischen
  Departements  für
Handel  und  Ackerbau,

Herrn  Victor  Fatio,  Doktor
der  Philosophie  und  Naturwissenschaften;

welche,  nach  gegenseitiger  Mittheilung
ihrer  in  guter  und  gehöriger  Form  befundenen
  Vollmachten,  über  die  nachstehenden
  Artikel  übereingekommen  sind:

Artikel  1.

Indem  die  vertragschließenden  Staaten
von  der  internationalen  Konvention  vom
17.  September  1878  zurücktreten,  um
eine  neue  zu  schließen,  verpflichten  sie  sich,
ihre  innere  Gesetzgebung,  sofern  sie  es
nicht  bereits  gethan  haben,  zu  vervollständigen,
  um  ein  gemeinsames  und
wirksames  Vorgehen  gegen  die  Einschleppung
  und  Verbreitung  der  Reblaus
zu  sichern.

Diese  Gesetzgebung  wird  hauptsächlich
ins  Auge  fassen:

1.  Ueberwachung  der  Weinberge,  der
Pflanzschulen  jeder  Art,  der  Gärten
und  Gewächshäuser;  Untersuchungen
und  Nachforschungen  nach  der  Reblaus,
  um  dieselbe  soviel  wie  möglich
  zu  vernichten;

2.  Feststellung  der  angesteckten  Bodenflächen
  und  der  Ausdehnung  der
wegen  der  Nähe  von  Ansteckungsherden
  als  verdächtig  erscheinenden
Bezirke,  nach  Maßgabe  des  Auftretens
  und  der  Verbreitung  des
Uebels  innerhalb  des  Staatsgebiets;

27*
        <pb n="134" />
        3°  la  réglementation  du  transport
ct  de  lemballage  des  plants
de  vigne,  débris  et  produits
de  cette  plante,  ainsi  due  des
Plants,  arbustes  et  tous  autres
Produits  de  Dhorticulture,  afin
d’empécher  due  la  maladie  ne
soit  transportée  hors  des  foyers
2infection  dans  Tintérieur  de
IEtat  méme  ou  dans  les  autres
Etats;  1

4°  les  dispositions  à  prendre  en
Ccas  T’infraction  aux  mesures
Edictées.

ARTICLE  2.

Le  vin,  le  raisin,  le  marc,  les
pepins  de  raisin,  les  fleurs  coupées,
les  produits  maraĩchers,  les  graines
et  les  fruits  de  toute  nature  sont
admis  à  la  libre  circulation.

Les  raisins  de  table  ne  circuleront
que  dans  des  boites,  caisses  ou  paniers
  solidement  emballés  et  néanmoins
  faciles  à  visiter.

Le  raisin  de  vendange  ne  circulera
  que  foulé  et  en  fütes  bien  fermés.

Le  marc  de  raisin  ne  circulera
qdue  dans  des  cçaisses  ou  des  tonneaux
  bien  fermés.

Chaque  Etat  conserve  le  droit  de
prendre,  dans  les  zönes  frontieres,
des  mesures  restrictives,  en  é6gard
aux  produits  maraichers  cultivés  en
Plantations  intercalaires  dans  des
vignobles  phylloxérés.

ARTICLE  3.

Les  plants,  arbustes  et  tous  veéegé--taux
  autres  que  la  vigne,  provenant
de  Pépinières,  de  jardins  ou  de
serres,  Sont  admis  à  la  circulation
internationale,  mais  ne  pourront

128

3.  Regelung  des  Versandts  und  der
Verpackung  der  Reben,  der  Abfälle
und  Erzeugnisse  derselben,  sowie  der
Pflanzen,  Sträucher  und  sonstigen
Erzeugnisse  des  Gartenbaues  zu  dem
Zweck,  um  eine  Verschleppung  der
Krankheit  von  den  Ansteckungsherden
  aus  im  eigenen  Lande  oder
nach  den  übrigen  Staaten  zu  verhüten;


4.  Vorschriften  für  den  Fall  der  Verletzung
  der  angeordneten  Maßregeln.

Artikel  2.

Wein,  Trauben,  Trestern,  Traubenkerne,
  abgeschnittene  Blumen  und  Erzeugnisse
  des  Gemüsebaues,  Samen  und
Früchte  jeder  Art  werden  zum  freien
Verkehr  zugelassen.

Tafeltrauben  dürfen  nur  in  wohlverwahrten
  und  dennoch  leicht  zu  durchsuchenden
  Schachteln,  Kisten  oder  Körben
zum  Verkehr  zugelassen  werden.

Trauben  der  Weinlese  dürfen  nur
eingestampft  und  in  gut  verschlossenen
Fässern  in  den  Verkehr  gelangen.

Trestern  dürfen  nur  in  gut  verschlossenen
  Kisten  oder  Fässern  in  den
Verkehr  gelangen.

Jeder  Staat  behält  das  Recht,  in
den  Grenzbezirken  hinsichtlich  der  Erzeugnisse
  des  Gemüsebaues,  welche  zwischen
infizirten  Rebpflanzungen  gewachsen  sind,
beschränkende  Maßregeln  zu  treffen.

Artikel  3.

Alle  nicht  zur  Kategorie  der  Rebe
gehörige  Pflänzlinge,  Sträucher  und
sonstige  Vegetabilien,  welche  aus  Pflanzschulen,
  Gärten  oder  Gewächshäusern
stammen,  werden  zum  internationalen
        <pb n="135" />
        étre  introduits  dans  un  Etat  que  par
les  bureaux  de  douane  à  désigner.

Les  dits  objets  seront  emballés
s  olidement,  mais  de  maniere  à  permettre
  les  constatations  nécessaires,
et  devront  étre  accompagnés  d’'une
declaration  de  Texpéditeur  et  d’une
attestation  de  Pautorité  compétente
du  pays  T'origine  portant:

a)  duils  proviennent  d’un  terrain
(plantation  ou  enclos),  séparé
de  tout  pied  de  vigne  par  un
espace  de  20  metres  au  moins,
Ou  Par  un  autre  obstacle  aux
racines  jugé  suffisant  par  Tautorite
  competente;

b)  due  ce  terrain  ne  contient  luiméme
  aucun  pied  de  vigne;

c)  qduil  ny)  est  fait  aucun  dépot
de  cette  plante;

d)  due,  il  y  à  eu  des  ceps  phyl)
0NGrés,  extraction  radicale,  des
OPérations  tokiques  répétées  et,
pPendant  trois  ans,  des  investigations
  ont  6té  faites,  qui
assurent  la  destruction  complete
  de  Dinsecte  et  des  racines.

ARTICLE  4.

Les  Etats  limitrophes  s’entendront
pour  ’admission,  dans  les  z6nes
frontières,  des  raisins  de  vendange,
marcs  de  raisins,  Composts,  terreaux,
Schalas  et  tuteurs  dejdä  employes,
sous  la  réserve  due  ces  objets  ne
Proviennent  pas  d’une  région  phylloxérée.


129

Verkehr  zugelassen,  dürfen  jedoch  in
einen  der  Vertragsstaaten  nur  über  die
hierfür  zu  bezeichnenden  Zollämter  eingeführt
  werden.

Die  genannten  Gegenstände  sind  fest,
jedoch  dergestalt  zu  verpacken,  daß  sie  die
nothwendigen  Untersuchungen  gestatten,
und  müssen  mit  einer  Erklärung  des  Absenders
  und  mit  einer  Bescheinigung  der
zuständigen  Behörde  des  Ursprungslandes
versehen  sein,  aus  welcher  hervorgeht:

a)  daß  sie  von  einer  Bodenfläche  (einer

offenen  oder  umfriedigten  Pflanzung)
stammen,  die  von  jedem  Weinstock
durch  einen  Zwischenraum  von
wenigstens  20  Meter  oder  durch  ein
anderes  Hinderniß  getrennt  ist,
welches  nach  dem  Urtheil  der  zuständigen
  Behörde  ein  Zusammentreffen
  der  Wurzeln  ausschließt;

b)  daß  jene  Bodenfläche  selbst  keinen

Weinstock  enthält;

c)  daß  auf  derselben  keine  Niederlage

von  Reben  sich  befindet;

d)  daß,  wenn  auf  derselben  von  der
Reblaus  befallene  Weinstöcke  sich
befunden  haben,  eine  gänzliche  Ausrottung
  der  letzteren,  ferner  wiederholte
  Desinfektionen  und  drei  Jahre
lang  Untersuchungen  erfolgt  sind,
welche  die  vollständige  Vernichtung
des  Insekts  und  der  Wurzeln  verbürgen.


Artikel  4.

Die  Nachbarstaaten  werden  sich  wegen
der  Zulassung  von  Trauben  der  Weinlese,
  Trestern,  Kompost,  Düngererde,
schon  gebrauchten  Weinpfählen  und
Stützen  in  den  Grenzbezirken,  vorausgesetzt,
  daß  diese  Gegenstände  nicht  aus
einer  von  der  Reblaus  heimgesuchten
Gegend  herrühren,  besonders  verständigen.
        <pb n="136" />
        ARTICLE  5.

Les  vignes  arrachées  et  les  sarments
  secs  Ssont  exclus  de  la  circulation
  internationale.

Toutefois,  les  Etats  limitrophes
Pourront  sentendre  pour  Dadmission
de  ces  produits  dans  les  20nes  frontières,
  sous  la  réserve  dwiils  ne  proviennent
  pas  Tune  région  phyl-Loxérée.


ARTICLE  6.

Les  plants  de  vigne,  les  boutures
avec  ou  sans  racines  et  les  sarments
ne  seront  introduits  dans  un  Etat
dqdu’avec  le  consentement  formel  et
sous  le  contröle  du  Gouvernement,
apreès  désinfection  efficace  et  par  les
bureauf  de  douane  Specialement
désignés.

Les  dits  objets  ne  pourront  circuler
  que  dans  des  caisses  en  bois,
Parfaitement  closes  au  moyen  de  vis,
mais  faciles  à  visiter.  L’emballage
devra  avoir  été  Cgalement  désinfecté.

ARTICLE  7.

Les  envois  quels  qu'ils  soient,
admis  à  la  circulation  internationale
ne  devront  contenir  ni  fragments
ni  feuilles  de  vigne.

ARTICLE  8.

Les  objets  arrétés  à  un  bureau  de
douane,  en  infraction  des  articles  2
3,  6  et  7  seront  refoules  à  leur
Point  de  départ  aux  frais  de  qui  de
droit  ou,  au  choix  de  lacquéreur
il  est  présent,  détruits  par  le  feu.

Les  objets  sur  lesquels  les  experts
consultés  trouveront  le  phylloxéra  ou
des  indices  suspects  seront  détruits
aussitot  et  sur  place  par  le  feu  avec

130

Artikel  5.

Ausgerissene  Weinstöcke  und  trockenes
Rebholz  sind  von  dem  internationalen
Verkehr  ausgeschlossen.

Immerhin  können  die  Nachbarstaaten
wegen  Zulassung  dieser  Erzeugnisse  in
den  Grenzbezirken,  vorausgesetzt,  daß  dieselben
  nicht  aus  einer  von  der  Reblaus
heimgesuchten  Gegend  herrühren,  sich
besonders  verständigen.

Artikel  6.

Rebpflänzlinge,  Schnittlinge  mit  oder
ohne  Wurzeln  und  Rebholz  dürfen  in
einen  Vertragsstaat  nur  mit  der  ausdrücklichen
  Genehmigung  und  unter  Aufsicht
  der  Regierung  desselben,  nach  vorgängiger
  wirksamer  Desinfizirung,  über
die  hierfür  besonders  bezeichneten  Zollämter
  eingeführt  werden.

Die  genannten  Gegenstände  dürfen
nur  in  hölzernen  Kisten,  welche  mittelst
Schrauben  fest  verschlossen,  jedoch  leicht
zu  durchsuchen  sind,  versendet  werden.
Die  Verpackung  ist  gleichfalls  zu  desinfiziren.


Artikel  7.

Die  zum  internationalen  Verkehr  zugelassenen
  Sendungen,  welcher  Art  sie
immer  seien,  dürfen  weder  Theile  noch
Blätter  von  Reben  enthalten.

Artikel  8.

Die  bei  einem  Zollamt  wegen  Uebertretung
  der  Artikel  2,  3,  6  und  7  angehaltenen
  Gegenstände  werden  nach
dem  Ort  der  Herkunft  auf  Kosten  des
Verpflichteten  zurückgeschickt  oder  nach
Wahl  des  Empfängers,  falls  er  anwesend
  ist,  durch  Feuer  vernichtet.

Diejenigen  Gegenstände,  auf  welchen
die  zu  Rathe  gezogenen  Sachverständigen
die  Reblaus  oder  verdächtige  Anzeichen
derselben  finden,  werden  nebst  dem  Ver-
        <pb n="137" />
        leur  emballage.  Dans  ce  cas  un
procès-verbal  sera  dressé  et  transmis
au  Gouvernement  du  pays  d'origine.

An-icr  9.

Les  Etats  contractants,  afin  de
faciliter  leur  communaute  ’action,
F’engagent  à  se  communiquer  régulierement,
  avec  autorisation  d’en
faire  usage  pour  les  publications
duils  feront  et  Schangeront:

1° les  lois  et  ordonnances  édictées
par  chacun  d’eux  sur  la  matieère;

2°  les  mesures  prises  en  exéecution
des  dites  lois  et  ordonnances,
ainsi  due  de  la  présente  Convention;


3°  le  mode  de  fonctionnement  des
Services  organisés  à  Tintérieur
et  aux  frontières  contre  le  phyloxéGra,
  ainsi  due  des  renseignements
  sur  la  marche  du  fléau;

4°  toute  découverte  d’'une  attaque
Phylloxérique  dans  un  territoire
réputé  indemne,  avec  indication
de  Tétendue  et,  Fiil  est  possible,
des  causes  de  Pinvasion.  Cette
communication  sera  toujours
faite  sans  aucun  retard;

5°  une  carte,  avec  échelle,  qui  seradressée
  chaque  année,  pour  la
détermination  des  surfaces  infestées
  et  des  circonscriptions
rendues  suspectes  par  le  voisinage
  de  foyers  Tinfection;

6°  des  listes  dressées  et  tenues  à
Jour  des  établissements,  écoles
et  Jardins  horticoles  ou  botaniques
  qui  sont  soumis  à  des

131

packungsmaterial  sofort  an  Ort  und
Stelle  durch  Feuer  vernichtet.  Solchenfalls
  ist  ein  Protokoll  aufzunehmen
und  der  Regierung  des  Ursprungslandes

zuzustellen.
Artikel  9.

Behufs  Förderung  des  Zusammenwirkens
  verpflichten  sich  die  vertragschließenden
  Staaten,  sich,  mit  der  Ermächtigung
  zum  Gebrauch  für  die  von
ihnen  zu  erlassenden  und  auszutauschenden
  Bekanntmachungen,  regelmäßig  einander
  mitzutheilen:

1.  die  von  einem  jeden  derselben  hinsichtlich
  des  Gegenstandes  erlassenen
Gesetze  und  Verordnungen;

2.  die  in  Ausführung  dieser  Gesetze
und  Verordnungen,  sowie  der  gegenwärtigen
  Konvention  getroffenen
Maßregeln;

3.  die  Art  der  Ausübung  des  im
Innern  und  an  den  Grenzen  wegen
der  Reblausgefahr  eingerichteten
Dienstes,  sowie  die  Nachrichten
über  den  Gang  des  Uebels;

4.  jede  Entdeckung  des  Auftretens  der
Reblaus  in  einem  bis  dahin  als
verschont  angesehenen  Gebiete  mit
Angabe  der  Ausdehnung  und,
wenn  möglich,  der  Ursachen  der
Einschleppung.  Diese  Mittheilung
wird  stets  unverzüglich  erfolgen;

5.  eine  alljährlich  anzufertigende,  mit
Maßstab  versehene  Karte  zur  Darstellung
  der  angesteckten  Bodenflächen
  und  der  wegen  der  Nähe
von  Ansteckungsherden  verdächtigen
Bezirke;

6.  im  Laufenden  zu  erhaltende  Verzeichnisse
  derjenigen  Gartenbau-  oder
botanischen  Anlagen,  Schulen  und
Gärten,  welche  regelmäßigen  Unter-
        <pb n="138" />
        visites  réẽgulières,  en  saison  convenable,
  et  officiellement  déclarés
  en  règle  avec  les  exigences
de  la  présente  Convention;

7°  toute  nouvelle  constatation  d'infection
  dans  des  établissements,
écoles  et  jardins  viticoles,  horticoles
  ou  botaniques,  avec  citation,
  autant  que  possible,  des
expéditions  faites  dans  les  dernières
  années.  Cette  communication
  sera  toujours  faite  sans
aucun  retard;

8° le  résultat  des  études  scientifiques,
  ainsi  due  des  expériences
et  des  applications  pratiques
faites  en  vue  de  la  question
phylloxérique;

9°  tous  autres  documents  pouvant
intéresser  la  viticulture.

ARTICLE  10.

Les  Etats  liés  par  la  présente  Convention
  ne  devront  pas  traiter  les
Pays  non  contractants  plus  favorablement
  due  les  Etats  contractants.

ARTICLE  11.

Lorsque  cela  sera  juge  néecessaire,
les  Etats  contractants  se  feront  représenter
  à  une  réunion  internationale
  chargée  d’examiner  les
questions  que  sculève  Texécution  de
la  Convention  et  de  proposer  les
modifications  Commandées  par  l'ex-Périence

  et  par  les  progres  de  la

science.
La  dite  réunion  internationale
siègera  à  Berne.

132

suchungen  in  angemessener  Jahreszeit
  unterliegen  und  amtlich  als
den  Anforderungen  der  gegenwärtigen
  Konvention  entsprechend  erklärt
worden  sind;

7.  jede  neue  Ermittelung  einer  Ansteckung
  in  Weinbau-,  Gartenbauoder
  botanischen  Anlagen,  Schulen
und  Gärten,  thunlichst  mit  Angabe
  der  von  denselben  innerhalb
der  letzten  Jahre  ausgeführten
Pflanzensendungen.  Diese  Mittheilung
  wird  stets  unverzüglich
erfolgen;

8.  das  Ergebniß  wissenschaftlicher  Forschungen,
  sowie  der  Erfahrungen
und  praktischen  Verfahrungsmethoden,
  welche  auf  dem  Gebiet  der
Reblauskrankheit  gemacht  bezw.  angewendet
  worden  sind;

9.  alle  anderen  Dokumente,  welche
von  Interesse  für  den  Weinbau
sein  können.

Artikel  10.

Die  bei  der  gegenwärtigen  Konvention
betheiligten  Staaten  werden  Nichtvertragsstaaten
  nicht  günstiger  behandeln  als  die
vertragschließenden  Staaten  selbst.

Artikel  11.

Erforderlichenfalls  werden  die  vertragschließenden
  Staaten  auf  einer  internationalen
  Versammlung  sich  vertreten
lassen,  welche  die  Aufgabe  hat,  die  aus
der  Ausführung  der  Konvention  sich
ergebenden  Fragen  zu  prüfen  und  durch
Erfahrung  und  Fortschritte  der  Wissenschaft
  gebotenen  Abänderungen  der  Konvention
  in  Vorschlag  zu  bringen.

Diese  internationale  Versammlung
wird  zu  Bern  tagen.
        <pb n="139" />
        —  133  —

ARTICLE  12.

Les  ratifications  seront  échangées
à  Berne  dans  le  délai  de  six  mois,
à  Partir  de  la  date  de  la  signature
de  la  présente  Convention,  ou  plus
töt  si  faire  se  peut;  elle  entrera  en
Vigueur  15  jours  après  PTéchange  des
ratifications.

ARTICLE  13.

Tout  Etat  peut  adhérer  à  la  présente
  Convention  ou  s'ien  retirer  en.
tout  temps  moyennant  une  déclaration
  donnée  au  Haut  Conseil  fédéral
Suisse,  qui  accepte  la  mission  de
servir  T’intermédiaire  entre  les  Etats
contractants  pour  Texécution  des
articles  11  et  12.

En  foi  de  quci  les  Plénipotentiaires
respectifs  ont  signé  cette  Convention
et  y  ont  apposé  le  cachet  de  leurs
armes.

Fait  à  Berne  le  troisième  jour
du  mois  de  Novembre  T’an  mil  huit
Cent  quatre  vingt-  un.

(L.  S.)  v.  Roeder.

(L.  S.)  Weymann.

(L.  S.)  Ottenfels.

(L.  S.)  Pretis.

(L.  S.)  Emich.

(L.  S.)  Emm.  Arago.

(L.  S.)  Maxime  Cornu.
(L.  S.)  V.  d’Ernst.

(L.  S.)  V  de  Villar  d’Allen.
(L.  S.)  M.  Rois  de  Moraes.
(L.  S.)  L.  Ruchonnet.

(L.  S.)  Victor  Fatio.

Artikel  12.

Der  Austausch  der  Ratifikationen
erfolgt,  vom  Tage  der  Unterzeichnung
der  gegenwärtigen  Konvention  an  gerechnet,
  binnen  6  Monaten,  oder,  wenn
thunlich,  schon  früher,  zu  Bern.  Die
Konvention  tritt  14  Tage  nach  dem
Austausch  der  Ratifikationen  in  Kraft.

Artikel  13.

Jeder  Staat  kann  jederzeit  durch  eine
dem  Hohen  Schweizerischen  Bundesrath
abzugebende  Erklärung  der  gegenwärtigen
Konvention  beitreten  oder  von  derselben
zurücktreten.  Der  genannte  Bundesrath
übernimmt  hinsichtlich  der  Ausführung
der  Artikel  11  und  12  die  Vermittelung
zwischen  den  vertragschließenden  Staaten.

Zu  Urkund  dessen  haben  die  Bevollmächtigten
  diese  Konvention  unterzeichnet
und  derselben  ihre  Siegel  beigedrückt.

So  geschehen  zu  Bern  am  dritten
November  Eintausend  achthunderteinundachtzig.


 

Reichs-  Gesetzbl.  1882.

28
        <pb n="140" />
        —  134  —

Protocole  Final.

 

Les  Soussignés,  réunis  pour  la  signature
  de  la  Convention  phylloxérique
  internationale,  se  deéclarent
d’accord  sur  les  sens  et  la  valeur
des  notes  explicatives  et  additionnelles
  suivantes-Ad

  ARTICLE  1",  N°  1.

Par  le  terme  serres,  Ton  doit  com-Prendre
  toute  construction  servant
à  la  multiplication  ou  à  la  conservation
  des  plantes  (couches,  serres,
drangeries,  etc.).

Ad  ARTICLE  1",  N°  2.

L'Etat  déterminera  Tétendue  des
circonscriptions  rendues  suspectes
par  le  voisinage  des  foyers  d’infection,
d’après  les  conditions  spéciales  de
chaque  cas.

Ad  ARTICLE  1“,  N°  3.

La  Conférence  attire  Tattention
des  Gouvernements  sur  les  transports
Par  voie  postale.

Ad  ARTICLE  2,  ALINEA  1".

Les  Etats  contractants,  prenant  en
considération  la  position  Particulière
de  la  Suisse,  reconnaissent  à  cet
Etat  le  droit  de  ne  pas  recevoir  le

(Uebersetzung.)

Schlußprotokoll.

 

Die  Unterzeichneten,  behufs  Vollziehung
der  internationalen  Reblaus-Konvention
versammelt,  erklären  ihr  Einverständniß
über  Sinn  und  Bedeutung  der  nachstehenden
  Erläuterungen  und  Zusätze:

Zu  Artikel  1  Nr.  1.
Unter  dem  Ausdruck  „Gewächshäuser“

ist  jede  zur  Vervielfältigung  oder
Erhaltung  von  Pfflanzen  dienende
Anlage  (Frühbeete,  Gewächshäuser,

Orangerien  ec.)  zu  verstehen.

Zu  Artikel  1  Nr.  2.

Jeder  Vertragsstaat  wird  die  Ausdehnung
  der  wegen  der  Nähe  von  Ansteckungsherden
  als  verdächtig  erscheinenden
  Bezirke  je  nach  den  besonderen
Umständen  des  Falles  festsetzen.

Zu  Artikel  1  Nr.  3.

Die  Konferenz  lenkt  die  Aufmerksamkeit
  der  Regierungen  auf  die  im  Postwege
  erfolgenden  Sendungen.

Zu  Artikel  2  Absatz  1.

Die  vertragschließenden  Staaten  erkennen,
  in  Berücksichtigung  der  besonderen
  Verhältnisse  der  Schweiz,  diesem
Staate  das  Recht  zu,  für  weinbau-
        <pb n="141" />
        raisin  de  table  à  destination  de  régions
  viticoles,  mais  non  pas  d’en
empêcher  le  transit.

Ad  ARTICLE  2,  AlINEA  3.

Les  füts  devront  étre  d’une  capacité
  d’au  moins  cinq  hectolitres.  II8
Seront  nettoyés  de  manière  à  wentrainer
  aucun  fragment  de  terre  ni

de  vigne.

Ad  ARTICLE  3,  ALINEA  2.

La  déclaration  de  Texpéditeur  accompagnant
  les  plantes  autres  due
la  vigne  devra:

1° certifier  que  le  Ccontenu  de  lenvoi
Provient  en  entier  de  son  établissement;



2°  indiquer  le  point  de  réception
définitie  avec  adresse  du
destinataire;

3°  affirmer  quiln  y  a  pas  de  pied
de  vigne  dans  Tenvoi;

4°  mentionner  si  Tenwoi  contient
des  plantes  avec  motte  de  terre;

5°  porter  la  signature  de  Texpéditeur.


Ad  AnricrE  3,  Alszá  2  aG  et0  d.

attestation  de  Tautorité  compétente
  devra  toujours  étre  basée  sur
Ia  déclaration  dun  expert  officiel.

Ad  ARTICLE  6,  1".

Les  Etats  contractants,  en  égard
aux  vignes  étrangeres  ou  de  provenance
  suspecte,  appliqueront  aux

135

treibende  Gegenden  bestimmte  Tafeltrauben
  zurückzuweisen,  wogegen  die
Durchfuhr  nicht  gehindert  werden  darf.

Zu  Artikel  2  Absatz  3.

Die  Fässer  müssen  einen  Raumgehalt
von  wenigstens  fünf  Hektoliter  haben
und  derart  gereinigt  sein,  daß  sie  kein
Theilchen  von  Erde  oder  Reben  an  sich
tragen.

Zu  Artikel  3  Absatz  2.

Die  Erklärung  des  Absenders,  mit
welcher  die  Sendungen  anderer  als  Rebpflanzen
  zu  versehen  sind,  muß:

1.  bescheinigen,  daß  der  Inhalt  der

Sendung  vollständig  aus  seiner
eigenen  Gartenanlage  stammt;

2.  den  letzten  Bestimmungsort  und
die  Adresse  des  Empfängers  angeben;


3.  ausdrücklich  bestätigen,  daß  die
Sendung  keine  Reben  enthältz

4.  angeben,  ob  die  Sendung  Pflanzen
mit  Erdballen  enthält;

5.  die  Unterschrift  des  Absenders  tragen.

Zu  Artikel  3  Absatz  23  und  d.

Die  Bescheinigung  der  zuständigen
Behörde  muß  stets  auf  der  Erklärung
eines  amtlichen  Sachverständigen  beruhen.

Zu  Artikel  6  Absatz  1.

Die vertragschließenden  Staaten  werden
hinsichtlich  ausländischer  oder  ihrer  Herkunft
  nach  verdächtiger  Reben  inner-
        <pb n="142" />
        —  136

zones  frontières,  autant  due  faire  se
Pourra,  des  mesures  restrictives  en
faveur  des  Etats  limitrophes.

Ad  ARTICLE  6,  2".

Le  choix  d’'un  procédé  de  désinfection,
  reconnu  efficace  par  la
science,  sera  laissé  à  chaque  Etat.

Ad  ARTICLE  8,  ALINEA  1".

En  égard  aux  petites  plantes  étrangeres
  à  la  vigne,  aux  fleurs  en  pot
et  aux  raisins  de  table  sans  feuilles
mni  Sarments,  arrivant  avec  un  voyageur,
  comme  colis  à  la  main,  chaque
Etat  donnera  à  ses  bureaux  de
douane  des  instructions  particulières.

Ad  ARTICLE  9,  N°  5.

Un  ou  quelques  ceps  de  vigne
isolés,  hors  d’'un  établissement  destine
au  commerce,  et  en  dehors  d’une
région  viticole,  Mentraineront  pas
Tinterdiction  de  toute  une  circonscription
  administrative,  Siil  est  officiellement
  établi  que  les  opérations  destructives
  prescrites  à  Tarticle  3,  2%  alinéa,
lit.  J.  y  ont  été  rigoureusement
appliquées.

Chadque  Etat  devra,  dans  ce  cas,
determiner  DP’étendue  de  la  260e
suspecte  autour  de  ce  point,  et  la
dureée  de  Tinterdiction  imposé  ne
devra  pas  étre  inférieure  à  trois  ans.

Une  localité  ainsi  interdite  figurera,
si  Possible,  sur  la  carte  par  un  point
avec  Sson  nom;  en  tout  cas,  une  rubrique
  devra  préciser  soit  limporhalb

  der  Grenzgebiete  soviel  wie  möglich
Vorsichtsmaßregeln  zu  Gunsten  der
Nachbarstaaten  anwenden.

Zu  Artikel  6  Absatz  2.

Die  Wahl  unter  den  durch  die  Wissenschaft
  als  wirksam  erkannten  Desinfektionsmethoden
  wird  jedem  Staate
überlassen.

Zu  Artikel  8  Absatz  1.

Hinsichtlich  der  nicht  zur  Kategorie
der  Reben  gehörigen  Gewächse,  der
Blumen  in  Töpfen  und  der  Tafeltrauben
  ohne  Blätter  oder  Rebholz,
welche  von  Reisenden  als  Handgepäck
mitgebracht  werden,  wird  jeder  Staat
seinen  Zollämtern  besondere  Vorschriften
ertheilen.

Zu  Artikel  9  Nr.  5.

Ein  oder  mehrere  einzeln  stehende
Weinstöcke,  welche  außerhalb  einer  zum
Handel  bestimmten  Anlage  und  außerhalb
  einer  weinbautreibenden  Gegend
sich  befinden,  sollen  auf  den  ganzen
Verwaltungsbezirk  sich  erstreckende  Maßregeln
  nicht  nach  sich  ziehen,  wenn  amtlich
  festgestellt  worden  ist,  daß  die  im
Artikel  3  Absatz  2  lit.  d  vorgeschriebenen
Vernichtungsmaßregeln  streng  ausgeführt
worden  sind.

Jeder  Vertragsstaat  wird  in  derartigen
Fällen  die  Ausdehnung  der  diesen  Punkt
einschließenden  verdächtigen  Fläche  festsetzen.
  Die  Dauer  der  Sicherungsmaßregeln
  darf  nicht  weniger  als  3  Jahre
betragen.

Eine  derartige  Oertlichkeit  soll  womöglich
  unter  Angabe  des  Namens
auf  der  Reblauskarte  durch  einen  Punkt
bezeichnet  werden;  in  jedem  Falle  muß
        <pb n="143" />
        tance  du  point  d'attaque,  soit  l'étendue
  du  terrain  mis  sous  séquestre.

Fait  à  Berne  le  troisième  jour  du
mois  de  Novembre  l'an  mil  huit  cent
quatre  vingt-  un.

v.  Roeder.
Weymann.
Ottenfels.

Pretis.

Emich.

Emm.  Arago.
Maxime  Cornu.

V.  d’Ernst.

Vde  Villar  d’Allen.
M.  Rois  de  Moraes.
L.  Ruchonnet.
Victor  Fatio.

137  —

eine  Bemerkung  die  Bedeutung  des  Auftretens
  des  Insekts  oder  die  Ausdehnung
der  von  den  gedachten  Maßregeln  betroffenen
  Bodenfläche  genau  angeben.

So  geschehen  zu  Bern  am  dritten
November  Eintausend  achthunderteinundachtzig.



 

Vorstehende  Uebereinkunft  ist  von  Seiten  aller  vertragschließenden  Staaten
ratifizirt  worden  und  die  Auswechselung  der  Ratifikations-Urkunden  hat  stattgefunden.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.

29
        <pb n="144" />
        —  138  —

(Nr.  1480.)  Bekanntmachung,  betreffend  den  Beitritt  Belgiens  zu  der  unterm  3.  November
1881  abgeschlossenen  internationalen  Reblaus-Konvention.  Vom  7.  Juli  1882.

Im  Artikel  13  der  internationalen  Reblaus-Konvention  vom  3.  November  1881
(Reichs-Gesetzbl.  von  1882  S.  125)  ist  jedem  dritten  Staate  das  Recht  vorbehalten
  worden,  jederzeit  durch  eine  dem  Schweizerischen  Bundesrathe  abzugebende
Erklärung  jener  Konvention  beizutreten.  Dem  entsprechend  hat,  nach  Mittheilung
des  Schweizerischen  Bundesrathes,  die  Königlich  belgische  Regierung  ihren  Beitritt
zu  der  Konvention  vom  3.  November  1881  in  der  vorgeschriebenen  Weise  erklärt.

Berlin,  den  7.  Juli  1882.

Der  Stellvertreter  des  Reichskanzlers.
v.  Boetticher.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.
        <pb n="145" />
        Reichs-  Gesetzblatt

No 19.

Inhalt:  Bekanntmachung,  betreffend  den  Beitritt  Luxemburgs  zu  der  unterm  3.  November  1881  abgeschlossenen
internationalen  Reblaus-Konvention.  S.  139.

 

 

 

 

(Nr.  1481.)  Bekanntmachung,  betreffend  den  Beitritt  Luxemburgs  zu  der  unterm  3.  November
  1881  abgeschlossenen  internationalen  Reblaus-Konvention.  Vom
15.  September  1882.

In  Artikel  13  der  internationalen  Reblaus-Konvention  vom  3.  November  1881
(Reichs-Gesetzbl.  von  1882  S.  125)  ist  jedem  dritten  Staate  das  Recht  vorbehalten
  worden,  jederzeit  durch  eine  duem  Schweizerischen  Bundesrathe  abzugebende
Erklärung  jener  Konvention  beizutreten.  Dementsprechend  hat,  nach  Mittheilung
des  Schweizerischen  Bundesrathes,  die  Großherzoglich  luxemburgische  Regierung
ihren  Beitritt  zu  der  Konvention  vom  3.  November  1881  in  der  vorgeschriebenen
Weise  erklärt.  

Berlin,  den  15.  September  1882.

Der  Stellvertreter  des  Reichskanzlers.
v.  Boetticher.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  30

Ausgegeben  zu  Berlin  den  30.  September  1882.
        <pb n="146" />
        <pb n="147" />
        —  141  —

Reichs-Gesetzblatt.

No  20.

Inhalt:  Bekanntmachung,  betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  gewerblichen  Anlagen,  welche
einer  besonderen  Genehmigung  bedürfen.  S.  141.

 

 

(Nr.  1482.)  Bekanntmachung,  betreffend  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses  der  gewerblichen
Anlagen,)  welche  einer  besonderen  Genehmigung  bedürfen.  Vom  23.  Dezember

  1882.

Auf  Grund  des  §.  16  der  Gewerbeordnung  vom  21.  Juni  1869  (Bundes-Gesetzbl.
  S.  245)  hat  der  Bundesrath,  vorbehaltlich  der  Genehmigung  des  Reichstags,
  beschlossen,  in  das  Verzeichniß  der  einer  besonderen  Genehmigung  bedürfenden
Anlagen  (§.  16  cit.)

Dégrasfabriken
aufzunehmen.

Berlin,  den  23.  Dezember  1882.

Der  Reichskanzler.
Im  Auftrage:
Bosse.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.
Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckerei.

 

Reichs-Gesetzbl.  1882.  31
Ausgegeben  zu  Berlin  den  28.  Dezember  1882.
        <pb n="148" />
        <pb n="149" />
        Sachregister

zum  Reichs-Gesetzblatt.



Jahrgang  1882.

A.

Abelscher  Petroleumprober,  Anwendung  desselben  bei
Untersuchung  des  Petroleums  auf  seine  Entflammbarkeit
(V.  v.  24.  Febr.  §.  2)  41.

Abschätzungskommission  zur  Prüfung  der  Vergütungsansprüche
  für  Vorspann  und  Spanndienste,  welche  für
mobile  Truppen  auf  dem  Marsche  geleistet  werden  (V.
v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  D)  52.

Anleihe  für  die  Verwaltungen  des  Reichsheeres,  der
Marine  und  der  Reichseisenbahnen,  sowie  zur  Erhöhung
des  Betriebsfonds  der  Reichskasse  (G.  v.  15.  Febr.  §.  1)
38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.  —  Anleihe  zu  den  der
freien  Stadt  Hamburg  zu  den  Kosten  des  Zollanschlusses
zu  leistenden  Beiträgen  (G.  v.  16.  Febr.  §.  3)  39.

Antimon  (Spießglanz),  Verbot  der  Verwendung  desselben
zu  Nahrungs-  und  Genußmitteln,  sowie  zu  Spielwaaren
(V.  v.  1.  Mai  §§.  1  bis  3,  5)  55.

Apotheken,  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum  zu
Heilzwecken  (V.  v.  24.  Febr.  §.  3)  41.

Arsenik,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungs.
und  Genußmitteln  (V.  v.  1.  Mai  §§.  1,  2,  5)  55.  —
desgl.  zu  Spielwaaren  und  Tapeten  (das.  §§.  3  bis  5)
56.  —  desgl.  der  mit  Arsenik  hergestellten  Kupferfarben
zu  Bekleidungsgegenständen  (das.  §§.  4,  5)  56

Reichs-Gesetzbl.  1882

Ausfuhr  von  Mühlenfabrikaten  aus  ausländischem  Getreide
(G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59

Auswärtiges  Amt,  Dienstgebäude  für  dasselbe  (G.  v.
26.  Juni  §.  1)  67

B.

Baryum,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.

Beamte,  s.  Reichsbeamte.

Beglaubigung  von  Schriftstücken  ec.  durch  die  Konsularbeamten
  in  Deutschland  und  Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.
Art.  16)  80.  —  desgl.  in  Griechenland  (Vertr.  v.
26.  Nov.  81.  Art.  9)  108.

Bekleidungsgegenstände,  Verbot  der  mit  Arsenik  dargestellten
  Kupferfarben  und  der  solche  Farben  enthaltenden
Stoffe  zur  Herstellung  von  Bekleidungsgegenständen  (V.
v.  1.  Mai  §§.  4,  5)  56.

Belgien,  Beitritt  zur  internationalen  Reblaus-Konvention
vom  3.  Nov.  1881  (Bek.  v.  7.  Juli)  138.

Berufsstatistik,  Erhebung  einer  allgemeinen  Berufsstatistik
für  das  Reich  im  Jahre  1882  (G.  v.  13  Febr.)  9.
        <pb n="150" />
        2  Sachregister.

Bescheinigungen  über  die  Gewährung  von  Mundverpflegung,
  Fourage,  Vorspann  u.  s.  w.  an  mobile  Truppen
auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  E)  52.

Blankets,  Ausgabe  neuer  gestempelter  Wechselblankets
(Bek.  v.  10.  Juli)  122.

Blei,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungs.
und  Genußmitteln,  sowie  zu  Spielwaaren  (V.  v  1  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.  —  Die  Verwendung  von  chromsaurem
  Blei  zu  Spielwaaren  ist  nicht  verboten  (das.
S.  3)  56.

Boten,  Gestellung  von  Boten  für  mobile  Truppen  auf
dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  D
u.  E)  51.

Brasilien,  Konsularvertrag  mit  Deutschland  (v.  10.  Janr.)
69.

Bundesrath,  Ausführungsbestimmungen  desselben  zum
Gesetze  über  die  Erhebung  einer  Berufsstatistik  für  das
Reichsgebiet  (G.  v.  13.  Febr.  §§.  2,  4  9.

Bestimmung  desselben  über  das  in  Rechnung  zu
stellende  Ausbeuteverhältniß  bei  der  Ausfuhr  von  Mühlenfabrikaten
  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.

Bundesstaaten,  Matrikularbeiträge  derselben  zum  Reichshaushalt
  für  das  Etatsjahr  1882/83  (Anl.  z.  G.  v.
15.  Febr.)  35.  (G.  v.  26.  Juni  §.  2)  67.

s.  auch  Landesregierungen.

C.

Cadmium,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.

Celluloid,  Genehmigung  gewerblicher  Anlagen  für  Herstellung
  von  Celluloid  (Bek.  v.  12.  Juli)  123.

Chrom,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.  —  Reines  Chromoxyd  ist  von  dem
Verbote  ausgenommen  (das.  §.  1)  55.  —  Die  Verwendung
von  Chromgelb  (chromsaures  Blei)  zu  Spielwaaren  ist
nicht  verboten  (das.  §.  3)  56.

Commission  Européenne  da  Danube,  s.  Europäische
Donaukommission.

1882

Conseil  international  zu  Bukarest,  Einsetzung  desselben
zur  Ausarbeitung  von  Sanitätsvorschriften  für  die  Donaumündungen
  (Akte  v.  28.  Mai  81.  Art.  6,  7)  63.

Convention  Phylloxérique  Internationale,  s.  Internationale
  Reblaus-Konvention.

D.

Dégrasfabriken,  Genehmigung  zur  Anlage  solcher  (Bek.
v.  23.  Dez.)  141.

Deserteure,  Behandlung  der  Schiffsdeserteure  im  Verkehr
zwischen  Deutschland  und  Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.
Art.  42)  95.  —  desgl.  im  Verkehr  mit  Griechenland
(Vertr.  v.  26.  Nov.  81.  Art.  12)  110.

Deutsches  Reich,  s.  Reich.
Dienstkaution,  s.  Kaution.

Donaukommission  (Europäische),  Erweiterung  ihrer  Be.
fugnisse  (Akte  v.  28.  Mai  81.  Art.  1  bis  9)  62.

Donaumündungen,  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte  für
die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.

E.

Eingangszoll  für  ausländisches  Getreide,  Erstattung  desselben
  bei  der  Ausfuhr  von  Mühlenfabrikaten  (G.  v.
23.  Juni  §.  1)  59.  —  Eingangszoll  für  Eisenwaaren
und  für  Elfenbein-  und  Perlmutterstücke  (das.  §.  2)  60.

Einlösung  der  ausgegebenen  Schatzanweisungen  (G.  v.
15.  Febr.  §.  5)  12.  —  desgl.  der  Schuldverschreibungen
über  eine  Anleihe  für  die  Verwaltungen  des  Reichsheeres,
der  Marine  und  der  Reichseisenbahnen  (A.  E.  v.
26.  Juni)  68.

Eisen  und  Eisenwaaren,  Eingangszoll  dafür  (G.  v.
23.  Juni  §.  2  Nr.  1)  60.

Eisenbahnen,  s.  Reichseisenbahnen.

Elfenbeinstücke,  Eingangszoll  dafür  (G.  v.  23.  Juni
§.  2  Nr.  2)  60.
Elsaß-Lothringen,  Kontrole  des  Landeshaushalts  für
1881/82  durch  den  Rechnungshof  (G.  v.  4.  Janr.)  1.
Anleihe  für  die  Verwaltung  der  Reichseisenbahnen
daselbst  (G.  v.  15.  Febr.  §.  1c)  38.  (A.  E.  v.
26.  Juni)  68.
        <pb n="151" />
        Sachregister.

Erstattung  verdorbener  Wechselblankets  (Bek.  v.  10.  Juli)
122.

Etat,  s.  Reichshaushalts-Etat.

Europäische  Donaukommission,  Erweiterung  ihrer
Befugnisse  (Akte  v.  28.  Mai  81.  Art.  1  bis  9)  62.

Exequatur,  Ertheilung  desselben  an  die  Konsuln  in
Deutschland  und  Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.  Art.  2,  9)
71.  —  desgl.  in  Griechenland  (Vertr.  v.  26.  Nov.  81.
Art.  1)  102.

F.

Fabrikmarken,  gegenseitiger  Schutz  derselben  zwischen
Deutschland  und  Rumänien  (Bek.  v.  27.  Jaur.)  7.  —
s.  auch  Waarenbezeichnungen.

Farben,  Verwendung  giftiger  Farben  (V.  v.  1.  Mai)  55.

Feilhalten  (gewerbsmäßiges)  von  Petroleum  (V.  v.
24.  Febr.)  40.  —  desgl.  von  Nahrungsmitteln,  Genußmitteln
  und  Gebrauchsgegenständen,  welche  vorschriftswidrig
  hergestellt  sind  (V.  v.  1.  Mai  §.  5)  56.

Festungen,  Neubefestigung  von  Kiel  (Bek.  v.  8.  Janr.)  3.

Feuerungsmaterial,  Lieferung  für  mobile  Truppen  auf
dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  E)  52.

Fourage  für  die  Pferde  mobiler  Truppen  auf  dem
Marsche,  Beschaffung  durch  die  Ortsgemeinden  (V.  v.
18.  April,  Anl.  dazu  unter  C  und  E)  51.  

Frankreich,  Theilnahme  an  der  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte
  für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.—
desgl.  an  der  internationalen  Reblaus-Konvention  (v.
3.  Nov.  81.)  125

Freihafengebiet  der  Hansestadt  Hamburg,  fortdauernde
Anwendung  des  Art.  34  der  Reichsverfassung  auf  dasselbe
(G.  v.  16.  Febr.  §.  1)  39.

Fuhrwerk,  Gestellung  von  Fuhrwerk  für  mobile  Truppen
auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  D
und  E)  51.

G.

Gebrauchsgegenstände,  gewerbsmäßiges  Verkaufen  und
Feilhalten  von  Petroleum  (V.  v.  24.  Febr.)  40.  —
desgl.  von  Gebrauchsgegenständen,  welche  vorschriftswidrig
hergestellt  find  (V.  v.  1.  Mai  §.  5)  56.

1882.  3

Geldstrafen  wegen  wahrheitswidriger  Beantwortung  von
Fragen  zur  Erhebung  der  Berufsstatistik  (G.  v.  13.  Febr.
§.  5)  10.  —  desgl.  wegen  Zuwiderhandlungen  gegen  die
Vorschriften  über  die  Niederlegung  von  ausländischem
Getreide  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.

Gemeinden,  Verpflichtungen  derselben  hinsichtlich  der
Quartierleistung  ec.  für  mobile  Truppen  auf  dem  Marsche
(V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  B  bis  E)  50

Genehmigung  zur  Anlage  von  Kunstwollefabriken  und
Gewerbeanlagen  für  Herstellung  von  Celluloid  (Bek.  v.
12.  Juli)  123.  —  desgl.  zur  Anlage  von  Dégrasfabriken
  (Bek.  v.  23.  Dez.)  141.

Genußmittel,  Verbot  der  Verwendung  giftiger  Farben
zu  denselben  (V.  v.  1.  Mai  §§.  1,  2,  5)  55.

Gewerbe,  gewerbliche  Anlagen,  welche  einer  besonderen

Genehmigung  bedürfen  (Bek.  v.  31.  Janr.)  10.  (Bek.  v.
12.  Juli)  123.  (Bek.  v.  23.  Dez.)  141.

Gewerbsmäßiges  Verkaufen  und  Feilhalten  von  Petroleum
  (V.  v.  24.  Febr.)  40.  —  desgl.  von  Nahrungsund
  Genußmitteln  u.  s.  w.,  welche  vorschriftswidrig  hergestellt
  sind  (V.  v.  1.  Mai  §.  5)  56.

Gewerbeordnung  vom  21.  Juni  1869,  Abänderung  des
§.  16  derselben  (Bek.  v.  31.  Janr.)  10.  (Bek.  v.
12.  Juli)  123.  (Bek.  v.  23.  Dez.)  141.

Gifte,  Verwendung  giftiger  Farben  (V.  v.  1.  Mai)  55.

Griechenland,  Konsularvertrag  mit  Deutschland  (v.
26.  Nov.  81.)  101.

Großbritannien,  Theilnahme  an  der  Zusatzakte  zur
Schiffahrtsakte  für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai
81))  61.

Gummigutti,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu
Nahrungsmitteln,  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.
v.  1.  Mai  §§.  1  bis  3,  5)  55.

H.

Hamburg,  Anschluß  der  freien  und  Hansestadt  Hamburg
an  das  deutsche  Zollgebiet  (G.  v.  16.  Febr.)  39.  —
Anwendung  des  Art.  34  der  Reichsverfassung  auf  das
Freihafengebiet  derselben  (das.  §.  1)  39.

Handelsmarken,  gegenseitiger  Schutz  derselben  zwischen
Deutschland  und  Rumänien  (Bek.  v.  27.  Janr.)  7.  —
s.  auch  Waarenbezeichuungen.
        <pb n="152" />
        4  Sachregister.

J.

Imprägniren  von  Holz  mit  Theerölen,  Genehmigung
zur  Anlage  von  Anstalten  dazu  (Bek.  v.  31.  Janr.)  10.

Internationale  Reblauskonvention  zwischen  Deutschland,
  Oesterreich-  Ungarn,  Frankreich,  Portugal  und  der
Schweiz  (v.  3.  Nov.  81.)  125.  —  Beitritt  Belgiens  zu
der  Konvention  (Bek.  v.  7.  Juli)  138.  —  desgl.  Luxemburgs
  (Bek.  v.  15.  Sept.)  139.

Internationaler  Rath  zu  Bukarest,  Einsetzung  desselben
  zur  Ausarbeitung  von  Sanitätsvorschriften  für  die
Donaumündungen  (Akte  v.  28.  Mai  81.  Art.  6,  7)  63.

Italien,  Theilnahme  an  der  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte
für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.

K.

Kalifabriken,  Genehmigung  zur  Anlage  solcher  (Bek.  v.
31.  Janr.)  10.

Kaution  der  Beamten  bei  der  Militär-  und  der  Marineverwaltung
  (V.  v.  30.  März)  43.

Kehl  (Stadt  Kehl  und  Dorf  Kehl),  Versetzung  in  die
zweite  Servisklasse  (V.  v.  9.  Mai)  57.

Kiel  (Stadt),  Neubefestigung  derselben  (Bek.  v.  8.  Janr.)  3.

Klasseneintheilung  einzelner  Orte  hinsichtlich  der  Servisentschädigung
  (V.  v.  9.  Mai)  57.

Konsularvertrag  zwischen  Deutschland  und  Brasilien
(v.  10.  Janr.)  69.  —  desgl.  mit  Griechenland  (v.

26.  Nov.  81.)  101.

Konsulatsarchive,  Schutz  derselben  in  Deutschland  und
Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.  Art.  7)  74.  —  desgl.
in  Griechenland  (Vertr.  v.  26.  Nov.  81.  Art.  5)  104.

Konfuln,  Befugnisse  2c.  derselben  in  Deutschland  und
Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.  Art.  1  bis  19,  21,  22,
25,  26,  28  bis  47)  70.  —  desgl.  in  Griechenland
(Vertr.  v.  26.  Nov.  81.  Art.  1  bis  27)  102.

Kriegsleistungen  der  Gemeinden  für  mobile  Truppen
auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter
B  bis  E)  50

1882.

Kündigung  der  Schuldverschreibungen  über  eine  Anleihe
für  das  Reichsheer,  die  Marine  und  die  Reichseisenbahnen,
  sowie  zur  Verstärkung  des  Betriebsfonds  der
Reichskasse  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Kunstwolle,  Genehmigung  zur  Anlage  von  Kunstwollefabriken
  (Bek.  v.  12.  Juli)  123.

Kupfer,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.  —  desgl.  der  Verwendung  der  mit
Arsenik  dargestellten  Kupferfarben  zu  Bekleidungsgegenständen
  (das.  §§.  4,  5)  56

Kurze  Waaren,  Eingangszoll  dafür  (G.  v.  23.  Juni
§.  2  Nr.  2)  60

L.

Lagerstroh,  Lieferung  für  mobile  Truppen  auf  dem
Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  E)  52.

Landeshaushalt  von  Elsaß-Lothringen  für  1881/82,
Kontrole  durch  den  Rechnungshof  (G.  v.  4.  Janr.)  1.

Landesregierungen,  Mitwirkung  derselben  bei  Erhebung
  der  Berufsstatistik  für  das  Reichsgebiet  im
Jahre  1882  (G.  v.  13.  Febr.  §.  2)  9.

Liquidirung  der  Vergütungsansprüche  für  Kriegsleistungen
(V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  E)  52.

Luxemburg  ((Großherzogthum),  Beitritt  zu  der  internationalen
  Reblaus-Konvention  vom  3.  Nov.  1881
(Bek.  v.  15.  Sept.)  139.

M.

Marineverwaltung,  Anleihe  für  dieselbe  (G.  v.
15.  Febr.  §.  1  zu  b)  38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Kaution  der  Beamten  bei  der  Militär-  und  der
Marineverwaltung  (V.  v.  30.  März)  43.

Markenschutz,  gegenseitiger,  zwischen  Deutschland  und
den  Niederlanden  (Bek.  v.  19.  Janr.)  5.  —  desgl.
Rumänien  (Bek.  v.  27.  Janr.)  7.

Marschrouten  für  Kriegsverhältnisse,  Formulare  dazu
(V.  v.  18.  April)  47.
        <pb n="153" />
        Sachregister

Matrikularbeiträge  der  Bundesstaaten  zum  Reichshaushalt
  für  das  Etatsjahr  1882/83  (Anl.  z.  G.  v.  15.  Febr.)
35.  (G.  v.  26.  Juni  §.  2)  67.

Militärverwaltung,  Kaution  der  Beamten  derselben
(V.  v.  30.  März)  43.

s.  auch  Reichsheer.
Mobilmachung,  Ausstellung  der  Marschrouten  für  Kriegsverhältnisse
  (V.  v.  18.  April)  47.

Mühlenfabrikate,  Ausfuhr  der  Mühlenfabrikate  aus
ausländischem  Getreide  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.

Mundverpflegung  für  einquartierte  mobile  Truppen
auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  B
u.  E)  50

N.

Nachlaß,  Befugnisse  der  Konsularbeamten  in  Deutschland
und  Brasilien  bei  Nachlaßregulirungen  (Vertr.  v.  10.  Janr.
Art.  18  bis  39)  80.  —  desgl.  der  Konsularbeamten  in
Griechenland  (Vertr.  v.  26.  Nov.  81.  Art.  15  bis  26)  114.

Nahrungsmittel,  Verbot  der  Verwendung  giftiger  Farben
zu  denselben  (V.  v.  1.  Mai  §§.  1,  2,  5)  55.

Niederlande,  Schutz  der  Waarenzeichen  zwischen  Deutschland
  und  den  Niederlanden  (Bek.  v.  19.  Janr.)  5.

O.

Ober-Poftdirektoren  erhalten  den  Rang  der  Räthe
dritter  Klasse  (A.  E.  v.  22.  Febr.)  42.

Oesterreich-  Ungarn,  Theilnahme  an  der  Zusatzakte  zur
Schiffahrtsakte  für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)

61.  —  desgl.  an  der  internationalen  Reblaus-Konvention
(v.  3.  Nov.  81.)  125.

P. Perlmutterstücke,  Eingangszoll  dafür  (G.  v.  23.  Juni
§  2  Nr.  2)  60.

Petroleum,  gewerbsmäßiges  Verkaufen  und  Feilhalten
desselben  (V.  v.  24.  Febr.)  40.  

1882.  5

Pferde,  Verpflegung  der  Pferde  für  mobile  Truppen
auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  C
u.  E)  51.

Pikrinsäure,  Verbot  ihrer  Verwendung  zu  Nahrungs.
mitteln,  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.

Portugal,  Theilnahme  an  der  internationalen  Reblaus-Konvention
  (v.  3.  Nov.  81.)  125.

Postanstalten,  Debit  neuer  gestempelter  Wechselblankets
durch  dieselben  (Bek.  v.  10.  Juli)  122.

Postverwaltung,  Anleihe  für  dieselbe  (G.  v.  15.  Febr.
§.  1)  38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68

O.

Quartierleistung  für  mobile  Truppen  auf  dem  Marsche
(V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  A,  B  und  E)  50.

Quecksilber,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu
Nahrungsmitteln,  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.
v.  1.  Mai  §§.  1  bis  3,  5)  55.

Quincaillerien,  Eingangszoll  dafür  (G.  v.  23.  Juni
§.  2  Nr.  2)  60.

Quittungsleistung,  s.  Bescheinigungen.

R.

Rang  der  Ober-  Postdirektoren  (A.  E.  v.  22.  Febr.)  42.

Reblaus-Konvention  (internationale)  zwischen  Deutschland,
  Oesterreich-  Ungarn,  Frankreich,  Portugal  und  der
Schweiz  (v.  3.  Nov.  81.)  125.  —  Beitritt  Belgiens  zu
derselben  (Bek.  v.  7.  Juli)  138.  —  desgl.  Luxemburgs
(Bek.  v.  15.  Sept.)  139.

Rechnungshof  des  Deutschen  Reichs,  Kontrole  des
Reichshaushalts  und  des  Landeshaushalts  von  Elsaß-Lothringen
  für  1881/82,  sowie  der  Rechnungen  der
Reichsbank  für  1881  durch  denselben  (G.  v.  4.  Janr.)  1

Reich  (Deutsches),  Konsularvertrag  mit  Brasilien  (v.
10.  Janr.)  69.  —  desgl.  mit  Griechenland  (v.  26.  Nov.
81.)  101.
        <pb n="154" />
        6  Sachregister.

Reich  (Deutsches),  Forts.
Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte  für  die  Donaumündungen
  zwischen  Deutschland,  Oesterreich-  Ungarn,
Rußland  u.  s.  w.  (v.  28.  Mai  81.)  61.

Theilnahme  Deutschlands  an  der  internationalen
Reblaus-Konvention  (v.  3.  Nov.  81.)  125.

Uebereinkunft  mit  den  Niederlanden  wegen  gegenseitigen
  Schutzes  der  Waarenzeichen  (Bek.  v.  19.  Janr.)
5.  —  desgl.  mit  Rumänien  wegen  gegenseitigen  Markenschutzes
  (Bek.  v.  27.  Janr.)  7.

Tragung  der  Kosten  für  die  Erhebung  einer  Berufsstatistik
  von  dem  Reiche  (G.  v.  13.  Febr.  §.  2)  9.  —
Beitrag  des  Reichs  zu  den  Kosten  des  Anschlusses  der
Hansestadt  Hamburg  an  das  deutsche  Zollgebiet  (G.  v.
16.  Febr.  §§.  2  bis  4)  39.

Reichsanleihen,  s.  Anleihen.

Reichsbank-Direktorium,  Besoldungs-Etat  für  das
Etatsjahr  1882/83  (G.  v.  15.  Febr.  §.  2)  11.  (Anl.
dazu)  37.  —  Kontrole  der  Rechnungen  der  Reichsbank
für  1881  durch  den  Rechnungshof  (G.  v.  4.  Janr.)  1.

Reichsbeamte,  Verleihung  des  Ranges  der  Räthe  dritter

Klasse  an  die  Ober-Postdirektoren  (A.  E.  v.  22.  Febr.)  42.

Kaution  der  Beamten  bei  der  Militär-  und  der
Marineverwaltung  (V.  v.  30.  März)  43.

Reichsdruckerei,  Anleihe  zur  Beschaffung  eines  Betriebsfonds
  für  dieselbe  (G.  v.  15.  Febr.  §.  1)  38.  (A.  E.  v.
26.  Juni)  68.

Reichseisenbahnen  in  Elsaß-Lothringen,  Anleihe  für
dieselben  (G.  v.  15.  Febr.  §.  10)  38.  (A.  E.  v.
26.  Juni)  68.

Reichs-Festungsbaufonds,  Vorschüsse  aus  demselben
zu  militärischen  Bauten  (G.  v.  15.  Febr.  §.  7)  12.

Reichshauptkasse,  Ausgabe  von  Schatzanweisungen  zur
Verstärkung  des  Betriebsfonds  derselben  (G.  v.  15.  Febr.
§.  3)  11.

Reichshaushalts-Etat  für  das  Etatsjahr  1882/83
(G.  v.  15.  Febr.)  11.  —  Nachtrag  zu  demselben  (G.  v.
26.  Juni)  67.

Kontrole  des  Reichshaushalts  für  1881/82  durch
den  Rechnungshof  (G.  v.  4.  Janr.)  1.

Aufnahme  der  der  freien  Stadt  Hamburg  zu  den
Kosten  ihres  Zollanschlusses  zu  leistenden  Beiträge  in
die  Reichshaushalts-Etats  (G.  v.  16.  Febr.  §.  3)  40.

1882.

Reichsheer,  Anleihe  für  die  Verwaltung  desselben  (G.  v.
15.  Febr.  §.  1a)  38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Reichskanzler,  Ermächtigung  desselben  zu  Ausgaben  von
Schatzanweisungen  (G.  v.  15.  Febr.  §§.  3,  4)  11.  —
desgl.  zur  Aufnahme  einer  Anleihe  für  die  Verwaltungen
des  Reichsheeres,  der  Marine  und  der  Reichseisenbahnen,
sowie  zur  Erhöhung  der  Betriebsfonds  der  Reichskasse
(G.  v.  15.  Febr.  §.  1)  38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Ermächtigung  zur  Leistung  eines  Beitrags  an  die
freie  Stadt  Hamburg  zu  den  Kosten  des  Zollanschlusses
(G.  v.  16.  Febr.  §§.  2,  3)  39.

Derselbe  hat  die  näheren  Vorschriften  über  die
Handhabung  des  Abelschen  Petroleumprobers  bei  Prüfung
der  Entflammbarkeit  von  Petroleum  zu  erlassen  (V.  v.
24.  Febr.  §.  2)  41.

Reichskasse,  Ausgabe  von  Schatzanweisungen  durch  dieselbe
(G.  v.  15.  Febr.  §.  6)  12.  —  Anleihe  zur  Erhöhung
der  Betriebsfonds  derselben  (G.  v.  15.  Febr.  §.  1)  38.
(A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Reichskonfuln,  s.  Konsuln.

Reichs-Post-  und  Telegraphenverwaltung,  s.  Post.

verwaltung,  Telegraphenverwaltung.

Reichsschuldenverwaltung,  Verzinsung  und  Einlösung
der  Schatzanweisungen  (G.  v.  15.  Febr.  §.  5)  12.  —
desgl.  der  Schuldverschreibungen  über  Reichsanleihen
(A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Reichstag,  Einberufung  desselben  (V.  v.  14.  April)  45.

Zustimmung  desselben  zu  der  Bekanntmachung  vom
26.  Juli  1881,  betr.  eine  Abänderung  des  Verzeichnisses
der  gewerblichen  Anlagen,  welche  einer  besonderen  Genehmigung
  bedürfen  (Bek.  v.  31.  Janr.)  10.

Reichsverfassung,  fortdauernde  Anwendung  des  Art.  34
derselben  auf  das  Freihafengebiet  Hamburgs  (G.  v.
16.  Febr.  §.  1)  39.

Rumänien,  Theilnahme  an  der  Zusatzakte  zur  Schiffahrts.
akte  für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.  —
Einsetzung  eines  Conseil  international  zu  Bukarest  zur
Ausarbeitung  von  Sanitätsvorschriften  für  die  Donaumündungen
  (das.  Art.  6,  7)  63.

Gegenseitiger  Markenschutz  zwischen  Deutschland  und
Rumänien  (Bek.  v.  27.  Janr.)  7.  

Rußland, Theilnahme an der Zusatzakte zur Schiffahrtsakte
  für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.
        <pb n="155" />
        Sachregister.
      

S.

Schatzanweisungen,  Ausgabe  von  solchen  zur  Verstärkung
  des  Betriebsfonds  der  Reichshauptkasse  (G.  v.
15.  Febr.  §§.  3  bis  6)  11.  —  desgl.  zu  Anleihen  für
die  Verwaltungen  des  Reichsheeres,  der  Marine  und  der
Reichseisenbahnen,  sowie  zur  Erhöhung  des  Betriebsfonds
der  Reichskasse  (G.  v.  15.  Febr.  §§.  1,  2)  38.  —  desgl.
zu  einer  Anleihe  zur  Leistung  der    freien  Stadt
Hamburg  zu  den  Kosten  des  Zollanschlusses  zu  gewährenden
  Beiträge  (G.  v.  16.  Febr.  §§.  3,  4)  40.

Schiffahrt ,  Bestimmungen  über  den  Schiffahrtsverkehr
zwischen  Deutschland  und  Brasilien  (Vertr.  v.  10.  Janr.
Art.  40  bis  44)  93.  —  desgl.  mit  Griechenland  (Vertr.
v.  26.  Nov.  81.  Art.  9  bis  14)  106.

Schiffahrtsverträge,  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte  für
die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.

Schuldverschreibungen  über  eine  Anleihe  für  das
Reichsheer,  die  Marine  und  die  Reichseisenbahnen,  sowie
zur  Erhöhung  der  Betriebsfonds  der  Reichskasse  (A.  E.
v.  26.  Juni)  68

Schweiz,  Teilnahme  an  der  internationalen  Reblaus-Konvention
  (v.  3.  Nov.  81.)  125.  —  Nachträglicher
Beitritt  von  Staaten  zu  der  Konvention  durch  Vermittelung
  des  Schweizerischen  Bundesrates  (das.  Art.  13)
133.  —  Abhaltung  internationaler  Versammlungen  von
Vertretern  der  Vertragsstaaten  zu  Bern  (das.  Art.  11)  132.

Servisklassen,  Änderung  derselben  bezüglich  einzelner
Orte  (V.  v.  9.  Mal)  57.

Spanndienste  für  mobile  Truppen  auf  dem  Marsche
(V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  D  und  E)  51.

Spielwaren,  Verbot  giftiger  Farben  zur  Herstellung
derselben  (V.  v.  1.  Mai  §§.  3,  5)  56.

Spießglanz,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55

Statistik,  Erhebung  einer  allgemeinen  Berufsstatistik  im
Jahre  1882  (G.  v.  13.  Febr.)  9.

Stempelsteuer,  Ausgabe  neuer  gestempelter  Wechseldecken
  (Bek.  v.  10.  Juli)  122.

Steuerbehörde,  Kontrolle  derselben  über  das  in  Zollniederlagen
  befindliche  ausländische,  zur  Ausfuhr  bestimmte
  Getreide  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59

1882.  7

Strafbestimmungen wegen Zuwiderhandlungen gegen das  Gesetz  über  die  Erhebung  einer  allgemeinen  Berufsstatistik
  (G.  v.  13.  Febr.  §.  5)  10.  —  desgl.  gegen  die
Vorschriften  über  die  Niederlegung  von  ausländischen
Getreide  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.

Sundheim,  Versetzung  dieses  Ortes  in  die  zweite  Servisklasse
  (V.  v.  9.  Mai)  57.

T.

Tapeten,  Verbot  der  Verwendung  von  mit  Arsenik  dargestellten
  Farben  zu  denselben  (V.  v.  1.  Mai  §§.  4,  5)  56.

Telegraphenverwaltung,  Anleihe  für  dieselbe  (G.  v.
15.  Febr.  §.  1)  38.  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Türkei,  Teilnahme  an  der  Zusatzakte  zur  Schiffahrtsakte
für  die  Donaumündungen  (v.  28.  Mai  81.)  61.

U.

Ungarn,  s.  Österreich-Ungarn.

Urkunden,  Gültigkeit  der  von  den  Konsularbeamten  in
Deutschland  und  Brasilien  aufgenommenen  und  beglaubigten
  Urkunden  (Vertr.  v.  10.  Janr.  Art.  15,  16)
79.  —  desgl.  in  Griechenland  (Vertr.  v.  26.  Nov.  81.
Art.  9)  108.

V

Verjährung  der  Zinsen  und  der  Kapitalbeträge  von  ausgegebenen
  Schatzanweisungen  (G.  v.  15.  Febr.  §.  6)  12.

Verkaufen  (gewerbsmäßiges)  von  Petroleum  (V.  v.
24.  Febr.)  40.  —  desgl.  von  Nahrungs-  und  Genußmitteln
  u.  s.  w.,  welche  vorschriftswidrig  hergestellt  find
(V.  v.  1.  Mai  §.  5)  56.

Vorspann,  Gestellung  desselben  für  mobile  Truppen  auf
dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu  unter  D
und  E)  51.
        <pb n="156" />
        8  Sachregister.

W.

Waarenbezeichnungen,  Schutz  derselben  zwischen  Deutschland
  und  den  Niederlanden  (Bek.  v.  19.  Janr.)  5.  —
desgl.  im  Verkehr  mit  Rumänien  (Bek.  v.  27.  Janr.)  7.

Wechselstempelmaterialien,  Ausgabe  neuer  gestempelter
Wechselblankets  (Bek.  v.  10.  Juli)  122.

Wegweiser,  Gestellung  von  Wegweisern  für  mobile
Truppen  auf  dem  Marsche  (V.  v.  18.  April,  Anl.  dazu
unter  D  und  E)  51.

Weinbau,  Maßregeln  gegen  die  Einschleppung  und  Verbreitung
  der  Reblaus  (Konv.  v.  3.  Nov.  81.  Art.  1  ff.)  127.

3.

Zink,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v.  1.  Mai
§§.  1  bis  3,  5)  55.  —  Die  Verwendung  von  Zinkweiß
zu  Spielwaaren  ist  gestattet  (das.  §.  3)  56.

1882

Zinn,  Verbot  der  Verwendung  desselben  zu  Nahrungsmitteln,
  Genußmitteln  und  Spielwaaren  (V.  v  1.  Mai
§§.  1  )      55.

Zinnober,  Verwendung  desselben  zu  Nahrungs-  und
Genußmitteln  (V.  v.  1.  Mai  §.  1)  55.

Zinsen,  Verzinsung  und  Verjährung  der  Zinsen  der  auszugebenden
  Schatzanweisungen  (G.  v.  15.  Febr.  §§.  4
bis  6)  12.  (G.  v.  15.  Febr.  §.  2)  38.  (G.  v.
16.  Febr.  §.  4)  40.  —  Verzinsung  der  Anleihe  für  die
Verwaltungen  des  Reichsheeres,  der  Marine  und  der
Reichseisenbahnen,  sowie  zur  Erhöhung  der  Betriebsfonds
  der  Reichskasse  (A.  E.  v.  26.  Juni)  68.

Zollgebiet,  Anschluß  der  freien  und  Hansestadt  Hamburg
an  das  deutsche  Zollgebiet  (G.  v.  16.  Febr.)  39.

Zollniederlagen,  Aufnahme  ausländischen,  zur  Ausfuhr
bestimmten  Getreides  darin  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.

Zolltarif,  Abänderung  des  §.  7  des  Zolltarifgesetzes  vom
15.  Juli  1879  (G.  v.  23.  Juni  §.  1)  59.  —  desgl.
der  Anmerkungen  Nr.  2  zu  6b  und  zu  Nr.  20  b  1  des
Zolltarifs  (das.  §.  2)  59.

 

Herausgegeben  im  Reichsamt  des  Innern.

 

Berlin,  gedruckt  in  der  Reichsdruckrerei.
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    </body>
  </text>
</TEI>
