— 1330 — Die Bestimmungen der Abs. 1 und 2 gelten auch für die Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge und sonstigen Arbeiter, die in Gast- und Schankwirtschaften, Speiseanstalten aller Art (Pensionen, Heilanstalten, Fabrikkantinen), Waren- häusern, Mühlen und anderen gewerblichen Betrieben sowie in Bahnhofs- wirtschaften mit der Herstellung von Bäcker= und Konditorwaren beschäftigt werden. (2 Uber die im §& 1 festgesetzte Dauer dürfen Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge und sonstige Arbeiter mit Arbeiten beschäftigt werden, die zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des Mißlingens von Arbeitserzeugnissen erforder- lich sind, sofern diese Arbeiten nicht innerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit vor- genommen oder beendet werden können. r 3 In allen gewerblichen Bäckereien und Konditoreien müssen an den Werktagen alle Arbeiten mindestens von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens vollständig ruhen. In der gleichen Zeit müssen in Gast= und Schankwirtschaften, Speiseanstalten aller Art (Pensionen, Heilanstalten, Fabrikkantinen), Warenhäusern, Mühlen und anderen gewerblichen Betricben alle Arbeiten und Vorarbeiten ruhen, die zum Herstellen von Bäcker= oder Konditorwaren dienen) dies gilt auch für Bahnhofs- wirtschaften. 54 Die Vorschriften des & 3 finden auch auf die Anlagen zum Herstellen von Zwieback, Keks, Biskuit, Honigkuchen, Lebkuchen, Waffeln oder Matze Anwendung. (5 Die von den Landeszentralbehörden bestimmten Behörden können auf Antrag Hr ihren Bezirk oder für Teile desselben widerruflich eine Verschiebung der Lage achtstündigen Betriebsruhe um höchstens eine Stunde genehmigen. •(6 An Sonn= und Festtagen — & 105a Abs. 2 der Gewerbeordnung — darf in gewerblichen Bäckereien und Konditoreien nicht gearbeitet werden. Jedoch dürfen nach 6 Uhr abends — an zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sonn= oder Festtagen nur am zweiten Tage nach 6 Uhr abends — während einer Stunde Arbeiten vorgenommen werden, die zur Wiederaufnahme des regelmäßigen Betriebs am folgenden Werktag notwendig sind. Das gleiche gilt für alle Arbeiten und Vorarbeiten, die in den Betrieben des §& 3 Abs. 2 zum Herstellen von Bäcker= oder Konditorwaren dienen. Von drei unmittelbar aufeinanderfolgenden Sonn= oder Festtagen gilt der britte Tag als Werktag. Die Landeszentralbehörden können für das Staatsgebiet oder für einzelne Bezirke gestatten, daß an den Sonn= und Festtagen während höchstens drei Stunden leicht verderbliche Waren ausgetragen werden.