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forscher,  zu  heben.  Sie  sind  im  allgemeinen
nur  den  Angehörigen  der  eigenen  Korporation
  zugänglich,  Und  das  ist  auch  gut  so.
Doch  sollte  ihr  Inhalt  unter  gewissen  Bedingungen
  auch  dem  Familienforscher,  wenigstens
  soweit  es  Familienangehörige  betrifft,
zugänglich  gemacht  und  die  Familienforscher
überhaupt  erst  einmal  auf  ihn  aufmerksam
gemacht  werden.  Denn  wer  nicht  gerade
selbst  aktiv  war,  ahnt  ja  wohl  kaum  etwas
von  diesem  Material.  Damit  nun  auch
Fernerstehende  erfahren,  wo  für  sie  wichtige
Familiennachrichten  in  studentischen  Aktenstücken
  zu  holen  sind,  möchte  ich  etwa
folgende  Anregung  geben:

Die  Korporationen  oder  Angehörige  derselben,
  die  familiengeschichtliches  Interesse
haben,  veröffentlichenan  einerentsprechenden
Stelle,  etwa  in  diesem  oder  in  ähnlichen
Blättern  die  Namen  ihrer  Mitglieder  und
die  Zeit  von  deren  Aktivität.  Es  wird
sich  hier  hauptsächlich  um  solche  aus
älterer  Zeit  handeln.  Zugleich  auch  geben
sie  an,  aus  welcher  Zeit  sie  noch  im
Besitz  von  Akten  irgend  welcher  Art  sind.
Sache  der  betreffenden  Interessenten  wird
es  dann  sein,  sich  mit  der  in  Frage  koımmenden
Korporation  in  Verbindung  zu  setzen  über
Einblick  in  die  Akten  oder  Erlangung  eines
Auszuges.

So  denke  ich,  kann  manchem  eifrigen
Familienforscher  zu  einem  sehr  erwünschten
Beitrage  verholfen  werden  und  die  Besitzer
der  betreffenden  Akten  werden  auf  diese
Weise  vielleicht  —  was  wohl  bisher  nicht  überallder
  Fall  war  —  darauf  aufmerksam  gemacht,
was  für  wertvolle  Dokumente  ihrer  Obhut
anvertraut  sind  und  sie  werden  dieselben
um  so  eifriger  und  sorgfältiger  hüten.')

Kriegsstammrollen  und  Verlustlisten.

Von  B.  Arke.

Im  Roland-Briefkasten  ist  wiederholt  nach
einem  Verzeichnis  der  freiwilligen  Jäger  von
1813—15  gefragt  worden.  Ein  solches  ist

ı)  Wir  empfehlen  die  Anregung  des  Herrn  Verfassers

  unsern  werten  Lesern  dringend  zur  Beachtung.
Schriftl.

nie  aufgestellt,  geschweige  veröffentlicht
worden.  Jedes  preussische  Infanterie-  oder
Kavallerieregiment  hatte  wenigstens  eine,
etwa  200  Mann  starke  Abteilung  freiwilliger
Jäger,  d.  h.  solcher  Freiwilligen,  die  sich
selbst  ausgerüstet  hatten.  Ausserdem  gab
es  noch  mehrere  Truppenkörper,  wie  National-Kavallerieregimenter
  und  Freikorps,  die  fast
durchweg  aus  Freiwilligen  bestanden.  Auch
bei  der  Landwehr  gab  es  solche.  Die  Zahl
aller  Freiwilligen  der  Jahre  1813—15  schätzt
man  auf  50000,  von  denen  etwa  20000  sich
selbst  ausgerüstet  hatten.  Freiwillige  mit
Jägerberechtigung  (grüne  Uniform,  Offiziers-Portepee,
  eigene  Offizierswahl  und  später
Bevorzugung  beim  Bewerben  um  Zivildienststellen)
  gab  es  etwa  12000.  Es
liegt  nun  auf  der  Hand,  dass  zur  Aufstellung
einer  namentlichen  Nachweisung  aller  dieser
Freiwilligen  kein  Grund  vorlag.  Die  Regierung
  hat  die  Opferwilligkeit  dieser  patriotischen
  Leute  stets  anerkannt,  doch  durfte
sie  unter  den  Kämpfern  selbst  keinen  solchen
Unterschied  mehr  machen.  Aber  auch  von
den  ehemaligen  Freiwilligen  selbst  wird  ein
Verlangen  nach  einer  solchen  Liste  nicht
laut  geworden  sein.  Solche  hätte  überdies
nur  mit  Mitwirkung  aller  Truappenkommandos
geschehen  können,  und  das  wäre  auf
Schwierigkeiten  gestossen,  ganz  abgesehen
davon,  dass  manche  Truppenkörper  schon
beim  Beginn  des  Feldzuges  1815  aufgelöst
waren;  beispielsweise  waren  die  Lützower
zu  dreiverschiedenen  Regimentern  gekommen.
Zudem  wird  bei  den  ehemaligen  Kriegern
das  Interesse  für  ihre  Kriegszeit  und  Kriegserinnerungen
  erfahrungsmässig  meistens  erst
in  reiferen  Jahren  rege,  dann  allerdings  sehr
rege.  So  hat  auch  1862,  anlässlich  der  bevorstehenden
  fünfzigzährigen  Jubelfeier  der
preussischen  Erhebung,  ein  Berliner  Verein
ehemaliger  freiwilliger  Jäger  ein  Verzeichnis
der  noch  lebenden  Kameraden  (freiwillige
Jäger,  Volontairs  und  freiwillige  Soldaten)
aufgestellt.  (Berlin  1863  E.  S.  Mittler  und
Sohn).  Dieses  ist  nach  Regimentern  geordnet
und  enthält  auch  biographische  Angaben,
wie  Alter,  Beruf,  Wohnort,  Orden,  Schlachten.
Im  Ganzen  sind  noch  fast  4000  ehemalige