derselben  abgetrennt,  jetzt  als  Kirche  dient,
während  der  Hauptraum  als  grosse  Scheuer
zur  Unterbringung  landwirtschaftlicher  Geräte
  und  Maschinen  benutzt  wird.

Schloss  und  Dorf  Mauren  war  von  1459  bis
1616  im  Besitze  des  Geschlechts  Dachenhausen,
  dessen  letzter  Besitzer  Eberhard
Wolf  es  1616  an  Johann  Friedrich  Schertel
vonBurtenbach  verkaufte.  DieDachenhausen
bewohnten  noch  das  alte  Schloss  —  eine
Wasserburg  —  welches  nahe  dem  jetzigen
neueren  Schlossgebäude,  südwestlich  desselben,
  am  linken  Ufer  des  Würmbaches  lag,
dort  wo  noch  jetzt  ein  kleiner  Schilfteich
seine  ehemalige  Lage  anzeigt.  Nach  der
Ueberlieferung  wurde  1615,  wahrscheinlich
jedoch  erst  1616  durch  den  Käufer,  das
baufällig  gewordene  Wasserschloss  abgebrochen.
  Man  fand  in  dessen  Grundımauern
  Stücke  römischer  Säulenkapitäle  und
römische  Ziegel.  Eberhard  Wolf  von  Dachenhausen
  war  mit  zahlreichen  Kındern  gesegnet.
Ausser  seinen  bis  jetzt  bekannten  4  Söhnen
hatte  er  mindestens  noch  12  Töchter,  von
denen  allein  sieben  Töchter  in  ihrer  Jugend
starben.  Von  allen  sieben  besitzen  wir  noch
deren  gut  gearbeitete  Grabsteine,  die  alle
im  Fussboden  des  Chores,  zum  Teil  völlig
unter  dem  darüber  gebauten  Gestühle  verborgen
  lagen.  In  früheren  Zeiten  befanden
‚sie  sich  jedenfalls  lange  Zeit  als  Belag  im
Boden  des  Kirchenraumes,  da  sie  ziemlich
stark  abgetreten  sind.  Später  wurden  sie
in  den  Chor  überführt  und  dort  als  Belag
verwendet.  Man  wusste  bis  vor  kurzem
nur  von  drei  Dachenhausen’schen  Steinen,
die  teilweise  unter  den  Stühlen  hervorsahen.
Auf  die  Bitte  des  Unterzeichneten,  diese
3  Steine  behufs  photographischer  Aufnahme
bloslegen  lassen  zu  wollen,  erklärte  sich
der  Besitzer,  Staatsminister  Frhr.  von  Dusch,
sofort  mit  grösster  Liebenswürdigkeit  dazu
bereit;  es  wurden  dann  bei  dem  Abreissen
des  Gestühles  ausser  den  drei  halbsichtbaren
Steinen  noch  weitere  vier,  im  ganzen  also
sieben  Stück  gefunden.  Nach  geschehener
Reinigung  und  vorläufiger  Aufstellung,  wurde
es  trotz  des  starken  Abgetretenseins  der
Grabsteine  dennoch  möglich,  von  ihnen

nach  sachgemässer  Behandlung  recht  klare
und  deutliche  Aufnahmen  zu  gewinnen.  Die
Steine  konnten  einzeln  hervorgeholt,  und  in
eine  passende  Beleuchtung  gestellt  werden,
sodann  wurden  sie  nach  Einstellung  des
photographischen  Aparates  stark  und  schnell
mit  gut  ausgewundenem  feuchten  Waschlumpen
  überrieben,  so  dass  die  ebenen
Flächen  und  die  plastischer  hervortretenden
Teile  dunkler,  die  eingehauenen  Inschriften
und  die  vertieften  Konturen  der  Köpfe,
Hände  und  Kostümdetails  dagegen  heller
hervortraten.  Ehe  nıun  das  Trocknen  der
angefeuchteten  Stellen  stattfinden  konnte,
wurde  die  photographische  Aufnahme  gemacht.
  Auf  diese  Weise  erhielt  man  überraschend
  klare  Bilder.  Bei  den  trockenen
aus  hellerdfarbenem  Material  gehauenen
Steinen  waren  sehr  viele  der  Details  mit
blossem  Auge  gar  nicht  wahrnehmbar.

Wir  geben  nun  hier  vier  dieser  Grabsteine
  im  Bilde  wieder,  die  anderen  drei
erscheinen  in  den  Hannoverschen  »Heraldischen
  Mitteilungen«  in  Abbildung.

Alle  diese  Steine  zeigen  die  Dachenhausenschen
  Töchter  in  ganzer  Figur,  in
den  Ecken  der  Steine  stets  die  4  Ahnenschilde
  Dachenhausen,  Karpfen,  Truchsess
von  Höfingen  und  Neuhausen.  Die  fünf
grössten  Töchter  sind  im  Kostüme  der
Erwachsenen  damaliger  Zeit  dargestellt;  sie
tragen  ein  Brokatkleid,  lange  goldene  Halsund
  Gürtelketten,  eine  grosse  Halskrause,
kleine  Handgelenkkrausen  und  auf  dem
Haupte  mit  nach  oben  und  seitwärts  zurückgestrichenem
  Haar  eine  anliegende  Brokat-,
resp.  geflochtene  Haube,  auf  letzterer  ein
kleiner  Jungfrauenkranz  liegend.  Die  Hände
sind  auf  der  Brust  zum  Gebete  zusammengelegt.


Die  hier  abgebildeten  Grabsteine  gehören
den  folgenden  Töchtern  an:

1.  Sibilla  von  Dachenhausen,  7  1593.

2.  Veronica  von  Dachenhausen,  T  1593.

3.  Eine  zweite  Sibilla  v.  D.,  T  1598.

4.  Susanna  von  Dachenhausen,  }  1603.’)

1)  Die  im  Artikel  erwähnten  Grabsteine  sind  au
besonderen  Beilagen  abgebildet,  welche  den  ersten
vier  Heften  unserer  Zeitschrift  beigefügt  werden.