LU,

genannt;  eigentlicher  Sinn  des  Namens
wohl  Offenhausen.  Genannt  werden:  1247
Konrad  von  Ufhausen;  Reicholf  von  U.  1398.
Ursitz  des  Geschlechts  angeblich:  Unter-Ufhausen
  im  Amt  Fürsteneck  (bei  Morsberg
und  Rassdorf)  wahrscheinlicher  indessen
Uffhausen  im  Amte  Grossenlüder.

Wappen:  2  mit  Sachsen  auswärts
gekehrte  silberne  Adlerflügel,  im  blauen
Felde.  Helmschmuck?

1.  Die  von  Jossa  (jJaza,  Jossaha):
Hauptsitz  wahrscheinlich  Burg  Jossa  bei
Salmünster.  Reichbegütertes  Geschlecht  im
Jossgrund,  Wetterau,  Westgrabfeld,  Lahngau.

Genannt  werden  1320:  Gyss  (Ritter)
Gerhard  und  Conrad  von  Jaza,  Gebrüder;
1336  Gerlach  und  Reinhard,  Gebrüder  von
Jaza..  Um  diese  Zeit  ist  Dorf  Josse  an  die
von  Lüder  übergegangen.

Wappen:  im  Schilde  ein  linksgekehrter
springender  Löwe  mit  ausgeschlagener  Zunge
und  doppelt  aufgewundenem  Schwanze.
Helmschmuck  und  Farben  fehlen.

8.  Die  von  Bienbach  (Biunbach,  Bienbach,
  Bimbach).  Ursitz  in  den  Dörfern
Ober-  und  Unterbimbach,  ursprünglich  wohl
nur  2  Burghäuser  und  Höfe,  im  11.  Jahrh.
mit  Mauern  und  Gräben  umgeben.

Bienbach  schon  in  alter  Zeit  bedeutend.
Genannt  werden:  zuerst  1137  Heribert  und
Conrad  von  Bienbach;  1273  Trubod  von
Binbach  und  seine  Gattin  Cunigunde;  1282
Henn  (Heinrich)  von  Bienbah;  1308  Conrad
von  Bimbach;  1312  Wigand  von  Bienbah
und  seine  Ehefrau  Adelheide  von  Eysenbach;
1315  Hans  von  Bienbah  und  seine  Gattin
Suwanahild  mit  ihrem  Sohne  Fritz;  1340
Henn  von  Byenbach  mit  seiner  Gemahlin
Adeheit  und  ihren  Söhnen  Cunz  und  Wilhelm.

Aus  diesem  Geschlechte  stammt  auch  Abt
Berthold  IV.  zu  Fulda  (1274  Fürsteher  des
Stifts),  liess  seine  väterliche  Stammburg
Bimbach,  als  Schlupfwinkel  der  Raubritter  (?)
verwüsten.  Die  Uebereste  der  Burg  waren
1826  in  zwei  Mauern  am  sogen.  Burgraine
unfern  der  Kirche  sichtbar;  viereckiger  Turm
noch  vorhanden  (Eckstein  genannt).  Kirchhofsmauer
  vermutlich  auch  Ueberrest  eines
Burghofes.

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Am  Ende  des  Dorfes  Unterbimbach  stand
zu  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  über  der  sogenannten
  Wahlen-Mühle  noch  ein  Mauerstück
  mit  einem  Turme  —  vielleicht  ein
übriggebliebener  Teil  der  alten  zerstörten,
weitläufigen  Burg?

Zum  buchischen  Uradel  gehört  auch

9.  das  Geschlecht  von  Blankenwalt,
eigentlich  aber  eine  Linie  der  von  Schlitz,
genannt  Görz;  es  wird  deshalb  auch  von
Schlitz  genannt  Blankenwalt  geschrieben.

Genannt  wird  Hermann  von  Blankenwalt
(1279)  und  Simon  von  Blankenwalt  (1308).

Das  Geschlecht  von  Lüder  teilte  sich
in  zwei  Hauptlinien,  von  denen  die  ältere
mit  Carl  von  Lüder,  der  noch  1479  genannt
wird,  ausstirbt.  Die  zweite  Hauptlinie,  die
vom  sogen.  Marien-Altare  zerfiel  schon  vor
1390  in  mehrere  (3)  Zweige,  deren  Begründer
Otto  zu  Lüder,  Wizel  zu  Müss  und  Simon
zu  Losshausen  waren.  Obgleich  Otto  zu
Lüder  zwei  Söhne,  Hermann  und  Heinrich
hinterliess,  ging  doch  (1390)  dessen  Besitz  als
Stammlehen  an  Wizel  von  Lüder  (zu  Müss)
über.  Das  Eigentum  dieser  einst  so  mächtigen
Uradelsgeschlechter  ging  nach  und  nach  an
die  Klöster  über,  welche  —  übermütig  und
herrsüchtig  —  wie  Fürsten  herrschen  wollten,
und  sie  unterdrückten  die  Urfamilien,  denen
sie  grossen  Dank  schuldig  waren.  Aus
dieser  Uebelsquelle  enstand  im  Jahre  1394
eine  langwierige  Fehde  zwischen  den
einzelnen  Linien  und  Zweigen  derer  von
Lüder,  die  durch  ein  besonderes  adeliches
Schiedsrichteramt  beigelegt  wurde.

Als  auch  der  Wizelsche  Zweig  zu  Müss
mit  Wendel  von  Lüder  zu  Müss  1568
erloschen  war,  kamen  dessen  Lehnsteile  an
die  Romrode  und  von  diesen  an  die  von
Bocholz,  ein  westfälisches  Geschlecht,  von
diesen  aber  an  das  Fürstentum  Fulda.

Der  Besitz  des  letzen  Zweiges  zu  Losshausen
  war  nach  und  nach  in  fremde  Hände
gekommen;  Losshausen  selbst  gehörte  schon
zur  hessischen  landsässigen  Ritterschaft,
und  was  noch  übrig  war,  wurde  zu  Anfang
des  19.  Jahrhunderts  von  der  Domdechantey
zu  Fulda  vom  Letzten  des  Geschlechts
verkauft.