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GENEALOGE-PERSO

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4  Ahr
NEN®

Suche  fleissig  deiner  Ahnen.
Vielverschlung’ne  Lebensbahnen.
Werden  durch  der  Chronik  Seiten
'Einstmals  junge  Finger  gleiten,
Wird  sich  deiner  Arbeit  Segen
Auf  das  Haupt  des  Enkels  legen.

Hermann  Unbescheid.

RR  En

Unser  Fanilien-  oder  Basclechts-  Namen,
deren  Bedeutung,  Sinn  und  Ursprung.

Von’  Ernst  Gaulke,  Magdeburg.
(Schluss)

Nicht  genug,  dass  die  Mundarten  ihre
Einflüsse  geltend  gemacht  haben  —  alles
das  ist  immer  doch  noch  deutsch  —  aber  auch

von  ausserhalb  der  Grenzen  unserer  Sprache:

sind  bedeutende  Einströmungen  erfolgt.  So

wenig.  das  jetzige  deutsche  Volk  ein  ganz

ungemischtes  ist,  so  wenig  sind  die  Familien-Namen
  durchweg  deutsch.  Vor  allem  ist
die  Beimischung  der  Slawen  hervozuheben.
Diese  erfüllten  bekanntlich,  von  den  Zeiten
‚der  Völkerwanderung  her,  den  ganzen  Osten
Deutschlands  bis  zur  Elbe  und  Saale.
sie  endlich  wieder  zurückgedrängt  wurden,
blieben  doch  viele  in  ihrer  seit  so  langer
Zeit  eingenommenen  westlichen  Heimat
sitzen  und  wurden  erst  allmählich  und  nicht
überall  germanisiert.  Diese  Grundlage  des
Slawischen  auch  in  längst  wieder  deutsch
gewordenenen  Strichen  tritt  wie  in  den  Ortsnamen,
  so  auch  in  den  Familiennamen  hervor,
ein  bedeutender  Bruchteil  ist  slawisch;  wendisch,
  polnisch  —  selbst  Tschechen  dringen
aus  Böhmen  herauf.  Vor  allen  kenntlich
sind  die  polnischen  Namen  auf  ski,  wie
Lichnowski,  Kosinsky;  nicht  minder  aber  sind
Archiv  Nr.  3,  VIII.  Jahrg.

a

starker,

Als

slawisch,  meist  eben  von  den  entsprechenden
Ortsnamen  entlehnt,  die  Namen  auf  ow
(mit  stummem  w):  Passow;  die  auf  itz:
Miltitz,  vergröbert  itsch:  Delitzsch;  die  auf
in:  Schwerin  —  nicht  zu  vergessen  die  mit
slawa  (Ruhm)  selbst  zusammengesetzten  Personennamen:
  Bogislaw,  Bugslaff,  zuletzt  Butzlaff(mitlang
  zusprechendem  u,  »Gottesruhm«).

Dann  ist  ein,  wenn  auch  lange  nicht  so
doch  in  Anschlag  zu  bringender
Bruchteil  romanischen  Blutes  aufgenommen
worden,  hauptsächlich  aus  Frankreich,  in  den
Auswanderern,  welche  unter  Ludwig  XIV.
ihres  protestantischen  Glaubens  wegen  ihr
Vaterland  als  »Refugies«  verlassen  mussten
und  in  Deutschland  liebevolle  Aufnahme
und  eine  neue  Heimat  fanden.  Daher  nun
französische  Familiennamen,  wie  Palmier,
du  Mesnil,  de  Convenant.

Zum  Schluss  verdient  noch  Erwähnung,
dass  selbst  das  Littauische,  so  entlegen  es
dem  Völkerverkehr  ist,  sein  Fähnlein  gestellt
hat,  z.  B.  Kaprolatis,  Adomeit.  In  Berlin  sind
littausche  Namen  nicht  selten,  und  in
Königsberg  gar  wimmelt  es  von  ihnen.

So  sind  denn  slawische  Elemente  von  Ost
und  Südost,  littauissche  von  Nordost,
romanische  von  West  und  Südwest  eingedrungen
  und  zwar  in  bedeutendem  Masse.')
Man  mache  die  Probe  an  irgend  einer
Namenreihe  —  eines  Regierungskollegiums,

1!)  In  Süddeutschland,  besonders  in  Südbayern
finden  sich  unter  dem  Adel  viele  Namen  italienischen
Ursprungs:  v.  Pocci,  v.  Pestalozza,  v.  Spreti,  Verri
della  Bosia  etc.  Doch  kommen  auch  genug  bürgerliche
  Namen  italienischen  Ursprungs  von  in  vielen
Generationen  angesessenen  Familien  vor.

Anm.  d.  Schriftleitung.