und  fruchtbringende  Sache,  das  in  den
scheinbar  kalten  und  toten  Zeichen  unseres
Namens  nur  schlummernde  Leben  wieder
zu  erwecken.

Quelle:  »A.  Heintze,  Die  deutschen
Familiennamen«.

Alter  der  Matriken  in  den  österreichischen
Kronländern.

Von  Wilh.  Bergmann,  Buchhändler,  Wien.

Schon  im  Jahre  1886  hatte  der  k.  k.  Hofrat

  Dr.  Jnama-Sternegg,  der  damalige  Präsident
  derk.k.statistischen  Zentral-Kommission,
derselben  den  Antrag  unterbreitet,  eine  vollständige
  Erhebung  über  das  Alter,  den
gegenwärtigen  Zustand  und  die  Ordnung
der  Standesregister  (Matriken)  einzuleiten.
Es  sollte  dadurch  nicht  nur  dem  laufenden
statistischem  Dienste  ein  Kontrollmittel  für
die  Prüfung  der  Vollständigkeit  des  nur  aus
den  Matriken  geschöpften  statistischen  Urmaterials
  für  die  Bewegung  der  Bevölkerung
und  der  politischen  Verwaltung  der  volle
Ueberblick  über  die  ganze  Institution  in
ihrer  dermaligen  Ausbildung  und  zugleich
die  Möglichkeit  geboten  werden,  auf  die
Erhaltung  und  zweckmässige  Aufbewahrung
der  hochwichtigen  Register  im  Wege  der
Oberaufsicht  entsprechend  einwirken  zu
können;  von  nicht  geringer  Bedeutung  erschien
  vielmehr  auch  das  spezifisch-wissenschaftlich-historische
  Interesse  an  der  Erhaltung
  und  Verzeichnung  dieser  eigentümlichen
  Art  von  Geschichtsquellen.  So
wird  sich  die  Geschichte  der  Institution  der
Standesregister,  bei  uns  speziell  der  Pfarrmatriken,
  selbst  doch  erst  auf  Grund  des
vollen  Ueberblickes  über  ihren  Bestand
schreiben  lassen;  viele  Momente  dieser  Geschichte,
  wofür  uns  keinerlei  spezielle  geschichlicheZeugnisse
  vorliegen,  werden  durch
die  stumme  Sprache  der  Jahreszahlen  kund,
welche  von  dem  Anfange,  der  allmählichen
Verbreitung,  den  störenden  und  zerstörenden
Einflüssen  sprechen,  denen  die  Standesbücher
  unterlagen.  Ja,  es  kann  in  gewissem
Masse  der  Gang  der  Allgemein-Kultur  an

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diesen  speziellen  Tatsachen  verfolgt  und
die  Reihenfolge  der  Länder  festgestellt
werden,  in  welcher  sie  allmählich  zu  jener
Stufe  ihrer  gesellschaftlichen  Ordnung  vorwärts
  schritten,  welche  das  Bedürfnis  nach
formeller  Konstatierung  der  elementarsten
gesellschaftlichen  Tatsachen  (Geburt,  Ehe,
Tod)  als  wesentliches  Erfordernis  geordneter
kultureller  Verhältnisse  zur  Geltung  brachte.

Auch  ist  der  Inhalt  der  älteren  Standesbücher
  vollkommen  geeignet,  vielseitige  Aufschlüsse
  über  die  allmähliche  Besiedlung  der
Landschaften,  den  jeweiligen  Stand  der  Bevölkerung,
  die  sanitären  Verhältnisse,  die
fortschreitende  Differenzierung  der  Berufe,
Zunahme  der  Gewerbe  u.  dgl.  zu  bieten.
Nicht  minder  ist  die  Kirchengeschichte  und
in  erster  Linie  die  Familiengeschichte  an
der  Kenntnis  des  Zustandes  dieser  Quellen
interessiert,  und  ebenso  kann  sie  dem  privatrechtlichen
  Interesse  der  Bevölkerung  in
Fragen  der  Abstammung  und  Verwandtschaft,
  des  Besitzstandes  und  Erbrechtes
zu  statten  kommen.

Die  k.  k.  statistische  Zentral-Kommission
hatte  von  diesen  Erwägungen  geleitet,  die
Inventarisierung  aller  vorhandenen  Matriken
nach  einem  einheitlichen  Schema  dem  k.  k.
Ministerium  des  Innern  empfohlen,  und
dieses  dementsprechend  die  Ausführung
dieser  Erhebung  (mit  dem  Erlasse  von
27.  1.  1887)  angeordnet,  wobei  die  bischöflichen
  Ordinariate  und  sonstigen  kirchlichen
Behörden,  ebenso  wie  die  in  Anspruch  genommen
  Zivil-  und  Militärbehörden,  den
Wert  der  beabsichtigten  Aufnahme  wohl
erkennend,  in  jeder  Hinsicht  die  grösste
Förderung  zu  Teil  werden  liessen.  —  Die
von  mehr  als  11000  Matrikenstellen  eingelangten
  Nachweisungen  wurden  bei  der
k.  k.  statistischen  Zentral-Kommission  aufgearbeitet
  und  die  vorläufigen  Ergebnisse
in  dem  August-Septemberheft  von  1889  der
»Statistischen  Monatsschrift«  veröffentlicht.
Eine  das  ganze  Detail  umfassende  Veröffentlichung
  der  ganzen  Ergebnisse  wird
folgen.  —

In  Oesterreich  hat  die  in  den  westlichen
Ländern  Europas  und  in  Italien  schon  früh