In  psychologischer  Beziehung  war  dieser
Prozess,  der  tief  in  des  Meisters  Leben  einschnitt,
  höchst  interessante  Beethovens
grosse  Reizbarkeit,  seine  Leidenschaftlichkeit,
sowie  der  ihm  eigene  Charakterzug,  in  Extreme
  zu  fallen,  statt  die  goldene  Mitte  zu
finden,  traten  dabei  markant  zu  Tage.  Es
empörte  ihn,  dass  sein  so  hochgeschätzter
Künstlername,  in  diesem  unerquicklichen
Prozess  blosgestellt  wurde.

Ein  weiterer  Umstand  sollte  aber  seine
Empfindlichkeit  noch  mehr  steigern:  Das  Gericht
  verlangte,  durch  einen  Grafen  Pallhorst
darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  das  Wörtchen
  »varı«  an  sich  keinen  Adel  bedeute,
diesen  nachzuweisen.

»Mein  Adel  ist  hier  und  da«  soll  Beethoven
  bei  Empfang  dieser  Mitteilung,  auf
Kopf  und  Brust  zeigend,  ausgerufen  haben,
auf  das  Tiefste  ob  dieser  Zumutung  gekränkt.
  Er  erblickte  in  der  Aufforderung,
seinen  Adel  nachzuweisen,  nur  einen  Schimpf
und  eine  Herabsetzung  seiner  Person,  in
völliger  Verkennung  der  Berechtigung  des
Gerichts  hierzu.  Gerade  zu  jener  Zeit  war
er,  zumal  ihn  auch  pekuniäre  Sorgen  drückten,
so  überreizt,  dass  er  entschlossen  war,  Oesterreich
  zu  verlassen,  um  so  diese  vermeintliche
  Beleidigung  zu  quittieren.  Dass  er
dennoch  blieb,  verdankte  Wien  nur  den  Bemühungen
  des  Dr.  Bach,  seines  Rechtsbeistandes.


Da  aber  Beethoven  seinen  Adel  nicht
nachweisen  konnte,  verwies  man  seinen
Rechtsstreit  an  einen  bürgerlichen  Gerichtshof,
  den  Wiener  Stadt-Magistrat,  wo  er  zu
seinen  Gunsten  nach  einer  5  jährigen  Gesamtdauer
  beendet  wurde.

Eine  Sammlung  von  Biographien.

Von  Pfarrer  K.  Oberländer-Frauenbreitungen.

Dem  von  Joh.  Rud.  Gottl.  Beyer  seit  1789
herausgegebenen  rationalistischen  »Allgemeinen
  Magazin  für  Prediger«  habe  ich  die
Titelblätter  mit  den  Bildnissen  der  unten
verzeichneten  51  Theologen,  Orientalisten
und  Pädagogen  entnommen;  den  meisten
liegen  auch  die  —  teilweise  ausführlichen  —

40

Lebensbeschreibungenbei.  Interessenten
stelle  ich  die  Blätter  gerne  zur  Verfügung.

Alphabetisches  Verzeichnis:

Joh.  Joach.  Bellermann  (*  1755  zu  Erfurt);
  Joh.  Rud.  Gottl.  Beyer  (*  1756  zu
Erfurt);  Joh.  Friedr.  leBret  (*  1732  zu  Untertürkheim);
  Joh.  Sam.  Diterich  (*  1721  zu
Berlin);  Joh.  Chr.  Döderlein  (*  1746  zu
Windsheim);  Chr.  Fr.  Duttenhofer  (*  1742
zu  Nürtingen);  Joh.  Gottfr.  Eichhorn  (*  1752
zu  Dörenzimmern);  Joh.  Sam.  Fest  (*  1754
zu  Grossmonra);  Gg.  Fr.  Götz  (*  1750  zu
Hanau);  J.  Fr.  Chr.  Gräffe  (*  1754  zu  Göttingen);
  Joh.  Matth.  Hassencamp  (*  1743
zu  Marburg);  Joh.  Aug.  Hermes  (*  1736
zu  Magdeburg);  Joh.  Tim.  Hermes  (ohne
Biographie);  Joh.  Wilh.  Fr.  Hezel  (*  1754
zu  Königsberg  i.  Fr.);  J.  F.  W.  Jerusalem
(ohne  Biographie);  C.  Aug.  Gottl.  Keil  (*  1754
zu  Grossenhayn);  Gg.  Chr.  Knapp  (*  1753
zu  Halle);  Joh.  Benj.  Koppe  (*  1750  zu
Danzig);  Joh.  Th.  Künneth  (*  1735  zu
Creusen);  Gottfr.  Less  (*  1736  zu  Conitz,
dabei  Charakteristik  des  Kons.-Rats  E.  Fr.
A.  Cnopf  zu  Wien);  Jos.  Fr.  Chr.  Löffler
(*  1752  zu  Saalfeld);  Joh.  Gottl.  Marezoll
(*  1761  zu  Plauen);  Joh.  Dav.  Michaelis
(*  1717  zu  Halle);  Sam.  Fr.  Nath.  Morus
(*  1736  zu  Lauban);  Gabr.  Chr.  Benj.  Mosche
(*  1723  zu  Grossenehrich);  Aug.  Herm.  Niemeyer
  (*  1754  zu  Halle);  Joh.  Aug.  Nösselt
(*  1734  zu  Halle);  Chr.  W.  Oemler  (*  1728.
zu  Denstädt);  Gg.  Wolfg.  Panzer  (*  1729
zu  Sulzbach);  H.  E.  G.  Paulus  (*  1761  zu
Leonberg);  Gottl.  Jak.  Planck  (*  1751  zu
Nürttingen);  Fr.  Volkm.  Reinhard  (*  1753
zu  Wohmstraus);  Joh.  Gg.  Rosenmüller
(*  1736  zu  Ummerstadt);  Chr.  Gotth.  Salzmann
  (*  1744  zu  Sömmerda);  Joh.  Ad.
Schinmeier  (*  1733  zu  Stettin);  Joh.  Fr.
Schleusner  (*  1759  zu  Leipzig);  J.  W.
Schmid  (*  1744  zu  Jena);  Chr.  W.Schneider
(*  1734  zu  Martinroda);  Joh.  Matth.  Schröckh
(*  1733  zu  Wien);  Gg.  Gottfr.  Seiler  (*  1733
zu  Creussen);  Joh.  Es.Silberschlag  (*  1721
zu  Aschersleben);  Chr.  Fr.  Sintenis  (*  1750
zu  Zerbst);  Joh.  Joach.  Spalding  (*  1714
zu  Tritsees);  Gottl.  Sam.  Steinbart  (ohne
Biographie);  Gottl.  Chr.  Storr  (*  1746  zu