dessen  sich  ihre  Lebensverhältnisse  ungünstig
  veränderten.  Selbst  Angehörige  der
ältesten  Adelsgeschlechter  wurden  auf  diese
Weise  bürgerlich  und  erhielten  erst  später
wieder  den  Adel,  wie  dies  auch  bei  vielen
Mitgliedern  der  Familie  Thielisch,  Tilesius
geschehen  ist.

Der  Name  Thielisch  dürfte  die  niederdeutsche
  Koseform  für  Dietrich  und  zur
Zeit  der  Humanisten  in  Tilesius  latinisiert
worden  sein.  Für  einen  Zusammenhang  mit
der  Familie  der  beiden  italienischen  Philosophen
  Antonio  und  Bernardino  Telesio,
die  auch  Tilesius  geschrieben  werden,  hat
sich  nichts  erbringen  lassen;  auch  die  Annahme
  eines  slavischen  Ursprungs  des
Namens  erscheint  ausgeschlossen,  denn
Hirschberg,  welches  vermutlich  nach  1241
von  eingewanderten  Nieder-  und  Mittelfranken
  —  Ripuariern  —  gegründet  wurde
und  1281  zuerst  urkundlich  erwähnt  wird,
gehört  nicht  zu  den  ältesten  Stadtanlagen
Schlesiens  und  reicht  nicht  in  die  Zeit
der  slavischen  Besiedelung  zurück;  der
Name  der  bei  Aussig  an  der  Elbe  belegenen
  Ortschaft  Tillisch  (1329  Deälus,
sprich  Djelusch,  1511  Dielauss,  1543
Dylisch,  1579  Dilisch,  1503  Tiltsch,  Dilsch,
Tilsch  und  jetzt  schliesslich  Tillisch)  steht
mit  der  Familie  in  keinem  Zusammenhang.
  Der  Zusatz  »von  Tilenau«,  den  ausser
den  Mühlhäusern  auch  zwei  dem  Strehlener
Zweige  angehörige  Brüder,  der  Superintendent
  Nathaniel  Tilesius  zu  Militsch  (F
1616)  und  der  Historiker  und  Poet  Eleazar
Tilesius  (Tilisch)  (F  1612),  sowie  die  mit
dem  Kanzler  Kindler  von  Zackenstein  vermählte
  Charitas  (F  1573)  und  die  Ehefrau
des  Superintendenten  Schlegel  von  Gottleben
  zu  Grimma  in  Sachsen,  Magdalene
(*  1621)  führten,  wird,  da  eine  Ortschaft
oder  eine  Wüstung  dieses  Namens  unbekannt
  ist,  als  ein  Doppelname,  wie  die
ebenfalls  schlesischen  Namen  Hofmann
von  Hofmannswaldau,  Ditters  von  Dittersdorf,
  Henelius  von  Hennenfeld,  anzusehen
sein.  Das  Wappen  der  Familie  (im  16.  Jahrhundert)
  ist:  geteilt  von  Silber  über  Blau,
oben  ein  natürlicher  Hirsch  wachsend,  unten

52

ein  fünfstrahliger
goldenerStern,  auf  dem
gekrönten  Helm  mit
blau  -goldener  Decke
der  Hirsch  wachsend;
bei  den  Mühlhäusern
ist  das  Geweih  mit
einem  auch  im  Schild
enthaltenen,  sechsstrahligen
  goldenen
Stern  belegt  und  die  Helmdecken  blau-silbern.
Ein  andererer,  1539  von  Hirschberg
nach  Breslau  gekommener  Zweig,  von  dem
wohl  auch  die  dänischen  Tillisch  stammen,
führt  als  Wappen  in  Blau  einen  gekrönten,
TIELISCH  rechtsgekehrten,doppel-\,
  schweifig.böhmischen!')
goldenen  Löwen,  der
mit  den  Vorderpranken
ein  blankes  Schwert  mit
goldenem  Griffe  hält;
als  Kleinod  die  Schildfigur
  wachs.  zwischen
)  zwei  je  miteinem  sechs-=
  strahligen  gold.Stern  belegten
  blauen  Flügen,  vergl.  die  beigegebene
Reproduktion  des  in  der  Stadtbibliothek  Breslau
  befindlichen  Kupferstichs,  betr.  den  Stadtphysikus
  Gottfried  Tilesius  (Tilisch),  besprochen
  im  »Herold«,  36.  Jahrg.,  Nr.  7;  im
Blazekschen  Wappenbuch  und  in  dem  alten
sogen.Scharffenbergschen  Wappenbuche  von
1575  (in  der  Stadtbibliothek  zu  Breslau)  findet
man  es  indes
auch  ohne
Flüge  mit  der
Devise:  »  Welt
giebt  Gunst«.
In  dem
Wappen  der
dänischen  Tillisch
  ist  der
Löwe  rot  in
Silber,  auf  den
silb.  Flügen  je
eine  rote  Rose
und  die  Helmdecken  rot-silbern.

1)  Schlesien  gehörte  bekanntlich  von  1335—1526
zur  Krone  Böhmens.

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