dann  noch  ein  zweites  Mal  in  der  gleichen
Generation,  auf  Feld  XlIl,  3337.  Weiterhin
finden  wir  den  Kurfürsten  mehrmals  in  der
XIII,  noch  weit  mehr  Male  in  der  XIV.,
am  allerhäufigsten  in  der  XV.  Generation,
hierauf  mit  abnehmender  Häufigkeit  in  der
XVI.  und  XVll.,  einige  wenige  Male  auch
noch  in  der  XVIIL,  dagegen  nicht  mehr  in
der  XIX.  Ahnenreihe.

Der  Schluss,  dass  das  Eintreten  einer
Generation,  welche  den  gesuchten  Ahnen
nicht  mehr  enthält,  völlige  Erschöpfung
seiner  Ahnenschaften  bedeute,  erweist  sich
im  gerade  vorliegenden  Falle  als  berechtigt.
Dass  aber  dieser  Schluss  nicht  immer  —
wie  schon  angedeutet  wurde  —  zuzutreffen
braucht,  dafür  möge  folgendes,  gleichfalls
aus  der  Ahnentafel  Kaiser  Wilhelms  Il.  gewähltes
  Beispiel  den  Beleg  liefern.  Heinrich,
Schenk  von  Limpurg  zu  Speckfeld  (f  1637)
und  seine  Gemahlin  Elisabeth  von  Erbach
(F  1645  kommen  je  zweimal  in  der  IX.
Generation  als  Ahnen  vor,  nämlich  auf  den
Feldern  IX,  311,  312  und  IX,  503,  504;
darauf  bleiben  sie  in  der  X.  nnd  auch  in
der  XI.  Reihe  aus,  in  der  XIl.  jedoch  treten
sie  plötzlich  wieder  einmal  als  Ahnen  auf,
nämlich  in  den  Feldern  Xll,  3069  und  3070.
Doch  zurück  zu  unserem  Hauptbeispiel.

Um  auf  alle  Ahnenschaften  des  Albrecht
Achilles  zu  Kaiser  Wilhelm  Il.  zu  stossen,
mussten  wir  also  die  komplette  Ahnentafel
1905  Nr.  10  erschienenen  Artikel  »Ueber  Ahnenbezifferung«
  an  zweiter  Stelle  behandelt  haben
(modifiziertes  System  Lorenz)  und  welches  sich  wie
folgt  gestaltet:  Jede  Ahnenziffer  besteht  aus  einer
römischen  Zahl  (Index)  und  einer  arabischen  Zahl
(Appendix),  welche  von  einander  durch  ein  Komma
getrennt  werden.  Der  Index  bezeichnet  die  Generation,
  in  welcher  sich  das  betreffende  Feld  befindet,
wobei  selbstverständlich  die  Generationen  von  unten
nach  oben  gezählt  werden  und  zwar  angefangen
von  I  =  Eltern  des  Probanden,  II  —  Grosseltern,
III  =  Urgrosseltern  etc.  Der  Appendix  ist  die
Ordnungszahl  des  Feldes  innerhalb  der  Generation
und  zwar  beginnt  man  mit  ]  am  vorderen,  männlichen
Rande  der  Ahınentafel  und  schreitet  mit  der  Reihe
der  natürlichen  Zahlen  ununterbrochen  fort  bis  zum
hinteren  weiblichen  Rande.  Der  letzte  (höchste)
Appendix  wird  dann  von  selbst  gleich  2,  erhoben

in  diejenige  Potenz,  welche  der  Index  dieser
Generation  angiebt.

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des  letzteren  bis  zur  XIX.  Generation  einschliesslich
  durchführen,  d.  h.  wir  mussten
insgesamt  1084574  Ahnenfelder  ausfüllen.
Sieht  man  nun  auch  völlig  davon  ab,  dass
es  für  die  Erledigung  vieler  unter  diesen
Feldern  besonderer  historischer  Forschungen
bedürfte,  sondern  zieht  man  nur  das  Nachschlagen
  der  Tatsachen  in  den  bekannten
genealogischen  Hilfsmitteln  (Kekule,  Cohn,
Hübner,  Stammtafeln  der  Standesherren,
Pere  Anselme  etc.)  in  Betracht,  so  ist  es
schwerlich  eine  Uebertreibung,  wenn  man
annimmt,  dass  die  Bearbeitung  eines  jeden
Feldes,  einschliesslich  des  späteren  Absuchens
  der  Ahnenreihen,  die  Zeit  von
fünf  Minuten  in  Anspruch  nehmen  werde.
Arbeitet  man  aber  in  einem  fort  an  dieser
Aufgabe  und  zwar  mit  zelınstündigen  Arbeitstagen
  und  solcher  Arbeitstage  300  auf  ein
Jahr  verteilt,  so  hätte  man  doch  an  dieser
einzigen  Feststellung  reichlich  29  Jahre  zu
schaffen.  Ich  glaube  nicht,  dass  ein  noch
so  eifriger  Genealoge,  nachdem  er  eine
solche  Aufgabe  gelöst  hat,  gern  eine  zweite
auf  sich  nehmen  würde.

Ändrerseits  aber  ist  doch  jedem,  der
den  Entwickelungsgang  der  genealogischen
Wissenschaft  mit  Verständnis  und  Interesse
unzweifelhaft  klar:  soll  in  Zukunft  einmal
die  Genealogie  diejenige  Rolle  im  Kreise
der  Wissenschaften  ausfüllen,  die  ihr  der
weise  Seherblick  des  verewigten  Lorenz
zugedacht  hat,  soll  sie  durch  ihre  Bearbeitung
  und  Gruppierung  geschichtlicher
Tatsachen  die  Basis  darbieten,  auf  welcher
die  Anthropologie  tiefgründige  Probleme  zu
lösen,  insbesondere  die  Frage  nach  der
Vererblichkeit  der  individuellen  Körper-  und
Geistesanlagen  wissenschaftlich  zu  behandeln
  vermöchte,  dann  liegt  es  ihr  ob,
zahllose  Berechnungen  von  der  Art  zu
liefern,  wie  wir  hier  eine  vorhaben.  Sollte
nun  an  jeder  einzelnen  solchen  Berechnung
gegen  30  Jahre  lang  gearbeitet  werden,  so
ist  die  Sache  rundweg  aussichtslos.  Folglich
müssen  die  Genealogen  trachten,  Methoden
zu  erfinden,  durch  welche  die  Arbeit  ganz
wesentlich  abgekürzt  wird,  ohne  jedoch
dass  irgend  ein  Tüpfelchen  des  Tatsachen-