bestandes  verloren  geht,  vielmehr  so,  dass
alles  im  Endresultat  zu  seiner  vollen
numerischen  Verwertung  gelangt.

Derartige  Methoden  gibt  es  nun  allerdings
  schon,  bis  jetzt  aber  konnte  noch
keine  derselben  publiziert  werden  wegen
der  beklagenswerten  Interessenlosigkeit,
welche  man  allgemein  diesem  Wissensgebiete
  trotz  seiner  weittragenden  und  für
viele  Disziplinen  einen  schlechtweg  unentbehrlichen
  Grund  legenden  Bedeutung  entgegenbringt.
  Aerzte,  Psychologen,  Psychiater
müssten  das  stärkste  Interesse  daran  haben,
dass  endlich  die  ganz  unvollkommenen
Erblichkeitsnachweise  eines  Dejerine  und
selbst  eines  Ireland  durch  etwas  Besseres,
Gewissenhafteres  ersetzt  würden  und  dass
die  traurigen  Faseleien  eines  Ribot,  Jacoby,
Galippe  über  den  Vererbungsvorgang  aus
der  Welt  verschwänden.  Aber  die  ärztlichen
und  psychologischen  Zeitschriften  sind  genealogischen
  Abhandlungen  grösstenteils  verschlossen
  und  von  den  praktischen  Aerzten
widmet  einzig  Herr  Dr.  Nägeli-Akerblom
in  Genf  der  Genealogie  ein  ernstes  produktives
  Studium.  Ja  selbst  unter  den  Genealogen
von  Fach  sind  viele,  die  der  theoretischen
Genealogie  —  denn  um  diese  handelt  essich
  hier  —  keinen  Geschmack  abgewinnen
können,  weil  nämlich  diese  Wissenschaft
das  Unglück  hat,  Vorkenntnisse  aus  zwei
einander  sehr  fern  liegenden  Disziplinen,
aus  der  Mathematik  und  der  Geschichte,
voraussetzen  zu  müssen;  mangels  dieser
Doppelart  von  Vorkenntnissen  begnügen
sich  diese  Herren  damit,  von  irgend  einem
Adelsgeschlecht,  am  liebsten  von  ihrem
eigenen,  ein  paar  verloren  gegangene  Einzeltatsachen
  wieder  ans  Licht  zu  ziehen,  und
glauben,  damit  der  Wissenschaft  genug  getan
  zu  haben;  theoretischen  Deduktionen
aber,  die  dem  Gesamtgebiete  der  eigenen
Wissenschaft  und  noch  vieler  verwandter
zu  gute  kommen  würden,  erschweren  sie
die  Aufnahme  sogar  in  genealogische  Fachzeitschriften.
  Gott  sei’s  geklagt!

Von  einer  der  oben  erwähnten  mathematisch-genealogischen
  Methoden  kann  der
Schreiber  vorliegender  Zeilen,  in  Anschauung

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—

der  sehr  befriedigenden  Leistungen,  welche
ihm  dieselbe  bei  seinen  Arbeiten  gewährt
hat,  behaupten,  dass  sie  sich  zur  allgemeinen
Einführung  bestens  eigne.  Die  Methode
selbst  in  extenso  hier  vorzuführen,  geht
freilich  nicht  an;  dazu  würde  nicht  nur  ein
kurzer  Zeitschriften-Artikel,  sondern  sogar
eine  ziemlich  umfangreiche  Abhandlung
räumlich  ungenügend  sein,  das  müsste  in
einem  eigens  darauf  bezüglichen  Lehrbuche
niedergelegt  werden.  Hier  sollen  nur  die
Resultate  Platz  finden,  welche  das  oben  angeführte
  Beispiel  von  Kurfürst  Albrecht
Achilles  und  Kaiser  Wilhelm  II.  —  bearbeitet
mittelst  der  erwähnten  Methode  —  zu  Tage
fördert.  Nebenbei  möchte  der  Verfasser
einige  Mitteilungen  machen  über  den  Zeitaufwand,
  welchen  das  Arbeiten  nach  der
neuen  Methode  erfordert,  da  dies  als  Pendant
zu  der  oben  gegebenen  Berechnung  über
Zeitaufwand  beim  alten  System  notwendig
erscheint.

Auch  bei  der  neuen  Arbeitsweise  muss
man  natürlich  von  einer  Ahnentafel  des  B,
in  unserem  Falle  also  von  der  des  Deutschen
Kaisers  ausgehen.  Während  aber  vorhin
die  komplette,  in  voller  theoretischer  Breite
durchgeführte  Ahnentafel  gewählt  werden
musste,  um  daraus  später  den  Namen  des
gesuchten  Ahns  in  allen  seinen  Wiederholungen
  ablesen  zu  können,  genügt  jetzt
eine  Form  der  Ahnentafel,  welche  ganz
unvergleichlich  einfacher  ausfält.  Ich  nenne
diese  Form  die  »kompresse  Ahnentafel«,
weil  sie,  ohne  den  kleinsten  Teil  des  Tatsachenbestandes
  aufzugeben,  doch  alles  in
viel  gedrängterer  Darstellung  enthält.  Hauptcharakteristikum
  der  kompressen  Ahnentafel
ist,  dass  jeder  Ahn,  und  möge  er  auch
Hunderte  und  Tausende  von  Malen  die
Ahnenschaft  gegenüber  dem  Probanden  der
Tafel  besitzen,  nur  ein  einziges  Mal  in
der  üblichen  Ausführlichkeit,  d.  h.  mit  Namen,
Titel,  Geburts-  und  Todesjahr,  eventuell  mit
noch  einigen  weiteren  Angaben,  aufgezeichnet
wird.  Ausserdem  pflegen  noch  an  einigen
anderen  Stellen  der  Tafel  Hinweise  auf  die
Stelle  des  ersten  Auftretens  des  betreffenden
Ahns  sich  nötig  zu  machen,  indes  ist  auch