Eins  lerne  in  der  Jugend:

Wie  viel  du  auch  dem  Ahnherrn  schuldig  bist,
Den  Unterschied  der  Sterblichen

Bedingt  nicht  die  Geburt  —

Allein  die  Tugend.

Hermann  Unbescheid.

EIER  ETE

Ein  Kapitel  aus  der  Descentorik.

Von  J.  O.  Hager  in  Basel.
(Schluss.)

Jetzt  hätte  ich  noch  Angaben  über  die
Zeitdauer  der  Arbeit  nach  dieser  Methode
zu  machen.  Welchen  Zeitaufwand  die  Anfertigung
  der  kaiserlichen  Ahnentafel  selbst
erfordert  hat,  kann  ich  freilich  nicht  mit
Bestimmtheit  ermessen,  denn  ursprünglich,
vor  einigen  Jahrzehnten,  nur  auf  acht
Generationen  angelegt,  hat  die  Arbeit  im
Laufe  der  Jahre  allmählich  und  gelegentlich
ihre  Erweiterung  bis  zur  jetzigen  Höhe  gefunden.


Dass  es  aber  bei  weitem  nicht  so
lange  gegangen  ist,  wie  es  bei  einer  19-stufigen,
  in  voller  theoretischer  Breite  ausgeführten
  Ahnentafel  dauern  muss,  das  ersieht
  der  Leser  selbst  schon  aus  folgenden
zwei  Momenten:  erstens,  dass  ich  überhaupt
nur  bis  in  die  14.  statt  in  die  19.  Generation
zu  gehen  brauche  (betrefis  des  Albrecht
Achilles  hätte  mir  sogar  die  13-stufige  schon
ausreichend.  gedient)  und  zweitens,  dass
ich  einen  jeden  Ahn,  der  vielfach  vorkommt,
nebst  seiner  ganzen  Vorfahrenschaft  nur
einmal  zu  schreiben  brauche,  statt  der
vielen  Male;  so  also  z.  B.  den  Philipp  von
Hessen  nur  einmal  statt  158mal,  den
Magnus  |.,  Herzog  von  Sachsen-Lauenburg,

Archiv  Nr.  6,  VIII.  Jahrg.

einmal  statt  168mal,  den  Magnus  Il.,  Herzog
von  Mecklenburg  -Schwerin,  einmal  statt
491  mal,  den  Erich  Il.,  Herzog  von  Pommern-|

  Stettin,  einmal  statt  800mal  und  so  fort.

In  neuerer  Zeit  brauche  ich  für  die  Aufstellung
  einer  14-stufigen  Ahnentafel  gewöhnlich
  2  bis  3  Wochen.  Was  aber  nun
die  Berechnung  einer  solchen  Zahl,  wie  soeben
  mehrere  als  Beispiel  aufgeführt  wurden,
betrifft,  so  nimmt  sie,  falls  sie  nicht  schon
in  der  grossen  allgemeinen  Wertigkeitsberechnung
  der  gesamten  Ahnenschaft  zu
Tage  tritt,  sondern  einer  besonderen  Berechnung
  über  diese  hinaus  bedarf,  je  nach
der  Artung  des  einzelnen  Falls  etwa  eine
halbe  bis  zwei  Stunden  Zeit  in  Anspruch
und  dann  ist  sie  —  das  dürfte  wohl  als

ihre  wichtigste  Eigenschaft  zu  betrachten

sein  —  absolut  zuverlässig,  ihr  Resultat
kann  —  vermöge  der  beim  Verfahren  sich
fast  :  von  selbst  einstellenden  zahlreichen
automatischen  Kontrollen  —  nicht  um  eine
einzige  Einheit  nach  oben  oder  nach  unten
von  der  Wirklichkeit  abweichen.

Soviel  über  die  Methode.  Kommen  wir
nun  auf  das  Sachliche  der  für  heute  vorgelegten
  Aufgabe.  Wie  vielmal  also  ist
Kurfürst  Albrecht  Achilles  Ahn  des  Deutschen
Kaisers  Wilhelm  II?  —  Antwort:  1053  mal.
Das  muss  ich  natürlich  beweisen,  denn  angesichts
  des  Umstandes,  dass  wohl  schwerlich
  ein  Leser  diese  Behauptung  nachzuprüfen
  vermöchte,  müsste  ich,  um  Glauben
zu  finden,  ein  grösseres  Mass  von  Vertrauen
  in  Anspruch  nehmen,  als  mir  freiwillig
  gezollt  werden  wird.  Allerdings
mittelst  der  Methode,  für  welche  ich  eben
hier  eine  Lanze  breche,  darf  ich  den  Beweis