Merz,  Mitglied  des  Rats  in  Ravensburg,  um
1750  des  Gerichts  das.  erwähnt.  Um  die
Mitte  des  18.  Jahrhunderts  war  ein  Merz  aus
Ravensburg,  Kanzler  des  Benediktinerreichsstifts
  Elchingen  a.  Donau  bei  Ulm;  seine
Witwe  Maria  Anna  Merz  lebte  noch  um  das
Jahr  1780  zu  Ravensburg.  Das  Ehepaar
Franz  Balthasar  und  Maria  Barbara  von
Merz  hinterliess  2  Söhne:  1.  Maximilian
Balthasar  Ludwig  von  Merz,  *  26.  2.  1758
zu  Ravensburg,  welcher  sich  den  22.  2.  1805
in  Stuttgart  mit  der  (am  12.  Juli  1770  zu
Ludwigsburg  geborenen)  Gräfin  Charlotte
Luise  von  Sayn-Wittgenstein  vermählte
und  kgl.  bayerischer  Generalkommissär  des
neugebildeten  Illerkreises  mit  dem  Sitze  in
Memmingen  wurde;  2.  Joh.  Hermann  von
Merz,  *  in  Ravensburg  am  7.  4.  1756,  zum
kathol.  Priester  geweiht  den  9.  Juli  1781,
Kaplan  ad  S.  Ev.  Joh.  Bapt.  »10  Uhr  Messkaplanei«
  in  Ravensburg,  F  das.  23.  1.  1827.
Bei  der  Mediatisierung  derReichsstadtRavensburg,
  im  Jahre  1802  scheinen  noch  etwaige
bis  dahin  in  derselben  verbliebene  Glieder  des
von  Merzschen  Geschlechtes  nach  auswärts
verzogen  zu  sein;  der  vorgenannte  Landesdirektionsdirektor
  Max  von  Merz  hatte  allerdings
  noch  am  20.  8.  1807  den  Veitsberg  nebst
»Schössle«,  Nebengebäuden,  Gärten  u.  6Stück
Reben  im  Aufstreich  um  2650  Fl.  von  der
Krone  Bayern  erworben,  war  aber  nicht  lange
in  dessen  Besitz.  Jedenfalls  hatte  an  der  im
Jahre  1818  erfolgten  Auflösung  der  adeligen
Gesellschaft  zum  Esel  bezw.  an  dem  Verkauf
  des  Gesellschaftshauses  kein  Glied
dieser  Familie  mehr  Anteil.

Der  kgl.  bayerische  Generalkommissär
Max  Balth.  von  Merz  endete  im  Jahre  1811
zu  Augsburg  sein  Leben  nach  vielen  bitteren
Bedrängnissen  auf  tragische  Weise  (er  soll
sich  erschossen  haben)  und  hinterliess  seinem
Weib  und  seinen  Angehörigen,  bevor  er
in  den  Tod  gieng,  einen  interessanten  ergreifenden,
  noch  in  Ravensburger  Privatbesitz
  erhalten  gebliebenen  Abschiedsbrief,
welchen  wir  unsern  Lesern  nicht  vorenthalten
  zu  sollen  glauben.  Die  hinterbliebenen
Kinder  waren  ausser  der  Wittwe:  1)  Karl
Ludwig  Napoleon  von  Merz,  *  11.  12.  1805

86  --in

  Memmingen  (?),  kgl.  bayerischer  Rittmeister
  im  1.  bayerischen  Kürassierregiment,
verehelicht  mit  Karoline  geb.  Ludwig,  F  20.4.
1859,  in  München  ();  2.  Amalie  Augusie
Beatrix  von  Merz,  *  22.  5.  1807  in  Memmingen
  (?),  F  als  Stiftsdame  am  30.  10.  1874
zu  München;  3.  Karl  Emanuel  von  Merz,
*  25.  12.  1808  in  Memmingen  (?),  T...  .
4.  Max  Paul  Emil  von  Merz,  *  26.  4.  1810,
in  Memmingen  (?),  FT  am  26.  7.  1842  in
München.  Rittmeister  Karl  von  Merz  hinterliess
  aus  seiner  Ehe  2  Zwillinge:  Henriette
Gedimine  Sophie  von  M.  und  Maria  Hermine
von  M.,  *  25.  12.  1833  in  München,  von
welchen  wir  nicht  wissen,  ob  sie  noch  am
Leben  oder  gestorben  sind.  Ausserdem
wird  noch  eine  Nannette  von  Merz  aus
Altdorf  (wir  wissen  nicht,  ob  damit  Altdorf-Weingarten
  bei  Ravensburg  oder  in  Bayrisch-Franken
  oder  ein  anderes  gemeint  ist)  genannt,
welche  am  1.  Mai  1846  in  Nürnberg  einen  Kaufmann
  Aug.  Held  in  Niederstetten  heiratete
und  welche  wir  in  den  Stammbaum  nicht
einzureihen  vermögen,  von  welcher  wir
auch  nicht  wissen,  was  aus  ihr  geworden
ist.  Jedenfalls  scheint  jetzt  die  Ravensburger
Patrizierfamilie  im  Mannsstamm  erloschen  zu
sein.  Der  oben  angeführte  Abschiedsbrief
lautet:
»An  meine  Luise!

O!  meine  angebetete  Louise,  mein  Leben!
Wir  müssen  uns  trennen,  früher  oder  später,
müsste  ich  nach  der  Ordnung  der  Natur
dir  doch  vorangehen,  ich  kann  es  nicht
länger  ertragen,  dich  zur  Mitgenossin  von
Schmach  und  Sorgen  zu  machen  und  dich
mit  jedem  Tage  unglücklicher  zu  sehen.
Und  welch  eine  schreckliche  Zukunft  für
dich,  wenn  ich  meinen  Feinden  nicht  aus
dem  Weg  gehe.  Auch  dich  wollten  sie  der
öffentlichen  Beschimpfung  preisgeben,  dies
bricht  mir  das  Herz.  Vielleicht  werden  meine
Feinde  durch  meinen  Tod  versöhnt,  und
lassen  dich  in  Ruhe;  bleibe  ich,  so  ziehe  ich
dich  mit  in  mein  Verderben.  Ich  danke  dir,
Louise  für  die  seligen  Tage,  die  ich  an  deiner
Seite  durchlebte,  für  deine  zärtliche  Sorgfalt
  für  mich  und  unsere  Kinder.  Du  bist
die  treueste  Gattin,  die  beste  Mutter,  ein