Bernburg  (1800—1873)  und  des  Oberbibliothekars
  Karl  Zangemeister-Heidelberg
  (1837—1902)  um  die  der  Thüringer
Zangemeister  gewürdigt  hatte,  ging  er
auf  die  mündliche  Ueberlieferung  über  die
frühesten  Schicksale  der  alten  Zangmeister,
die  mit  dem  Regensburger  Gefangenenund
  Folterkammer-Aufseher  Eberhart  und
dessen  wundersame  Flucht  nach  Memmingen
einsetzen,  über  und  zeigte  dann,  wie  die
Familie  zuerst  1454  in  Memmingen  aus  dem
Dunkel  der  Sage  in  das  Licht  der  Geschichte
heraustritt.  Weiter  wurden  die  verschiedenen
Erklärungen  des  Namens  Zangmeister
gegeben.  Redner  verwirft  hierbei  ebensowohl
die  Ableitung,  nach  der  der  Name  eine
Rückerinnerung  an  diegrausigeBeschäftigung
des  sagenhaften  Urahns  Eberhart  sein  soll,
als  auch  die  Ableitung,  die  Karl  Zangemeister-Heidelberg
  aus  der  möglichen
Tätigkeit  eines  Vorfahren  als  Schmied  beweisen
  wollte.  Richtiger  scheint  die  Ableitung
des  Professors  Pfaff-Freiburg  zu  sein,
nach  der  »Zangmeister«  nichts  anderes  als
Sangmeister  —  Gesangmeister,  Kantor,  zu  sein
schein.  Am  meisten  jedoch  neigt  Redner
der  Ansicht  zu,  dass  der  Ursprung  des
Namens  in  dem  Titel  eines  Memminger
Beamten  zu  suchen  ist,  der  bei  der  Tuchschau
mit  der  Zange  eine  Plombe  zum  Zeichen
der  vorschriftsmässigen  Prüfung  an  die
vorgestellte  Ware  legtee  Zum  Schlusse
geht  Redner  noch  auf  das  Zangemeistersche
Wappen  ein.  An  der  Reihe  verschiedener
Siegel  wurde  bewiesen,  wie  das  Wappen
der  Thüringer  Zangemeister  ursprünglich
noch  den  armlosen  bekleideten  Mohrenrumpf
des  Wappens  der  Memminger  Zangmeister
zeigte,  wie  aber  dann  im  Laufe  des  XVll.
Jahrhunderts,  als  die  Erinnerung  an  den
Ursprung  der  Familie  verloren  ging,  auch
das  angestammte  Wappen  immer  mehr
verstümmelt  wurde,  bis  aus  dem  Mohrenrumpf
  ein  armloser  römischer  Krieger,  wie
ihn  die  jetzigen  Zangemeister  führen,
geworden  war.  Mit  einem  warmen  Appell
an  seine  Zuhörer,  das  ursprüngliche  Wappen

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wieder  aufzunehmen,  schloss  Redner  seinen
sehr  beifällig  aufgenommenen  Vortrag.
Damit  war  der  offizielle  Teil  des  Familientages
  erledigt  und  der  Rest  des  Tages  war
dem  Vergnügen  gewidmet.  Ein  einfaches
Festmahl  von  51  Gedecken  in  den  Räumen
des  Hotel  Wünscher,  gewürzt  durch  launige
Reden,  ein  Nachmittags-Spaziergang  in  den
Berggarten,  eine  Aufnahme  des  unvermeidlichen
  Photographen  undabends  ein  Tänzchen,
damit  auch  das  junge  Volk  zu  seinem  Rechte
komme,  so  wickelte  sich  das  Programm
der  so  wohl  gelungenen  Veranstaltung  zu
allgemeiner  Zufriedenheit  ab.  Man  trennte
sich  in  dem  Bewusstsein,  dass  ein  in  der
Geschichte  der  Familie  Zangemeister
besonders  bedeutsames  Ereignis  soeben  sein
Ende  gefunden  habe:  Die  lange  zerrissene
Verbindung  zwischen  den  verschiedenen
Linien  war  wieder  hergestellt,  das  gemeinsame
  Interesse  geweckt  worden.  Mögen
diesem  ersten  Familientage  noch  viele  viele
andere  gleich  furchtbare  und  ebenso  harmonisch
  verlaufende  folgen.  Möchten  doch
auch  die  wenigen  Familienmitglieder,  die
sich  diesmal  noch  ausgeschlossen  haben,
auf  dem  nächsten  Tage  vollzählig  erscheinen,
eingedenk  des  auch  für  ein  Geschlecht
vollgültigen  Spruches:  Einigkeit  macht  stark!

Berichtigung.

In  dem  in  Nr.  5  unserer  Zeitschrift  veröffentlichten
ersten  Abschnitt  des  Hagerschen  Artikels:  »Ein  Kapitel
aus  der  Descentorik«  ist  leider  eine  Anzahl  Druckfehler
  stehen  geblieben.  Als  sinnstörend  möge  der
Leser  die  folgenden  nachträglich  beseitigen:

5.  66,  Spalte  a,  Zeile  2  der  Fussnote  lies:  habe
statt  haben,  Spalte  b,  Zeile  22  v.  u.  hinter  Interesse
schiebe  ein:  verfolgt,  Spalte  b,  Zeile  I0  v.  u.
hinter  ihr  schiebe  ein:  in  erster  Linie.  S.  67,
Spalte  a,  Zeile  7  v.  o.  lies:  Interesselosigkeit
statt  Interessenlosigkeit.  S.  68,  Spalte  a,  Zeile  21
v.  0.  lies:  X,  135  statt  X,  145,  Spalte  a,  Zeile  22
v.  0.  lies  werden  statt  worden,  Spalte  b,  Zeile  8
v.  0.  lies  müsste  statt  musste.  S.  69,  Spalte  a,
Zeile  18  v.  o.  lies:  Kalküls  welcher  statt  Kalkuls
  welches,  Spalte  b,  Zeile  5  v.  o  lies:  wir  statt
wie,  Spalte  b,  Zeile  6  v.  o.  lies:  21/,  statt  1'/,,  Spalte
b,  Zeile  10  v.  o.  lies:  wäre  statt  würde,  Spalte  b,
Zeile  15  v.  o.  hinter:  es  schiebe  ein:  z.  B.,  Spalte  b,
Zeile  9  v.  u.  lies:  links  statt  linkes,  Spalte  b,  Zeile
4  v.u.  lies:  Streifen  statt  Strefen.  S.  70,  Spalte  a,
Zeile  21  v.  o.  lies:  dann  statt  denn,  Spalte  b,
Zeile  4  v.  u,  lies:  Grenze  statt  Ganze,  Spalte  b,
Zeile  3  v.  u.  lies:  auftreten  statt  auftraten,

Verantwortliche  Schriftleitung  Lor.  M.  Rheude;  Druck  Gebr.  Vogt,  sämtlich  in  Papiermühle  S.-A.