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die  in  anschaulicher  und  flottgeschriebener  Darstellung
1.  die  Entwicklung  des  ritterbürtigen  Lehnsadels,
2.  das  Schwert,  die  Waffe  des  Ritters,  3.  die  Hauptschutzwaffen,
  Helm,  Harnisch  und  Schild,  von  der
Mitte  des  12.  bis  zur  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  und
4.  die  Erziehung  der  ritterlichen  Jugend  zur  Zeit  der
Staufen  eingehend  beleuchten.  Diese  vier  künstlerisch
abgerundeten,  kulturgeschichtlich  wertvollen  Einzelschilderungen
  ergeben  zusammen  ein  einheitliches,
farbenfrohes  Bild  von  Deutschlands  Ritterschaft  in
der  glanzvollsten  Epoche  deutscher  Geschichte,  so
dass  dieses,  von  wahrhaft  patriotischem  Geiste
durchwehte  Buch  mit  Dank  angenommen  werden
kann.  H.v.  Wedel  beleuchtet  in  wirklich  anregender
Weise  den  Werdegang  des  ritterbürtigen  Adels,  seine
staatliche  Bedeutung  und  gesellschaftliche  Stellung,
den  höfischen  Minnesang  und  das  ritterliche  Waffenwesen
  und  Waffenspiel.  Auch  in  das  traute  Familienleben
  und  die  geistige  und  körperliche  Erziehung
der  ritterlichen  Jugend  verschafft  er  dem  Leser  einen

ündlichen  Einblick,  belehrt  ihn  ferner  über  die
itten  und  Gebräuche  am  Fürstenhofe  wie  daheim
auf  den  Ritterburgen  und  erörtert  schliesslich  die  Art
und  Weise  des  geselligen  Verkehrs.  Das  Buch
macht  auch  äusserlich  einen  schmucken  Eindruck.

Dr.  K.  v.  Kauffungen,  Metz.

Tecklenburg  und  Dageförde:  Quellen-Lesebuch
  zur  Geschichte  der  Provinz  Hannover.  Verlag
  von  Carl  Meyer  (Gustav  Prior)  in  Hannover-List
und  Berlin.

Als  Ergänzung  zu  der  von  denselben  Verfassern
veröffentlichten  Geschichte  der  Provinz  Hannover
(vgl.  die  Bücherbesprechung  in  Nr.  6  dieses  Jahrgangs)
  ist  jetzt  eine  Sammlung  von  kurzen  Auszügen
aus  grundlegenden  Geschichtswerken  aller  Art  erschienen.
  Die  Auswahl  ist  mit  grossem  Geschick
getroffen,  meist  aus  schwer  zugänglichen  Druck-  und
Handschriften.  Urkunden-,  Kirchen-  und  Tagebücher,
Heergerät-,  Stadt-  und  Polizeiordnungen  sind  neben
alten  Chroniken  benutzt  worden.  Sie  bieten  insbesondere
  eine  anziehende  kulturgeschichtliche  Schilderung
  des  Lebens  der  einzelnen  Stände  und  Berufsklassen
  zu  allen  Zeiten.  Auszüge  aus  Prozessakten
und  Weistümern,  sowie  Kämmereirechnungen  gewähren
  einen  Einblick  in  die  Rechts-  und  Verfassungszustände
  Niedersachsens.  —  Die  ausgewählten
  Stücke  sind  meist  in  heutiger  Schreibweise
wiedergegeben  und  die  lateinischen,  altsächsischen
und  niederdeutschen  Quellen  ins  Hochdeutsche  übertragen
  worden;  einzelne  Stücke  sind  aber  in  ihrer
ursprünglichen  Sprachform  aufgenommen  und  zeigen
in  interessanter  Weise  den  Entwickelungsgang  der

deutschen  Sprache.  Sie  sind  daher  auch  ein  treffliches
  Hilfs-  und  Lehrmittel  für  jeden  Laien,  den
die  Neigung  treibt,  zwecks  Erforschung  seiner  Familien-
  und  Heimatgeschichte  alte  Quellenwerke  zu
studieren.  —  Das  Werk  ist  jedenfalls  wieder  ein  erfreulicher
  Schritt  weiter  auf  dem  Wege,  die  Weltund
  Staatengeschichte  auf  der  Heimat-  und  Stammkunde
  aufzubauen.
Dr.  Fieker.

W.  Lüpkes:  Ostfriesische  Volkskunde.  Verlag
von  W.Schwalbe  in  Emden.  Preis  geb.  M.  5.—.

Wohl  keine  Gegend  unseres  deutschen  Vaterlandes
  hat  mit  solcher  Zähigkeit  bis  auf  unsere  Tage
festgehalten  an  Sitten  und  Gebräuchen,  Sprache  und
Anschauungen  der  Vorfahren  wie  Ostfriesland.  Dieser
Nordwestwinkel  des  Deutschen  Reiches  an  der  holländischen
  Grenze  ist  ja  durch  Meer  und  Moor  derart
  von  der  Verbindung  mit  dem  Mutterlande  abgeschlossen,
  dass  sich  dort  heimatliche  Urwüchsigkeit
besonders  gut  erhalten  konnte;  spricht  man  doch
sogar  heute  noch  auf  dem  Lande  fast  ausschliesslich
plattdeutsch.

Die  Eigenheiten  der  ostfriesischen  Bevölkerun
werden  allerdings  in  nächster  Zeit  infolge  des  Aufblühens
  der  Emshäfen  und  des  immer  stärker  werdenden
  Zugs  des  Reisepublikums  nach  den  Nordseebädern
  mehr  und  mehr  schwinden.  Da  ist  es  mit
Freuden  zu  begrüssen,  dass  ein  vortrefflicher  Kenner
des  Landes,  Superintendent  Lüpkes  in  Ems,  die
Lebensverhältnisse,  Sitten  und  Gebräuche,  Denk-  und
Sprechweise  der  Östfriesen  in  einer  vorzüglichen
Heimatkunde  zusammengestellt  hat.  Einen  ganz  besonderen
  Wert  hat  das  Werk  durch  die  zahlreichen
Abbildungen  erhalten.  Ueber  hundert  gut  gelungene
Bilder  ostfriesischer  Altertümer  gewähren  einen  Einblick
  in  die  Heimatkunst  des  Landes.  Eine  solche
Vollkommenheit,  wie  sie  sich  in  keinem  zweiten
Werke  findet,  war  nur  dadurch  möglich,  dass  ausser
der  Gesellschaft  für  bildende  Kunst  und  vaterländische
  Altertümer  in  Emden  die  Herren  Postdirektor
Esslinger  in  Leer,  Sanitätsrat  Dr.  Lohmeyer  in  Emden,
Königl.  Auktionator  Rulffes  in  Hannover-Kirchrode
und  Weinhändler  Rykena  in  Norden  ihre  grossen
Sammlungen  dem  Verfasser  in  dankenswerter  Weise
zur  Verfügung  stellten.  —  Auch  der  Einband  in  den
schwarz-rot-blauen  Landesfarben  mit  dem  ostfriesischen
  Wappen  ist  recht  eigenartig  und  geschmackvoll.
  Kurz  eine  Kulturgeschichte,  wie  sie  kaum  eine
andere  Gegend  Deutschlands  aufzuweisen  hat,  und
wieder  ein  erfreuliches  Zeichen  des  wachsenden
Interesses  für  Heimat-  und  Stammkunde.

Dr.  Fieker.

BRIEFKASTEN.

Anfragen  bis  zu  10  Zeilen  einspaltig  werden  kostenlos  aufgenommen,  jede  weitere  Zeile  wird  mit  10  Pf.

berechnet.  —  Im  Interesse  unserer  verehrl.  Leser  liegt  es,  Namen  und  Daten  in  Briefsendung  möglichst
  deutlich  zu  schreiben.  .

b)  Gibt  es  ein  Wappen  der  Familie  Kranich?

Anfragen.  Nachricht  bezw.  Uebersendung  eines  solchen  sehr

31a)  Für  Uebersendung  einer  Farbenskizze  oder
eines  Siegelabdrucks  des  Wappens  der  Familie
Loeding  wäre  ich  den  Lesern  des  Archivs  selır
verbunden.  Eine  Abbildung  soll  sich  in  den  »Handschriftlichen
  Nachträgen  zum  Alten  Siebmacher  von
1657«  befinden.  Das  Wappen  zeigt  angeblich  im  geteilten
  Schilde  oben  ein  springendes  Pferd,  unten
eine  Traube  und  ?,  auf  dem  Helme  das  Pferd  wachsend
  etc.

erwünscht.

Portoerstattung  selbstverständlich,  auch  gebe
ich  auf  Wunsch  als  Gegenleistung  ältere  deutsche
Lacksiegel,  sowie  Siegelmarken  aus  der  ganzen
österreichisch-ungarischen  Monarchie.

Max  Loeding,  Halberstadt,  Seydlitzstr.  45.

32.  Bitte  um  Nachricht  jeglicher  Art  über  frühere
Träger  des  Namens  Ganser.
J.  W.  Ganser,  Köln  a.  Rh.