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ehemals  russischen  Landesteile  mit  dem  altpolnischen
  Adel  durch  Adoption.

Letzteres  warerstmalig  schon  unter  Jagiello
1413  auf  dem  von  Polen  und  Littauern  beschickten
  Versammlungstage  zu  Horodio
geschehen,  wobei  47  vom  Grossfürsten
Witold  vorgeschlagene  littauische  Bojaren
in  den  Geschlechtsverband  altpolnischer
Familien  eintraten,  deren  Wappen  und  ritterliche
  Geschlechtsabzeichen  annahmen  und
damit  aller  Privilegien  des  polnischen  Adels
teilhaftig  wurden.

Gleiche,  stets  vom  Könige  von  Polen
als  »obersten  Fürsten  von  Littauen«  bestätigte
  Adoptionen  fanden  1432  noch  unter
Jagiello  und  später  unter  Sigmund  I.  statt,
welcher,  von  1500—1507  Grossfürst  von
Littauen  von  1507—48  auch  König  von
Polen,  dem  Vereinigungsgedanken  sehr  ergeben
  war  und  bis  1528  in  Littauen  und
Volynien  in  der  angegebenen  Weise  einen
Adel  schuf,  den  er  in  besondere  Adelsmatrikel
  eintragen  liess,  1538  anerkannte
und  ihm  hierbei  neben  den  sonstigen  Adelsprivilegien
  im  Interesse  der  angestrebten
Union  ausdrücklich  das  Recht  verlieh,  wie
der  polnische  Adel  an  der  Grossfürsten-  und
an  der  Königswahl  teilzunehmen.  (Roepell
und  Caro,  Gesch.  Polens,  Ill.  Teil;  Engel,
Geschichte  von  Halicz  und  Wladimir  von
980—1773  u.  a.  Quellen).

In  dieser  Weise,  deren  ausführlichere  Darlegung
  durch  Verhältnisse  bedingt  war,  die
von  den  westeuropäischen  abweichen,  trat
im  Jahre  1528  unter  anderen  auch  der  volynische
  »Ziemianin«  (Landedelmann)  Bolbas
Rostocki  z  Knieruta  in  den  Geschlechtsverband
  der  im  Jahre  1500,  nicht  durch
Adoption,  sondern  infolge  einer  hervorragenden
  Tat  unmittelbar  in  den  polnischen
Adelsstand  erhobenen  littauischen  Familie
Junczyk  ein  und  wurde  in  demselben  Jahre
in  die  volynische  Adelsmatrikel  eingetragen.
Dies  ist  die  erste  urkundliche  Erwähnung
  der  Familie.  (Okolski,  Orbis
Polonus,  Krakau  1641;  Niesiecki,  Korona
Polska,  Lemberg  1728—43;  Boniecki,  Verzeichnis
  der  littauischen  Geschlechter  im
15.  und  16.  Jahrh,  Warschau  1887).

Schon  der  durch  die  Adoption  bedingte
Uebertritt  von  der  orthodoxen  zur  verwandten
griechisch-unierten  Kirche,  noch  mehr  aber
die  im  Laufe  des  16.  Jahrhunderts  seitens
des  grösseren  Teiles  der  Familie  erfolgte
Annahme  des  herrschenden  römisch-katholischen
  Glaubens  verursachten  Zerwürfnisse,
die  schon  frühzeitig  zur  Uebersiedelung
Einzelner  nach  dem  westlichen  Galizien  führte.
Genannt  werden  in  den  Geschossbüchern
der  Wojewodschaft  Krakau  vom  Jahre  1581
Kasper  und  Zofia  R.  als  Besitzer  von  zwei
adeligen  Hufengütern  in  dem  zur  Kastellanei
Sandec  gehörigem  Orte  Rostoka.  Die
Gründung  und  Namensgebung  dieses
Ortes  ist  wohl  auf  die  Familie  Rostocki
zurückzuführen  und  fällt  in  die  Zeit,  wo
nach  der  Vernichtung  des  vom  Könige
Johann  Albrecht  selbst  geführten  polnischen
Heeres  und  insbesondere  eines  grossen  Teils
des  kleinpolnischen  Adels  in  der  Moldau
durch  Stephan  Bogdanowicz  (1494)  und
dem  verheerenden  Einfalle  der  Türken  in
Galizien  (1498)  das  Land  völlig  verwüstet
und  zum  Teil  herrenlos  war,  so  dass  es
durch  neuen  Zuzug  bevölkert  werden  musste.

Aber  auch  unter  den  in  Volynien  zurückgebliebenen
  Gliedern  der  Familie  traten,  wohl
unter  dem  Einflusse  der  nach  dem  Tode
Stephan  Bäthorys  wegen  der  Wahl  des
neuen  Königs  1587  entstandenen  Spaltungen
zwischen  den  führenden  polnischen  Adelsparteien
  der  Zamojski,  der  Zborowski  und
der  Littauer  (letztere  für  den  Zaren  Fedor
Iwanowicz)  erneute  Zwistigkeiten  ein,  da  der
griechisch-  unierte  Teil  der  Familie  der
russischen,  der  andere,  katholische  Teil  der
Zamojskischen  Partei  anhing.  Infolge  dieser
erneuten  Zerwürfnisse  verkaufte  Alexander
R.  im  Jahre  1589  die  Eingangs  erwähnten
Stammgüter  am  Teterow,  während  von
Basil  R.  berichtet  wird,  dass  er  im  gleichen
Jahre,  also  schon  unter  der  Herrschaft  des
neugewählten  Königs  Sigmund  Ill.  Wasa  als
Abgesandter  der  Wojewodschaft  Volynien,
auf  dem  Reichstage  zu  Warschau  die  Bedziner
Angelegenheit  vertrat.  (Engel  und  .Niesiecki
a.a.O.,  Caro  des  Interregnum  1587;  Pawinski,
Polen  im  16.  Jahrh.,  Zernicki,  der  polnische