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Ein  Marquis  von  Pertugal  und  Puehla  in  Herzopl.
württemb.  Militärdiensten.

Von  Hofrat  Th.  Schön.

Unter  den  vielen  Fremdlingen,  welche
der  glänzende  Hof  Herzog  Karl  Alexanders
von  Württemberg  nach  Stuttgart  in  herzogliche
  Dienste  lockte,  befand  sich  auch  der
Träger  des  stolzen  Namens  Marquis  von
Portugal  und  Puebla,  wohl  ein  Sprosse
einer  der  vielen  Bastardlinien  des  königlichen
Hauses  Portugal,  nämlich  Marquis  Antonio
von  Portugal  und  Puebla.  Er  war  1699  in
Ceuta,  Afrika  geboren,  und  war  der
einzige  Afrikaner,  welcher  der  herzoglichen
Armee  angehört  hat.  Er  war  1736  Oberstlieutenant
  beim  Erbprinz  Karl  Leib-Infanterie-Regiment.
  Als  nach  dem  jähen  Tode  des
Herzogs  am  10.  März  1737  alle  Offiziere
dem  Herzog-Administrator  Karl  Rudolf  von
Württemberg  -  Neuenstadt  mit  Ausschluss
der  vom  verstorbenen  Herzog  zur  Mitvormünderin
  eingesetzten  Witwe  Maria
Augusta,  geborne  Prinzessin  von  Thurn  und
Taxis  den  Treue-Eid  leisteten,  war  er  der
einzige,  der  sich  weigerte,  dieses  zu  tun,
falls  man  nicht  auch  zugleich  der  Herzogin-Witwe
  denselben  leistete.  Es  war  dies  ein
Akt  der  Dankbarkeit,  da  er  dem  verstorbenen
Herzog  am  18.  September  1736  das  Obersten-Patent
  dankte.  Auch  nach  des  Herzogs
Tod  blieb  er  in  herzoglich  württembergischen
Diensten,  wenngleich  er  nicht  lange  mehr
in  Lande  selbst  weilte.  Am  2,  Mai  1739
meldete  der  beurlaubte  Oberst  von  Portugal
dem  Herzog-  Administrator  Friedrich  Karl
von  Württemberg-Oels  aus  Laxenburg  bei
Wien,  dass  ihn  der  Kaiser  animiert  habe,
den  Türkenkrieg  mitzumachen.  Der  Herzog
bewilligte  ihm  den  erbetenen  weitern  Urlaub.
Wie  warnun  Portugalnach  Laxenburg,  dem
nicht  fern  von  Wien  gelegenen,  kaiserlichen
Lustschloss  gekommen?  Zwei  württembergische
  Regimenter,  das  Leibregiment  und
das  Erbprinz-Regiment  waren  26.  April  1737
in  kaiserliche  Dienste  getreten.  Bei  beiden
begannen  schon  im  August  1737  die  vom
damaligen  kaiserl.  Dienst  unzertrennlichen

Klagen  über  den  schlechten  Stand  der
Regimentskasse.  Auf  Bitten  seiner  Offiziere
war  der  beurlaubte  Oberst  Marquis  vor
Portugal  und  Puebla  mit  Genehmigung  des
Herzogs  selbst  nach  Wien  gegangen,  um
dort  die  nötigsten  Gelder  zu  »sollizitieren«
und  half  dadurch  wenigstens  der  augenblicklichen
  Not  ab.  Auch  später  bemühte
er  sich  in  dieser  Angelegenheit.  Noch
im  Januar  1739  vertrat  den  beurlaubten
Oberst  Oberstlieutenant  von  Penz.  Am
20.  August  1740  schrieb  er  von  Breisach
aus  an  den  Herzog,  »dass  das  Regiment
ohnmöglich  mit  Ehre  und  Reputation  von
hier  ausmarschieren  könne,  da  die  Offiziere
indessen  auf  Credit  leben,  der  ohnrichtigen
Bezahlung,  der  indessen  angehaltenen
Theuerungen,  in  grosse  Schuldenlast  haben
gerathen  müssen,  ohne  dass  seine  Rückstände
  nicht  vorher  in  etwas  bezahlt  werden
würden«.  Darauf  wies  der  Herzog  dem
Regiment  aus  der  Türkenhilfe  7000  fl.  und
befahl  dem  Regiment,  sich  marschfertig  zu
machen.  Im  September  1740  kehrte  das
Regiment  zurück.  Oberst  Marquis  von
Portugal,  seit  26.  Dezember  1740  nach
Wien  beurlaubt,  wurde  »in  Ansehung  seiner
sehr  guten  und  erspriesslichen  Dienste«,
sowie  »seiner  in  Kriegssachen  acquirierten,
besondern  Erfahrenheit,  auch  jedesmahls
bezeugten  treuer  Viliganz  und  Diensteifer«
zum  Generalmajor,  an  seine  Stelle  Oberstlieutenant
  von  Penz  zum  Oberst  und  Regiments-
  Kommandeur  befördert.  Er  trat
in  kaiserliche  Dienste.  So  schied  der
»Afrikaner«  aus  den  Diensten  des  herzoglichen
  Hauses  Württemberg.

Halberstädter  Häuserhesitzerliste  anno  1625.

Von  Oberleut.  Petiscus-Halberstadt.

In  den  »acta  bellica«  des  Prov.-Archives
zu  Magdeburg  befindet  sich  ein  Verzeichnis
der  von  den  Wallensteinern  1625  in
Halberstadt  verwüsteten  Häusern,  aufgenommen
  Halberstadt,  den  24.  Dez.  1625.
Da  diese  Hausbesitzer  meistens  Halberstadt
1625  verlassen  haben,  so  dürfte  die  Ver-