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Orden  eintrat.  Er  diente  demselben  zu  Krakau,
Krosno  und  Jaroslaw  als  Beichtvater,  erhielt
im  höheren  Lebensalter  die  Würde  eines
»Seelenhirten«  und  starb  hochbetagt  im
Jahre  1730  im  Ordenskloster  zu  Jaroslaw.
Hiermit  enden  die  Nachrichten  über  diesen
älteren  Zweig  der  galizischen  Linie.  (Niesiecki
a.  a.O.  und  Akten  des  Jesuitenordens  in
der  Czartoryskyschen  Bibliothek  zu  Krakau.)

Mit  Eliasz  dem  zweiten  Sohne  Kaspers
war  schon  früher  eine  Wendung  nach  entgegengesetzter
  kirchlicher  Richtung  eingetreten.
  Eliasz,  wie  sein  Bruder  Wactaw  im
hussitischen  Geiste  der  Böhmischen  Brüder
erzogen,  wendete  sich  später  ganz  der  evangelischen
  Kirche  zu,  die  seit  dem  Vergleiche
von  Sandomir  1570  mit  den  Calvinisten  und
den  Böhmischen  Brüdern  zu  einer  Kirche
vereinigt  waren  und  1573  durch  den  vom
König  Heinrich  von  Valois  in  seinen  pacta
conventa  beschworenen  Religionsfrieden
völlig  gleiche  Rechte  mit  den  Katholiken  erhalten
  hatten.  Noch  im  Jahre  1635  berichten
die  Akten  der  Kastellanei  Sandec  von  EliaszR.,
der  also  zu  jener  Zeit  seinen  Wohnsitz  noch
auf  dem  väterlichen  Stammgute  zu  Rostoka
hatte.  Dann  wanderte  er,  unter  dem  Drucke
der  von  den  Jesuiten  fanatisch  betriebenen
Gegenreformation  nach  dem  angrenzenden
Schlesien  aus,  welches,  unter  der  Oberherrschaft
  der  Krone  Böhmen,  von  reformationsfreundlichen
  piastischen  Herzögen  regiert,
den  polnischen  Dissidenten  gern  eine  Zufluchtsstätte
  bot.  Ueber  Eliasz  letzte  Lebensjahre
  ist  nichts  bekannt.  Sie  fallen  in  diejenige
  Zeit  des  dreissigjährigen  Krieges,  in
welcher  seine  neue  Heimat  durch  die  Kämpfe
Baners  und  Torstensons  gegen  die  kaiserlichen
  Generale  Gallas  und  Hatzfeld  verwüstet
  wurde  und  dann,  mit  dem  Heimfall
der  durch  das  Aussterben  der  piastischen
Fürsten  erledigten  Herzogtümer  an  die  Krone
Böhmen,  die  auch  hier  von  den  Jesuiten  geleitete
  Gegenreformation  den  evangelischen
Glauben  gewaltsam  unterdrückte.  Sein  Sohn,
welcher  sich  dem  evangelischen  geistlichen
Stande  gewidmet  hatte,  fand  in  der  schon
1635  durch  den  Prager  Separatfrieden  an
Sachsen  gelangten  Lausitz,  Zuflucht,  wo  ihm

in  den  Jahren  1656—65  drei  Söhne,  Karol,
Gotifried  und  Christian  sowie  eine  Tochter
Anna  Rosina  geboren  wurden.

Bei  dem  durch  die  schweren  Kriegszeiten
wohl  gänzlich  zerstörten  Wohlstand  der
Familie  und  dem  Darniederliegen  der  Landwirtschaft
  sahen  sich  die  drei  Brüder  gezwungen,
  dem  Berufe  ihrer  Vorfahren  zu
entsagen.  Sie  wandten  sich  deshalb  mit  Zustimmung
  ihres  Vaters,  einem  bürgerlichen
Berufe,  der  Seifensiederei  zu,  die  sie  zunftmässig
  erlernten.  Um  das  Jahr  1680  folgten
auch  sie  der  Aufforderung  des  grossen  Kurfürsten
  an  die  evangelischen  Exulanten,  sich
in  seinen,  durch  den  Krieg  entvölkerten
Ländergebieten  niederzulassen  und  nahmen
ihre  Wohnsitze  in  dem  durch  den  westfälischen
  Frieden  an  Preussen  gekommenen
ehemaligen  Bistum,  nunmehrigen  Fürstentum
  Halberstadt.  Hiermit  endeten  für
diesen  Familienzweig  die  politischen,  wirtschaftlichen
  und  Glaubensbedrängnisse  und
es  begann  eine  mehr  als  hundertjährige,
ruhige  und  friedliche  Entwickelung  der  Verhältnisse
  die  auch  durch  die  friederizianischen
und  napoleonischen  Kriege,  wie  auch  durch
die  kurze  Zugehörigkeit  zum  Königreich
Westphalen  keine  Störung  erlitt.

Die  Brüder  Gottfried  und  Christian  RR.
nahmen  ihren  Wohnsitz  in  Halberstadt  selbst,
Karol  liess  sich  mit  seiner  Schwester  in
dem  nahegelegenen.  Osterwieck  am  Harz
nieder.

Erstere  Brüder  und  deren  Nachkommen
betrieben  in  Halberstadt,  mehrfach  unter
Bekleidung  städtischer  und  kirchlicher  Ehrenämter
  das  Seifensiedergewerbe  und  die  Landwirtschaft;
  nur  einer  der  Söhne  Christians,
Menz  (auch  Menzo)  Christian,  geb.  1690,
hatte  sich  einem  gelehrten  Berufe  zugewendet;
er  war  von  1719—25  Konrektor  an  der
Schule  zu  St.  Johann  in  Halberstadt  und
dann  in  gleicher  Eigenschaft  an  der  Schule
zu  Österwieck.  Sein  Sohn  Heinrich
Christian,  geb.  1732,  wurde  1757  als
Student  an  der  Universität  Frankfurt  a.  O.
inskribiert;  Weiteres  war  nicht  über  ihn  zu
ermitteln.  Beide  Familienzweige  sind,  soviel
bekannt,  ausgestorben;  die  Nachkommen