Gottfrieds  mit  dem  1784  geborenen  Oekonom
Wilhelm  Christian  R.  im  Jahre  1859,  die
Christiansche  Linie,  mit  dem  1726  geborenen
Christian  Gottfried  Andreas  R.,  dessen
Todestag  um  1780  nicht  festzustellen  war.
Bemerkenswert  ist,  wie  die  Halberstädter
Kirchenbuchführer  bei  den  ersten  Einträgen
des  Namens,  1684-91,  das  polnische  c,  das
vor  einem  k  scharf  wie  das  deutsche  z
und  getrennt  ausgesprochen  wird,  durch
die  Schreibweisen  Roßtotzki,  Roßtudzky,
Rostoßky  zu  verdeutschen  suchten,  bis  es
von  letzterem  Jahre  an  dauernd  in  der  Schreibweise
  Rostosky  durch  s  ersetzt  wurde.  Die
Umwandlung  des  i  in  y  entsprach  der  damaligen
  deutschen  Schreibgewohnheit.

Die  Nachkommen  Karols,  welche  diesen
polnischen  Vornamen  zum  Teil  noch  bis
1801  statt  des  deutschen  Karl  führten,
wendeten  sich  schon  in  der  zweiten  Generation
  wieder  dem  landwirtschaftlichen  Beruf
ihrer  Vorfahren  zu,  indem  dessen  einziger
Sohn  Johann  Karol,  geb.  1707,  gest.  1782,
im  Jahre  1764  das  herzogl.  braunschweigische
Mannlehngut  zu  Derenburg  (jetzt  Kramerhof)
  erwarb  und  am  14.  November  1766
vom  Herzog  Carl  von  Braunschweig-Lüneburg
  mit  demselben  belehnt  wurde.  Das
Gut  blieb  unter  wiederholter  Belehnung  durch
die  Herzöge  von  Braunschweig  bis  zum
Jahre  1802  im  Besitz  bezw.  Mitbesitz  der
Familie,  bis  es  im  letzteren  Jahre  ausschliessliches
  Eigentum  des  markgräfl.  Amtmannes
  Kramer  zu  Harsleben,  eines  der
Schwiegersöhne  Johann  Karols  wurde.

Der  älteste  gleichnamige  Sohn  Johann
Karols  aus  dessen  erster  Ehe  mit  Catharina
Elisabeth  von  Streithorst,  geb.  1734,  starb
1801,  ohne  Nachkommen  zu  hinterlassen.
Der  zweite  Sohn  Johann  Friedrich  aus
der  zweiten  Ehe  mit  Magdalena  Remmer,
geb.  1744,  gest.  1805,  eine  ausserordentlich
tatkräftige  und  willensstarke  Persönlichkeit,
wurde  der  Stammvater  aller  noch  _  jetzt
blühenden  Zweige  der  Familie.  Er  verwaltete
  zuerst  das  väterliche  Gut  in  Derenburg,
  erpachtete  1770  neben  Ländereien  und
Mühlengrundstücken  der  Stadt  Osterwieck,
auch  das  durch  seine  alten,  architektonisch-134



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schönen  Baulichkeiten  berühmte,  Freiherrl.
von  Rössingsche  Rittergut  der  »Bunte  Hof«
daselbst  und  von  1795  an  auch  die  Dompropstl.
  prinzl.  Domäne  zu  Dardesheim,  mit
welcher  er  den  Titel  eines  Kgl.  Preuss.  Oberamtmannes
  erhielt.  Seine  erste,  1765  geschlossene
  Ehe  mit  Sophie,  der  Tochter  des
Königl.  Preuss.  Steuerrats  Dr.  Westphal,  zu
Quedlinburg,  endete  schon  nach  vier  Wochen
durch  den  Tod  der  jungen  Frau.  Seiner
zweiten,  im  Jahre  1767  geschlossenen  Ehe
mit  Magdalene  Praetorius,  Tochter  des  Senators
  und  Ratskämmerers  Georg  Chr.  Sam.
Praetorius  zu  Osterwieck  entstammten  zwölf
Kinder,  von  denen  fünf  Söhne  das  Geschlecht
fortsetzten.

Der  älteste  Sohn  Carl,  geb.  1769,  gesi.
1851  war  in  der  Jugend  etwas  kränklich
und  musste  sich  deshalb  nach  dem  Besuch
des  Gymnasiums  zu  Bernburg  dem  Kaufmannsstande
  widmen.  Er  liess  sich  1799
als  Grosskaufmann  (Wollhändler)  in  Leipzig
nieder,  wo  er  sich  1801  mit  Christiane
Cheritas  Lefer,  der  Tochter  des  Ratsoberwaggschreibers
  Johann  G.  Lefer  verheiratete.
Grosse  Reisen  nach  Nordfrankreich,  England
und  Holland  erweiterten  seine  Geschäftsverbindungen,
  und  seine  grossen  Wolllieferungen
  für  die  durch  den  Bedarf  der
Armeen  während  der  Zeit  der  napoleonischen
Kriege  vielbeschäftigten  Tuchfabriken,  sowie
die  Einführung  der  besseren  französischen
Weberkarde  aus  Lille,  erwarben  dem  weitblickenden
  Kaufmann  ein  für  jene  Zeit  beträchtliches
  Vermögen,  das  er  in  edelster
Weise,  u.  a.  auch  als  feinsinniger  Kunstfreund
  verwendete.  Von  ihm,  der  nach  dem
Tode  seines  Vaters  bis  zu  seinem  Ende  der
verehrte  und  geliebte  Mittelpunkt  der  ganzen
Familie  war,  entstammt  die  jetzt  noch  in
zweiZweigen  inSachsen  blühendeLeipziger
Linie.

Der  zweite  Sohn  Friedrich,  geb.  1774,
gest.  1817,  widmete  sich,  wie  alle  übrigen
Brüder,  der  Landwirtschaft.  Er  verwaltete
bis  1808  das  von  seinem  Vater  später  miterpachtete
  Rittergut  Berssel  bei  Osterwieck,
wo  er  sich  1804  mit  Emilie  von  Oppen  aus
dem  Hause  Gatersleben  verheiratete.  Nach