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Haus  Zollern  behandelt  und  die  Ahnen  der  deutschen
Kaiser,  Könige  und  Herzöge  von  Preussen,  Kurfürsten
  von  Brandenburg  aus  dem  Hause  Zollern
und  ihrer  Generationen  aufführt.e.  Obige  Hohenzollern-Genealogie,
  welche  auf  gründlichem  Studium
der  Quellen  beruht  und  gleich  den  genannten  3
andern  Fürstengenealogieen  Zeugnis  von  emsiger,
ınühsamer  und  oft  entsagungsvoller  kritischer  Arbeit
ablegt,  bildet  für  jedermann,  dem  Forscher  wie  dem
Laien,  ein  überaus  willkommenes  Nachschlagebuch
zur  Orientierung  über  die  einzelnen  Hohenzollern
und  deren  Verwandtschaftsgrade  und  biographische
Daten.  Ueber  1000  Zollern  aller  Linien  konnten
urkundlich  festgestellt  werden.  Die  Einteilung  des
Gesamtstoffes  in  3  Hauptabteilungen  (A.  Urstamm
und  fränkische  Hauptlinie  Nürnberg  -  Brandenburg-Preussen;
  B.  Schwäbische  fürstliche  Linie;  C.  Die  abgestorbenen
  regierenden  nicht  apanagierten  Linien)
ergab  sich  ganz  von  selbst.  Der  Umfang  des  1896
begonnenen  Werkes  erforderte  die  gleichzeitige  Mitarbeit
  aller  Archivare  des  Gesamthauses  und  dementsprechend
  die  möglichst  scharfe  Verteilung  des
Stoffes  unter  sie.  Während  Geh.  Archivrat  und
Kgl.  Hausarchivar  a.  D.  Dr.  Julius  Grossmann  in
Dobbrikow  (Kreis  Luckenwalde),  dem  ausserdem
noch  die  Besorgung  der  gesamten  umfangreichen
Redaktionsgeschäfte  oblag,  die  Genealogie  des  Urstammes,
  der  Burggrafen  von  Nürnberg  (bis  ungefähr
  1400)  und  die  aller  männlichen  Mitglieder
der  kurfürstlichen  und  königlichen  Linie  bearbeitete
und  Archivrat  und  Kgl.  Hausarchivar  Dr.  Gg.  Schuster
die  zugehörigen  weiblichen  Mitglieder,  den  Familienkalender,
  das  Verzeichnis  der  Grabstätten  und  das
Register  übernommen  hatte,  behandelte  Geh.  Archivrat
  Dr.  Ernst  Berner,  der  bald  nach  dem  Erscheinen
des  Werkes,  am  12.  Oktober  1905,  der  Geschichtswissenschaft
  allzufrüh  entrissen  wurde,  die  von  der
Hauptlinie  sich  abzweigenden,  nunmehr  abgestorbenen
  regierenden  Nebenlinien  Hohenberg,
Ansbach,  Bayreuth  und  Preussen.  Archivdirektor
Hofrat  Dr.  K.  Th.  Zingeler  in  Sigmaringen  endlich
widmete  sich  der  ganzen  schwäbischen  (fürstlichen)
Linie  des  Hauses  Hohenzollern.  Zur  Erzielung  einer
gleichmässigen  Behandlung  des  Materials  wurde
jedem  Mitarbeiter  ein  vorher  gemeinsam  verabredetes
Schema  übergeben.  Ueber  die  bei  der  Bearbeitung
und  Herausgabe  (Bezeichnung  der  Quellen,  Vollständigkeit
  der  genealogischen  Angaben,  Anwendung
von  Klammern  und  von  verschiedenen  [auch
farbigem]  Druck,  Behandlung  der  Taufnamen  und
Kenntlichmachung  des  Rufnamens,  Nummerierung
und  Datierung  etc.)  befolgten  Grundsätze  orientieren
den  Benutzer  die  auf  Seite  21—24  abgedruckten  Erläuterungen,
  welche  sich  an  den  von  Grossmann  verfassten
  Vorbericht  (S.  VII—XX)  anschliessen.  Abt.  A
(S.  1—56)  der  vorliegenden  Genealogie  enthält:  1.  den
Urstamm  Zollern,  2.  die  Burggrafen  von  Nürnberg,
3.  die  Kurfürsten  von  Brandenburg,  4.  die  Könige
von  Preussen,  5.  die  deutschen  Kaiser  und  Könige
von  Preussen;  Abt.  B  (S.  57—102)  bringt  1.  die
Grafen  Zollern-Hohenzollern  (Linie  Haigerloch  und
schlesische  Linie),  2.  die  Grafen  und  Fürsten  zu
Hohenzollern-Hechingen,  3.  die  Grafen  und  Fürsten
zu  Hohenzollern-Sigmaringen,  4.  die  Fürsten  von
Hohenzollern;  Abteilung  C  (Seite  103—130)  endlich
orientiert  uns  über  1.  die  Grafen  von  Zollern-Hohenberg,
  2.  die  Markgrafen  von  Brandenburg-Bayreuth
und  Ansbach  älterer  Linie,  3.  die  Herzöge  in
Preussen,  4.  die  Markgrafen  von  Brandenburg-Bayreuth
  jüngerer  Linie  und  5.  die  Markgrafen  von
Brandenburg-  Ansbach  jüngerer  Linie.  Zu  diesen
3  Abteilungen  gehören  Anmerkungen  und  Quellennachweise
  (S.  131-—-365),  sowie  Berichtigungen  und

Ergänzungen  (S.  XXV—XXVII  des  Vorberichts  und
Seite  366-371).  Ausser  einem  die  Benutzung
wesentlich  erleichternden  Orts-  und  Personenregister
(Seite  551—590)  und  verschiedenen  Stammtafeln
(Seite  521—550)  ist  als  wertvoller  Anhang  ein
Familienkalender  des  Gesamthauses  (Seite  373—481),
für  den  nur  alle  feststehenden  Tagesdaten  berücksichtigt
  wurden,  und  eine  Uebersicht  über  die
Grabstätten  des  Gesamthauses  beigegeben.  Die
prächtige  Ausstattung  macht  der  Verlagshandlung
alle  Ehre.  Dr.  K.  v.  Kauffungen,  Metz.

Unbescheid:  Chronik  und  Stammbaum  in
Originalbeiträgen  deutscher  Dichter.  Gebr.  Vogt,
Verlag  in  Papiermühle  S.-A.  1908.  Preis  2.—  M.

Wieder  bietet  uns  der  verdienstvolle  Vorsitzende
des  Vereins  »Roland«,  Herr  Studienrat  Professor  Dr.
Unbescheid  ein  reizendes  poesievolles  Werkchen
dar,  ein  Gegenstück  zu  der  1904  erschienenen  Spruchsammlung
  »Chronik  und  Stammbaunı  in  hundert
Sprüchen«e.  Damals  waren  es  ältere  Dichter,  deren
Aussprüche  über  die  Familiengeschichtsforschung
der  Herausgeber  zusammengestellt  hatte;  jetzt  haben
116  zeitgenössische  Schriftsteller  in  kleinen
dichterischen  Beiträgen  ihre  Ansichten  über  den
Wert  und  die  Bedeutung  der  Familiengeschichtsforschung
  geäussert.  Bald  ernst,  bald  in  launiger
Weise  sprechen  sie  über  die  Bestrebungen,  die  sich
der  Verein  Roland  und  unsere  Zeitschrift  zum  Ziel
gesteckt  haben;  gar  mancher  Spruch  eignet  sich
vortrefflich,  als  Motto  einer  Familiengeschichte  verwandt
  zu  werden.  Recht  häufig  ist  in  den  Beiträgen
  das  Problem  der  Vererbung  erörtert,  dabei
ist  aber  auch  der  ethische  Wert  der  Familiengeschichtsforschung
  nicht  vergessen  worden,  und
als  echtes  Kind  unserer  realistischen  Zeit  singt
Victor  Blüthgen:

»Ausserdem  kann  in  der  Ferne

Dir  verwandt  ein  Nabob  sterben,
Hast  Du  davon  keine  Ahnung  --Mensch,
  wie  willst  du  ihn  beerben  ?«

Jedenfalls  wird  das  kleine  schmucke  Heft  mit
seinen  mannigfachen,  zu  nicht  erheblichem  Teil  vom
Herausgeber  selbst  herrührenden  Versen  jeden  Leser
erfreuen  und  unserer  familiengeschichtlichen  Sache
hoffentlich  viele  Freunde  erwerben.

Dr.  Fieker,  Hannover-List.

Familienchronik  und  Vermögensnachweis.
Ausgabe  für  Preussen.  Gesetzlich  geschützt.  Arnsberg,
  Verlag  von  J.  Stahl.  1908.  102  Seiten.

Von  der  ausserordentlichen  Belebung  und  Bedeutung
  der  Familienkunde  in  der  Gegenwart  legt
nicht  nur  das  Aufblühen  der  genealogischen  Literatur
beredtes  Zeugnis  ab,  sondern  auch  die  in  immer
weitere  Kreise  dringende  Erkenntnis  von  der
praktischen  Verwendbarkeit  der  familiengeschichtlichen
  Forschungsergebnisse  für  die  Rechtskunde,
Staats-  und  Volkswirtschaft,  sowie  für  andere  verwandte
  Wissensgebiete.  Einen  schr  erfreulichen
Beleg  dieser  angewandten  Familienkunde  bietet  das
obengenannte  Buch.  Es  enthält  zahlreiche  Formulare
für  die  Personalien  der  Eheleute,  Kinder  der  Verwandten
  und  Bekannten,  für  Verzeichnisse  der  Wertpapiere,
  Guthaben  bei  der  Bank  und  anderen  Kassen,
Hypothekenforderungen  und  des  Inventars,  ferner
Zins-,  Steuer-  und  Münztabellen.  Sehr  willkommen
ist  die  Aufnahme  der  wichtigsten  gesetzlichen  Bestimmungen
  über  Ältersgrenzen,  Eheschliessung,  gesetzliche
  Erbfolge,  eheliches  Güterrecht,  Verjährung
usw.  In  einer  neuen  Auflage  könnten  noch  berücksichtigt
  werden  Aufklärungen  über  das  Versicherungswesen:
  Versicherung  auf  Lebenszeit,  alternative
  Versicherung,  feste  und  wachsende,  sofort