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von  Mk.  20  (später  Mk.  25)  ist  in  Anbetracht  der
Fülle  des  Gebotenen  ein  sehr  mässiger  zu  nennen.

Frankfurter  Blätter  für  Familiengeschichte,
1.  Jahrg.,  Heft  1,  Januar  1908.  Herausgegeben  von
Karı  Kiefer  in  Frankfurt  a.  M.-S.,  Schulstrasse  10.  —
Preis  (12  Hefte)  M.  12.—.

Es  ist  ein  erfreuliches  Zeichen  unserer  so  oft
als  materiell  verschrieenen  Zeit,  dass  schon  wieder
eine  neue  genealogische  Zeitschrift  auf  den  Plan
tritt.  Freilich  beschränkt  der  Herr  Herausgeber  (der
auch  schon  in  unserem  Archiv  zum  Worte  gekommen)
seinen  Interessenkreis  in  erster  Linie  auf  das  bedeutende
  genealogische  Material  der  ehemaligen
freien  Reichsstadt  Frankfurt  a.  M.,  im  Zusammenhang
damit  aber  desjenigen  der  anderen  Reichsstädte  und
der  benachbarten  Gebiete,  wie  Hessen,  Nassau  etc.
Und  er  tut  Recht  daran:  Die  Konzentrierung  auf
einen  engeren  Kreis  ermöglicht  der  Schriftleitung
zweifelsohne  eine  umfassende  Behandlung  des  in
der  alten  Krönungsstadt  vorliegenden  grossen  familiengeschichtlichen
  Stoffes.  Das  1.  Heft,  das  im  stattlichen
  Forinate  von  32&gt;&lt;24  cm  auftritt,  bringt  folgenden
Inhalt:  Die  Familie  Wiesenhüter,  von  Wiesenhütten,
Frhrn.  v.  Wiesenhütten,  Frhrn.  v.  Barckhaus-Wiesenhütten,
  mit  Stammbaum.  —  Venezianische  Ahnen
des  Erbgrossherzogs  Georg  von  Hessen  und  bei
Rhein.  —  Ahnentafel  des  Bankiers  Johann  Friedrich

Heyder.  —  Frankfurter  auf  der  Universität  zu  Marburg
  1523—1656.  —  General  Anton  Josef  Freiherr
von  Brentano.  —  Die  Bürgermeister  und  Stadtschultheissen

  der  ehemaligen  freien  Reichsstadt  Leutkirch.
-—  Ahnentafel  des  Freiherrn  Alfons  Munım  von
Schwarzenstein.  —  Vermischtes.

Da  die  »Frankfurter  Blätter  für  Familien-Gesch.«
auch  Artikel  bringen,  welche  die  Beziehungen  Frankfurter
  Geschlechter  zu  Gebietsteilen  des  übrigen
Deutschland  behandeln,  kann  die  Zeitschrift  allen
Genealogen  warm  empfohlen  werden.

Genealogisches  Handbuch  bürgerlicher  Familien.
  Herausgegeben  von  Dr.  jur.  Bernhard
Koerner,  Reg.-Assessor,  Mitglied  des  kgl.  preuss.
Heroldsamtes.  Mit  Zeichnungen  von  Professor
Ad.  M.  Hildebrandt,  Alex.  v.  Dachenhausen.  14.  Bd.
1908.  564  Seiten.  Druck  und  Verlag  von  C.  A.
Starke,  Görlitz,  Hoflieferant.

In  bekannt  gediegener  Ausstattung  ist  dem
vorjährigen  Genealogischen  Handbuche  bürgerlicher
Familien  rasch  der  neueste  14.  Band  gefolgt.  Wir
erblicken  darin  ein  erfreuliches  Zeichen  des  in
Bürgergeschlechtern  kräftig  aufblühenden  Familiensinnes.
  Im  vorliegenden  Bande  sind  die  Genealogien
nachverzeichneter  Familien  (teilweise  Ergänzungen
und  Richtigstellungen  von  Artikeln  in  früheren
Bänden)  veröffentlicht:  Bönnhoff,  Bossert,  Boysen
(Hansen  und  Reinhold),  Branca,  Edner,  Eggers  I,
(Eggersi,  v.  Eggers,  Frhr.  v.  Eggers),  Frässdorf,
Goebel  II,  Gruner  (v.  Gruner),  Harnısen,  Hess,
Heyer  (Heyer  v.  Rosenfeld),  Hörschelmann  I,
Hörschelmann  II,  Kauffmann,  Kestner,  Khull  (Khull-Kholwald)
  Körner  I  (Koerner),  Linckersdorfif,  Lodemann,
  Lopitzsch,  Meininghaus,  Meister  Il,  Möller  II,
North,  Oetling,  Oppermann  IV,  Roeder,  Rogge,
Schaller,  Scholz,  Sommerfeldt,  Starke,  Wichmann,
Wilhelmi.  Abgeselıen  von  einer  Reihe  ein-  und
mehrfarbiger  Wappen!)  zieren  das  Buch  eine  grosse
Anzahl  von  Portraits.  Besonders  der  Artikel  Roeder
ist  in  dieser  Hinsicht  reich  bedacht.  Verzeichnisse
derjenigen  Geschlechter,  deren  Stammbaum  in  den

14.  Bande  zur  Abbildung  gebracht.

bisher  erschienenen  Bänden  enthalten  ist,  ferner
der  im  14.  Bande  vorkommenden  Namen  sind  beigegeben.
  Sehr  beachtenswert  ist  der  dem  Buche
vorangeschickte  „Vermerk“.  Herausgeber  und  Verleger
  erklären  darin,  dass  dieselben  rechtlich  von
niemand  gehindert  werden  können,  in  Archiven,
Kirchenbüchern  und  Standesamtsregistern,  in  Druckwerken
  und  Handschriften  der  Bibliotheken  enthalten,
  jedermann  zugängliche  und  für  die  Oeffentlichkeit,
  nicht  für  den  Privatgebrauch  der  betreffenden
  Familien  bestimmte  genealogische  Daten
zu  veröffentlichen,  auch  wenn  die  Beteiligten  ihre
Zustimmung  nicht  gegeben  haben.

Wir  wünschen  dem  Unternehmen  jeden  möglichen
  Erfolg  und  empfehlen  das  Buch  wärmstens
zur  Anschaffung.

Zur  beiliegenden  Stammtafel  von  Dachenhausen.
  Diese  Familie  ist  eine  ursprünglich
schwäbische,  die  sich  nach  der  Burg  Tachenhausen
bei  Oberboihingen  in  Württemberg  nannte.  Sie  ist
anscheinend  eines  Stammes  mit  den  sämtlich  erloschenen
  Geschlechtern  von  Altdorf,  von  Baden,
Finken  von  Wielandstein,  von  Kifer,  von  Kirchheim,
von  Mansperg,  von  Sperberseck  etc.,  vielleicht  auch
mit  den  von  Roden  auf  Hohenroden  im  heutigen
württemberg.  Oberamt  Aalen,  die  alle  einen  geschachten
  Wappenschild  führen  und  bis  auf  die
Roden  und  die  von  Baden  meist  dicht  nebeneinander
  im  ganzen  Lenninger-Tale  herab,  das  sich
von  Kirchheim  unter  Teck  bis  nach  Gutenberg
herunterzieht,  auf  ihren  Burgen  sassen.

Das  Wappen  der  von  Dachenhausen  unterschied
sich  von  dem  der  von  Baden,  von  Mansperg  und
von  Sperberseck  nur  dadurch,  dass  sein  Schild  durch
ein  rotes  Schildeshaupt  vermehrt  und  dem  entsprechend
  der  obere  Teil  des  Fluges  rot  tingiert
war,  sonst  waren  alle  vier  Wappen  in  Schild  und
Helmzier  völlig  gleich.  Die  anderen  Schachwappen
dieser  Sippe  zeigten  Variationen  in  der  Helmzier,
vielleicht  auch  in  den  Schildfarben.

Die  von  Baden  zweigten  sich  schon  früh  von
der  Sippe  ab  und  kamen  im  Gefolge  der  Herzöge
von  Zähringen  nach  Baden,  von  denen  sie  als  Burgvögte
  des  Schlosses  Hohenbaden  eingesetzt  wurden
und  nach  diesem  Schlosse  den  Namen  Baden  annahmen.


Welches  dieser  Geschlechter  als  der  Hauptstamm
  anzusehen  ist,  bleibt  vorläufig  noch  in  Dunkel
gehüllt.  Sehr  früh  begegnen  uns  schon  die  von
Sperberseck,  auf  der  steilen  Burg  Sperberseck  (die
steile  —  sperbe  Ecke)  gesessen,  die  bereits  1090
urkundlich  genannt  werden.  Dieses  Geschlecht
führte  erblich  die  Reichssturmfahne  und  scheint  ursprünglich
  ein  edelfreies  Geschlecht  gewesen  zu  sein.

Um  dieselbe  Zeit  erscheint  ein  edelfreies  Geschlecht
  von  Kirchheim,  aus  dem  ein  Werinher  1106
die  Stadt  Kirchheim  an  das  Kloster  Allerheiligen  in
Schaffhausen  vergab.  Leider  hat  sich  kein  Siegel
dieses  Geschlechtes  erhalten.

Es  ist  ungewiss  und  kaum  anzunelımen,  dass
dieses  Geschlecht  Kirchheim  mit  dem  um  1209  in
der  Person  des  Doninus  Alwar  de  Kirchhain  auftretenden
  gleichnamigen  Geschlecht  identisch  gewesen
  sei,  da  vor  1140-1150,  ehe  Kaiser  Conrad
die  Lehen  erblich  machte,  der  gleiche  Zuname
keine  Stammesgenieinsanıkeit  bedingte,  und  jeder
Besitznachfolger  aus  anderem  Geschlechte  den  Zunamen
  nach  dem  neuerworbenen  Besitze  annahın.
Von  Alwar  scheinen  aber  doch  die  späteren  von
Kirchheim  mit  dem  Schachwappen  abzustammen.
Letztere  hatten  die  Burg  in  der  Stadt  Kirchheim
inne,  dennoch  führte  die  Stadt  nicht  dasselbe