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der  Lentz,  der  1402  dem  deutschen  Orden
huldigte,  Lenteze  und  sein  Sohn  Hans  von
dem  Lencze  zeichneten.  Sie  hatten  aber
ihre  Stammsitze  am  Plauer  See  in  Mecklenburg
  und  später  im  Kreise  Saatzig.  Ein
polnisches  Adelsgeschlecht  dieses  Namens
ist  bisher  nicht  bekannt  geworden,  und  die
Lenski,  Wappenstamm  Ostoja  sind  erst  in
der  zweiten  Hälfte  des  achtzehnten  Jahrhunderts
  in  Preussen  eingewandert.  Gegen
das  Wappen  sprechen  ferner  technische  Bedenken.
  Nicht  so  sehr  der  Umstand,  dass
Palmwedel  die  Helmzier  bilden.  Sie  sind
zwar  ungewöhnlich,  aber  brauchen  darum
noch  nicht  für  verzeichnete  Hahnenfedern
zu  gelten.  Eine  Reihe  von  Wappen  schwedischen
  Briefadels  führt  die  Palmenwedel
als  Helmzier  und  auch  als  Schildfigur.  Es
besteht  aber  kein  Anhalt  dafür,  dass  ein
Glied  des  Stendaler  Patriziergeschlechtes  jemals
  einen  schwedischen  Wappenbrief  erhalten
  habe.

In  den  »Märkischen  Forschungen«  wird
gesagt,  dass  der  Palmzweig  am  Wappen
oder  Helm  im  Mittelalter  bedeutete,  dass  ein
Mitglied  des  Geschlechts  eine  Pilgerfahrt
unternommen.')  Auch  die  rotgeschachten
Balken  im  alten  Adelswappen  der  Lentz
lassen  den  —  vorläufig  noch  nicht  genügend
untersuchten  —  Schluss  zu,  dass  die  Lentz
mit  der  Ausbreitung  des  Cisterzienser  Ordens
(Kloster  Lehnin  im  Kreise  Zauch-Belzig!)
und  damit  vielleicht  auch  mit  dem  zweiten
Kreuzzuge  Bernhards  von  Clairvaux  1146
in  Verbindung  zu  bringen  sind.  Mit  grösserer
Wahrscheinlichkeitlassen  sich  diegeschachten
Balken  auf  die  Besiedelung  des  Ostens  durch
Kolonisten  aus  der  altmärkisch  -  lüneburgischen
  Gegend  zurückführen.  Man  kann
auch  glauben,  dass  einer  der  Lentze,  die
der  von  Wedel  Lehnsleute  waren,  diesem
Verhältnisse  durch  die  Palmen-Wedel  Ausdruck
  geben  wollte,  obwohl  die  Wedel  bereits
  seit  ihrem  Auszug  von  dem  Stammsitze
in  Stormarn  das  Gerichtsrad  im  Schilde
führen.?)  Und  wer  Wappenverwandtschaften

')  Gegen  die  Richtigkeit  dieser  Behauptung  der
»Märkischen  Forschungen«  hegen  wir  gegründeten
Zweifel,  Schriftleitung.

Bedeutung  beimisst,  wird  sich  erinnern,
dass  die  allerdings  erst  1691  geadelte
Magdeburger  Patrizierfamilie  der  Lentke
drei  Anker  im  blauen  Felde  und  einen
gestürzten  Anker  auf  dem  Helm  führt.  Nur
von  dem  Faunus  ist  in  keinem  Wappenbuche
  ein  zweites  Stück  zu  finden  und  Le
Renesse  führt  in  seinem  Dictionnaire  des
figures  H£raldiques  lediglich  einen  einzigen
Faunuskopf  an.  Doch  was  selten  ist,  braucht
darum  noch  nicht  unecht  zu  sein.  Der
stärkste  Grund  gegen  die  Bezeichnung  als
altes  Adelswappen  ist  aber  der,  dass  um
1340  oder  früher  auch  die  gelehrtesten
Herolde  die  beschriebene  Figur  nicht  konnten
auf  einen  Schild  nageln  lassen.  Ein  feingegliedertes,
  gehörntes  Fabelwesen  in  den
beiden  Händen  Kranz  und  Anker,  christliche
  Symbole  tragend!  Bei  genauer  Betrachtung
  aber  zeigt  sich,  dass  dieses  Bild
nicht  aus  dem  vierzehnten,  sondern  gar  aus
dem  zweiten  Jahrhundert  christlicher  Zeitrechnung
  stammt.  Ein  Wappen  ist  es  nicht
—  aber  ein  Siegel,  von  einem  geschnittenen
Steine  abgedrückt,  und  zwar  eine  Abraxasintaglie.e
  Damals  im  zweiten  bis  ins  vierte
Jahrhundert  hinrein  benützte  dieüber  Aegypten,
Kleinasien  und  Syrien  verbreitete  christlichphilosophische
  Sekte  der  Gnostiker,  nach
ihrem  Führer  auch  Basilidianer  genannt,  geschnittene
  Steine  als  Amulet,  Talisman  oder
Siegel.  Die  Steine  trugen  als  Bild  das  Geheimzeichen
  des  allgütigen  Wesens.  In
seiner  reinsten  ursprünglichen  Form  eine  in
den  Lenden  geschürzte  Menschengestalt  mit
zwei  Schlangenfüssen  und  einem  Hahnenkopf,
  in  der  einen  Hand  einen  Kranz  und
in  der  andern  eine  Peitsche  tragend.  Neben
dieser  ältesten  Form,  dem  Abraxas  (dße«&amp;as),
treten  Figuren  auf,  die  in  einzelnen  Teilen
abweichen  und  deshalb  von  Bellermann
Abraxoide  genannt  wurden.  Matter  in  seiner
Histoire  critique  du  gnosticisme  bringt  unter
anderem  folgende  drei  Abraxoide:  1.  Jaldabaoth,
  beschuht  und  geschürzt,  mit  dem
Vogelkopf,  an  dem  ein  Schopf  emporragt;

?)  Die  Palmen-Wedel  haben  mit  dem  Geschlechte
  derer  v.  Wedel  bestimniıt  nichts  zu  tun.
Schriftleitung,