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die  Rechte  stützt  sich  auf  einen  Reifen,  die
Linke  hält  den  Krummstab  (Abb.  4).  2.  Eine
geschürzte  Menschengestalt,  durch  Inschriften
als  J.  A.  O.  Abraxas  bezeichnet;  aus  dem
Tierhaupte  ragen  6  Strahlen  (die  Sonne),
die  Rechte  hält  einen  Kranz  oder  ein  Henkelkreuz,
  die  Linke  eine  Lanze  von  einer  Schlange
umwunden  (Abb.  3).  3.  Eine  geschürzte
Menschengestalt  durch  Inschrift  als  Isis  bezeichnet;
  über  dem  Kopftuch  2  Hörner;  die
Rechte  hält  den  Kranz,  die  Linke  den
schlangenumwundenen  Stab  (Abb.  5).  Hiermit
  vergleiche  man  4.  einen  Jaspis  der  Königlichen
  Sammlung  zu  Berlin,  den  Bellermann
in  einem  »Versuch  über  die  Gemmen  der
Alten  mit  dem  Abraxasbilde«  (Berlin  1819)  abbildet:
  Eine  beschuhte,  geschürzte  Menschengestalt,
  in  der  Rechten  den  Kranz,  in  der
Linken  die  schlangenumwundene  Lanze
haltend.  Den  Kopf  schmückt  ein  Kopftuch,

daraus  4  Hörner  oder  Federn  ragen;  darüber
stehen  3  siebenstrahlige  Sterne  (Abb.  6).
Die  allmähliche  Entwicklung  ist  unverkennbar.
Die  beiden  ersten  Darstellungen  sind  Abraxas,
die  geheimnisvolle,  himmlische,  alles  sehende
Macht  selbst,  die  vierte  ist  der  Priester,  die
dritte  vielleicht  schon  der  Priester,  vielleicht
aber  und  dafür  spricht  ein  Bild  des  Osiris
auf  der  Rückseite,  ist  sie  noch  Gottheit  mit
den  Mondhörnern.  (!)  Allen  gemeinsam  ist
die  Menschengestalt,  nackt  bis  aufden  Lendenschurz,
  zum  Teil  beschuht,  der  horn-  oder
federartige  Kopfputz  und  die  Sinnbilder  göttlichen
  Lebens  in  den  Händen.  Und  nun
sehe  man  sich  unsern  »Faunus«  (Abb.  10)
nochmals  an.  Um  zunächst  die  Brücke  zu
schlagen  zwischen  dem  Fabelwesen  im
Wappen  eines  alten  Geschlechts  und  der  frühchristlichen
  Intaglie  sei  darauf  hingewiesen,

dass  auch  das  Wappen  von  Warschau,  Hauptstadt
  des  ehemaligen  Königreiches  Polen  ganz
unzweifelhaft  (?  Schriftl.)  ein  Abraxasbild  ist.
Im  17.  Bande  von  Meyers  Konversations-Lexikon
  ist  es  wiedergegeben  (Abb.  7):  Ein
Weib,  in  einen  geringelten  Schlangenfuss  auslaufend,
  mit  einem  Lendenschurz  gegürtet,
schwingt  in  der  Rechten  über  dem  Haupte  ein
Schwert,  die  Linke  trägt  einen  Schild  mit  dem
polnischen  Adler  und  dem  Patriarchenkreuz
geschmückt.  Im  16.  Bande  des  grossen
Brockhaus  weicht  die  Darstellung  wesentlich
  ab  (Abb.  8):  Der  Schild  trägt  das
Sonnenbild,  wenn  die  Zeichnung  mehr  als
einfache  Schildbuckel  wiedergeben  sollte,  das
Schwert  wird  seitwärts  geschwungen,  das
Weib  erhebt  sich  auf  zwei  geringelten
Schwänzen.!)  Matter  (a.a.O.)  (Abb.  1)  bringt
einen  Stein  mit  echtem  Abraxasbilde,  eine
hahnenköpfige  Gestalt,  nackt  bis  auf  den
Lendenschurz  erhebt  sich  aus  2  geringelten
Schlangen,  die  Rechte  schwingt  als  Sinnbild
  der  Macht  die  Peitsche,  die  Linke  trägt
den  Schild  mit  den  Zeichen  des  himmlischen
Wesens  A.A.W.  Dazu  eine  Inschrift:  KPACA.
Und  endlich  das  Urbild  (Abb.  2)  bringt
Bellermann  a.  a.  O.:  Bei  ihm  sind  die
Schlangenfüsse  nur  gewunden,  also  noch
nicht  geringelt  und  die  Linke  hält  noch  nicht
den  Schild,  sondern  einen  Kranz,  mit
dem  Doppelkreuz  geschmückt.  Wie  die
gnostischen  Symbole  zu  Wappenfiguren  geworden,
  das  entzieht  sich  unsrer  Kenntnis.
Sicher  ist  nurerwiesen,  dass  die  geschnittenen
Steine  der  Gnostiker  als  Amulet  und  in
Ringe  gefasst  als  Siegel  gedient  haben.  Verfolgen
  wir  nun  das  Schicksal  des  Bildes  im
Besitze  des  Geschlechtes  Lentz.  Der  Stein
muss  zum  Siegeln  in  mehreren  Generationen
benützt  worden  sein,  denn  spätere  Lentze
haben  am  alten  Bilde  festgehalten.  Er  wird
wie  die  meisten  Abraxoide  etwa  25—30  mm
Längendurchschnitt  gehabt  haben  und  die

!)  Diese  abweichende  Darstellung  hat  höchstwahrscheinlich
  darin  ihren  Grund,  dass  der  Zeichner
der  Wappenbilder  im  Brockhausschen  Lexikon  (Prof.
H.  G.  St.)  die  Figur  in  gute  heraldische  Form  gebracht
  hat.  Wir  halten  das  Wappenbild  für  die
heraldische  Melusine.  Schriftleitung.