Halte  im  Gedächtnis
Deine  Väter  wert!

Leg’  dies  als  Vermächtnis
An  des  Hauses  Herd.

Geht  es  an  ein  Sterben,
Unvergänglich  Glück
Lässest  du  den  Erben
An  der  Gruft  zurück.

Hermann  Unbescheid.

"  Yorahre  und  Nachkommen  sowie  das  Wannen

des  Dichters  Christoph  Martin  Wieland.
-  Heinrich  Habbicht,  Eisenach  f.

Die  Vorfahren  unseres  Dichters  Christoph
  Martin  Wieland  lassen  sich  zurückverfolgen
  bis  ins  16.  Jahrhundert.  Als  Urahn
  ist  anzusehen:

Hans  Wieland  aus  Reute  bei  Biberach
an  der  Riss;  dieser.  zog  1560  nach.  Biberach.
Aus  seiner  Ehe  —  der  Name  der  Ehefrau
ist  unbekannt  —  entsproöss:

Georg  Wieland,  geb.  26.  11.  1588  in
Biberach;  er.  wird  als  Besitzer  des  ältesten
und  ersten  Gasthofes  daselbst,  »zum  schwarzen
  Bären«  am  Marktplatze  bei  der  Hauptkirche
  St.  Martin,  .genannt  und  war  zweimal
verheiratet.  -  Aus  seiner  zweiten  Ehe  mit
Anna,  Tochter  des  Sebastian  Teusch  in
Allenweile,r  stammt:

Sebastian  Wieland,  dessen  Geburtsund
  Sterbetag  leider  unbekannt  sind.  Er
war  ebenfalls  Gastwirt:  »zum  schwarzen
Bären«  und  Senator  der  freien  Reichsstadt
Biberach.  Aus  seiner  Ehe  mit  Barbara  Zoller
entspross:

Martinus  Justinus  Wieland,  Dr.  jur.
utriusque,  regierender  Bürgermeister  evangelischen
  Teils  in  Biberach.  Geboren  in
Archiv  Nr.  12,  VIII.  Jahrg.

‚  trizierhaus,

Biberach  18.  11.  1624,  gest.  daselbst  1.1.
1685.  Er  studierte  die  Rechtswissenschaften
in  Tübingen,  Strassburg  und  Basel,  wurde
1674  Mitglied  des  inneren  Rats  und  Oberpfleger
  des  Bürgerspitals.  Den  Gasthof  »zum
schwarzen  Bären«  verkaufte  er  und  erwarb
dafür  am  21.  2.  1674  von  den  Erben  des
Hauptmanns  von  Rollin  das  sogenannte
Wielandhaus,  Gymnasialstrasse  2,  neben  dem
Gasthof  »zum  Strauss«,  ein  stattliches  Pawelches
  mit  einem  steinernen
Heiligenbild  und  schönem  :Wappen  geziert
ist.  Sein  Sohn  (aus  der  Ehe  mit.  Maria
Walburgis  Wieland  geb.  Wernin)  ist:
Thomas  Adam  Matthäus  Wieland,
Pfarrer,  geb.  in  Biberach  27.  7.  1653,  gest.
29.3.1729.  Er  studierte  Theologie  in  Strassburg,
  Wittenberg,  Basel  und  Tübingen,  wurde
Magister  septem  artium  liberalium,  1680
Pfarrer  in  Kohlstetten  (Schwäb.  Alb),  1688
in  Mundingen,  1693  in  Oberholzheim  bei
Biberach.  Von  seinen  .12  Kindern  ist
Thomas  Adam  Wieland,  Pfarrer  in
Oberholzheim,  .  der  Vater  unseres  Dichters,
geb.  3.  1.  1704,  gest.  26.9.  1772  in  Biberach.
Er  studierte  Theologie  in  Tübingen  und
Halle,  wurde  Magister  und  Nachfolger  seines:

‚  Vaters  als  Pfarrer  in  Oberholzheim;  verheiratete

  sich  mit  Regina  Katharina,  Tochter.
des  Majors  Joh.  Christoph  Kick  im  Markgräflich
  Baden-Badenschen  Kreis-Regiment
»Erbprinz«,  und  dessen  zweiter  Ehefrau  Marie
Christine  geb.  Rauh  aus  Biberach,  Tochter
des  Senators  und  Oberbaudirektors  Georg
Ludwig  Rauh,  der  zuletzt  Eigentümer  der
Marktapotheke  in  Biberach  war.

Regina  Katharina  Kick  ist  geb.  1.  7.  1515
und  in  Weimar  gest.  27.  2.  1789;  ihr  Mann,