1.  Abschnitt.

Neuere  Vorschläge  zur  Hausaufgabenfrage.

Die  Frage  der  Hausaufgaben  ist  schon  wiederholt  zum
Aüsgangspunkte  pädagogischer  Erwägungen  gemacht  worden.
  Neben  dem  unterrichtlichen  und  erziehlichen  Momente
derselben  ist  in  den  letzten  Jahren,  insbesondere  durch  die
Mitwirkung  der  Ärzte,  auch  das  hygienische  mehr  und  mehr
in  den  Vordergrund  gerückt;  endlich  ist  die  experimentelle
Pädagogik,  auch  zum  Teil  unter  dem  Einfluß  der  Medizin,
  der  Hausaufgabenfrage  auf  Grund  wissenschaftlicher
Untersuchungen  näher  getreten.  Während  nun  der  ältere
rein  pädagogische  Standpunkt  sich  mit  wenigen  Ausnahmen
entschieden  für  die  Belastung  des  Schülers  mit  häuslicher
Arbeit  für  die  Schule  ausspricht,  werden  in  neuerer  Zeit  mehr
und  mehr  Stimmen  laut  —  und  zwar  nicht  nur  in  Ärztekreisen,
lerarbeit  in  keiner  Weise  oder  nur  unter  ‘ganz  bestimmten
Klauseln:  das  Wort  reden  wollen.  Nach  Herman  Schillers
Angaben  in  seinem  Handbuch  der  praktischen  Pädagogik
(4.  Aufl.,  besorgt  von  Fauth,  Leipzig,  Reisland  igo4),  das
die  hauptsächlichste  Literatur  über  die  Hausaufgabenfrage,
wenigstens  für  die  höheren  Lehranstalten,  anführt,  wurde  der
Vörschlag,  alle  Hausaufgaben  dürch  unter  Aufsicht  der
Lehrer  zu  fertigende  Schularbeiten  zu  ersetzen,  in
der  Darmstädter  Kommissionssitzung:  vom  29.  November
  1882  gemacht  und  in  der  Zeitschrift  für  das  höhere
Unterrichtswesen  ıı,  316  undin  den  Grenzboten  42,  1,358
wiederholt.  Gänzliche  Abschaffung  der  Hausarbeiten  verlangen
  E.  Willms:  Zur  Neugestaltung  der  Schule  (Ber-1



Roller,  Hausaufgaben  und  höhere  Schulen.