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Schwierigkeiten  der  fremdsprachlichen  Lektüre  zu  überwinden
  und  endlich  mehr  oder  weniger  geisttötende  Memorierarbeit
  zu  leisten.  Was  am  Morgen  bei  frischer  Kraft  vielleicht
  mit  geringer  Anstrengung  zu  bewältigen  wäre,  wird
am  Abend  dem  erschöpften  Geiste  zur  Qual.  Oft  sind  die
Arbeiten  nur  mangelhaft  erledigt;  mit  Sorgen  legt  sich  das
arme  Kind  zu  Bett,  und  mit  Furcht  vor  der  bevorstehenden
Strafe,  dem  Tadel  oder  der  Beschämung  wacht  es  auf.  Muß
unter  solchen  Verhältnissen  nicht  der  Geist  abgestumpft,  das
Gemüt  gedrückt,  die  Nervenkraft  früh  erschüttert  werden?“  ?)
„Die  Überbürdung  der  Schüler  und  die  daraus  entspringenden
  körperlichen  und  geistigen  Schäden  sind  nicht  die  einzige
  böse  Folge  der  häuslichen  Schülerarbeiten,  sie  sind  auch
die  Quelle  mancher  anderen  Übelstände  und  Schäden.“  ®)
„Nicht  Arbeitsfreudigkeit,  sondern  Arbeitsscheu,  nicht  Gewissenhaftigkeit
  und  strenge  Pflichterfüllung,  sondern  Oberflächlichkeit
  und  Gleichgültigkeit  gegen  die  Erfüllung  der
(übermäßig)  aufgebürdeten  Pflichten  ist  in  vielen,  wenn  nicht
in  den  meisten  Fällen  das  Ergebnis  unserer  Schulzustände.“  ®)
„Nicht  erziehlich  wirken  die  Hausarbeiten,  sondern  sie  sind
nur  zu  häufig  von  unberechenbarem  Schaden  für  den  Charakter.
  Der  überbürdete  Schüler  gewöhnt  sich  daran,  seine
schriftlichen  Arbeiten  schnell  und  schlecht  zu  machen,  sich
mit  einem  oberflächlichen  und  ungenauen  Können  zu  begnügen
  oder  sich  von  der  ihm  auferlegten  Arbeit  ganz  zu  drücken,
und  glaubt  seine  Pflicht  getan  zu  haben,  wenn  er  in  Eile  die
Arbeiten  für  den  ersten  Augenschein  erledigt  hat.  Da  nicht
in  jeder  Stunde  jeder  Schüler  genau  kontrolliert  werden  kann,
so  gelingt  es  oft,  mit  solcher  Vorbereitung  durchzukommen,
wodurch  natürlich  die  Neigung  zur  Leichtfertigkeit  noch  erhöht
  wird.  Wie  die  häuslichen  Arbeiten  oft  auch  zur  Unehrlichkeit
  und  zur  Lüge  verleiten,  weiß  jeder  Lehrer  aus  Erfahrung
  nur  zu  genau.“*)  „Ist  so  die  Hausarbeit  als  die
Wurzel  nicht  nur  der  Überbürdung  der  Schüler,  sondern  auch
vieler  anderen  Übel  erkannt,  so  erscheint  als  die  einzig  wirksame
  Abhilfe  die  Beschränkung  derselben  auf  das  aller-3)

  Ebenda  S,  162.  ®)  Ebenda  S.  164.  °®)  Ebenda  S.  164.-  *)  Ebenda  S.  164.