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scheinigt  dies  sogar.  „Die  häusliche  Aufgabe  züchtet  die
Angeberei  und  weckt  den  Neid.  Namentlich  bei  überfüllten
Klassen  wird  der  eine  Schüler  bei  der  Revision  übergangen,
der  andere  gerügt,  beide  haben  aber  möglicherweise  mit
demselben  Kraftaufwand  gearbeitet.  Dem  einen  glückt  eine
Täuschung,  dem  anderen  zieht  sie  eine  Bestrafung  zu.  Die
häusliche  Arbeit  setzt  Schule  und  Lehrer  in  Mißachtung  ...
Die  Familie  beurteilt  nach  der  Art  der  Revision  der  häuslichen
  Aufgabe  die  pädagogische  Kapazität  des  Lehrers.
Nach  den  unausbleiblichen,  abfälligen  und  scharfen  Urteilen
bildet  der  Schüler  sein  geringschätzendes  Urteil  über  Schule
und  Lehrer.“

Am  Schlusse  seiner  Ausführungen  empfiehlt  Schanze
folgende  Resolution:  „Die  Hausaufgaben  sind  mit  Ausschluß
  derjenigen,  die  sich  auf  den  fremdsprachlichen
Unterricht  beziehen,  vom  unterrichtlichen  Standpunkte
  aus  als  entbehrlich  anzusehen;  vom  erziehlichen
  Standpunkte  aus  stiften  sie  mehr  Schaden  als
Nutzen.  Ihre  Beseitigung  ist  daher  erstrebenswert.“')

Sehr  eingehend  hat  sich  mit  den  Hausaufgaben  der
Württembergische  Gymnasiallehrerverein  auf  zwei
Landesversammlungen  beschäftigt.  Im  Jahre  1904  auf  der
14.  Versammlung  sprach  Prof.  Dr.  Elben?)  und  ı905  auf  der

1)  Schanze  hatte  auf  der  VII.  Jahresversammlung  des  Deutschen
Vereins  für  Schulgesundheitspflege  am  6.  und  7.  Juni  1906  zu  Dresden
das  Referat  über  die  Hausaufgaben  in  den  Volksschulen  und  hatte
folgende  Leitsätze  zur  Diskussion  gestellt:

ı.  Hausaufgaben  in  Volksschulen  sind  vom  unterrichtlichen  Standpunkte  aus
als  entbehrlich  anzusehen.

2.  Vom  erziehlichen  Standpunkte  aus  betrachtet,  können  sie  ebenso  sehr
schaden  als  nützen.

3.  Ihre  Beseitigung  ist  daher  aus  hygienischen  Gründen  zunächst  für  die  vier
ersten  Schuljahre  zu  erstreben.

4.  Für  die  vier  oberen  Schulstufen  ist  die  Beschränkung  der  Aufgaben  auf

ein  geringeres  Maß  (täglich  nicht  über  !/,  Stunde)  wünschenswert.

Dringend  zu  fordern  ist  die  gänzliche  Beseitigung  sämtlicher  Ferienaufgaben.

  (Vergl.  „Gesunde  Jugend“,  V.  Jahrg.,  Verlag  B.  G.  Teubner,

Leipzig,  Heft  ıı/ız,  S.  267;  ferner  das  Verhandlungsheft  zu  „Gesunde

Jugend“,  VI.  Jahrg.)

9  Vergl.  „Gesunde  Jugend“,  V.  Jahrg.,  Heft  3/4,  S.  70.

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